LOGINLilys PerspektiveIch duschte länger als nötig.Heißes Wasser lief über die blassen Spuren an meinen Handgelenken und den tieferen Schmerz zwischen meinen Beinen. Ich wusch mich sorgfältig, trocknete mich ab und zog das schwarze Kleid an, das gefaltet auf dem Waschtisch lag. Als ich ins Wohnzimmer kam, saß Theo bereits am Schreibtisch, vor sich eine geöffnete Mappe.Er blickte einmal auf.„Setz dich.“Ich setzte mich auf die Couch. Er schloss die Mappe und drehte den Stuhl zu mir hin.„Die letzte Nacht hat die Ausgangslage verändert“, sagte er. „Dein Körper hat die Intensität verkraftet, ohne zusammenzubrechen. Dein Geist ist noch dabei, das nachzuholen. Das ist zu erwarten. Von nun an werden die Szenen in kürzeren Abständen stattfinden. Nicht jeden Tag, aber oft genug, dass du keine Zeit hast, die Mauern zwischen ihnen wieder vollständig aufzubauen.“Ich ließ meine Hände ruhig in meinem Schoß liegen.„Ich muss wissen, ob dich das mehr erschreckt als anzieht.“„Beides“, antwortete ich
Lilys PerspektiveIch erwachte, als ich spürte, wie Finger meinen Kragen überprüften.Im Zimmer war es noch dunkel. Mein Körper fühlte sich schwer und erschöpft an. Die Innenseiten meiner Oberschenkel waren klebrig. An meinen Handgelenken waren schwache rote Spuren von den Handschellen zu sehen. Zwischen meinen Beinen verspürte ich einen tiefen, pochenden Schmerz, der mich dazu brachte, mich vorsichtig auf dem Laken zu bewegen.Theo saß auf der Bettkante, bereits in ein schwarzes Hemd gekleidet. In der einen Hand hielt er ein Glas Wasser, in der anderen ein warmes Tuch.„Trink“, sagte er.Ich stützte mich langsam ab. Jeder Muskel protestierte. Ich nahm das Glas und trank. Das Wasser war kühl und rein. Als ich fertig war, stellte er es beiseite und drückte mir das warme Tuch zwischen die Beine, wobei er mich mit derselben ruhigen Sorgfalt reinigte, die er auch bei allem anderen an den Tag legte. Einmal zuckte ich vor der Empfindlichkeit zusammen. Er ließ sich Zeit.„Irgendwelche steche
Lilys PerspektiveTheo klappte den Laptop zu und sah mich lange an.Das Licht im Penthouse war gedämpft und hatte einen goldenen Schimmer angenommen. Ich saß immer noch auf dem Stuhl am Fenster, wo er mich zurückgelassen hatte. Das Halsband lag warm an meinem Hals. Mein Puls schlug mir viel zu laut.„Komm her.“Ich stand auf und ging zu ihm hin. Diesmal zwang er mich nicht, mich hinzuknien. Er sah mir einfach zu, wie ich näherkam, bis ich vor seinem Sessel stehen blieb.„Letzte Nacht hast du auf dem Boden geschlafen, weil du eine Grenze ausgetestet hast“, sagte er. „Heute hast du zugehört. Du warst ganz bei der Sache. Heute Nacht werde ich dich benutzen.“Mein Magen zog sich zusammen.„Die Safewords gelten weiterhin“, fuhr er fort. „Rot stoppt alles. Gelb verlangsamt es. Du wirst sie benutzen, wenn du sie brauchst. Hast du verstanden?“„Ja, Sir.“„Gut. Zieh dich aus. Alles außer dem Halsband.“Meine Hände zitterten, als ich mir das schwarze Kleid über de
Lilys PerspektiveIch wachte auf dem Bodenkissen im Wohnzimmer auf, noch bevor er an die Tür kam.Blasses Licht drang durch die getönten Fenster. Ich lag regungslos da und machte eine Bestandsaufnahme, so wie ich früher die Schlösser in meiner alten Wohnung überprüft hatte. Das Halsband saß. Meine Kehle war unversehrt. Mein Rücken war steif vom harten Boden. Die Decke roch sauber. Irgendwo tiefer im Penthouse summte eine Kaffeemaschine.Mein erster klarer Gedanke war keine Angst. Es war der leise Drang, alles in Ordnung zu bringen, bevor er auftauchte.Dieser Drang kam mir bekannt vor. Wenn die Laune meiner Mutter umschlug, putzte ich die Küche, bis die Arbeitsflächen glänzten, in der Hoffnung, die Ordnung würde das Geschrei fernhalten. Wenn das Geld knapp wurde, schrieb ich Listen, die ich niemandem zeigte – kleine, präzise Listen mit den Dingen, die ich kontrollieren konnte. Bewältigung hatte für mich immer mit Nützlichkeit zu tun. Still sein. Ordentlich sein. Dem Ch
Lilys PerspektiveIch wachte auf dem Bodenkissen auf, mit einem steifen Rücken und der klaren Erinnerung daran, warum ich dort war.Theo kam bereits angezogen in die Tür. Er sah mich einen Moment lang an.„Steh auf. Dusche. Zieh dich an. Komm in die Küche.“Ich befolgte die Anweisungen. Das schwarze Kleid wartete wieder auf mich. Als ich die Küche betrat, stand er mit seinem Handy in der Hand an der Theke.Er drehte den Bildschirm zu mir hin.Eine Nachricht von Rachel war geöffnet.*Lily, wo bist du?? Ich schreibe dir schon seit zwei Tagen. Geht es dir gut? Ich mache mir Sorgen. Ruf mich an.*Mir sank das Herz in die Hose.„Sie hat seit gestern sechs Nachrichten geschickt“, sagte Theo. „Ich habe nicht geantwortet. Jetzt entscheidest du, wie es weitergeht.“Ich starrte auf den Bildschirm.„Du hast zwei Möglichkeiten“, fuhr er fort. „Du kannst mir sagen, ich soll sie ignorieren. Oder du kannst darum bitten, eine kurze Antwort zu schicken. Wenn du dich fü
Lilys PerspektiveDas Abendessen verlief fast schweigend.Theo stellte mir einen einfachen Teller mit warmer Suppe, Brot und ein paar Apfelscheiben vor mich hin und setzte sich dann mit seinem eigenen Essen mir gegenüber an den Tisch. Die einzigen Geräusche waren das leise Klirren der Löffel und das ferne Summen der Stadt, das durch die Scheibe drang. Die Suppe schmeckte nach geröstetem Gemüse und Salz. Jedes Mal, wenn ich den Löffel hob, stieg mir Dampf ins Gesicht. Ich konzentrierte mich auf die Wärme der Suppe und versuchte, meine Gedanken davon abzuhalten, zu schnell zu kreisen.Er drängte mich nicht. Er drängte nie auf irgendetwas.Als wir fertig waren, trug er die Schüsseln zum Spülbecken. Ich blieb auf meinem Stuhl sitzen, die Hände im Schoß, und beobachtete, wie sich sein Hemd über seinen Schultern bewegte. Das Licht in der Küche war gedämpft. Sie warfen lange Schatten und ließen den silbernen Ring an meinem Kragen gelegentlich im Licht schimmern.„Komm“, sagte







