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Kapitel 4

Author: Blütenkranz
„Mama war es!“, rief Marie mit weinerlicher Stimme. „Sie wusste doch genau, dass wir allergisch sind, und hat es uns absichtlich zu essen gegeben!“

Auch Jonas nickte heftig. „Sie ist wirklich zu böse!“

Clara Winters Finger krallten sich fest in den Türrahmen, bis ihre Knöchel weiß hervortraten. „Jonas, Marie, wisst ihr überhaupt, was ihr da sagt? Ihr sagt jetzt besser sofort die Wahrheit!“

„Genug!“ Alexander Falkenberg stand abrupt auf. Er packte ihr Handgelenk, so fest, dass es sich anfühlte, als wolle er ihr die Knochen zerquetschen. „Clara Winter, so bist du also als Mutter? Du schadest ihnen nicht nur, du zwingst sie auch noch zu lügen?“

„Ich habe nicht ...“ Claras Stimme zitterte leicht.

„Willst du etwa sagen, sie hätten dich verleumdet?“ Er lachte kalt. „Wie alt sind sie denn? Wenn du ihnen nicht einmal diese Verantwortung beibringst, bist du es überhaupt wert, Mutter zu sein?“

Die beiden Kinder begannen plötzlich zu weinen. Alexander ließ Clara sofort los und drehte sich um, um sie zu trösten.

Doch je mehr sie weinten, desto heftiger wurde es. Ihre kleinen Gesichter liefen rot an.

„Papa ...“, schluchzte Marie. „Uns geht es so schlecht ...“

„Was würde euch besser gehen lassen?“, fragte Alexander leise und wischte ihr mit den Fingern behutsam die Tränen weg.

Jonas sah mit roten Augen zu Clara. „Sie ist auch gegen Mango allergisch. Lass sie auch Mangosaft trinken! Sie soll sich auch schlecht fühlen!“

In Claras Herzen wurde es eisig.

Sie sah Alexander an. Die Kälte in seinen Augen ließ ihren ganzen Körper frösteln.

„Gut.“ Er richtete sich auf und schnippte mit den Fingern. Sofort traten zwei Bodyguards durch die Tür.

„Haltet sie fest.“

Clara hatte noch nicht begriffen, was geschah, da wurde sie bereits auf einen Stuhl gedrückt.

Ein Bodyguard packte ihr Kinn und zwang sie, den Mund zu öffnen.

Ein Liter Mangosaft wurde ihr eingeflößt. Die süßlich-klebrige Flüssigkeit geriet ihr in die Luftröhre. Sie begann heftig zu husten, und ihre Kehle brannte vor Schmerz.

Rote Quaddeln krochen mit bloßem Auge sichtbar über ihre Haut. Ihr Gesicht schwoll an. Das Atmen wurde immer schwerer.

Vor Qual kratzte sie sich am Hals. Mit verschwommenem Blick sah sie zu Alexander hinüber.

Er stand einfach dort, sah kalt zu und machte keinerlei Anstalten, es zu stoppen.

Die beiden Kinder weinten schon nicht mehr. Aufgeregt klatschten sie in die Hände. „Geschieht ihr recht! Genau so soll sie sich auch schlecht fühlen!“

Bevor die Dunkelheit über sie hereinbrach, sah Clara zuletzt Alexanders eiskalten Blick.

...

Clara wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, als sie in einem Krankenbett erwachte.

Ihre Kehle brannte schmerzhaft, und auf ihrem Gesicht waren noch immer die roten Spuren der Allergie zu sehen.

Vor dem Krankenzimmer erklang eine vertraute Stimme. Es war Mara Schubert.

„Alexander, ich wusste wirklich nicht, dass sie allergisch sind ... Ich wollte ihnen nur ein Glas frischen Saft pressen ...“

„Es ist nicht deine Schuld.“ Alexanders Stimme war unfassbar sanft. „Du wusstest es nicht.“

„Wenn ich früher gekommen wäre, um die Wahrheit zu erklären, hättest du Fräulein Winter auch nicht missverstanden.“ Während Mara sprach, wurde ihr Ton hilflos. „Jonas, Marie, ihr aber auch. Es war alles meine Schuld. Wie konntet ihr, nur um mich zu schützen, alles eurer Mama in die Schuhe schieben?“

Die gekränkten Stimmen der beiden Kinder drangen klar zu Clara.

„Tante Mara, wir wissen, dass wir falsch gehandelt haben ...“

Marie schluchzte. „Wir mochten Mama nur ... nur einfach nicht ...“

„Ja“, fügte Jonas hinzu. „Sie kontrolliert uns immer. Sie lässt uns keine Snacks essen und zwingt uns, pünktlich schlafen zu gehen ... Wir wollten, dass sie weggeht ...“

Claras Finger krallten sich so fest in das Bettlaken, dass ihre Knöchel weiß wurden.

Das waren also die Kinder, die sie zehn Monate lang unter dem Herzen getragen und unter Lebensgefahr geboren hatte.

Sie erinnerte sich an den Tag, an dem Jonas geboren wurde. Vor dem Kreißsaal war niemand gewesen.

Die Krankenschwester hatte ihr gesagt, Alexander sei in einer wichtigen Besprechung und könne sich nicht freimachen.

Sie litt so starke Schmerzen, als würde sie sterben, doch sie hatte nur allein die Zähne zusammenbeißen und durchhalten können.

Bei Maries Geburt war es noch gefährlicher gewesen. Eine schwere Geburt, starke Blutungen, die Ärzte hatten sogar eine Mitteilung über Lebensgefahr ausgestellt.

Und Alexander war wegen einer grenzüberschreitenden Übernahme ins Ausland geflogen.

Doch nun waren die zwei Kinder, die sie unter Einsatz ihres Lebens geboren hatte, zu denen geworden, die sie am tiefsten verletzten.

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