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Kapitel 3: Der Widerstand

last update publish date: 2026-10-18 15:11:04

Sicht von Cathie

»Was … haben Sie gesagt?«, stammelte ich, meine Stimme zitterte so sehr, dass mir die Worte kaum über die Lippen kamen.

»Lassen Sie mich das nicht wiederholen«, schnitt Alpha Eric eisig und unumstößlich ab.

Bevor ich es verhindern konnte, entfuhr mir ein bitteres Lachen. »Ich kann nicht«, sagte ich. Ich wusste nicht, woher dieser plötzliche Mut kam – aber ich meinte es ernst.

Er drehte sich nun ganz zu mir herum. Sein Gesicht verdüsterte sich, eine tödliche Ruhe lag in seinen Zügen. Seine goldenen Augen loderten vor Wut.

»Sie weigern sich gerade, mir zu gehorchen?«, fragte er, seine Stimme klang tief und gefährlich, wie ein ferner Donner.

»Ich werde es nicht tun«, beharrte ich, während meine Knie dennoch zitterten. »Wir sind nicht verheiratet. Sie sind nicht mein Gefährte. Ich bewahre mir meine Würde – und ich verkaufe sie nicht.«

Ich klammerte mich an die wahnsinnige Hoffnung, dass er es verstehen würde, dass er mich einfach gehen lassen würde. Aber er lachte – ein dunkles, verspottendes Lachen. Er trat vom Fenster weg und kam auf mich zu, langsam, bedächtig, jeder schwere Schritt hallte in der Stille des Raumes wider.

»Sie sind hier nichts«, sagte er. »Nur eine Sklavin. Je eher Sie das akzeptieren, desto leichter wird es für Sie werden. Sie existieren, um mir zu dienen. Sie werden mir alles geben, was ich von Ihnen verlange – sogar Ihr Leben – und ohne zu zögern. Sie gehören mir, Cathie. Jeder einzelne Teil von Ihnen.«

Seine Worte ließen mir einen eisigen Schauder den Rücken hinunterlaufen. Ich wich zurück, während er näher kam, bis mein Rücken mit einem dumpfen Geräusch gegen die Wand stieß. Er legte je einen Arm zu beiden Seiten von mir und schloss mich damit ein. Es gab kein Entkommen.

Er lächelte zufrieden, seine Augen waren hart und triumphierend. Dichter, duftender Rauch umhüllte uns beide und erfüllte den Raum. Ich versuchte, nicht zu atmen, aber er war überall, und ich begann zu husten – ein trockenes, schmerzhaftes Husten, das mir die Brust zusammenschnürte. Mein Körper hatte so etwas noch nie erlebt.

»Glauben Sie nicht, Sie könnten mich herausfordern«, drohte er, seine Stimme wurde leiser, erschreckender als ein Schrei. »Ich könnte Ihr Leben beenden, schneller als Sie atmen können. Versuchen Sie nicht, den Teufel herauszufordern.«

Er packte meinen Arm mit einem so festen Griff, dass er mir mit Sicherheit Spuren hinterlassen würde, und zog mich zum Bett. Ich wand mich und wehrte mich und nutzte die wenigen Grundregeln der Verteidigung, die man mir im Palast beigebracht hatte – aber er war viel zu stark. Meine Bemühungen waren nichts gegen ihn. Er warf mich auf die Decke, und bevor ich fliehen konnte, war er bereits über mir und drückte mich fest in die Matratze.

Er küsste mich – brutal, fordernd, schmerzhaft – bis mir die Luft ausging. Es war mein erster Kuss. Er hätte sanft sein sollen, etwas, das ich freiwillig demjenigen schenke, der eines Tages mein Gefährte sein würde. Stattdessen wurde er mir gestohlen von dem Ungeheuer, das meine Familie ermordet hatte.

Als er sich endlich zurückzog, rang ich nach Atem, mein Herz schlug wild und schmerzhaft in meiner Brust. Ich schmeckte Blut auf meinen geschwollenen, schmerzenden Lippen.

Ich versuchte, ihn von mir zu stoßen, aber er fasste meine beiden Handgelenke mit einer einzigen, kraftvollen Hand und hielt sie über meinem Kopf fest. Dann küsste er mich erneut – noch härter, noch gieriger – und ich spürte, dass ich womöglich völlig zerbrechen würde.

Ich wehrte mich, bis meine Glieder schwer und kraftlos wurden. Tränen liefen frei über meine Wangen. Seine freie Hand glitt langsam meinen Körper hinunter, und tiefe Angst ergriff mich – zwischen Scham und Ohnmacht wusste ich nicht, wo mir der Kopf stand.

Dann zog er sich plötzlich zurück. Er blickte mich an, seine Augen dunkel, erfüllt von einer Mischung aus Wut und Frustration.

»Auf die Knie«, befahl er heiser. »Auf den Boden. Jetzt.«

Mir wurde das Herz schwer. Ich schüttelte den Kopf, neue Tränen stiegen mir in die Augen. »Nein… ich flehe Sie an… tun Sie das nicht…«

Er wartete nicht. Er fasste mich an den Schultern und zwang mich, vor ihm niederzuknien. Seine Hand glitt in mein Haar und hielt mich fest an meinem Platz. Ich zitterte so stark, dass ich kaum noch atmen konnte. Es war da – der Moment, den ich am meisten gefürchtet hatte. Die Demütigung schmerzte mich noch stärker als die Angst.

Er begann, den Verschluss seiner Hose zu öffnen. In mir schrie alles danach, mich zu wehren, ihn zu schlagen, zu fliehen – aber mein Körper schien wie gelähmt.

Und dann – hörte er auf. Er blickte mich an, sein Gesicht verzog sich zu etwas Bitterem und Ekelhaftem.

»Sie haben alles verdorben«, sagte er scharf und wich zurück. »Gehen Sie. Bevor ich es mir anders überlege.«

Er drehte sich um und verließ den Raum mit großen Schritten. Die schwere Tür fiel hinter ihm ins Schloss, und der Laut hallte durch die Stille.

Ich blieb dort auf dem Boden liegen, was mir wie Stunden vorkam, und fröstelte. Ich berührte meine schmerzenden Lippen und weinte erneut. Ich hatte mich noch nie so klein, so zerbrochen gefühlt – und dennoch stand ich noch. Seine Gefangene, aber nicht ganz besiegt.

Ich schlang die Arme um mich und trat hinaus in die Nacht. Ein Wächter wartete vor der Tür.

»Folgen Sie mir«, sagte er ohne jede Wärme.

Ich ging hinter ihm her und verließ den Hauptflügel des Palastes. Wir durchquerten die stillen Gärten bis zu einem niedrigen, lang gestreckten Gebäude. Er blieb vor einer schlichten Holztür stehen.

»Das ist Ihr Zimmer«, sagte er und ging dann davon.

Drinnen schliefen drei weitere Dienerinnen tief in ihren schmalen Betten. Das vierte Bett war leer – meins. Ich hatte mein ganzes Leben lang nie ein Zimmer mit jemandem geteilt. Zu Hause hatte ich weitläufige Räume und ein weiches Bett ganz für mich allein. Jetzt besaß ich nur noch eine dünne Matratze, die hart wie Stein war.

Ich rollte mich darin zusammen, den rauen Stoff auf meiner Haut spürend. Der gleichmäßige Atem der anderen Frauen erfüllte die Dunkelheit, während ich noch stundenlang wach lag. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich das Gesicht meiner Eltern vor mir. Ich spürte Erics Hände noch immer an mir. Erst als der Morgen graute, übermannte mich die Erschöpfung schließlich.

 

AM NÄCHSTEN MORGEN

Geräusche weckten mich – raschelnde Kleidung, gedämpfte Stimmen. Ich blinzelte, schwer von Schlaf. Die drei anderen Dienerinnen waren bereits angezogen und eilten zur Tür. Sie lachten und redeten miteinander, als ob ich gar nicht da wäre.

Ich seufzte und stand schnell auf, dann wusch ich mir das Gesicht mit kaltem Wasser am Becken in der Ecke. Draußen erwartete mich Malina, mit jenem sanften Lächeln, das zu meinem einzigen Trost geworden war.

»Guten Morgen«, sagte sie leise.

Ich lächelte zurück – schwach, aber aufrichtig. Wenn ich sie nur ansah, schien die Welt ein wenig weniger grausam zu sein.

»Wir sind heute im königlichen Flügel eingeteilt, um vor dem Frühstück zu putzen«, erzählte sie mir. »Komm, wir müssen uns beeilen.«

Wir schlossen uns den anderen an und wurden zu Dame Samaras Gemächern geführt. Als wir eintraten, stand sie vor ihrem Spiegel, während ihre persönliche Dienerin ihr das silberne Kleid zuknöpfte. Sie war unbestreitbar schön – schwarzes Haar, edle Züge – aber ihr Lächeln wirkte kalt und scharf.

Alle verbeugten sich tief. Samara warf den anderen nicht einmal einen Blick zu – ihr Blick richtete sich direkt auf mich. Ich senkte schnell den Kopf und verbeugte mich, mein Herz schlug wild.

In diesem Augenblick erschien der Wächter von gestern Abend in der Türöffnung.

Samara drehte sich zu ihm um. »Was tun Sie hier? Hat der Alpha nach mir geschickt?«

»Nein, Herrin. Ich bin hier, um die neue Dienerin abzuholen«, antwortete er. »Alpha Eric wünscht sie zu sehen.«

Ihr Gesicht verdüsterte sich – nur für einen Augenblick – bevor sie wieder ein höfliches, eiskaltes Lächeln aufsetzte. »Sehr gut. Bringen Sie sie mit.«

Der Wächter gab mir ein Zeichen, ihm zu folgen, und ich ging mit ihm.

Er führte mich zum Bad – einem natürlichen Becken mitten in den Gärten, gesäumt von Steinen, aus dem sanfter Dampf wie ein leichter Schleier aufstieg. Mehrere Dienerinnen streuten duftende Blütenblätter auf die Wasseroberfläche.

Dann trat Eric ein – ohne Oberteil, Wassertropfen glänzten auf seiner Haut. Mein Blick wurde unwillkürlich von einem dunklen, seltsamen Zeichen auf seiner Brust angezogen – ein Symbol mit unregelmäßigen Umrissen, das ich nicht kannte. Ich blickte schnell wieder weg.

»Alle gehen hinaus«, befahl er. »Sie wird sich um mich kümmern.«

Mit eilenden Schritten entfernten sich Wächter und Dienerinnen und ließen uns allein. Er stieg ins Wasser und setzte sich, die Arme auf dem Rand abgestützt, und blickte mir entgegen.

»Wollen Sie den ganzen Tag dort stehen bleiben?«, fragte er scharf. Er zog seine Hose aus und ließ sie am Ufer fallen, dann erwartete er mich, mir direkt in die Augen blickend. »Sie werden doch nicht etwa Ihre Kleidung anbehalten?«

Ich stieg ins Wasser – angezogen – das warme Wasser reichte mir bis zu den Knien. Im nächsten Augenblick war er bei mir, seine Hand schloss sich fest um meinen Hals. Er drückte nicht zu – noch nicht ganz – aber sein Griff war eine deutliche Warnung.

»Ich bin kein geduldiger Mann, Cathie. Und Sie strapazieren meine Geduld aufs Äußerste«, sagte er, sein Gesicht nur wenige Zentimeter von meinem entfernt.

Ich hielt seinem Blick stand, atmete hastig, aber nicht besiegt. »Warum bringen Sie mich dann nicht einfach um und beenden es?«, flüsterte ich.

Er ließ mich los, und ich wich zurück, hustend und mühsam nach Atem ringend. Er musterte mich, ein grausames Lächeln umspielte seine Lippen.

»Wo wäre da der Spaß?« Seine Stimme wurde leiser, schneidend und überlegt. »Ich habe vor, Sie zuerst zu zerbrechen. Damit Ihr Vater jede Entscheidung seines Lebens bereut – selbst aus seinem Grab heraus.«

»Sie können es versuchen«, antwortete ich und hob stolz den Kopf. »Aber Sie werden mich niemals zerbrechen. Ich werde es nicht zulassen.«

Sein Lächeln verdüsterte sich, seine Augen funkelten herausfordernd.

»Wir werden sehen«, murmelte er.

Wir standen uns in dem warmen Wasser gegenüber, unsere Blicke fest ineinander verschränkt – Hass und Willenskraft, die aufeinanderprallten, die Luft schwer und erfüllt von kaum verhüllten Drohungen.

 

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