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Kapitel 3

Author: Blütenkranz
Am ersten Tag, an dem Mara Schubert einzog, kommandierte sie die Dienstboten herum und ließ das Wohnzimmer neu einrichten.

„Dieses Sofa wirkt viel zu düster.“ Ihre schmalen Finger strichen leicht über das Ledersofa. Dann wandte sie den Kopf und lächelte Alexander Falkenberg sanft an. „Alexander, tauschen wir es gegen eines in Cremeweiß aus, ja?“

Alexander blinzelte nicht einmal. Er wies den Butler direkt an: „Machen Sie es so, wie Fräulein Schubert sagt.“

Clara Winter stand an der Biegung der Treppe und sah zu, wie die Arbeiter das Sofa hinaustrugen, das sie vor einem halben Jahr mit größter Sorgfalt ausgesucht hatte.

Jonas und Marie folgten Mara wie zwei kleine Schwänzchen, aufgeregt zeigend und redend. „Tante Mara, dieses Kissen muss auch weg! Das hat Mama gekauft, es ist hässlich!“

Mara strich ihnen liebevoll über den Kopf. „Gut, wir tauschen alles aus.“

Claras Finger zogen sich leicht zusammen, doch sehr schnell lockerten sie sich wieder.

Diese Kissen hatte sie während ihrer Schwangerschaft Stich für Stich selbst genäht. Gefüllt waren sie mit antiallergischer Daunenwatte, nur weil die Kinder als Kleine empfindliche Haut gehabt hatten.

Jetzt wurden sie ohne jedes Erbarmen in den Müll geworfen.

In den folgenden Tagen wurde dieses Zuhause immer fremder.

Am Esstisch saß Mara auf dem Platz, der ursprünglich Clara gehört hatte, und legte den beiden Kindern sanft Essen auf die Teller.

Alexander schenkte ihr gelegentlich persönlich eine Tasse Kaffee ein. Seine schlanken Finger schoben die Tasse leise zu ihr hinüber, und in seinen Augen lag eine Zärtlichkeit, die Clara nie erhalten hatte.

Abends wurde das Licht im Wohnzimmer gedimmt. Vier Menschen drängten sich auf dem Sofa zusammen und sahen Filme.

Marie rollte sich in Maras Armen zusammen, Jonas lehnte an Alexanders Schulter, und ihr Lachen drang immer wieder zu Clara herüber.

Wenn Clara vorbeiging, sahen sie sie nicht einmal an, als wäre sie vollkommen durchsichtig.

Noch lächerlicher war, dass Alexander, Jonas und Marie früher bis zur Unvernunft wählerisch gewesen waren, wenn es um Lebensqualität ging.

Und jetzt?

Clara sah zu, wie Mara Alexanders Patek Philippe im Wert von vielen Millionen achtlos mit dem Zifferblatt nach unten auf den Teetisch warf, und wie er sie dennoch voller Nachsicht wieder anlegte.

Sie sah, wie die Kinder glücklich ihre Schuluniformen anzogen, die Mara einfach in die Waschmaschine geworfen hatte, obwohl am Kragen noch die Soße von gestern klebte.

Sie sah, wie Mara geliefertes Essen auf Teller kippte und behauptete, sie habe es selbst gekocht, ohne dass auch nur einer sie entlarvte.

Noch lächerlicher war, dass sie Mara tatsächlich wie eine Prinzessin behandelten, die von allen Seiten verehrt wurde.

„Mara, diese groben Arbeiten musst du nicht anfassen.“ Alexander hielt Mara auf, als sie das Teegeschirr wegräumen wollte. Seine schlanken Finger legten sich leicht um ihr Handgelenk. „Deine Hände sind zum Klavierspielen da.“

„Tante Mara, ich trage deine Tasche!“ Jonas nahm eifrig Maras limitierte Handtasche entgegen. Diese schmeichlerische Art hatte Clara noch nie im Gesicht ihres eigenen Sohnes gesehen.

„Fräulein Schubert muss sich nur gut ausruhen.“ Der Butler reichte ihr respektvoll italienische handgefertigte Hausschuhe. „Alles andere überlassen Sie uns.“

Wie ironisch.

Sechs Jahre lang hatte sie in diesem Haus wie ein Kindermädchen gearbeitet, und sie hatten es nicht gesehen.

Doch kaum war Mara gekommen, wurde sie zur Prinzessin, um die alle kreisten.

Auch die Dienstboten tuschelten heimlich.

„Der Herr behandelt Fräulein Schubert wirklich gut. Ich habe ihn nie so zu seiner Frau sein sehen.“

„Die beiden Kinder kleben auch an ihr. Meiner Meinung nach bekommt dieses Haus früher oder später eine neue Hausherrin!“

Claras Herz war längst zu kalter Asche geworden. Sie fragte nach nichts, kümmerte sich um nichts und packte nur schweigend ihre eigenen Sachen.

Bis an jenem Nachmittag ihr Handy plötzlich ununterbrochen vibrierte.

„Frau Falkenberg! Der junge Herr und die junge Dame haben in der Schule eine allergische Reaktion bekommen! Der Krankenwagen hat sie gerade ins Krankenhaus gebracht!“

Als Clara im Krankenhaus ankam, waren die beiden Kinder bereits in die Notaufnahme geschoben worden.

Alexander stand auf dem Flur. Seine Anzugjacke hing lässig über seinem Arm, die Krawatte saß locker an seinem Hals, und in seinen Augen wogte kalter Zorn.

„Clara Winter.“ Seine Stimme war tief und trug unterdrückte Wut. „Was genau machst du eigentlich?“

Clara erstarrte. „Was?“

„Du weißt doch, dass sie gegen Mango allergisch sind.“ Alexander trat einen Schritt näher, seine hohe Gestalt überschattete sie. „Warum hast du sie Mangosaft trinken lassen?“

„Ich war es nicht!“ Clara sah ihm direkt in die Augen. „Ich kaufe nie Mango fürs Haus.“

Seit die Kinder nach ihrem ersten Kontakt mit Mango ins Krankenhaus gekommen waren, war sie äußerst vorsichtig gewesen. Sie hatte allen tausendmal eingeschärft, den Kindern keine Mango zu geben. Sogar den Speiseplan der Schulmensa hatte sie persönlich geprüft. Wie hätte sie einen so niedrigen Fehler begehen können?

„Du warst es nicht?“ Alexander lachte kalt. „Wer dann? Die Dienstboten? Oder wollten sie sich selbst umbringen?“

Clara öffnete den Mund und wollte gerade sprechen, als eine Krankenschwester die Tür öffnete. „Die Kinder sind wach.“

Im Krankenzimmer lagen Jonas und Marie blaß in ihren Betten.

Als sie hereinkamen, flackerten ihre Blicke kurz.

„Was ist passiert?“, fragte Alexander mit dunkler Stimme.

Die beiden Kinder sahen einander an. Dann zeigten sie plötzlich gleichzeitig auf Clara.

„Mama war es! In den Süßigkeiten, die sie vorher gekauft hat, war Mango!“

Claras ganzer Körper erstarrte. Ungläubig starrte sie die beiden an. „Was habt ihr gesagt?“

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