LOGINIch starb schreiend im tiefsten Verlies des Hohen Rates, während ich an meinem eigenen Blut erstickte, als die silberne Klinge des Henkers meinen Hals durchtrennte. Meine Hinrichtung war von Alpha-König Jaxon befohlen worden – meinem schicksalhaften Gefährten, dem Mann, den ich leidenschaftlich geliebt hatte, und genau dem Monster, das mein Rudel verraten und in Schutt und Asche gelegt hatte. Während meine verräterische Stiefschwester hämisch auf meinen fallenden Kopf herabsah, schwor ich, dass ich ihre Welt in Stücke reißen würde, sollte mir die Mondgöttin jemals wieder einen Atemzug schenken. Stattdessen erwache ich drei Jahre in der Vergangenheit. Es ist die Nacht der Wintersonnenwende – genau die Nacht, in der meine Familie abgeschlachtet wird. Aber ich bin nicht mehr das naive, zerbrechliche Mädchen, das um Gnade fleht. Ich lache inmitten von Rauch und Blut und weise das heilige Band der Gefährten vollständig zurück. Ich will kein Schicksal; ich will absolute Vergeltung. Gefangen in einem brennenden Keller, während sich ein Hinrichtungskommando nähert, treffe ich eine verzweifelte, verbotene Entscheidung: Ich steige in die vergessenen Katakomben unter unserem Rudelhaus hinab, um Malakor zu befreien – den verbannten Lord des Verderbens, eine urtümliche Bestie von unvorstellbarem Schrecken und den geschworenen, tödlichsten Feind des Alpha-Königs. Um die Nacht zu überleben, schmiede ich einen dunklen, bindenden Seelenpakt mit ihm. Die gesamte Werwolf-Welt glaubt, ich sei nur eine elende, verstoßene Omega-Sklavin, und sie verspotten Malakor als einen gebrochenen, unterwürfigen Streuner. Sollen sie nur. Gemeinsam tragen wir die Masken der Hilflosen und spielen die Tölpel, um unsere Beute zu fangen. Doch während wir tagsüber ihre Beleidigungen ertragen und ihre Böden schrubben, kultivieren wir nachts eine dunkle, verborgene Kraft, die sich den absoluten Gesetzen der Natur widersetzt.
View MoreDer Gestank von verbranntem Holz, frischem Schweiß und dem metallischen Dunst von verrostetem Eisen hing wie eine undurchdringliche Wand in den unterirdischen Gängen von Sektor 4. Es war der späte Nachmittag. Die Mittagshitze hatte sich tief in die massiven Steinmauern gefressen und verwandelte die feuchten Katakomben in ein erstickendes Glutnest.Ich saß auf der dünnen, modrigen Strohmatte im hinteren Winkel unserer Zelle. Meine Hände lagen ruhig auf meinen Knien, während ich die Augen geschlossen hielt. Doch hinter meinen Lidrändern arbeitete das System auf Hochtouren.[ Ping! Status-Analyse abgeschlossen. ][ Aktueller Status: Aurelia Silver-Moon ]Klasse: Umbra-Sch Schattenweberein (Stufe 2)Freigeschaltete Fähigkeiten: Umbra-Schleier (Stufe 2), Gedanken-Band (Lokal), Lügen-Detektor (Passiv)System-Status: 120 Umbra-Energiepunkte verfügbar.Eine tiefe, unerschütterliche Ruhe lag in meinen Gliedern. Die Phönix-Umbra-Tinktur hatte bei Ethan gewirkt; unser Seelenband spürte, dass sei
Die Feuchtigkeit, die unaufhörlich von den steinernen Deckenwölbungen in Trakt C tropfte, bildete kleine, dunkle Pfützen auf dem staubigen Boden unserer Zelle. Jeder einzelne Tropfen hallte mit einem feinen, metallischen Pling durch die Stille der Nacht. Es war die Stunde kurz vor dem Morgengrauen, in der selbst die aufmerksamsten Wachen der Blackwood-Sicherheit von der schweren, bleiernen Müdigkeit übermannt wurden.Ich kniete im hinteren Schatten der Zelle. Das spärliche Mondlicht, das durch die eisernen Streben des hochgelegenen Lüftungsschachtes drang, warf lange, wie Finger wirkende Schatten auf das karge Strohlager. In meinen Händen hielt ich die violett pulsierende Phiole der Phönix-Umbra-Tinktur, die ich am Nachmittag unter Einsatz meines Lebens aus der Heiler-Apotheke entwendet hatte.[ Ping! Status-Update: Phönix-Umbra-Tinktur bereit. ][ Ziel: Ethan Silver-Moon. ][ Wirkung: Regeneriert den geschädigten Manakern um 80%, stellt die physische Muskelkraft wieder her und verbir
Die feuchte Kälte von Trakt C kroch mir unaufhaltsam die Glieder hinauf, doch in meinem Inneren brannte ein helles, unbarmherziges Feuer. Die Begegnung mit Ethan hatte alles verändert. Der quälende Zweifel, der mich seit meiner Wiedergeburt insgeheim begleitet hatte – der schmerzhafte Gedanke, mein eigener Bruder habe mich in der ersten Zeitlinie bereitwillig an Jaxon und den Hohen Rat verraten –, war vollständig verflogen. Er war ein Opfer ihrer grausamen Intrigen gewesen. Sie hatten seinen Geist gebrochen, seine Loyalität gestohlen und ihn als willenlose Waffe benutzt.Als die eiserne Gittertür unserer Zelle mit einem scheppernden Krachen hinter uns ins Schloss fiel, atmete ich tief aus. Der dichte, schützende Umbra-Schleier glitt wie flüssiger Ruß von meiner Haut und sickerte zurück in meinen Kern.„Er lebt“, flüsterte ich in die Dunkelheit der Zelle, während meine Stimme vor unterdrückter Emotion leicht zitterte. „Sie haben ihn gequält, aber sein Geist ist frei. Er weiß wieder, we
Der Abstieg in die tiefsten Katakomben der Arena von Sektor 4 war ein Tanz auf dem Vulkan. Umhüllt von meinem [Umbra-Schleier] bewegten Malakor und ich uns wie zwei lautlose Geister durch die feuchten, modrigen Gänge. Die dicken Steinwände schluckten das klägliche Rasseln der verbliebenen Silberketten des urtümlichen Königs, während das System unsere physische Präsenz vollständig vor den Sinnen der patrouillierenden Wachen abschirmte.Wir erreichten schließlich die schwere Gittertür von Ethans Zelle.Im fahlen Licht einer fernen Wandfackel saß mein Bruder genau so da, wie ich ihn am Vortag zurückgelassen hatte. Seine Arme waren weit ausgestreckt, die schweren Silberfesseln tief in den Stein getrieben. Sein Kopf hing schlaff auf die Brust, und sein Atem ging unregelmäßig und schwer. Der süßliche, betäubende Geruch des Gedankenkontroll-Toxins lag noch immer schwer in der Luft.Ich trat an die Gitterstäbe und entließ den Umbra-Schleier. Malakor blieb im Hintergrund, seine massive Gestalt











