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EPISODE 7

Penulis: Sasha B.
last update Tanggal publikasi: 2026-07-11 17:02:06

**EPISODE 7 – DIE MAUER**

Er kam zurück zum Käfig, schloss ihn auf und befestigte die Kette mit einem viel zu lauten Klicken an meinem linken Knöchel.

„Beeil dich. Du hast nur ein paar Minuten“, sagte er und trat zurück.

Ich stieg vorsichtig aus dem Käfig, zuerst langsam, dann immer dringlicher, als die kühle Abendluft mich traf. Die Metallkette schleifte mit einem stetigen Klirren hinter mir über den Boden.

Ich blickte mich im Wald um, suchte mit den Augen nach irgendeinem Hinweis auf Wasser, doch da war nichts. Nur Bäume, Unterholz und Schatten, die von Sekunde zu Sekunde dunkler wurden.

Kurz darauf hörte ich ein leises, gleichmäßiges Plätschern.

Ohne eine Sekunde zu verschwenden, drehte ich mich in Richtung des Geräuschs und begann zu laufen. Die Kette zog ich hinter mir her, ihr Gewicht bremste mich, konnte mich aber nicht aufhalten.

Ich musste diesen Bach finden.

Bevor meine Zeit ablief.

In der Ferne entdeckte ich endlich den kleinen Bach. Der Wald wurde rasch dunkler, und ich stolperte mehrmals über verborgene Wurzeln und unebenen Boden, während ich darauf zurannte. Fast stürzte ich zu Boden, fiel auf die Knie am Rand des Grases und schöpfte Wasser mit den Händen. Ich trank gierig, Schluck um Schluck, nur um die schmerzhafte Trockenheit in meiner Kehle zu lindern und den brennenden Durst zu stillen, der stundenlang in meiner Brust gewütet hatte.

Doch bevor ich ihn ganz löschen konnte, keuchte ich auf – die Kette an meinem Knöchel wurde plötzlich brutal zurückgerissen.

Ich wurde ohne Vorwarnung nach hinten gezogen, wie ein Sack Stoff über den Boden geschleift. Mein Rücken schrammte über scharfe Steine, Wurzeln und raue Erde. Bei jedem Aufprall schoss Schmerz meine Wirbelsäule hinauf, und ich verzog das Gesicht, während die Haut an Armen und Beinen von dem Waldboden aufgerissen wurde.

Als ich mich der Kutsche näherte, sah ich deutlich, wie der alte Unsterbliche die Kette in seiner behandschuhten Hand hielt und mich wie eine Beute einholte. Er hörte erst auf zu ziehen, als ich fast neben der Kutsche war.

„Zurück in den Käfig“, befahl er.

Ich setzte mich langsam auf, das Gesicht vor Schmerz verzogen wegen des brennenden Stechens auf meinem Rücken und den Schultern. Dann kletterte ich zurück in den Käfig. Er bückte sich, löste die Kette von meinem Knöchel, trat zurück und verschloss die Metallstäbe wieder.

Er drehte sich um und ging zurück zum Haus, dessen fackelbeleuchteter Eingang nun in der dunklen Waldumgebung leuchtete.

Ich saß da und rang nach Atem. Meine Kehle fühlte sich besser an, nicht mehr so rau. Der Durst war etwas abgeklungen, doch an seine Stelle trat ein lautes Knurren meines Magens.

Während ich noch zu Atem kam, spürte ich, wie sich meine Kehle allmählich erholte.

Mein Blick fiel sofort auf das Brot, das der alte Unsterbliche mir früher gegeben hatte – gefüllt mit eingelegtem Gemüse und Fleisch.

Ich nahm es auf und verschlang es ohne Zögern.

Sobald mein Magen etwas im Bauch hatte, überrollte mich die Erschöpfung wie eine Welle. Ich merkte nicht einmal, dass ich im Käfig eingeschlafen war. Als ich aufwachte, war die Kutsche bereits wieder in Bewegung. Am Neigen des Bodens unter mir erkannte ich, dass wir bergauf fuhren, vermutlich eine Gebirgsstraße hinauf.

Ich hatte gedacht, wir würden bei Morgengrauen ankommen. Doch selbst als die Dämmerung fast hereinbrach, hielt die Kutsche nicht an. Sie fuhr weiter, ratternd über unwegsames Gelände.

Aber was machte es schon für einen Unterschied, wie lange diese Reise dauerte? Es war ja nicht so, als würde ich überleben, sobald wir ankamen. Unser Ziel war das Territorium der Bestien, und wenn ich dort eintraf, wäre es vorbei.

Ich würde getötet… und gefressen werden.

Trotzdem dachte ich mir, solange ich noch Kraft hatte, könnte ich genauso gut die Umgebung in mich aufnehmen. Das wären die letzten Dinge, die ich je sehen würde. Meine Zeit lief ab, und bald würde mir all das – Sonnenlicht, Wälder und Himmel – für immer genommen sein.

Während die Stunden dieser endlosen Reise vergingen, sah ich in der Ferne etwas: eine gewaltige Mauer, steil und scheinbar endlos.

Sie bestand aus dicken, rötlich-braunen Ziegeln. Als ich zu ihr aufblickte, schmerzte mein Nacken. Ihre immense Höhe verschluckte die gesamte Flanke des Berges, den wir erklommen. Ich konnte nicht einmal ihren vollen Verlauf sehen, der Rest verschwand hinter dichten, uralten Bäumen.

Wir hielten auf ein massives Tor aus Metallstäben zu.

Davor standen mehr Wachen, als ich zählen konnte – wie Statuen entlang des Eingangs positioniert. Sie waren mit verschiedenen Klingen und Waffen ausgerüstet, die an ihren Gürteln und auf ihren Rücken hingen. Jeder trug dunkle, robuste Lederrüstung.

Sobald sie unsere Kutsche näherkommen sahen, bewegten sich die beiden Wachen am Tor. Sie schoben die schweren Metallstäbe auseinander, als würden sie nichts wiegen.

Ich schluckte nervös, als ich spürte, wie sich die gesamte Aufmerksamkeit auf die Kutsche richtete.

Mein Herzschlag beschleunigte sich.

Ich senkte den Kopf leicht, sodass der dicke Vorhang meiner Ponyfransen tiefer über mein Gesicht fiel und es so gut wie möglich verbarg.

Ich drückte mich in die hinterste Ecke des Käfigs und wünschte, ich könnte einfach verschwinden.

„Dieses Menschenmädchen ist das Opfer für unsere Alphas. Also haben sie endlich eins genommen, hm? Sieht aus, als würden sie sich freuen… Diesmal ist es eine Frau.“

Das war die Stimme eines der Unsterblichen, die in der Nähe standen.

„Wann bekommen wir nochmal eine Menschenfrau zu kosten? Immer nur Verbrecher und dreckige Abschaum aus der Menschenregion landen bei uns. Die Frauen sind immer für sie reserviert…“, sagte ein anderer.

Er leckte sich beim Sprechen die Lippen – eine Geste, die mir die Nackenhaare zu Berge stehen ließ.

„Die Vier Alphas werden begeistert sein… Irgendetwas ist einfach besser, wenn das Opfer eine Frau ist.“

Das war das Letzte, was ich hörte, als die Kutsche an ihnen vorbeifuhr. Aber ihre Augen folgten nicht den Rädern.

Sie folgten mir.

Diese hungrigen, raubtierhaften Blicke, die durch die Gitterstäbe drangen und sich in meine Haut bohrten.

Sasha B.

💜

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Komen (1)
goodnovel comment avatar
Sskadi
Ich liebe dieses Buch wirklich Der Autor ist so unglaublich kreativ und clever.Die Geschichte ist einfach großartig und hat mich total in ihren Bann gezogen. ich bin begeistert
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