MasukIch weigerte mich einzusteigen. Meine Finger schlossen sich so fest um den Riemen meiner Handtasche, dass das Leder in meine Handfläche schnitt. „Ich nehme ein Taxi. Ich komme schon klar.“Dominic bewegte das Auto nicht. Sein Mund verzog sich, das lockere Grinsen wurde schmaler und etwas Gemeineres trat an seine Stelle. „Du erinnerst dich noch an den Vertrag, oder hast du es bereits geschafft, ihn zu vergessen?“ Die Worte kamen langsam, triefend vor jenem herablassenden Ton, den er benutzte, wenn er wollte, dass ich mich klein fühlte.Der Vertrag. Dieses verdammte, bindende Stück Papier. Wie hätte ich ihn vergessen können? Er lastete jeden Tag auf mir, eine Last, die ich nicht ablegen konnte, ein Schatten, der mir in jeden Raum folgte. Er beobachtete mein Gesicht und grinste, als hätte er den Gedanken direkt daraus abgelesen. Seine Augen glänzten vor einer Art von Belustigung, in der nichts Freundliches lag.„Steig in das Auto, Elara, oder es wird Konsequenzen geben.“Ruhig. Beiläufig
ELARA–Ich wachte auf, weil das Telefon mich anschrie, derselbe schrille Klingelton immer und immer wieder. Meine Augen blieben fest geschlossen. Ich war noch nicht bereit für all das. Trotzdem rollte ich mich zum Nachttisch hinüber, und das Geräusch verstummte gerade lange genug, um mir vorzugaukeln, dass ich vielleicht noch eine Stunde schlafen könnte. Dann begann es wieder. Mir blieb keine Wahl. Mit kaum geöffneten Augen tastete ich nach dem Telefon, nahm es vom Holz und krächzte etwas, das vielleicht als „Hallo“ durchgehen konnte.Zaras Stimme traf auf der anderen Seite der Leitung ein und riss mich sofort in die Höhe. Ich setzte mich schnell auf und fuhr mir mit einer Hand übers Gesicht, damit ich nicht so klang, als wäre ich bewusstlos gewesen. „Guten Morgen, Zara. Was ist so wichtig, dass du so früh anrufst?“Sie erzählte mir von einem Projekt, das heute anstand, etwas Großes, und dass ich um Punkt neun Uhr in der Firma sein musste. „Das ist eine große Sache, Elara“, sagte sie,
ADRIANMein Kopf wurde in dem Moment leer, als ich sie dort in diesem dünnen Laken stehen sah. Es schmiegte sich an ihren Körper, bedeckte kaum das, von dem ich bereits wusste, dass es sich darunter befand, und es reichte aus, um mein Blut zum Kochen zu bringen. Ich hatte sie verdammt sehr vermisst. Dass meine Mutter sich geweigert hatte, sie in meinem Zimmer schlafen zu lassen, hatte es nur noch schlimmer gemacht. Ihre Gründe waren lächerlich. Sie mochte Elara einfach nicht. Aber all das spielte jetzt keine Rolle.Alles, was ich sehen konnte, war Elara. Ihren Körper. Ihren Duft. Das Gefühl ihrer Haut an meiner. Als das Laken zu Boden fiel und sie nur noch einen BH und ein Höschen trug, hämmerte mein Herz gegen meine Rippen. Das Rauschen in meinen Ohren übertönte das ganze Haus. Sie war direkt vor mir, und die Anziehung zwischen uns war zu stark, um dagegen anzukämpfen.Ich konnte meine Hände nicht stillhalten. Ich strich über sie, über diese weiche, warme Haut. Jedes Mal, wenn sie mi
Brianna ließ sich nicht umstimmen. Ich durfte mir kein Zimmer mit Adrian teilen. Er war genauso stur und wollte unbedingt, dass ich bei ihm blieb, aber ich sagte ihm, dass es in Ordnung sei. Ich wollte ihr keinen weiteren Grund geben, mich anzusehen, als würde ich nicht hierhergehören.Das Zimmer, das sie für mich vorbereitet hatten, war schön. Alles war mit Sorgfalt eingerichtet worden: warmes Licht, teure Möbel, alles so ausgewählt, dass es luxuriös wirkte, ohne sich zu sehr darum zu bemühen. Das Bett war breit und einladend, mit einer dicken Bettdecke und mehr Kissen, als eine Person jemals brauchen würde. Es war sauber. Es hatte alles. Einen kleinen Schreibtisch. Einen Sessel am Fenster. Ein eigenes Badezimmer mit dicken Handtüchern und diesen angenehm duftenden Fläschchen, die ordentlich neben dem Waschbecken aufgereiht waren.Ich zog das Kleid aus und spürte, wie ein Teil der Anspannung des Tages mit ihm von mir abfiel. Das Kleid war hübsch gewesen, aber eng
ELARA —Mein Handy hörte einfach nicht auf, mit dem Namen dieses Arschlochs aufzuleuchten. Ich hatte ihn bereits blockiert, und trotzdem hatte er eine andere Nummer gefunden, nur um mich weiter zu provozieren. Ich stöhnte genervt auf und stellte mein Handy auf lautlos.„Wer ist es, Elara?“, fragte Mom und setzte sich neben mich.„Eine falsche Nummer. Nichts Wichtiges.“ Ich winkte ab. Ich würde ihr ganz sicher nichts von Victor Hale erzählen. Ich wollte nicht, dass sie sich an ihrem Hochzeitstag Sorgen machte.„Ist Adrian schon gegangen? Ach, er ist so ein Schatz. Findest du nicht auch?“Mein Lächeln fühlte sich gezwungen an.„Ja. Er hatte ein wichtiges Treffen.“Sie redete weiter über ihn, darüber, wie sehr er mich liebte und wie sehr er sich um mich und Leo kümmerte. Ich hatte Angst, dass sie nach seinen Eltern fragen würde. Ein paar Sekunden später tat sie es tatsächlich.„Hast du seine Eltern schon kennengelernt?“, fragte sie hoffnungsvoll.„…Noch nicht.“Wenn ich ihr erzählen würd
ADRIAN —Meine Mutter redete immer noch leise vor sich hin. Seit Elara gegangen war, waren zwei Stunden vergangen, und meine Beine wollten einfach nicht aufhören zu zittern. Die ganze Zeit über war ich vollkommen angespannt gewesen. Wenn Mom nicht in diesem Raum gewesen wäre, wäre ich Elara ohne auch nur zweimal darüber nachzudenken hinterhergegangen.„Adrian, ich will meinen Enkel kennenlernen!“, sagte sie wieder. Immer wieder dieselben Worte. Ich drückte drei Finger gegen meine Schläfe. Ich war ohnehin schon wütend darüber, dass sie unhöflich zu Elara gewesen war, hatte dann den halben Vormittag damit verbracht, sich um Vivian zu sorgen, und jetzt wollte sie Leo sehen.„Ich muss deinem Vater immer noch davon erzählen …“„Warum willst du meinen Sohn überhaupt kennenlernen?“, fragte ich. „Du akzeptierst Elara nicht.“Bei ihrem Namen gab sie ein scharfes Geräusch von sich. „Ich kaufe dir diese Geschichte immer noch nicht ab, Adrian. Du und diese Frau habt ein Kind? Wie soll ich jemande
Ich blinzelte heftig und versuchte, den Nebel aus meinen Augen zu vertreiben. Ich flüsterte Jacksons Namen ein letztes Mal, doch es kam keine Antwort. Der Mann vor mir wirkte größer, als ich ihn in Erinnerung hatte, und er atmete schwer, fast keuchend. Sein Gesicht blieb im Schatten verborgen – das
ELARAPositiv.Diese beiden kleinen roten Linien starrten mich vom Teststäbchen aus an. Ich war schwanger. Meine Hand zitterte, als ich das Testkit hielt, und ich blinzelte es nur an, als könnte ich die Linien zum Verschwinden bringen, wenn ich lange genug starrte. „Das kann nicht passieren“, flüst
GEGENWARTDer scharfe Chlorgeruch traf mich und ließ meinen Magen rebellieren. Selbst der sanfte Lilien-Duft meines eigenen Shampoos machte mich jetzt übel. Ich holte langsam Luft, versuchte, das Gefühl zu beruhigen, und ging weiter auf Zimmer zwölf zu – die Gynäkologie-Abteilung.Herauszufinden, d
Etwas in mir zerbrach in dem Moment, als ich diese Stimme hörte. Es gab keinen Zweifel. Ich schob mich an der Rothaarigen vorbei und betrat das Zimmer, bevor sie mich aufhalten konnte. In meinem schlimmsten Albtraum hätte ich mir nie ausgemalt, Jackson dort im Bett liegen zu sehen, vollkommen nackt







