LOGIN„Ich will dich nicht. Ich hasse dich.“ Diese Worte von ihrem einzigen Sohn schneiden tiefer als jede Klinge. Sarah kehrt aus dem Krankenhaus zurück und erwartet Liebe, nur um festzustellen, dass ihr Platz am Familientisch gestohlen wurde. Ihr Ehemann James steht Arm in Arm mit Tiana – der Witwe seines verstorbenen Bruders –, während ihr Sohn sich an die Taille der anderen Frau klammert und seine eigene Mutter zurückweist. Der Verrat endet dort nicht. Nach einer Konfrontation mit Tiana wacht sie in einem verlassenen Gebäude auf, die Hände gefesselt und der Mund zugeklebt. Neben ihr ist auch Tiana. Gefesselt. James steht da, sein verwirrter Blick huscht von Tiana zu Sarah. Und dann kommt die baritonartige Stimme eines der Entführer: „Ein Leben. Eine Wahl. Du kannst nur eine retten. Wähle!“ Sarah dreht sich um und sieht, wie Tiana mit den Entführern durch Blicke kommuniziert. Sie kämpft darum, James die Wahrheit sehen zu lassen – dass dies alles eine Inszenierung ist. Doch sie kann es nicht. Ihr Mund ist zugeklebt. Doch dann, wie ein Streichholz, das auf Stahl trifft, kommt James’ Stimme spröde und endgültig. „Tiana.“ Er wählt seine Ex statt seiner eigenen Frau. Statt der Mutter seines Kindes. Sarah wird im Lagerhaus zurückgelassen. Sobald sie fort sind, explodiert das Lagerhaus und steht in Flammen. Und Sarahs Schreie und Wehklagen im Inneren erfüllen die Nacht. Hat Sarah den Brand überlebt? Und wenn ja – können sie ihrer Rache standhalten, wenn sie endlich zurückkehrt?
View MoreJames saß lange, nachdem alle anderen nach Hause gegangen waren, allein in seinem Büro. Die Stadt draußen war in Dunkelheit gehüllt, das einzige Licht kam von den Fenstern des hohen Gebäudes, die in der Ferne schwach schimmerten. Sein Schreibtisch war mit Akten übersät, die Krawatte gelockert, und seine Augen rot vom Schlafmangel. Er war seit zwei Tagen nicht nach Hause gegangen, und selbst wenn er es versucht hätte, wäre die Ruhe nicht gekommen.Elenas Gesicht weigerte sich, seinen Geist zu verlassen. Jedes Mal, wenn er blinzelte, sah er sie — die Neigung ihres Kopfes, die Kurve ihres Lächelns, die kleine Art, wie sie die Stirn runzelte, wenn sie nachdachte. Es war Sarah. Es musste sie sein. Doch es konnte nicht sein.Er rieb sich hart die Schläfen und murmelte vor sich hin. „Es ist nicht möglich… es kann nicht sein.“Doch sein Herz hörte nicht zu.Er öffnete erneut seinen Laptop, Entschlossenheit erhellte sein Gesicht. Er tippte ihren Namen — Elena Moore. Die vertrauliche M
Die Morgensonne hatte kaum ihre Arme über das Grundstück gestreckt, als Tianas Stimme von der Veranda donnerte. Ihr Ton, scharf wie eine Klinge, durchschnitt die Luft. „Hey du, geh und wasche dieses Auto blitzsauber. Ich muss in dreißig Minuten irgendwohin.“Daniel erstarrte auf halber Treppe, die Schultasche locker über der Schulter hängend. Er drehte sich langsam um, Verwirrung über sein junges Gesicht geschrieben. „Aber Mum—“„Ich bin nicht deine Mutter!“, explodierte Tianas Stimme, bevor er fertig sprechen konnte. Ihre Worte trafen ihn wie ein Schlag, laut und endgültig. „Ab jetzt sprichst du mich als Madam an. Ist das klar?“Daniels Herz pochte. Die Kälte in ihrem Ton kroch seinen Rücken hinunter. Sein Mund öffnete sich, doch kein Laut kam heraus. Er nickte nur, die Hände zitterten leicht.„Aber Mum, Danny hat heute Morgen Unterricht“, piepste Melissas kleine Stimme plötzlich. Sie war auf halbem Weg zum Auto stehen geblieben, klammerte sich fest an ihren kleinen Rucksack, wäh
Seit der Nacht der Gala war der Schlaf James fremd geworden. Selbst wenn er es schaffte, die Augen zu schließen, erschien ihr Gesicht — Elenas Gesicht, oder vielleicht Sarahs. Er konnte den Unterschied nicht mehr erkennen. Ihr Lächeln heimsuchte ihn in Sitzungsräumen, ihre Stimme folgte ihm durch Flure, und jedes Mal, wenn sie lachte, zog sich etwas in seiner Brust schmerzhaft zusammen.Er sagte sich, es sei nur Neugier. Das war die Lüge, die er jeden Morgen seinem Spiegelbild wiederholte, während er die Krawatte band. Doch Neugier brennt nicht so. Sie hält einen Mann nicht um 2 Uhr morgens wach, der an die Decke starrt und den Geist seiner toten Frau in den Augen einer anderen Frau sieht.In der nächsten Woche hatte er Gründe oder Ausreden gefunden, sie wiederzusehen.„Miss Moore“, sagte er eines Morgens, als sie den Konferenzraum betrat, „wir müssen diese Prognosen vor der Vorstandssitzung überprüfen.“„Ja, Sir“, antwortete sie höflich und setzte sich ihm gegenüber. Ihre Stimme
Der Wecker hatte noch nicht einmal aufgehört zu klingeln, als James aus dem Bett schwang. Das erste Licht der Dämmerung drängte weich durch die Vorhänge und malte den Raum in blasses Gold. Tiana regte sich neben ihm und blinzelte schläfrig. „Du bist schon wach?“, murmelte sie, die Stimme dick vor Schläfrigkeit.„Ja“, sagte er knapp und schlüpfte in sein Hemd. „Es warten Papiere auf meinem Tisch vor der Vorstandssitzung um neun.“Sie runzelte leicht die Stirn. „Seit wann stehst du so früh für Papiere auf?“Er gab ein halbes Lächeln, das seine Augen nicht erreichte. „Seit ich eine Firma voller fauler Führungskräfte leite“, antwortete er und griff nach seiner Krawatte.Sie lachte schwach, drehte sich dann auf die Seite und zog die Decke enger. „Du und diese Arbeit von dir. Manchmal denke ich, du liebst sie mehr als deine eigene Familie.“Er antwortete nicht. Seine Finger hielten kurz am Knoten der Krawatte inne. Dann richtete er sich auf, griff seinen Mantel und verließ den Raum leise









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