LOGINANGELAS PERSPEKTIVE
Für eine entsetzliche Sekunde stand die Zeit still.
Ich bewegte mich nicht. Liam bewegte sich nicht.
Nur seine Augen bewegten sich.
Sie glitten langsam, bewusst und arrogant von meiner entblößten Brust hinauf zu meinem Gesicht. Hitze schoss so heftig in meine Wangen, dass ich überrascht war, dass der Boden unter mir nicht in Flammen aufging.
Ich riss mein Tanktop zurecht, meine Finger zitterten vor einer Mischung aus Demütigung und purer, unverfälschter Wut.
„Hör auf, mich anzustarren“, fuhr ich ihn an und krabbelte von ihm weg.
Er lehnte sich auf seinen Fersen zurück und hob die Hände in gespielter Kapitulation. „Entspann dich, kleine Schleife. Ich habe nichts gesehen, was du nicht schon auf deinem traurigen kleinen I*******m gepostet hast.“
„Mein I*******m-Account ist privat.“
„Ja.“ Seine Lippen verzogen sich. „Eben.“
Ich erstarrte, die Wut stieg so schnell in mir hoch, dass ich Blut schmecken konnte.
Er stalkte mich online? Natürlich tat er das. Liam war schon immer der Typ gewesen, der so tat, als würde es ihn nicht interessieren, während es ihn viel zu sehr interessierte.
Ich rappelte mich auf und wischte unsichtbaren Dreck von mir, obwohl der Boden makellos sauber war. Natürlich war er das. Liam hatte wahrscheinlich genug Geld, dass Engel seine Böden putzten.
„Also“, schnaubte ich. „Ich gehe jetzt. Such dir eine andere Mitbewohnerin. Am besten jemanden, der dich nicht im Schlaf ermordet.“
Ich wirbelte zur Tür herum.
Er versperrte sie mir. Ich konnte nicht leugnen, dass Liam teuflisch gut aussah. Aber ich hasste ihn. Das vernebelte meinen Blick auf ihn. Die verdammten Sweatpants hingen immer noch tief auf seinen Hüften, Wasser rann noch über seinen lächerlich definierten Rücken.
„Wie kannst du eigentlich so leben?“, fuhr ich ihn an. „Bist du allergisch gegen Shirts?“
„Ja“, sagte er, ohne mit der Wimper zu zucken. „Und nein, du gehst nicht.“
Ich sog scharf die Luft ein. „Versuch doch, mich aufzuhalten.“
„Das ist der Plan.“
Mir klappte die Kinnlade herunter. „Liam, geh zur Seite.“
„Nein.“
Meine Finger ballten sich zur Faust. „Bist du eigentlich verrückt?“
„Wahrscheinlich“, antwortete er. „Aber Ethan hat dich geschickt, weil du verzweifelt bist, oder? Nirgendwo sonst hat es geklappt?“ Für den Bruchteil einer Sekunde wurde sein Blick weicher, bevor sein spöttisches Grinsen zurückkehrte. „Haben dich all die kleinen Wohnungen abgelehnt?“
„Ich bin nicht verzweifelt“, log ich ihm ins Gesicht.
Er zog eine Augenbraue hoch. „Doch, bist du. Und du siehst aus, als hättest du den ganzen Tag noch nichts gegessen.“
Ich versteifte mich. „Tu nicht so, als würde dich das kümmern.“
„Tut es auch nicht“, erwiderte er sofort. „Ich sehe nur nicht gerne zu, wie du hilflos bist.“ Er sagte es in einem Ton, der mir klarmachte, dass dem Arschloch das alles egal war.
Ich schob mich an ihm vorbei, doch er rührte sich nicht. Er berührte mich nicht, packte mich nicht … er stand einfach da wie eine Wand aus purem Ego und Muskeln.
„Geh zur Seite“, sagte ich noch einmal, jetzt leiser.
„Nein“, wiederholte er, seine Stimme flacher und schwerer. „Du übernachtest heute nicht mehr bei Ethan.“
Das ließ mich innehalten. Sein Blick fiel auf meine Tasche. Die kleine, armselige Tasche, in der mein ganzes Leben steckte, weil ich mir keinen richtigen Koffer leisten konnte.
Der Großteil meiner Kleidung war noch in Ethans Wohnung. Ehrlich gesagt waren es nicht einmal mehr richtige Kleidungsstücke. Aber das Geld war knapp. Ich musste mit dem auskommen, was ich hatte.
Hitze stieg mir in den Hals.
„Ich bleibe nicht mehr dort, weil ich Ethan nicht brauche, aber das heißt nicht, dass ich bei dir bleiben will, Liam. Du bist ein schrecklicher Mensch“, flüsterte ich. Er grinste daraufhin und sah mich an, als wäre ich ein Rätsel, das er nicht ganz lösen konnte.
„Gut“, sagte er. „Wenn du dir so sicher bist, dass du Ethan nicht brauchst … dann beweis es. Bleib hier.“
Ich schnaubte. „Das würde dir gefallen, oder?“
„Allerdings“, antwortete er schamlos. „Dann könnte ich jeden Morgen zusehen, wie du über deinen Stolz stolperst.“
„Erstick dran.“
Er grinste langsam und nervtötend. „Woran?“
Mein Gehirn setzte so heftig aus, dass ich tatsächlich vergaß, wie man atmet.
Sein Grinsen wurde breiter. „Entspann dich, kleine Schleife. Das war nur ein Witz.“
Kleine Schleife. Er nannte mich immer noch so. Weil er mir mit vierzehn die Schleife aus den Haaren gerissen hatte, ich ihn in einen Spind geschubst hatte und er schwor, dass er mich das nie vergessen lassen würde.
„Ich hasse dich“, sagte ich atemlos.
„Gut.“ Er zuckte mit den Schultern. „Hass ist Energie. Energie bezahlt die Miete.“
Mein Magen sackte nach unten. „Ich kann mir die Miete hier nicht leisten.“
„Kannst du“, sagte er. „Du bekommst Ethans Konditionen.“
Ich blinzelte. „Was?“
Er fuhr sich mit einer Hand durch die nassen Haare, Wasser tropfte erneut auf seine Brust, als würde Gott mich persönlich hassen.
„Ich brauche das Geld nicht“, sagte er beiläufig. „Ich weiß nur, dass du eine Bleibe brauchst, und ich habe zufällig ein freies Zimmer. Diese Wohnung kann manchmal etwas einsam sein. Es wäre schön, etwas Gesellschaft zu haben.“
Das ließ mich völlig erstarren.
Liam? Der König des kalten Schweigens? Der Typ, der Mädchen in der Cafeteria zum Weinen brachte, ohne vom Handy aufzuschauen?
Er wollte Gesellschaft? Er trat näher, und mein Herz schlug wie verrückt.
„Du willst gehen?“, murmelte er. „Gut. Geh zurück zu Ethan. Seine Freundin kann dich zudecken.“
Ich zuckte zusammen. Er sah es. Und es gefiel ihm.
„Dachte ich mir“, sagte er leise.
Er ging an mir vorbei und ließ die Tür offen … weit offen, wie eine Herausforderung.
Liam war Profi-Eishockeyspieler. Wenn ich hierblieb, bestand die Chance, dass er nicht oft da sein würde. Besonders weil er trainieren und wegen seiner Karriere durch die Welt reisen würde.
Ich hatte vorher nichts davon gehört, dass sein Team hierhergezogen war. Warum war er überhaupt hier?
Mein Handy vibrierte in meiner Tasche.
Eine Nachricht von Ethan leuchtete auf dem Display auf:
Hast du dir die Wohnung meines Freundes schon angesehen? Er ist ein guter Kerl, Angie. Er wird sich um dich kümmern.
Ich starrte auf die Nachricht. Auf die Tür. In den kalten Flur. In die warme Wohnung. Und auf Liam.
Er drehte sich nicht um, aber seine Stimme drang zu mir, während er weiterging. „Bleib oder geh, kleine Schleife. Aber entscheide dich schnell. Ich bettle nicht.“
Meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen.
Ich konnte nicht zurück. Ich konnte nicht die ganze Nacht Ethan und Maya zuschauen. Außerdem würde ich mit Liam klarkommen. So schlimm war er auch wieder nicht.
„Warte.“ Ich rief ihm hinterher. Er blieb stehen und drehte sich zu mir um, den Mund bereits zu diesem dummen Grinsen verzogen.
„Ja?“ Er sagte es, und ich verdrehte die Augen.
„Ich bleibe. Aber ich muss meine Sachen holen.“ In seinen Augen lag dieser triumphierende Glanz, als hätte er gerade gewonnen.
„Ich bin froh, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast, Schleife. Warte kurz. Ich hole mir ein Shirt und meine Schlüssel. Wir fahren zusammen.“
Ich schüttelte sofort den Kopf. „Auf keinen Fall, Liam. Ich fahre nirgendwo mit dir hin. Ich hole meine Sachen und komme zurück.“ Aber er ging bereits weg, als hätte ich gar nicht mit ihm gesprochen.
Ich stöhnte und blieb stehen. Ein Teil von mir wollte gehen, aber ich hatte nirgendwo anders hin. Da war ich an meinem Geburtstag, einsam und niedergeschlagen.
Liam kam kurz darauf zurück, bereits mit Shirt, und griff nach seinen Autoschlüsseln. Er streckte die Hand aus, und ich starrte darauf. Dachte dieser Idiot wirklich, ich würde seine Hand nehmen?
„Was machst du da?“, fragte ich ihn, und er grinste.
„Dein Handy, Angel.“ Schon wieder ein Spitzname. Das machte etwas mit meinem Magen.
„Was?“ Ich sah ihn verdutzt an.
„Gib mir dein Handy. Es ist fast leer, und du kommst mit mir zurück. Ich will es für dich aufladen.“ Ich reichte ihm das Handy, und er lächelte.
Zehn Minuten später waren wir bereits auf dem Weg zu Ethans Wohnung. Als wir ankamen, öffnete ich die Tür und stieg aus, doch Liam war direkt hinter mir.
„Wo willst du hin?“, fragte ich ihn misstrauisch.
„Dir beim Packen helfen.“
„Auf gar keinen Fall. Du wartest hier auf mich.“ Aber er hörte nicht zu. Er ging sofort an mir vorbei, und ich rannte ihm hinterher.
„Liam … Liam, ich schwöre bei Gott …“ Er grinste und klingelte an der Tür.
„Warum bist du so unerträglich?“, fragte ich ihn, und er schnaubte.
„Du bist die Einzige, die das so sieht, Schleife.“ Die Tür öffnete sich, und ich sah Ethan dort stehen, mit Maya am Arm wie ein verlorener Koala. Er blickte zwischen mir und Liam hin und her.
„Ich bin gekommen, um meine Sachen zu holen, Ethan. Ich bin gleich wieder weg.“ Damit schob ich mich an ihm vorbei und spürte Liams Anwesenheit hinter mir. Ich wollte weinen. Aber ich durfte mir auf keinen Fall erlauben zu weinen.
ANGELA’S POVDas Sonnenlicht weckte mich.Es strömte durch das Fenster, warm und golden, ergoss sich über die Laken. Ich lag einen Moment still, blinzelte zur Decke, spürte das Gewicht des Rings an meinem Finger. Ich war mit ihm eingeschlafen, zu ängstlich, ihn abzunehmen, zu ängstlich, dass das Ganze wie ein Traum wirken würde, wenn ich es täte.Aber es war kein Traum.Ich sah auf meine Hand. Der Ring war noch da. Schlicht. Elegant. Perfekt. Er fing das Licht ein, als ich meine Finger bewegte, eine leise Erinnerung daran, dass sich etwas Grundlegendes verschoben hatte.Ich setzte mich langsam auf.Die Wohnung war still. Liam schlief noch neben mir, sein Atem tief und gleichmäßig, sein Gesicht entspannt, wie es selten war, wenn er wach war. Ich sah ihm einen Moment zu, diesem Mann, den ich jahrelang lieben gelernt hatte, und spürte, wie sich etwas Warmes in meiner Brust ausbreitete.Ich war nicht mehr verwirrt über ihn. Ich hinterfragte nicht mehr, ob ich Liebe verdiente. Ich war einf
ANGELA’S POVDas Sonnenlicht weckte mich.Es strömte durch das Fenster, warm und golden, ergoss sich über die Laken. Ich lag einen Moment still, blinzelte zur Decke, spürte das Gewicht des Rings an meinem Finger. Ich war mit ihm eingeschlafen, zu ängstlich, ihn abzunehmen, zu ängstlich, dass das Ganze wie ein Traum wirken würde, wenn ich es täte.Aber es war kein Traum.Ich sah auf meine Hand. Der Ring war noch da. Schlicht. Elegant. Perfekt. Er fing das Licht ein, als ich meine Finger bewegte, eine leise Erinnerung daran, dass sich etwas Grundlegendes verschoben hatte.Ich setzte mich langsam auf.Die Wohnung war still. Liam schlief noch neben mir, sein Atem tief und gleichmäßig, sein Gesicht entspannt, wie es selten war, wenn er wach war. Ich sah ihm einen Moment zu, diesem Mann, den ich jahrelang lieben gelernt hatte, und spürte, wie sich etwas Warmes in meiner Brust ausbreitete.Ich war nicht mehr verwirrt über ihn. Ich hinterfragte nicht mehr, ob ich Liebe verdiente. Ich war einf
ANGELA’S POVDas Sonnenlicht weckte mich.Es strömte durch das Fenster, warm und golden, ergoss sich über die Laken. Ich lag einen Moment still, blinzelte zur Decke, spürte das Gewicht des Rings an meinem Finger. Ich war mit ihm eingeschlafen, zu ängstlich, ihn abzunehmen, zu ängstlich, dass das Ganze wie ein Traum wirken würde, wenn ich es täte.Aber es war kein Traum.Ich sah auf meine Hand. Der Ring war noch da. Schlicht. Elegant. Perfekt. Er fing das Licht ein, als ich meine Finger bewegte, eine leise Erinnerung daran, dass sich etwas Grundlegendes verschoben hatte.Ich setzte mich langsam auf.Die Wohnung war still. Liam schlief noch neben mir, sein Atem tief und gleichmäßig, sein Gesicht entspannt, wie es selten war, wenn er wach war. Ich sah ihm einen Moment zu, diesem Mann, den ich jahrelang lieben gelernt hatte, und spürte, wie sich etwas Warmes in meiner Brust ausbreitete.Ich war nicht mehr verwirrt über ihn. Ich hinterfragte nicht mehr, ob ich Liebe verdiente. Ich war einf
ANGELA’S POVDas Sonnenlicht weckte mich.Es strömte durch das Fenster, warm und golden, ergoss sich über die Laken. Ich lag einen Moment still, blinzelte zur Decke, spürte das Gewicht des Rings an meinem Finger. Ich war mit ihm eingeschlafen, zu ängstlich, ihn abzunehmen, zu ängstlich, dass das Ganze wie ein Traum wirken würde, wenn ich es täte.Aber es war kein Traum.Ich sah auf meine Hand. Der Ring war noch da. Schlicht. Elegant. Perfekt. Er fing das Licht ein, als ich meine Finger bewegte, eine leise Erinnerung daran, dass sich etwas Grundlegendes verschoben hatte.Ich setzte mich langsam auf.Die Wohnung war still. Liam schlief noch neben mir, sein Atem tief und gleichmäßig, sein Gesicht entspannt, wie es selten war, wenn er wach war. Ich sah ihm einen Moment zu, diesem Mann, den ich jahrelang lieben gelernt hatte, und spürte, wie sich etwas Warmes in meiner Brust ausbreitete.Ich war nicht mehr verwirrt über ihn. Ich hinterfragte nicht mehr, ob ich Liebe verdiente. Ich war einf
ANGELA’S POVDas Sonnenlicht weckte mich.Es strömte durch das Fenster, warm und golden, ergoss sich über die Laken. Ich lag einen Moment still, blinzelte zur Decke, spürte das Gewicht des Rings an meinem Finger. Ich war mit ihm eingeschlafen, zu ängstlich, ihn abzunehmen, zu ängstlich, dass das Ganze wie ein Traum wirken würde, wenn ich es täte.Aber es war kein Traum.Ich sah auf meine Hand. Der Ring war noch da. Schlicht. Elegant. Perfekt. Er fing das Licht ein, als ich meine Finger bewegte, eine leise Erinnerung daran, dass sich etwas Grundlegendes verschoben hatte.Ich setzte mich langsam auf.Die Wohnung war still. Liam schlief noch neben mir, sein Atem tief und gleichmäßig, sein Gesicht entspannt, wie es selten war, wenn er wach war. Ich sah ihm einen Moment zu, diesem Mann, den ich jahrelang lieben gelernt hatte, und spürte, wie sich etwas Warmes in meiner Brust ausbreitete.Ich war nicht mehr verwirrt über ihn. Ich hinterfragte nicht mehr, ob ich Liebe verdiente. Ich war einf
ANGELA’S POVDas Sonnenlicht weckte mich.Es strömte durch das Fenster, warm und golden, ergoss sich über die Laken. Ich lag einen Moment still, blinzelte zur Decke, spürte das Gewicht des Rings an meinem Finger. Ich war mit ihm eingeschlafen, zu ängstlich, ihn abzunehmen, zu ängstlich, dass das Ganze wie ein Traum wirken würde, wenn ich es täte.Aber es war kein Traum.Ich sah auf meine Hand. Der Ring war noch da. Schlicht. Elegant. Perfekt. Er fing das Licht ein, als ich meine Finger bewegte, eine leise Erinnerung daran, dass sich etwas Grundlegendes verschoben hatte.Ich setzte mich langsam auf.Die Wohnung war still. Liam schlief noch neben mir, sein Atem tief und gleichmäßig, sein Gesicht entspannt, wie es selten war, wenn er wach war. Ich sah ihm einen Moment zu, diesem Mann, den ich jahrelang lieben gelernt hatte, und spürte, wie sich etwas Warmes in meiner Brust ausbreitete.Ich war nicht mehr verwirrt über ihn. Ich hinterfragte nicht mehr, ob ich Liebe verdiente. Ich war einf







