LOGINRavens Perspektive
„Ist das nicht ein bisschen zu freizügig?" fragte ich, während ich versuchte, den Rock nach unten zu ziehen. Der silberne, mit Glitzer besetzte Rock endete an meinen Oberschenkeln und bedeckte kaum meine Unterwäsche. Ich trug ein zweiteiliges Set – der Bustier war trägerlos, und ich war praktisch nackt.
Luna hingegen trug ein schwarzes Bunny-Girl-Kostüm und stand da, als ob sie nicht die geringste Sorge der Welt hätte. „Warum haben wir nicht etwas etwas Dezenteres gewählt?"
„Entschuldigung, würdest du lieber einen Ganzkörperschleier in einem Stripclub tragen?" fauchte sie mich an, und ich verdrehte die Augen. „Sollen wir den Leuten auf dem Weg rein gleich sagen, dass wir ihre kleine Party sprengen wollen?"
Ich seufzte.
„Was jetzt?"
„Der Mann, den wir suchen, wird in der VVIP-Lounge sein. Er hat schwarzes Haar und silberne Augen – achte auch auf Tätowierungen." Sie las von ihrem Handy ab.
„Um halb vier schicken sie normalerweise die Mädchen in die Lounge. Ich weiß nicht, was er mit ihnen macht, aber ich werde im Flur warten."
„Bist du sicher, dass wir deinem Kontakt vertrauen können?" fragte ich.
„Wann habe ich dich je in die Irre geführt?" gab sie zurück, und erst dann nickte ich. „Denk daran: Ob wir lebend rauskommen, hängt davon ab, wie gut wir unsere Arbeit machen." Sie erinnerte mich daran, und ich nickte.
„Du darfst keine Panik bekommen – wenn wir schon sterben müssen, dann wenigstens nicht sofort."
„Keine Sorge", versicherte ich ihr.
„Ich behalte dich im Blick", versicherte Luna mir, während sie mir das Papier in die Hand drückte. Meine Augen weiteten sich. „Es sollte leicht zu verstecken sein. Wenn du ins V.I.P.-Zimmer gehst, biete an, Getränke zu servieren, bevor du tanzt."
„Aber ich kann nicht tanzen, und das weißt du", wandte ich ein, und sie verdrehte einfach die Augen.
„Tu einfach irgendetwas, um ihn zu beschäftigen, bis das Mittel wirkt." Sie flüsterte scharf.
„Sobald ich sehe, dass du ins Zimmer gehst, komme ich zu dir." Sie versprach es. Wir umarmten uns kurz, bevor sie zuerst die Toilette verließ. Ich blieb noch ein paar Minuten drin, um keinen Verdacht zu erregen.
Wir waren mit gefälschten Ausweisen als Gäste in den Club gegangen und hatten uns nun umgezogen, um uns als Stripperinnen zu tarnen.
Der Plan war einfach: Moretti treffen, für ihn tanzen, während er trinkt, und sobald er bewusstlos ist, kommt Luna mit einem Behälter, und wir schaffen ihn raus.
Eine bescheuerte Idee, ja. Aber sie könnte funktionieren.
Sie muss es.
„Hey, du!" Eine männliche Stimme stoppte mich, sobald ich aus der Toilette herauskam. Ich hörte seine lauten, dominanten Schritte, die auf mich zukamen.
Nein!
„Ich habe dich noch nie zuvor gesehen." Er murmelte.
Ich erstarrte und zwang meinen Körper, sich ihm zuzuwenden.
„Ich bin neu." Ich log, mein Herz hämmerte in meiner Brust.
„Nein, das ist es nicht", antwortete er und griff nach mir.
Ich spürte, wie mir der Atem stockte. „Normalerweise bin ich für die Rekrutierung zuständig, aber ich habe dich noch nie gesehen."
Er kam noch näher, und ich kniff die Augen zusammen, wartete darauf, an der Schulter gepackt zu werden. Mist! Anscheinend würde ich noch vor Falco Moretti erwischt werden.
Wenn man mich so erwischte, würde man mich wahrscheinlich sofort töten oder Schlimmeres.
„Roberto, Moretti ist gerade reingekommen", rief eine andere, panische Männerstimme hinter mir, und meine Augen öffneten sich wieder.
Moretti? Das ist der Mann, den ich suche. Der Mann vor mir musterte mich misstrauisch.
„Er ist ungeduldig; er will mit dem Capo reden, und ich glaube, wir sollten ihn beschäftigen."
„Verdammt!" Blanke Angst zog über das Gesicht des Mannes, von dem ich gerade erfahren hatte, dass er Roberto hieß. „Ein falscher Schritt und er pustet uns das Hirn raus – du weißt, er hat keine Geduld."
„Ich finde etwas, um ihn zu beschäftigen. Ruf in der Zwischenzeit den Capo an und sag ihm, dass die Scheiße gerade den Ventilator getroffen hat." Er fuhr sich mit der Hand durch das Haar.
„Ja, Boss."
Roberto zeigte auf mich.
„Du", zischte er durch zusammengebissene Zähne.
„Du hast gesagt, du bist neu, oder?" Ich hatte kaum genickt, da bellte er mir den Rest der Worte entgegen.
„Komm mit."
„Ja, Sir", murmelte ich. Wir gingen auf die Treppe zu; meine Augen schweiften suchend nach Luna, bevor ich aus ihrem Blickfeld verschwand – in der Hoffnung, dass sie bemerkt hatte, wohin man mich schleppte.
„Reiß dich zusammen und befriedige den Boss, hast du verstanden?" Er stieß mich plötzlich gegen die Tür, und meine Augen weiteten sich, als er eine Waffe herauszog.
Eine echte Waffe.
Ein leises Keuchen entfuhr mir, aber ich blieb wie erstarrt stehen, zu erschrocken, um mich zu wehren. Er hielt die Waffe an meinen Kopf.
„Ein falscher Schritt und ich puste dir persönlich das Hirn raus." Er knurrte erneut. „Verstanden?"
Ich nickte hastig.
„Jetzt gehst du da rein, wie das brave Mädchen, das du bist, sagst ihm, dass du unberührt bist, und hältst ihn bei Laune." Er befahl es, während er durch meine Haare fuhr, und ich nickte immer wieder.
Denn Gott, ich brauchte ihn dazu, diese Waffe von meinem Kopf zu nehmen.
„Rosa…" rief er, und eine Frau trat vor. Ich hatte nicht einmal bemerkt, dass jemand dort stand – sie hielt ein Tablett mit Getränken und anderem.
Er zog mich zur Seite, die Waffe immer noch auf mich gerichtet, und ich verstand, noch bevor er Worte benutzte. Ich nahm das Tablett von der Frau, und dann bedeutete er mir hineinzugehen. Ich taumelte hinein, mein Herz hämmerte heftig in meiner Brust.
Das Zimmer war ein privater Tanzraum mit einer Stange, aber hinten war Platz für ein Bett. Eine Sitzgruppe und sogar ein Fernseher.
Ich schwankte, mein Atem ging stoßweise.
Vielleicht sollte ich Luna anrufen, damit wir diesem Wahnsinn ein Ende setzen können.
Diese Menschen sind weit gefährlicher, als ich mir vorgestellt hatte.
Die kühle Luft der Klimaanlage traf meine Haut, und meine Zähne begannen zu klappern. Dann kam mir das Bild meines Bruders in den Sinn, wie er von diesen Monstern gequält wurde, und ich spürte, wie mir Tränen in die Augen stiegen.
Verdammt. Dann tue ich das wohl.
Meine Augen durchsuchten den Raum – er war leer. Schnell zog ich das Papier aus meinem Ausschnitt und leerte den Inhalt in das Getränk.
Trotz der Kälte schwitzte ich inzwischen heftig.
„Und wer zum Teufel bist du?" Ich hörte eine Stimme, kalt wie Stahl, von hinter mir – fordernd und bedrohlich. Ich erstarrte und zerknüllte das Papier schnell in meiner Handfläche.
Mein Kopf fuhr in Richtung der Stimme, und in der Atmosphäre geschah ein plötzlicher Wandel, als meine Augen auf die silbernen Augen des Mannes vor mir trafen.
Sein dunkles Haar schimmerte im schwachen Licht, und sein silbriger Blick durchbohrte mich. Er passte zur Beschreibung – nur die Tätowierungen hatte ich noch nicht gesehen.
Er trug cremefarbene Chinohosen und ein schwarzes Hemd, die Ärmel hochgekrempelt, einige Knöpfe offen. Sein tadellos frisiertes Haar lag auf seiner Stirn, und sein Blick war ernst.
„Ich mag es nicht, mich zu wiederholen, kleines Mädchen." Seine Stimme kam erneut, kalt und beherrscht, funkelnd vor Autorität und Stolz.
„Ich… ich bin Ihre Unterhalterin." Ich stotterte, während ich etwas Getränk in das Glas füllte und eilig an seine Seite trat.
„Ich bin nicht hier für diesen Unsinn, sag—" Ich unterbrach ihn scharf.
„Ihre Bestellung wird vorbereitet", warf ich ein. Er griff plötzlich nach meinem Hals.
„Sag deinem Boss, er soll mir dieses Tier bringen." Er warf mich von sich, zerschmetterte das Glas in seiner Hand – nur um einen Zentimeter an mir vorbei – und ich erstarrte vor Schreck.
Dieser Mann ist wahnsinnig.
Mein Blick fiel auf die Scherben, die auf dem Boden lagen. Mir blieb noch eine letzte Chance, bevor mir wirklich das Hirn weggeblasen wurde.
Meine Augen glitten zu dem restlichen Getränk auf dem Tablett, und ich ging, um es zu nehmen, während ich seinen Blick hielt. Ich trank einen Schluck des Inhalts und behielt die Flüssigkeit im Mund.
Es muss funktionieren.
Wenn das nicht funktioniert, sind wir verloren.
Ich bin zu weit gegangen, um jetzt noch zu zögern. Bevor er sich bewegen konnte, packte ich seinen Kiefer mit Kraft, zog ihn auf meine Höhe herab, und stieß meine Lippen auf seine – und mit meiner Zunge gab ich das Getränk in seinen Mund.
Ravens Perspektive„Hey, ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte Bonita neugierig, als ich hastig zurück in die Küche eilte.Giacinta war inzwischen nicht mehr da. Sie war zum Markt gegangen, sodass nur noch Bonita in der Küche war. Sie musste bemerkt haben, wie blass ich aussah, denn sie half mir sofort, mich neben die große Kücheninsel zu setzen.„Ich wollte gerade nach dir suchen“, sagte sie und ließ sich neben mir nieder. „Aber Sir Falco war im Haus, also musste ich mich von ihm fernhalten.“Falco.Ja. Das war der Bastard, der mich angefasst hatte. Der Mann, der mir höllische Angst eingejagt hatte.Und er war derselbe Mann, den Luna und ich hatten entführen wollen.Ich hatte keinen Zweifel daran, dass er mich ohne mit der Wimper zu zucken getötet hätte, wenn ich an diesem Tag statt Ciro auf ihn getroffen wäre.„Ich hole dir etwas zu trinken.“„Nein.“ Ich packte schnell ihre Hand und zog sie zurück. „Bleib einfach bei mir.“„Der Boss ist zurückgekommen“, sagte sie und riss überrasch
Ciros Sicht„Komm schon, Bruder.“Falcos tiefes Lachen drang durch den Raum, während sich seine kräftigen Finger noch fester um Ravens Kiefer schlossen und ihr Gesicht nach oben zwangen. Der Druck ließ die Haut unter seinem Griff weiß werden. Etwas Tiefes und Unheilvolles zog sich in meinem Magen zusammen, sobald ich sah, wie er meine Maid behandelte – als wäre sie nichts weiter als ein Spielzeug, das er zum Spaß zerbrechen konnte.Ravens Augen waren bereits fest geschlossen.Sie hatte schon vor einer Weile aufgehört, sich zu wehren. Die Kraft war aus ihr gewichen. Ein dunkler Bluterguss bildete sich bereits an ihrem Kinn, dort, wo seine raue Hand sie gepackt hielt.„Lass das Mädchen los, Falco.“ Ich legte Stahl in meine Stimme, kalt und endgültig.Ein Anflug von Verärgerung huschte über sein Gesicht. Falco war ein gieriger kleiner Bastard, der es hasste, wenn man ihm etwas verweigerte, doch schon bald begriff er, dass ich es ernst meinte.Mit einem scharfen, genervten Knurren stieß e
Ravens PerspektiveMein Körper versteifte sich, als ich rückwärts stolperte und mit meinem Hintern gegen ein Trainingsgerät prallte. Die Erinnerungen an jene Nacht kamen mit einem Mal zurück, und die Panik war nur einen Herzschlag entfernt.Zuerst dachte ich, ich würde ihn mir nur einbilden. Doch dann wurde mir klar, dass das hier wirklich passierte.Ciro.Sein kalter, silberner Blick glitt über das Chaos, das ich angerichtet hatte, bevor er wieder zu mir zurückkehrte, als würde er mir wortlos zu verstehen geben, dass ich alles falsch machte.„D-Don …“ Ich zwang mich, das Wort herauszubringen, während ich mich vom Boden hochdrückte. Ich schluckte schwer, als erneut Galle in meiner Kehle aufstieg.„Was machst du hier?“, fragte er und zog seine Hände aus den Hosentaschen.Allein diese Bewegung ließ mich heftig zusammenzucken. Er sah mich an, als wäre mir gerade ein zweiter Kopf gewachsen, bevor er einen langsamen, bedächtigen Schritt auf mich zumachte.Ich kämpfte gegen den Instinkt an,
Ravens SichtAlles, was ich fühlte, war Schmerz.Er war nicht mehr so stechend wie zuvor, aber er war noch da – ein dumpfer, anhaltender Schmerz, der sich durch meinen ganzen Körper zog.Und die Tatsache, dass ich ihn noch spüren konnte, bedeutete nur eines.Ich war noch am Leben.Panik legte sich wie eine Schlinge um meinen Hals und schnürte mir die Luft ab. Meine Augen rissen auf, und ich sog hektisch die Luft ein.Nein …Meine Brust hob und senkte sich schnell, als eine weitere Welle der Angst über mich hinwegrollte.Ich sollte tot sein.Ich hätte das nicht überleben dürfen.„Raven!“ Ich hörte Gias Stimme, während ich mich verzweifelt aufzurichten versuchte.Nein.Ich sollte tot sein.Ich konnte nicht in diesem Höllenloch bleiben.„Beruhige dich. Du bist jetzt in Sicherheit“, drängte Gia und streckte die Hand nach mir aus.Nein. Sie hatte Unrecht.Ich war nicht in Sicherheit.Solange ich hier blieb, würde ich niemals sicher sein.„Bitte, hör auf. Beruhige dich einfach.“Sie zog mic
Ravens Perspektive„Bitte, lasst mich gehen“, flehte ich die Männer an, während sie mich aus der Villa zerrten.Meine Beine waren kaum noch in der Lage, mich zu tragen, sodass sie mich stattdessen über den Boden schleiften. Grashalme kratzten über meine ungeschützte Haut und hinterließen brennende Schnitte an meinen Beinen. Meine Hose war gefährlich weit über meine Hüften gerutscht, doch ich war zu schwach und verängstigt, um sie wieder hochzuziehen.Die kalte Abendluft drang durch mein Kleid und ließ eine Gänsehaut über meine Haut laufen. Ein stechender Schmerz pochte in meinen Ohren, und Schwindel überkam mich, bis mein ganzer Körper zu zittern begann.Sie traten die Tür auf.Ich wurde hineingeschleift und zu Boden geworfen. Meine Stirn schlug hart auf den Boden, und ein greller Schmerz schoss durch meinen Schädel.Für einen Moment wurde alles schwarz. Als ich schließlich die Augen wieder öffnete, fuhr mein Körper erschrocken hoch.Eine dunkelrote Schmiererei zeichnete sich auf den
Ciros PerspektiveRavens ganzer Körper zitterte unter meinem prüfenden Blick, während meine Augen langsam über jede Kurve ihres wunderschönen Körpers wanderten.Ich spürte, wie sich mein Körper in meiner Hose anspannte.Nicht viele Frauen hatten einen solchen Einfluss auf mich. Nicht viele hatten jemals nackt vor mir gestanden und es geschafft, eine derart unmittelbare Reaktion in mir hervorzurufen.Aber diese Frau … Alles, was sie tat, war eine Versuchung.Selbst jetzt, wo in ihren dunklen Augen nichts als Hass lag, hungerte ich noch immer sündhaft nach ihr … und so, wie es gerade um mich stand, würde es bald schwierig werden, meine Erregung zu verbergen.Ich musste nicht, dass sie wusste, wie sehr sie mich beeinflusste. Sonst könnte sie das eines Tages gegen mich verwenden.„Dreh dich um“, befahl ich mit angespannter Stimme.Ihre Kiefermuskeln spannten sich an, doch sie widersprach nicht. Sie drehte sich zur Wand und presste ihre Stirn dagegen, während ein leises Schluchzen über ihr
Ravens Perspektive„Was zum Teufel sollen wir jetzt tun?" fragte Luna, und die Frage trieb mir weitere Tränen in die Augen, denn ich hatte verdammt noch mal keine Ahnung.Das war nichts Neues. Chase war schon immer so gewesen – aber nie so schlimm wie jetzt.Chase und ich sind Waisen; unsere Eltern
Ravens Perspektive„Ugh!" Ich stieß einen schmerzlichen Laut aus, als ich mein Glas Schnaps leerte. Die Flüssigkeit brannte mir die Kehle hinunter, weil ich zu schnell getrunken hatte.„Ist das nicht zu viel?" Luna, meine beste Freundin seit Kindheitstagen, fragte mit besorgtem Blick: „Du wirst in
Ravens Perspektive„Wer hat Sie geschickt?", wiederholte Ciro.Ich schüttelte den Kopf. „Es handelt sich um ein Missverständnis. Ich habe nicht versucht, Sie zu töten", sagte ich bestimmt. „Ich habe in Panik gehandelt – ich verspreche Ihnen, es war ein Fehler."„Sie halten mich wohl für dumm." Er g
Ravens PerspektiveDieser gutaussehende, wandelnde Abschaum stieß mich so heftig weg, dass ich auf den Tisch fiel und das Tablett zu Boden krachte.Verdammt, ich glaube, ich habe mir die Wirbelsäule gebrochen.Bevor ich aufstehen konnte, kamen seine Stiefel in mein Blickfeld.„Was hast du mir gegeb







