LOGINVelora Gritts hat ihr ganzes Leben darauf hingearbeitet, die Alpha-Frau des Midnight-Rudels zu werden. Doch drei Tage vor ihrer Krönung verrät ihr eigener Gefährte sie, und in ihrer Verzweiflung verbringt sie eine Nacht mit einem Fremden. Der Fremde beißt sie. Er ist Zevran Wulfe, der gefürchtete Lykanerprinz, dessen Rudel ihr Volk seit Generationen als Feind betrachtet. Statt zu fliehen, fordert Velora von ihm eine Vertragsehe: Sie braucht einen Gefährten, um ihren Thron zu sichern, und er hat keine Wahl, als zuzustimmen. Aus Hass wird Misstrauen, aus Misstrauen Verlangen. Doch Zevran verbirgt ein Geheimnis, das älter ist als ihr Bündnis: den uralten Fluch, der Varelia seit Jahrhunderten heimsucht. Und je näher Velora der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird die Liebe, die sie nie wollte. Was passiert, wenn der Mann, den du zwingst, dich zu heiraten, das Einzige ist, was dich retten kann und das Einzige, was dich zerstören könnte?
View MoreIch stieg aus der Badewanne, nach einem langen Bad nach dem harten Morgentraining, als Kaida auch schon in mein Zimmer platzte.
Meine Krönung zur Alpha-Frau des Midnight-Rudels war nur noch drei Tage entfernt, und seit Vater sie verkündet hatte, plante Kaida rastlos, wie ich an diesem Tag aussehen sollte.
Doch das Gesicht, das sonst vor Begeisterung strahlte, wenn sie das Thema ansprach, war sauer verzogen.
„Ist alles in Ordnung? "Hast du Probleme, die perfekten Schuhe zu finden?"
Ich lachte auf und setzte mich aufs Bett, um meinen Körper einzucremen.
Kaida setzte sich und sah mich an.
„Ich habe schreckliche, schreckliche Neuigkeiten …" Sie sprach langsam und mit leiser Stimme. Ich richtete mich auf und starrte sie an.
„Sprich lauter."
Ich ließ meine Creme fallen und starrte sie an.
„Ich sagte, ich habe schlimme Neuigkeiten."
Sie wiederholte es und hob den Kopf.
„Kaida, so schlimm die Nachricht auch sein mag, du weißt, dass sie warten muss. Wir haben das schon besprochen, und ich treffe mich jetzt mit Castro. Ich will ihn nicht warten lassen …"
Ich griff nach meiner Bürste und fuhr mir damit durchs Haar.
„Die Nachricht geht um Castro."
Sie fiel mir ins Wort. Mein Gesicht verfinsterte sich, und ich legte die Bürste behutsam weg. Mein Interesse war geweckt, und ich musterte still ihren Gesichtsausdruck in der drückenden Stille. Langsam dämmerte mir die Erkenntnis.
„Nein … Das würde er nicht … es ist nicht das, was ich denke … oder?", fragte ich und schüttelte zweifelnd den Kopf.
„Doch, doch, Velora …" Kaida nickte und hielt meine Schulter.
„Nein, Kaida, das kann nicht sein. Die Krönung ist in drei Tagen. Ich muss morgen meinen Gefährten dem Rat vorstellen."
Ich widersprach, doch Kaida schüttelte den Kopf.
„Du weißt, dass ich mich nie irre."
Sie fügte hinzu. Ich schluckte schwer.
„Wer … wer ist die Schlampe?"
fragte ich, und sie schüttelte erneut den Kopf und wandte das Gesicht ab. Ich packte ihr Gesicht und biss die Zähne zusammen.
„Sag. Es. Mir."
Sie atmete einmal tief durch und spuckte es aus.
„Monah."
Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht.
„Nein … nein, das kann nicht Monah sein. Sie weiß, dass ich mit Castro zusammen bin …"
„Verdammt, Velora! Ich habe die beiden gestern im Afterlight dabei gesehen. Und ich habe gesehen, wie er sie gebissen hat."
Ich kicherte, stand auf und stürmte aus dem Zimmer, während Kaida mir nachrief, ich solle warten.
Wütend marschierte ich in Monahs Zimmer. Azila stand dort und kämmte ihr das Haar, doch ich schob sie beiseite, packte Monahs Hals und bog ihn zur Seite …
Und da war es. Ein Bissmal an ihrem Hals. Monah stieß mich weg.
„Was ist los mit dir?"
Sie knurrte, und Azila trat auf mich zu.
„So feierst du also, dass deine Schwester jetzt einen Gefährten hat?"
Sie grinste.
„Einen Gefährten? Du meinst meinen Freund …"
„Ach bitte, Velora", fiel Azila mir ins Wort, während Monah grinsend hinter ihr stand. „Die Liebe geht eben seltsame Wege."
Ich schluckte schwer und verließ das Zimmer.
Ich konnte mich nicht mehr zusammenreißen. Tränen liefen mir übers Gesicht, als ich aufs Bett sank und unaufhörlich weinte. Kaida hielt meine Schulter.
„Das erklärt, warum ich versucht habe, ihn zu erreichen, und er sich nicht gemeldet hat …"
murmelte ich zwischen Schluchzern.
„Du wolltest ihn also trotz seines plötzlichen Schweigens noch treffen?"
fragte Kaida und sah mich an, als wäre ich eine dumme Verliebte. Ich setzte mich sofort auf und wischte mir das Gesicht ab.
„Die Krönung funktioniert nicht, wenn ich keinen Gefährten habe."
sagte ich zu Kaida, und sie runzelte die Stirn.
„Das ist ein großes Problem, Velora. Sollen wir mit Castro reden?"
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein. Wenn es ihm leidtäte und er sich erklären wollte, wäre er längst hier."
Ich stand auf und nahm meinen Bogen, doch Kaida nahm ihn mir ab.
„Was hast du vor?"
fragte sie.
„Ich gehe trainieren, um diese aufkommende Depression abzuarbeiten. Ich bin zu stark, um zuzulassen, dass mich dieser Scheiß verletzt. Und ich weiß, dass Vater die Krönung lieber verschieben würde, als Monah meinen Platz einnehmen zu lassen. Diese Krönung ist seine Ehrung für meine Mutter. Was habe ich Castro überhaupt getan?"
erklärte ich bitter.
„Wenn sie also glauben, ich hätte meine Chancen verloren, Alpha zu werden, dann irren sie sich."
Ich schniefte, doch Kaida hielt mich fest.
„Komm mit mir ins Afterlight …"
„Auf keinen Fall." fuhr ich auf. „Kaida, ich kann mich an solchen Orten nicht blicken lassen. Was würden die anderen Rudel sagen? Das wäre …"
„… schlecht für dein Image."
Sie half mir, den Satz zu beenden, und setzte sich.
„Sieh dich an, Velora. Du hast seit Jahren nicht mehr so viel gesprochen. Das ist der Liebeskummer, und die Depression kommt hoch. Lass dich nicht von ihr ertränken."
sagte Kaida.
Sie hatte recht. Ich war schwer von Schweigsamkeit. Sie half mir, den Fokus zu behalten, und das trieb mich in den Wahnsinn.
Vielleicht nur dieses eine Mal.
Das Afterlight zum ersten Mal, und das war's.
…
In dieser Nacht fuhr ich mit Kaida zum Afterlight. Sobald wir drinnen waren, flüsterte Kaida:
„Trink nicht zu viel."
Dann verschwand sie mit einem Mann.
Aber ich hatte vor, zu viel zu trinken. Deshalb war ich gekommen … um diese seltsamen Gefühle im Alkohol zu ertränken.
Ich schnappte mir eine Flasche, die auf einem nahen Tisch stand, und leerte sie in einem Zug. Fünf weitere Shots an der Bar, und alles wurde verschwommen. Laut, aber fern.
Die Gefühle verschwanden, als wäre ich in meiner eigenen Welt und würde sie erkunden, während diese wilden Kreaturen an mir vorbeistreiften.
Dann sah ich eine Silhouette auf mich zukommen. Männlich und groß. Wirklich breit. Sie ragte auf und war so verschwommen wie alle anderen. Ihr Geruch erfüllte meine Nase, ich kicherte. Ich verlor langsam das Bewusstsein, die Silhouette überragte mich, und mein Körper regte sich vor Erregung. Ohne ein Wort wurde ich leidenschaftlich geküsst, und ich genoss jeden Augenblick davon.
Doch das war, bevor ich endgültig das Bewusstsein verlor.
**
Ich öffnete langsam die Augen.
Mein ganzer Körper war steif. Mein Kopf dröhnte wie verrückt, und mein Nacken fühlte sich schmerzhaft verspannt an.
Ich atmete einmal tief ein und stemmte mich hoch, bis ich auf meinem Bett saß.
Ich rieb mir die Augen, und das Erste, was ich sah, war Kaida.
Wieder zitternd.
„Was ist denn schon wieder, Kaida? Ugh … hol mir bitte Wasser. Ich habe so einen Kater … verdammt."
Sie reichte mir eine Flasche Wasser, und ich trank sie in Sekunden aus.
„Hat Vater mich so gesehen?"
fragte ich plötzlich, doch Kaida starrte mich nur weiter an. Keine Antwort. Nichts.
„Was zum Teufel starrst du so? Sag Irene, sie soll mir Essen bringen. Mach mein Bad fertig. Ich muss runter zum Ratshaus. Es ist Vollmond, und wir haben Jungwölfe."
Kaida grunzte und zerrte mich vor den Spiegel.
„Wer zum Teufel hat dich gebissen?"
sagte sie schließlich.
Ich atmete tief ein, drehte mich langsam um und blickte in den Spiegel. Tiefe Fangzahnspuren lagen dort, mit winzigen geronnenen Blutspuren, und getrocknetes Blut zog sich darüber, als hätte, wer auch immer es getan hatte, die Wunde abgeleckt.
Ich ekelte mich. Mein Herz begann zu rasen.
„Erinnerst du dich an irgendetwas, Velora?"
fragte Kaida.
Ich schüttelte den Kopf.
„Ich hatte einen Blackout … ich kann mich an nichts erinnern. Ich, äh … ich weiß, dass ich jemanden geküsst habe, aber das war alles. Ich bin … ich bin mir sicher … ich bin … Was soll ich tun? So kann ich nicht rausgehen."
Ich geriet in Panik und griff sofort nach einem Messer.
„Was zum Teufel machst du da?!"
Kaida umklammerte fest mein Handgelenk.
„Ich will es herausschneiden, Kaida … es ist besser, eine Wunde zu haben als einen Biss von einem unbekannten Wolf, das ist das Verhalten einer Schlampe."
sagte ich ihr entschlossen und versuchte, mein Handgelenk zu befreien.
„Dich selbst schneiden? Na los, Velora, überzeug deinen Vater doch, dass du rückfällig geworden bist und dich wieder selbst verletzt, dann waren seine fünf Jahre Führungstraining umsonst."
„Halt den Mund!"
Ich funkelte sie an.
Kaida nahm das Messer und setzte mich hin.
„Wir müssen sorgfältig nachdenken."
sagte sie ruhig.
„Und ich kenne eine Hexe … wir sind schon seit einer Weile befreundet, und ich glaube, sie kann helfen."
fügte sie hinzu, und ich sah sie hoffnungsvoll an.
KAPITEL 24Kaida weiß esEr brachte mich zum See und half mir langsam ins Wasser. Ich ließ mich treiben.„Was ist passiert, Zev? Warum ist Etha so sehr gegen uns?", fragte ich schließlich.Er setzte sich auf den Steg und rieb sich das Auge.„Ich verlor die Kontrolle. Sie ist nicht gegen uns. Aber für sie bin ich nicht mehr der Sohn, den sie kennt. Nach jener Nacht habe ich …"Er stockte erneut. Er brachte es nicht über die Lippen.„Ich verlor die Kontrolle, und Etha sah eine Gelegenheit, mich zu beenden. Sie ließ Clara mich in meinem Kopf festhalten, und sie schickte jemanden zu Azila, um ihr mitzuteilen, dass du auf dem Weg zur Lykanerstadt warst. Sie muss mitgehört haben, dass der Howler nur durch die wahre Liebe getötet werden kann. Sie sagte, wenn er durch meine wahre Liebe getötet werden kann, dann kann deine Tötung ihn beenden", erklärte er.Da traf es mich.„Oder sie weiß etwas über den Howler und verheimlicht es uns. Mein Vater hat erwähnt, dass der Howler sich einmal in dir w
Das Knurren der Werwölfe wurde lauter, je näher die Nacht rückte. Sie waren glücklich. Von Zevrans Fenster aus konnte ich sehen, dass sie sich enorm vermehrt hatten. Ich hatte Angst. Sich bei Vollmond in ein Rudel Wölfe zu stürzen, die einen tatsächlich tot sehen wollten, war wirklich beängstigend.Zevrans sanfte Hände massierten meine Schultern. Auch er war besorgt.„Sie werden dir wehtun. Sie werden immer mehr."Ich sah ihn an, und er war schon aufgebracht, nur weil er sich vorstellte, in welcher Gefahr ich schweben könnte.„Hey, hey, hey, sieh mal … Bevor sie sich alle verwandeln, bin ich längst tief im Wald …"„Nein, das ist zu weit. Sobald du aus dem Palast draußen bist, lauf zur Lykanerstadt. Falls ich dich nicht beschützen kann, haben sie dort ebenfalls einen Bannzauber errichtet, aber sie heben ihn auf, sobald sie dich kommen sehen. Wenn du am Tor der Lykaner ankommst, musst du dich in einen Menschen zurückverwandeln, sonst töten sie dich, weil sie dich für eine Demonstrantin
„Warte, warte, warte …"Irenes Stimme hallte in meinen Ohren, und meine Tür flog auf. Zevran war wie weggetreten. Ich blickte sofort auf und sah Vater vor uns stehen. Ich hielt mir die Decke an die Brust, denn ich war splitternackt, und Zevran auch. Ich tippte ihn an, aber sein Körper wirkte leblos.Mit aller Kraft schlug ich ihn, und er fuhr hoch und zerrte die Decke ebenfalls über sich.Vater starrte uns sprachlos an.„Die Welt bricht auseinander, und ihr liegt beide im Bett?! Und wie könnt ihr es wagen, nach Varelia zurückzukehren, ohne mir eure Aufwartung zu machen!"Er donnerte es heraus. Wir versuchten zu sprechen, aber er gebot uns mit einer Handbewegung, aufzustehen.„Die anderen Rudel protestieren gegen die Krönung nächste Woche. Sie stehen vor unserem Haus, vor Valdiz' Haus, vor dem Palast, sie sind überall, wegen des Mordes im Afterlight. Velora, mach dich bereit, denn sie benutzen den Mord gegen dich. Kümmert euch darum …"„Sie sollten ihre Kräfte sparen, denn die Krönung
Ich setzte Kaida vor ihrem Haus ab und ließ sie versprechen, niemandem zu erzählen, was im Afterlight passiert war. Sollten sie es ruhig hören, nur nicht von uns. Sie stand immer noch unter Schock.Ich fuhr zurück zu Clara. Ich hatte nicht vor, heute Nacht zu schlafen, nicht, solange mein angeblicher Ehemann da draußen Menschen fraß.Ich hielt vor Claras Haus an und eilte hinein. Sie war gerade mitten in einem Ortungszauber. Sie zuckte zusammen, als sie mich hereinkommen sah, seufzte dann aber und schüttelte den Kopf.„Irgendetwas scheint den Zauber zu blockieren …"„Also nicht mal der kleinste Hinweis auf ihn, was?"Ich unterbrach sie und atmete schwer. Sie nickte.„Ich weiß, dass er dich gesehen hat …"„Mich gesehen? Das war nicht Zevran. Er erinnert sich vielleicht nicht mal an all das …"Ein Klopfen an der Tür zu dieser Stunde unterbrach uns. Clara hob sofort die Hand, bereit, sich gegen alles zu wehren, was da draußen klopfte, während ich mich vorsichtig hinter die Tür stellte.„











