LOGINRavens Perspektive
„Chase!" Mein Schrei riss mir aus der Kehle, als ich auf ihn zustürzte, mein Herz hämmerte gegen meine Brust. Meine Finger streckten sich aus, um ihn zu greifen, doch bevor ich ihn erreichen konnte, wurde ich von einem von Ciros Männern vom Boden gehoben. „Lass mich los!"
„Ugh!" Ich trat um mich, kratzte und wand mich aus seinem eisernen Griff, doch der schraubstockartige Griff lockerte sich nicht einmal.
Chase stemmte sich auf zitternden Armen hoch, nur um wieder zusammenzubrechen, Blut strömte aus seiner Nase und spaltete seine Lippe. Ich hatte ihn noch nie so gesehen. Mein Magen zog sich zusammen, heiße Tränen verschwammen die Ränder meines Blickfeldes. Meine Lippen zitterten, als ich mich an den Mann klammerte, der mich festhielt, mein Blick glitt zu Ciro Moretti, dem Mann, der alle Macht besaß.
„Bitte, lass mich zu ihm", krächzte ich, meine Stimme brach. „Ich werde alles tun, bitte lass ihn gehen. Wir können darüber reden."
Ciro zeigte auf meinen Bruder, bedeckt mit Schmutz, Schweiß und Blut. Ciros Blick wich nicht ab. Er deutete lässig auf meinen Bruder, der im Schmutz und Blut lag.
„Deine dreckige Ratte von einem Bruder hat von mir gestohlen. Dann hat er die letzte Lieferung, die ihm anvertraut wurde, zerstört." Er richtete sich auf, fast sofort brachten zwei der Männer, die um ihn standen, eilig einen Stuhl herbei; sie stellten ihn hin, entstaubten ihn, und Ciro setzte sich mit Würde und Eleganz.
Seine Augen verließen meine kein einziges Mal, als würde er mich necken, er schlug die Beine übereinander.
Ein weiterer Mann lief mit einem Koffer in der Hand nach vorne. Er öffnete den Koffer und enthüllte eine Reihe teurer Tabakwaren.
Ciros Finger verweilten und glitten über jeden einzelnen davon, als ob er überlegte, welchen Geschmack er wählen sollte. Er sonderte schließlich einen aus; der Mann mit dem Tabakkoffer trat zurück, und dann kam ein anderer nach vorne, der ein Feuerzeug reichte.
Und da verstand ich, wie viel Macht er besaß; all diese Dinge geschahen, ohne dass er auch nur mit den Fingern schnipsen musste.
Es war fast so, als würde jeder die Rolle kennen, die er in seinem Leben spielte, und sie spielten ihre Rollen so vollkommen.
„Ich werde alles tun", flüsterte ich erneut, die Kehle rau. „Bitte."
„Und dann?" Er befestigte den Tabak in seinem Mund, der Rauch füllte meine Lungen. „Wie soll ich all das Geld zurückbekommen, das er mir gestohlen hat?"
Er zeigte erneut auf ihn, auf abwertende Weise.
„Selbst wenn ich alle dreckigen Organe in seinem Körper verkaufen würde, sind sie nicht einen Zehntel der Waren wert, die er ruiniert hat." Er zog den Tabak aus seinem Mund und blies mir den Rauch ins Gesicht. „Was schlägst du vor, was ich tun soll? Hast du etwas Wertvolles, das mich besänftigen kann?"
Meine Hände zitterten, meine Augen schweiften umher. Ich habe nichts Wertvolles, und selbst mein Leben ist an diesem Punkt wertlos.
„Ich kann das Geld erarbeiten." Ich platzte heraus, meine Lippen zitterten noch immer. Ich muss alles tun. „Es ist mir egal, was das bedeutet, aber ich werde alles tun, was du willst."
Seine linke Augenbraue zog sich nach oben.
„Du glaubst, du kannst das Geld zurückzahlen, das dein Bruder mir schuldet?" fragte er neugierig und zog erneut an seinem Tabak. Er streckte die Hände aus, und Vincenzo trat mit einer Akte nach vorne, er öffnete die Papiere und warf sie mir entgegen.
Die Männer ließen mich los, und dann bückte ich mich nach den Papieren, hob sie auf und blätterte sie durch.
„Ich verstehe das nicht", murmelte ich, während meine Augen sie durchsuchten. Meine Augen weiteten sich, als sie die gerundete Zahl erreichten. „Zwanzig Millionen Dollar."
Die Papiere glitten aus meinen Händen, meine Knie gaben nach, und ich fiel zu Boden.
Wo zur Hölle soll ich zwanzig Millionen Dollar herbekommen? Ciro hatte recht, selbst wenn ich alle meine Organe verkaufte, würden sie nicht einmal die Hälfte des Geldes ausmachen. Meine Hände zitterten, ich blieb auf den Knien.
Ciro beobachtete mich, Rauch driftete träge von seinen Lippen.
„Kriech zu mir", befahl er, seine Augen glänzten böse. Ohne zu zögern kroch ich, und er spreizte die Beine weit auseinander und erwartete mich.
Er griff mein Kinn, seine Augen musterten mein Gesicht und blickten tief in meine Augen.
„Du hast ein sehr schönes Gesicht", murmelte er, noch immer den Rauch gegen mein Gesicht blasend. „Sehr einzigartig, eines, für das ein Mann sterben würde."
Ich schwieg. „Es könnte einen Weg geben, den Tod deines Bruders zu bezahlen." Er antwortete, und meine Augen weiteten sich. „Ich werde alles tun."
„Würdest du für mich tanzen?" Es klang nicht wie eine Frage; er stellte es mir, weil er wusste, dass ich keine Wahl hatte.
Es war entweder das oder das Leben meines Bruders.
„Als Stripperin?" brachte ich hervor, meine Stimme kaum über ein Flüstern.
Ciros Lippen formten das zarteste Lächeln. Er lehnte sich zurück und zog erneut an der Zigarre. „Ich teile nicht, was mein Interesse weckt. Kein Vorführen vor anderen." Sein Blick glitt langsam über mich. „Du hast angeboten, meine Unterhalterin zu sein. Halte mich amüsiert, kleiner Vogel, und dein Bruder könnte leben. Deine Freundin Luna auch."
Mein Atem stockte. Meine Freiheit — mein ganzes Leben — diesem Monster zu opfern, um Chase und Luna zu retten. Meine Augen wanderten zu meinem Bruder, halb bewusstlos und blutend auf dem Boden. Dann zurück zu Ciro.
Ich schluckte schwer und nickte. „Ich werde es tun. Alles, was du willst… solange du sie verschonst."
„Kluge Wahl." Sein Lächeln vertiefte sich, gefährlich und zufrieden. „Aber nichts im Leben ist umsonst." Er schnipste mit den Fingern. „Vincenzo — zehn seiner Fingernägel."
Ich keuchte, Entsetzen traf mich wie ein Schlag, als eine Werkzeugkiste geöffnet und eine Zange nach vorne gereicht wurde. Vincenzo schritt auf Chase zu.
„Nein!" Der Schrei riss aus mir heraus. Ich stürmte nach vorne, aber Hände hielten mich zurück. „Du hast versprochen, ihn nicht zu töten!"
„Ich habe versprochen, sein Leben zu verschonen", sagte Ciro ruhig, Rauch driftete von seinen Lippen. „Aber Handlungen haben Konsequenzen. Er muss sich daran erinnern, was mit denen passiert, die von mir stehlen."
Er rauchte weiter seelenruhig. „Er muss verstehen, dass Handlungen Konsequenzen haben."
„Nein!" Ich hörte ihn schreien, und ich bedeckte meine Ohren.
„Bitte lass es aufhören", bettelte ich, meine Augen fest geschlossen, Tränen flossen aus meinen geschlossenen Lidern. Er griff mein Kinn und zwang mein Gesicht in Richtung Chase, der vor Schmerz schrie.
„Ich brauche dich, um zu sehen, was mit Menschen wird, die mir nehmen." Er knurrte mir ins Gesicht. „Das Leben deines Bruders und deiner Freundin hängt davon ab, wie gut du mich unterhältst."
Ravens Perspektive„Hey, ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte Bonita neugierig, als ich hastig zurück in die Küche eilte.Giacinta war inzwischen nicht mehr da. Sie war zum Markt gegangen, sodass nur noch Bonita in der Küche war. Sie musste bemerkt haben, wie blass ich aussah, denn sie half mir sofort, mich neben die große Kücheninsel zu setzen.„Ich wollte gerade nach dir suchen“, sagte sie und ließ sich neben mir nieder. „Aber Sir Falco war im Haus, also musste ich mich von ihm fernhalten.“Falco.Ja. Das war der Bastard, der mich angefasst hatte. Der Mann, der mir höllische Angst eingejagt hatte.Und er war derselbe Mann, den Luna und ich hatten entführen wollen.Ich hatte keinen Zweifel daran, dass er mich ohne mit der Wimper zu zucken getötet hätte, wenn ich an diesem Tag statt Ciro auf ihn getroffen wäre.„Ich hole dir etwas zu trinken.“„Nein.“ Ich packte schnell ihre Hand und zog sie zurück. „Bleib einfach bei mir.“„Der Boss ist zurückgekommen“, sagte sie und riss überrasch
Ciros Sicht„Komm schon, Bruder.“Falcos tiefes Lachen drang durch den Raum, während sich seine kräftigen Finger noch fester um Ravens Kiefer schlossen und ihr Gesicht nach oben zwangen. Der Druck ließ die Haut unter seinem Griff weiß werden. Etwas Tiefes und Unheilvolles zog sich in meinem Magen zusammen, sobald ich sah, wie er meine Maid behandelte – als wäre sie nichts weiter als ein Spielzeug, das er zum Spaß zerbrechen konnte.Ravens Augen waren bereits fest geschlossen.Sie hatte schon vor einer Weile aufgehört, sich zu wehren. Die Kraft war aus ihr gewichen. Ein dunkler Bluterguss bildete sich bereits an ihrem Kinn, dort, wo seine raue Hand sie gepackt hielt.„Lass das Mädchen los, Falco.“ Ich legte Stahl in meine Stimme, kalt und endgültig.Ein Anflug von Verärgerung huschte über sein Gesicht. Falco war ein gieriger kleiner Bastard, der es hasste, wenn man ihm etwas verweigerte, doch schon bald begriff er, dass ich es ernst meinte.Mit einem scharfen, genervten Knurren stieß e
Ravens PerspektiveMein Körper versteifte sich, als ich rückwärts stolperte und mit meinem Hintern gegen ein Trainingsgerät prallte. Die Erinnerungen an jene Nacht kamen mit einem Mal zurück, und die Panik war nur einen Herzschlag entfernt.Zuerst dachte ich, ich würde ihn mir nur einbilden. Doch dann wurde mir klar, dass das hier wirklich passierte.Ciro.Sein kalter, silberner Blick glitt über das Chaos, das ich angerichtet hatte, bevor er wieder zu mir zurückkehrte, als würde er mir wortlos zu verstehen geben, dass ich alles falsch machte.„D-Don …“ Ich zwang mich, das Wort herauszubringen, während ich mich vom Boden hochdrückte. Ich schluckte schwer, als erneut Galle in meiner Kehle aufstieg.„Was machst du hier?“, fragte er und zog seine Hände aus den Hosentaschen.Allein diese Bewegung ließ mich heftig zusammenzucken. Er sah mich an, als wäre mir gerade ein zweiter Kopf gewachsen, bevor er einen langsamen, bedächtigen Schritt auf mich zumachte.Ich kämpfte gegen den Instinkt an,
Ravens SichtAlles, was ich fühlte, war Schmerz.Er war nicht mehr so stechend wie zuvor, aber er war noch da – ein dumpfer, anhaltender Schmerz, der sich durch meinen ganzen Körper zog.Und die Tatsache, dass ich ihn noch spüren konnte, bedeutete nur eines.Ich war noch am Leben.Panik legte sich wie eine Schlinge um meinen Hals und schnürte mir die Luft ab. Meine Augen rissen auf, und ich sog hektisch die Luft ein.Nein …Meine Brust hob und senkte sich schnell, als eine weitere Welle der Angst über mich hinwegrollte.Ich sollte tot sein.Ich hätte das nicht überleben dürfen.„Raven!“ Ich hörte Gias Stimme, während ich mich verzweifelt aufzurichten versuchte.Nein.Ich sollte tot sein.Ich konnte nicht in diesem Höllenloch bleiben.„Beruhige dich. Du bist jetzt in Sicherheit“, drängte Gia und streckte die Hand nach mir aus.Nein. Sie hatte Unrecht.Ich war nicht in Sicherheit.Solange ich hier blieb, würde ich niemals sicher sein.„Bitte, hör auf. Beruhige dich einfach.“Sie zog mic
Ravens Perspektive„Bitte, lasst mich gehen“, flehte ich die Männer an, während sie mich aus der Villa zerrten.Meine Beine waren kaum noch in der Lage, mich zu tragen, sodass sie mich stattdessen über den Boden schleiften. Grashalme kratzten über meine ungeschützte Haut und hinterließen brennende Schnitte an meinen Beinen. Meine Hose war gefährlich weit über meine Hüften gerutscht, doch ich war zu schwach und verängstigt, um sie wieder hochzuziehen.Die kalte Abendluft drang durch mein Kleid und ließ eine Gänsehaut über meine Haut laufen. Ein stechender Schmerz pochte in meinen Ohren, und Schwindel überkam mich, bis mein ganzer Körper zu zittern begann.Sie traten die Tür auf.Ich wurde hineingeschleift und zu Boden geworfen. Meine Stirn schlug hart auf den Boden, und ein greller Schmerz schoss durch meinen Schädel.Für einen Moment wurde alles schwarz. Als ich schließlich die Augen wieder öffnete, fuhr mein Körper erschrocken hoch.Eine dunkelrote Schmiererei zeichnete sich auf den
Ciros PerspektiveRavens ganzer Körper zitterte unter meinem prüfenden Blick, während meine Augen langsam über jede Kurve ihres wunderschönen Körpers wanderten.Ich spürte, wie sich mein Körper in meiner Hose anspannte.Nicht viele Frauen hatten einen solchen Einfluss auf mich. Nicht viele hatten jemals nackt vor mir gestanden und es geschafft, eine derart unmittelbare Reaktion in mir hervorzurufen.Aber diese Frau … Alles, was sie tat, war eine Versuchung.Selbst jetzt, wo in ihren dunklen Augen nichts als Hass lag, hungerte ich noch immer sündhaft nach ihr … und so, wie es gerade um mich stand, würde es bald schwierig werden, meine Erregung zu verbergen.Ich musste nicht, dass sie wusste, wie sehr sie mich beeinflusste. Sonst könnte sie das eines Tages gegen mich verwenden.„Dreh dich um“, befahl ich mit angespannter Stimme.Ihre Kiefermuskeln spannten sich an, doch sie widersprach nicht. Sie drehte sich zur Wand und presste ihre Stirn dagegen, während ein leises Schluchzen über ihr
Ravens Perspektive„Ist das nicht ein bisschen zu freizügig?" fragte ich, während ich versuchte, den Rock nach unten zu ziehen. Der silberne, mit Glitzer besetzte Rock endete an meinen Oberschenkeln und bedeckte kaum meine Unterwäsche. Ich trug ein zweiteiliges Set – der Bustier war trägerlos, und
Ravens PerspektiveDie Kälte im Raum wurde intensiver, die Augenbinde wurde mir wieder aufgesetzt, aber sie hatten uns die Knebel aus dem Mund genommen – der einzige Gnadenakt, den sie uns heute erwiesen hatten. Die Stille im Raum war beißend; das Einzige, was ich hören konnte, war Lunas Atemgeräus
Ravens Perspektive„Wer hat Sie geschickt?", wiederholte Ciro.Ich schüttelte den Kopf. „Es handelt sich um ein Missverständnis. Ich habe nicht versucht, Sie zu töten", sagte ich bestimmt. „Ich habe in Panik gehandelt – ich verspreche Ihnen, es war ein Fehler."„Sie halten mich wohl für dumm." Er g
Ravens PerspektiveDieser gutaussehende, wandelnde Abschaum stieß mich so heftig weg, dass ich auf den Tisch fiel und das Tablett zu Boden krachte.Verdammt, ich glaube, ich habe mir die Wirbelsäule gebrochen.Bevor ich aufstehen konnte, kamen seine Stiefel in mein Blickfeld.„Was hast du mir gegeb







