LOGINDoch dann war es vorbei. Die Ruhe. Die Nähe. Dieser eine besondere Moment zwischen Amanda und Papa. Denn plötzlich brach der Trubel los. „Amanda!“ „Guck mal!“ „Sunny!“ Die Kinder flitzten durch die Wohnung, lachten, riefen durcheinander und tollten durch das Wohnzimmer. Kleine Füße liefen über den Boden, Türen gingen auf und zu, Stimmen überschlugen sich. Die Magie des Augenblicks war verschwunden. Papa sah den Kindern einen Moment hinterher. Dann seufzte er. Ein langer, schwerer Seufzer. „Sie ist ein Pflegehund.“ Er sagte es noch einmal. Als müsste er sich selbst davon überzeugen. Dann stand er auf. Amanda blieb auf dem Boden sitzen und schaute ihm nach. Und genau in diesem Augenblick kam Sunny. Die große braune Hündin bewegte sich direkt auf Amanda zu. Amanda hob den Kopf. Sunny blieb vor ihr stehen. Ein kurzer Blick. Dann ein tiefes Knurren. Amanda erstarrte. Noch ein Knurren. Deutlicher diesmal. Amanda wich einen Schritt zurück. Doch Sunny ging ebenfall
Die Worte von Mama standen noch im Raum. „Können wir sie wirklich wieder hergeben?“ Papa atmete tief durch. Er saß inzwischen neben Amanda auf dem Boden. Eine Hand lag ruhig auf ihrem Rücken, während die Familie um den Tisch herum saß. „Aber sie ist ein Pflegehund“, sagte er schließlich. Seine Stimme klang vernünftig. So, als müsste er sich selbst daran erinnern. Mama sah ihn an. „Ich weiß.“ Eine kurze Pause. „Aber sie passt so gut zu uns.“ Papa schwieg. Die Kinder hatten inzwischen bemerkt, worüber Mama und Papa sprachen. „Aber das sollte doch gehen“, sagte eines der Mädchen. „Ja“, kam sofort das andere. „Dann haben wir einfach zwei Hunde.“ Der große Junge nickte eifrig. „Sunny hat doch auch einen Hund gebraucht.“ Papa musste kurz lächeln. Aber überzeugt war er nicht. „So einfach ist das nicht.“ Er sah zu Sunny. Die große braune Hündin lag ruhig da und schien von der Diskussion überhaupt nichts mitzubekommen. „Wir haben doch Sunny“, sagte Papa. „Und zwei Hunde si
Nach ihrem langen, tiefen Schlaf wurde Amanda langsam wieder wach. Das Licht war heller geworden. Durch die Balkontür fiel die Mittagssonne herein und zeichnete helle Streifen auf den Boden. Amanda blinzelte verschlafen, hob den Kopf von Mamas großem, weichem Kissen und streckte erst eine Vorderpfote, dann die andere weit nach vorne. Sie hatte wunderbar geschlafen. Für einen kurzen Moment wusste sie gar nicht, wo sie war. Dann kamen die Gerüche zurück. Mama. Sunny. Das Haus. Das weiche Bett. Amanda legte den Kopf wieder auf das Kissen und seufzte zufrieden. Doch plötzlich hörte sie etwas. Ein Geräusch. Von draußen. Dann Schritte. Amanda hob den Kopf. Die Schritte kamen näher. Sie kannte dieses Geräusch noch nicht lange, aber irgendetwas daran ließ ihre Ohren sofort aufmerksam werden. Dann bewegte sich die Türklinke. Die Tür ging auf. Und da stand er. Papa! Amanda war völlig außer sich. Sie sprang auf, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Ihr Schwanz wedelte
Nach dem Frühstück war Amanda satt. So satt, dass sie zunächst gar nicht mehr wusste, wohin mit sich. Der Morgen hatte schon wieder so viele neue Eindrücke gebracht. Der Spaziergang, die vielen Gerüche, die Autos, der Fluss, die Hühner, die Kinder, die fremden Worte und natürlich all die Dinge, die in diesem Haus einfach ganz selbstverständlich zu sein schienen. Amanda brauchte eine Pause. Also verschwand sie wieder ins Schlafzimmer. Dort war es ruhig. Und da war es wieder. Mamas Kopfkissen. Amanda sprang aufs Bett und kuschelte sich hinein. Oh ... Dieses Kissen war groß. Und weich. So weich, dass Amanda beinahe darin versank. Sie drehte sich einmal herum, schob ihre Nase tief in den Stoff und ließ sich schließlich einfach fallen. Wuff. Da lag sie. Mitten in Mamas Kissen. Amanda schloss die Augen. Und schon nach wenigen Augenblicken war sie eingeschlafen. Doch diesmal träumte Amanda. Sie träumte von der Sonne. Von warmen Sonnenstrahlen, die durch die Balkontür fie
Nun war Papa weg. Amanda stand noch einen Moment vor der Tür und schaute dorthin, wo er verschwunden war. Wo er wohl war? Die anderen schienen sich darüber überhaupt keine Gedanken zu machen. Sunny war jedenfalls vollkommen entspannt. Sie schlenderte zur Balkontür, hinaus in den kleinen Garten und begann dort herumzuschnüffeln. Amanda folgte ihr. Wenn Sunny hier so selbstverständlich herumlief, konnte es schließlich nicht falsch sein. Also begann auch Amanda, die neue Welt mit ihrer Nase zu erkunden. Hier roch es nach Gras. Dort nach Erde. An einem Busch hatte offenbar vor nicht allzu langer Zeit ein anderer Hund seine Nachricht hinterlassen. Amanda schnupperte ausgiebig. Dann entdeckte sie etwas, das sie bisher noch gar nicht bemerkt hatte. Eine große Zinkwanne. Amanda ging vorsichtig näher. Sie schnupperte. Was war denn das? Sie beugte sich über den Rand. Und dann sah sie sie. Fische! Amanda riss die Augen auf. Da waren tatsächlich Fische drin! Sie bewegten sic
Und dann war die Ruhe vorbei. Papa stand auf. Amanda hob den Kopf und beobachtete ihn aufmerksam. Wohin ging er? Papa verschwand im Badezimmer. Kurz darauf hörte Amanda ein Geräusch, das sie sofort wiedererkannte. Wasser. Die Dusche. Amanda spitzte die Ohren. Die Dusche! Dieses Geräusch kannte sie. Wolfgang hatte sie kurz vor ihrer großen Reise ebenfalls geduscht. Und schon damals hatte Amanda sehr deutlich entschieden: Duschen war überhaupt nicht ihr Fall. Sie schob die Nase etwas tiefer ins Kissen und hoffte, dass niemand auf die Idee kam, sie jetzt schon wieder zu duschen. Doch dann kam das nächste Geräusch. Mama war in die Küche gegangen. Und plötzlich begann es dort zu rattern. Rrrrrrrrrrrrrrrr! Amanda hob den Kopf. Was zur Hölle war denn das nun? Das Geräusch war laut und gleichmäßig. Amanda sah in Richtung Küche. Es klang, als würde dort ein kleiner Presslufthammer laufen. Sie warf Sunny einen fragenden Blick zu. Sunny schien vollkommen entspannt. Natürli







