LOGINAlice sagte, Deborah sei völlig bewusstlos gewesen, und rückte näher ans Bett heran, wobei sie Deborahs schlaffe Schulter von Kane wegschob. „Die Dürre hatte schneller zugeschlagen, als ich erwartet hatte.“
Mark, der mit seiner Größe den Türrahmen versperrte, pfiff leise und schüttelte fassungslos den Kopf. „Ich kann es immer noch
EINHUNDERTSÜDLICH SIEBENUNDSIEBZIG!Ich starrte Deborah fassungslos an. Mein Verstand setzte aus. Der laute Jubel der Menge um uns herum verstummte in meinen Ohren. Ich blickte in ihre dunklen, verlogenen Augen und schüttelte den Kopf.Ich fragte sie: „Was sagst du da?“ Meine Stimme war nur ein hohles Flüstern. „Was meinst du damit, dass sie weggelaufen ist?“Deborah nickte. Ihr Gesichtsausdruck war zufrieden und leicht verschmitzt.„Ja, Kane“, sagte Deborah bereitwillig. „Alice ist weggelaufen. Sie ist heute Morgen aus dem Palast geflohen. Sie hat dich nie geliebt. Sie hat dich nie geliebt. Und der mächtige Alpha-Prinz war nicht die einzige wahre Liebe in ihrem Herzen.“Mir brach kalter Schweiß im Nacken aus. Ich versuchte zu sprechen, a
Der große Thronsaal hallte von Jubel wider. Die Atmosphäre war so erfüllt von Aufregung und purer Freude, dass die großen Kristalllüster über ihnen zu wackeln schienen. Die Rudelältesten klatschten in ihre faltigen Hände. Die Alphas brüllten zustimmend. Alle im Saal lächelten und dachten, ich hätte gerade die wunderschöne Braut enthüllt, die ich mir so sehr wünschte.Prinzessin Isabella schwebte die Marmortreppe hinunter und erreichte Deborah und mich. Sie lächelte breit, und Erleichterung spiegelte sich in ihrem eleganten Gesicht. Sanft legte sie uns die Hände auf die Schultern und gratulierte uns herzlich. Isabella war überglücklich. Sie hatte sich immer gewünscht, dass Deborah die Krone tragen würde, und nun fühlte sie, dass ihr g
Prinz Kanes SichtweiseStolz stand ich ganz oben auf der Marmortreppe mitten im prunkvollen Thronsaal. Der Saal war gefüllt mit den mächtigsten Mitgliedern der Drachenaugen-Dynastie. Zu meiner Linken stand mein älterer Bruder, Prinz Zane, der nervös von einem Fuß auf den anderen trat und die Menge beobachtete. Zu meiner Rechten saß meine ältere Schwester, Prinzessin Isabella, die sehr besorgt aussah und die großen Flügeltüren am anderen Ende des Saals aufmerksam anstarrte.Mein Vater saß direkt hinter mir. Von seinem gewaltigen eisernen Thron herab blickte König Herzog Draven, der mächtige Lykaner-Alpha-König des Reiches, auf die riesige Versammlung. Sein Gesicht war streng und undurchschaubar, und er sc
Lady Deborah saß am Rand von Alices weichem Samtbett. Sie stützte die Hände auf die Knie und blickte auf den Boden, wo Alice still und bewusstlos lag. Unter Alices feuchten, dunklen Locken breitete sich langsam eine kleine Lache dunklen Blutes auf den sauberen, weißen Steinfliesen aus.Deborah zeigte keinerlei Gnade. Ihr Gesicht war eiskalt und hart. Sie atmete kurz und scharf ein, stand vom Bett auf und begann, mit schweren Schritten vor Frustration im Zimmer auf und ab zu gehen.Sie ging zum hohen Glasfenster und blickte hinaus in die sonnigen Innenhöfe. Dann drehte sie sich um und ging zurück zur Tür. Sie fragte sich, wann ihr Plan endlich in die nächste Phase eintreten würde. Sie wartete auf jemanden. Vor Stunden hatte sie ihre Botschaft in die Schatten hinabgeschickt, und nun konnte sie es kaum erwarten, dass jemand kam und Alice ein für alle M
„Du bist völlig verrückt, Deborah“, sagte ich, meine Stimme zitterte vor Wut und eiskaltem Entsetzen. „Geh mir aus dem Weg. Ich gehe jetzt runter. Verschwinde aus meinem Zimmer und lass mich sofort gehen.“Deborah rührte sich nicht vom Fleck. Sie stand im Türrahmen und versperrte ihn mit ihrem verschleierten Gesicht, das zu einem widerlichen, siegreichen Grinsen zurückgewandt war.„Warum sollte ich das denn tun, Alice?“, fragte Deborah mit süßlicher, aber spöttischer Stimme. „Warum sollte ich dich durch diese Tür gehen lassen?“Ich stemmte die Füße fest auf den Boden, hob das Kinn zu ihren Augen und mobilisierte jeden letzten Funken Mut, der noch in mir steckte.
Die Luft im Schlafzimmer wurde stickig und schwer. Mein Herz hämmerte wie wild in meiner Brust, als ich wie erstarrt am Schminktisch stand und die Frau anstarrte, die meiner Zwillingsschwester zum Verwechseln ähnlich sah.Deborah ließ sich Zeit. Langsam und bedächtig trat sie vor, ihr Seidenrock raschelte leise auf dem Boden. Sie musterte mich von oben bis unten, ihr Gesichtsausdruck verriet pure, kalte Abscheu.„Du glaubst wohl wirklich, du hättest das alles verdient, Alice?“, zischte Deborah, ihre Stimme triefte vor Gift und Boshaftigkeit. „Prinz Kane hätte niemals so eine Streunerin wie dich aufnehmen sollen. Er hätte mich nehmen sollen. Ich besitze all den hohen Status, den dieses Königreich braucht. Ich habe die edlen Blutlinien, die wichtigen Bündnisse, die mächtigen Armeen und die Loyalität der Adelsfamilien. Auf all dem wurde dieses Reich erbaut.“Sie zeigte mit dem Finger wild auf sich selbst, ihre Augen blitzten vor Wut.„Was hast du schon zu bieten, Alice?“, lachte Deborah






