LOGINElena war eine begabte Omega-Heilerin – bis der Alpha, den sie liebte, ihr die Schuld für eine Tragödie gab, die sie nicht verursacht hatte. Dominic Steele lehnte ihre schicksalhafte Partnerbindung vor den Augen des gesamten Rudels ab und verbannte sie in die Welt der Menschen, wo sie auf sich allein gestellt überleben musste. Drei Jahre später tötet eine tödliche Pandemie seine Wölfe. Und Elena ist die Einzige, die sie retten kann. Zurück in seine Welt gezwungen, sitzt sie unter einem Dach mit dem Mann fest, der ihr das Herz gebrochen hat. Jede Berührung der Partnerbindung brennt. Jeder Blick ist ein Kampf. Seine Rivalin Luna wird alles tun, um sie zu vernichten. Und Dominic? Er ist immer noch der mächtige, umwerfende Alpha, den sie nicht vergessen kann – doch jetzt ist er verzweifelt, von Schuldgefühlen geplagt und steht kurz vor dem Zusammenbruch. Er will ihre Vergebung. Sie will Rache. Doch die Verbindung zwischen ihnen ist ein Feuer, dem keiner von beiden entkommen kann. Lies jetzt weiter und finde heraus, ob der Alpha, der sie zurückgewiesen hat, die Partnerin zurückgewinnen kann, die er nie verdient hat.
View More(Elenas Perspektive)
Der Wald roch nach Sommer und überreifen Früchten.
Ich wich einer dicken Eiche aus und lachte, als Caleb bei dem Versuch, mit mir Schritt zu halten, fast über eine hervorstehende Wurzel stolperte. Fünfzehn Jahre alt und er rannte immer noch wie ein Welpe – voller Begeisterung, aber ohne Anmut.
„Du bist heute langsam, Caleb.“
Er warf mir einen Blick zu und grinste. „ Ich lass dich gewinnen. Du weißt schon, weil du jetzt alt bist.“
„Zweiundzwanzig ist nicht alt.“
„Uralt“, sagte er und holte mich ein, um neben mir zu joggen. „Praktisch schon eine Großmutter.“
Ich stieß ihn an. Er stieß zurück, noch fester, und wir stolperten beide auf der Lichtung zum Stehen, wo sich das Sonnenlicht zwischen den Bäumen sammelte. Die Nachmittagsluft war warm, einfach perfekt. Alles fühlte sich perfekt an.
Man könnte es als einen ganz normalen Tag für mich bezeichnen. Aber das hat mich nie davon abgehalten, jeden Moment zu genießen.
Caleb ließ sich ins Gras fallen und kam immer noch zu Atem. „Also. Noch zwei Wochen bis zur großen Zeremonie.“
Mir stieg die Hitze ins Gesicht. „Fang nicht damit an.“
Wenn es ums Necken ging, war Caleb ein Meister. Und ich hatte keine Kraft dafür.
„Ich sag’s ja nur.“ Er stützte sich auf seine Ellbogen, die Augen funkelten schelmisch. „Musst du die feierlichen Gelübde ablegen? Das ganze ‚Ich verspreche mein Herz, meine Seele, meinen Wolf‘-Ding?“
„Ja.“
„Vor allen Leuten?“
„Ja.“
Er räusperte sich, setzte sich aufrecht hin und legte eine Hand auf die Brust, als würde er gleich eine Rede halten. Seine Stimme klang tief und lächerlich. „Elena Rose Thorne, ich verspreche dir mein Herz, meine Seele, meinen Wolf –“
„Hör auf.“ Ich lachte zu heftig, um bedrohlich zu klingen. Er hatte immer eine Art, mich zum Lachen zu bringen, obwohl ich ihm am liebsten einen Schlag auf den Hinterkopf verpasst hätte.
„– dich im Mondlicht und im Schatten zu ehren, dich mit Reißzähnen und Klauen zu beschützen –“
Ich stürzte mich auf ihn. Er schrie auf und brach dann in Kichern aus, während wir wie Kinder über das Gras rollten. Als wir endlich zum Stillstand kamen, saß ich siegreich auf seiner Brust.
„Du bist das Schlimmste“, sagte ich.
„Du liebst mich.“
„Leider.“
Er grinste mich an, während das Sonnenlicht in seinem dunklen Haar glitzerte. Er sah so jung und so glücklich aus. In meiner Brust machte sich ein heftiges, beschützendes Gefühl breit. Für meinen Bruder würde ich alles tun.
„Komm schon“, sagte ich und kletterte von ihm herunter. „Ich will dir etwas zeigen.“
Ich zog ihn auf die Beine und streckte ihm meine Hand mit der Handfläche nach oben entgegen. Neugierig ahmte er die Geste nach.
„Erinnerst du dich daran, was ich dir letzte Woche beigebracht habe? Das mit dem Spüren von Schmerz?“
„Ja. Diese Empathie-Sache.“
„Gut. Jetzt konzentriere dich. Denk nicht darüber nach, was du siehst. Denk darüber nach, was du fühlst.“
Er runzelte die Stirn und konzentrierte sich. Seine Hand schwebte über meiner, ohne sie ganz zu berühren. Ich ließ meine Magie aufsteigen, nur ein Flackern, ein Hauch der Gabe, die mich zur Heilerin machte. Mein Wolf summte unter meiner Haut, warm und lebendig.
„Da“, sagte ich leise. „Spürst du es?“
Seine Augen weiteten sich. „Dein Knöchel. Der tut weh.“
„Genau. Habe ihn mir gestern beim Training verstaucht.“
„Das ist ja total cool.“ Er sah mich an, als hätte ich gerade ein Wunder vollbracht. „Wie machst du das? Weißt du einfach, was wehtut?“
„Übung. Und jede Menge Kopfzerbrechen, als ich es gelernt habe.“
Er versuchte es erneut, diesmal selbstbewusster. Er runzelte die Stirn, während er sich konzentrierte, und ließ seine Hand langsam über mein Handgelenk, meinen Ellbogen und meine Schulter gleiten. Er tastete sich vor. Lernte dazu.
„Da ist nichts“, sagte er schließlich. „Nur der Knöchel.“
Stolz schwoll in meiner Brust an. „Du wirst langsam richtig gut darin.“
„Nicht so gut wie du.“
„Noch nicht. Aber das wirst du.“ Ich wuschelte ihm durch die Haare, was ihm ein protestierendes Stöhnen entlockte. „Du wirst eines Tages ein großartiger Heiler und Krieger sein.“
Sein Lächeln hätte den ganzen Wald erhellen können. „Wirklich?“
„Wirklich.“
Wir saßen eine Weile da und atmeten einfach nur. Die Rudelbindung summte in meiner Brust – ein sanfter Puls, der mich mit jedem Wolf im Steele-Territorium verband. Hunderte von Fäden, miteinander verwoben. Doch einer leuchtete heller als alle anderen.
Dominic.
Selbst Meilen entfernt spürte ich ihn. Seine Präsenz in der Hütte, beständig und stark. Seine Liebe, die durch das Partnerband strömte wie Wärme in meinen Adern. Drei Monate waren vergangen, seit wir uns verbunden hatten, und es raubte mir immer noch den Atem. Die Art, wie er mich ansah. Die Art, wie er mich berührte, als wäre ich etwas Kostbares.
Ich drehte das silberne Armband an meinem Handgelenk hin und her – Calebs Geschenk zu meinem zweiundzwanzigsten Geburtstag im letzten Monat. Das Metall reflektierte das Licht, zart und wunderschön.
„Hey, Lena?“
Ich sah Caleb an. Er zupfte am Gras herum und vermied es, mir direkt in die Augen zu schauen.
„Ja?“
„Ist es wirklich so unglaublich, wie alle sagen? Ein Paar zu sein?“
Die Frage traf mich unvorbereitet. Ich dachte an Dominics Hände in meinem Haar. Das Gefühl seiner Lippen auf meinen. Seine Stimme in der Dunkelheit. Die Art, wie mich diese Verbindung das Gefühl gab, durch und durch gesehen zu werden – als ob er jeden Teil von mir kennen würde und mich trotzdem liebte.
„Es ist überwältigend“, gab ich zu. „Auf die beste Art und Weise. Als würde man vollkommen erkannt werden. Vollkommen geliebt.“
„Eklig“, sagte er und verzog angewidert das Gesicht.
Ich lachte. „Du hast gefragt.“
„Ich weiß, aber ich hätte nicht gedacht, dass du deswegen so sentimental wirst.“ Er machte ein Würgegeräusch, grinste aber dabei. „Ich freue mich aber für dich. Im Ernst. Dominic ist ein toller Kerl. Und du hast es verdient.“
Etwas schnürte sich mir in der Kehle zusammen. Ich streckte die Arme aus und zog ihn in eine Umarmung, wahrscheinlich zu fest.
„Du bist für immer an mich gebunden, das weißt du doch?“, flüsterte ich in sein Haar.
„Gut so. Jemand muss dich ja auf dem Boden halten.“
Ich wollte gerade antworten, als ich spürte, wie sich etwas veränderte.
Es war die Rudelbindung. Ich verspürte ein Gefühl der Unruhe. Irgendetwas stimmte nicht.
Das Wort schoss mir wie eine Warnglocke durch den Kopf. Meine Heilerinstinkte schrien, jeder Nerv stand mir zu Berge.
Ich erstarrte.
Caleb spürte es auch. Sein ganzer Körper versteifte sich neben mir, seine jungen Wolfssinne erwachten zum Leben.
„Lena –“
In der Ferne ertönte Heulen. Und es klang ganz und gar nicht wie das unseres Rudels. Damit bleibt nur noch eine Möglichkeit: Einzelgänger.
Aber wie sind sie hereingekommen?
Der Notfallalarm schallte durch das gesamte Rudel. Er war schrill und drängend. Irgendwo in der Nähe starben Wölfe. Ich konnte ihre Wut und ihre Angst spüren.
Mein Blut gefror zu Eis.
„Wir müssen weg“, sagte Caleb und packte meinen Arm. Seine Stimme zitterte. „Lena, wir müssen …“
Der Wald explodierte förmlich vor Lärm.
Knurren. Schreie. Das widerwärtige Geräusch von Körpern, die auf den Boden schlugen. Nicht mehr weit weg. Hier. Genau hier.
Ich wirbelte herum, das Herz hämmerte mir in der Brust, und suchte die Bäume nach Bewegungen ab.
Calebs Hand umklammerte meinen Arm fester. „Lena –“
Hinter uns waren Geräusche zu hören, und ich wirbelte gerade noch rechtzeitig herum, um leuchtende Augen zu sehen, die uns anstarrten.
Wir waren nicht allein.
Elenas sicht Ich packte die Seite des Bettlakens, stand auf und verließ das Zimmer. Meine Gedanken überschlugen sich. Er war vergiftet worden, und sie dachten, es wäre eine gute Idee, es vor mir geheim zu halten. Ich hatte das verdammte Heilmittel für eine Pandemie gefunden, die die gesamte menschliche und übernatürliche Bevölkerung heimgesucht hatte. Es gab kein Gift, mit dem ich nicht fertigwerden konnte. Gebt mir ein paar Stunden mit diesem Zeug und ich hätte alles untersucht, was ich darüber wissen musste. Ich nahm ein paar Reagenzgläser aus dem Labor und ging zurück zu Dominics Krankenzimmer. Ich entnahm eine Blutprobe aus der infizierten Stelle und ging, ohne Lily und Derek ein Wort zu sagen, wieder hinaus. Ich begann, das Blut zu untersuchen, um herauszufinden, was für ein Gift es war und welche Eigenschaften es besaß. Das Blut, das ich entnommen hatte, war dunkel gefärbt, was ich auf die Infektion zurückführte. Ich unterzog das Blut mehreren Tests und Untersuchungen, aber
Elenas sicht Die ersten Krieger begannen kurz vor Sonnenaufgang zurückzukehren. Ich hatte die ganze Nacht kaum schlafen können und die meiste Zeit zwischen meinem Bett und dem Balkon verbracht. Jin war auf dem Sofa eingeschlafen und hatte sich geweigert, letzte Nacht nach Hause zu gehen. Sie kamen in menschlicher Gestalt zurück, und an ihrer Rückkehr war wirklich nichts Siegreiches. Ich hatte erwartet, wenigstens ein kleines Lächeln auf ihren Gesichtern zu sehen, stattdessen war dort nichts. Ich suchte in der Menge nach den Gesichtern zweier Personen, nach Dominics, weil er derjenige war, nach dem ich suchte, und nach Derek, weil er immer an Dominics Seite sein würde. Ich entdeckte keinen von beiden in der Menge, also eilte ich nach unten und schloss die Tür hinter mir. Die Krieger kamen einer nach dem anderen herein, und Dominic war nicht dabei. Ich begann in Panik zu geraten, aber ich legte meinen Daumen an meine Unterlippe, um mich zu beruhigen. Zehn Minuten vergingen, un
Elenas POV Mein Verstand war nicht zur Ruhe gekommen, seit Dominic mir von dem Angriff erzählt hatte. Er hatte mir nicht genügend Informationen gegeben, sondern nur erwähnt, dass es Coltons Schuld war. Ich wusste, dass es ein groß angelegter Angriff sein musste, sonst würden sie nicht alle einsperren, um sie zu schützen. Ich musste herausfinden, was vor sich ging und genau herausfinden, was Colton damit zu tun hatte. Es gab nur zwei Personen, mit denen ich darüber sprechen konnte und die wissen würden, warum das alles passierte, und eine von ihnen befand sich gerade auf dem Schlachtfeld und kämpfte in einem Krieg. Ich stand auf und ging im Zimmer auf und ab. Ich wusste nicht genau, wo Lily war, und ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt mit ihr sprechen konnte, da diese Bunker streng bewacht wurden. Vielleicht musste ich warten, bis der Krieg vorbei war, um es herauszufinden. Dennoch schossen mir immer wieder mehrere Gedanken durch den Kopf, Gedanken darüber, dass Colton d
Dominics Sicht Wir hatten die ganze Nacht Vorbereitungen getroffen, meine Männer und ich. Meine Soldaten waren so bereit wie noch nie, sowohl die Bogenschützen als auch die Schwertkämpfer. Wir waren vorbereitet gekommen, obwohl die Rogues dafür bekannt waren, als Wölfe zu kämpfen. Wir hatten dafür gesorgt, dass wir uns heute Nacht nicht nur auf unsere Klauen verließen. Unsere Bogenschützen hatten den früheren Teil der Nacht damit verbracht, den Saft giftiger Pflanzen zu sammeln. Das würde unsere Arbeit erleichtern. Ein Teil unserer Männer war vorausgegangen, um das Gelände auszukundschaften und herauszufinden, welche Wege die Rogues nahmen. Sie kamen zurück und informierten mich, dass sie die Rogues dabei gesehen hatten, wie sie an den Außenbezirken des River-Bank-Rudels und von Hope vorbeizogen. Das bedeutete, dass sie über unsere nördliche Grenze angreifen würden. Ich stand vor meinen Männern am nördlichen Rand unseres Rudels. Wir hielten einen sicheren Abstand zur Grenze. Ich
(Elenas Perspektive)Ich wachte schreiend auf.„Caleb!“Mein Körper zuckte heftig im Bett, als der Albtraum mich erneut überrollte: Caleb, der auf dem Waldboden verblutete, Dominic, der mich mit kalten Augen anstarrte, und die Partnerbindung, die in meiner Brust immer wieder zerbrach, als würde jem
(Elenas Perspektive)Sie haben mich wie Müll an der Grenze des Rudels abgesetzt.Der Regen prasselte in Strömen nieder und durchnässte mein Trauerkleid innerhalb von Sekunden. Ein Vollstrecker riss mir das silberne Medaillon vom Hals – den Wolfsanhänger, der mich als Teil des Rudels auswies, als j
(Elenas Perspektive)Drei Tage nach Calebs Tod kamen die Vollstrecker, um mich abzuholen.„Der Rat bittet um Ihre Anwesenheit“, sagte einer der Vollstrecker mit ausdruckslosem Gesicht.Ich nickte benommen. Ich nahm an, es handele sich um eine Gedenkfeier. Vielleicht um Fragen zu dem Angriff. Routin
(Dominics Perspektive)Meine Hände waren blutverschmiert.Nicht vom Kampf. Ich war beim Kampf nicht dabei gewesen.Ich hatte so lange gegen die Steinwand in meinem Quartier geschlagen, bis meine Knöchel aufplatzten, bis der Schmerz in meinen Händen dem Schmerz in meiner Brust glich. Es half nichts.











