DIE LUNA, DIE ER NIE WOLLTE: VON DER ZURÜCKWEISUNG ZUR OBSES

DIE LUNA, DIE ER NIE WOLLTE: VON DER ZURÜCKWEISUNG ZUR OBSES

last updateLast Updated : 2026-09-17
By:  CelestiaOngoing
Language: Deutsch
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„Ich habe nie um dein Herz gebeten, Rosaline. Nur um deinen Namen auf einen Vertrag.“ Mit neunzehn Jahren unterschreibt Rosaline einen Ehevertrag mit Alpha George Thornhill, um ihre Familie zu retten. Sie weiß, dass sein Herz einer anderen gehört, doch sie wird seine Luna und verliebt sich hoffnungslos in den Mann, der sie niemals lieben will. Jahrelang ist sie die perfekte Ehefrau. Mit ihrer Intelligenz stärkt sie Georges Rudel, während er sie auf Abstand hält und jede Nähe vermeidet. Bis zu jener verbotenen Nacht, in der seine Kontrolle zerbricht. „Ich sollte dich hassen“, flüstert George gegen ihre Haut. „Aber verdammt, ich kann nicht aufhören, dich zu wollen.“ Doch am nächsten Morgen kehrt Britney zurück, Georges erste Liebe, schwanger mit seinem Kind. George legt die Scheidungspapiere vor Rosaline. „Unterschreib. Diese Ehe war nie mehr als ein Vertrag.“ Mit gebrochenem Herzen verschwindet Rosaline. Fünf Jahre später ist sie eine CEO, eine weltberühmte Architektin und die Ehefrau eines anderen Mannes. Sie zieht ihre Zwillinge groß und hütet ein Geheimnis, das mächtig genug ist, einen Krieg zu entfachen. Dann führt das Schicksal sie zurück zu George. Der einst unnahbare Alpha ist nicht mehr derselbe. Von Schuld und Reue verfolgt, wird seine einst abgewiesene Luna zu seiner größten Obsession. „Du glaubst wirklich, du kannst dich vor mir verstecken? Du gehörst mir, Rosaline. Du hast mir schon immer gehört.“ Doch Rosaline hebt nur ihr Kinn. „Ich war einmal deine. Du hast mich weggeworfen. Jetzt hast du kein Recht mehr auf mich.“ Hinter ihrer Trennung verbirgt sich eine gefährliche Wahrheit: ein tödlicher Fluch, ein vorgetäuschter Verrat und ein Feind, der nach der Macht im Blut ihrer Kinder giert. Als dunkle Mächte erwachen und der Krieg beginnt, müssen Rosaline und George sich ihrer Vergangenheit stellen. Kann ihre Liebe die Wahrheit überleben, oder wird sie sie diesmal endgültig zerstören?

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Chapter 1

ZWEI ÜBERRASCHUNGEN

••ROSALINES PERSPEKTIVE••

„Überall fallen Krieger, und das gesamte Rudel ist erfüllt von Schreien, aber wir haben es bis in den Keller geschafft.“ Die panische Stimme meines Bruders durchbrach die Stille, jedes Wort begleitet von fernen Einschlägen und verängstigten Schreien im Hintergrund. „Das Sicherheitsteam hat auch einen Unterschlupf gefunden. Feiglinge.“

Bevor ich seine Worte überhaupt verarbeiten konnte, mischte sich auch die Stimme meines Vaters ins Gespräch, klang weit älter und erschöpfter, als ich es je gehört hatte.

„Ich glaube, ich kann es mir nicht mehr leisten zu zögern“, sagte er schwer. „Dieses Rudel ist bereits von innen heraus verkauft worden, Rose, mein kleines Liebes. Wir sind hier nicht mehr sicher. Das Sicherheitsteam ist kompromittiert.“

Selbst nach zwei Jahren verfolgten mich diese Stimmen noch immer, als hätte ich sie erst gestern gehört.

Die Angst in der Stimme meines Bruders und die Resignation in der meines Vaters hatten mich zu der größten Entscheidung meines Lebens gedrängt.

Es war eine Entscheidung aus Verzweiflung, Pflicht und vielleicht auch ein wenig Egoismus meinerseits.

Immerhin hatte es immer eine Person gegeben, die meine Gedanken beschäftigte, wann immer ich allein war, eine Person, deren Gesicht mich grundlos zum Lächeln bringen konnte.

Noch wichtiger: Er war der einzige Mann, der mächtig genug war, meine Familie vor den Rogues zu retten, die irgendwie stark genug geworden waren, ein ganzes Rudel in die Knie zu zwingen.

Vor den gerahmten Fotografien, die die Wände des sanft beleuchteten Abstellraums schmückten, verweilte mein Blick auf dem Bild in der Mitte.

Alpha George.

Er war zweifellos eine besondere Schöpfung, nicht nur wegen der ungerechten Perfektion seines Gesichts, sondern weil ich trotz der Distanz, die er stets zwischen uns wahrte, jahrelang mich selbst davon überzeugt hatte, dass irgendwo unter dieser kalten Fassade auch er etwas für mich empfand.

Selbst nach zwei Jahren Ehe ertappte ich mich noch immer dabei, länger als nötig auf sein Gesicht zu starren.

George zu lieben war nie schwer gewesen. Schwer war immer gewesen, sich daran zu erinnern, dass unsere Ehe als Vertrag begonnen hatte.

Mein Blick driftete zum Schreibtisch gegenüber. In diesem Schreibtisch lagen verschlossen die Vertragspapiere, die wir vor zwei Jahren unterschrieben hatten. Ich konnte es mir nicht leisten, zuzusehen, wie meine Familie in den Händen der grausamen und perversen Rogues starb.

Sie mussten gerettet werden.

Meine Familie zu retten war der Grund gewesen, warum ich den Vertrag unterschrieben hatte.

Der Vertrag hatte mir einen Ehemann gegeben, aber irgendwann auf dem Weg hatte mein Herz vergessen, dass es nur vorübergehend sein sollte.

Als ich zum ersten Mal vor den Wölfen erschien, um das Luna-Abzeichen entgegenzunehmen, lachten die meisten offen. Sie fragten, ob jemand wie ich würdig sei, an der Seite eines Alphas zu stehen, aber ich ignorierte sie.

Das tat ich immer.

Für sie war ich schließlich nichts weiter als eine Prinzessin mit Titel und Reichtum, aber ohne Wolf und ohne ein mächtiges Rudel hinter sich. Sie glaubten, ich sei ins Thornhill-Rudel gekommen und hätte eine Mitgift mitgebracht, nicht die Qualifikationen einer Luna.

In ihren Augen war ich niemals eine Luna.

Ich war ein politisches Tauschgeschäft, eine Figur auf einem Schachbrett, die um des Überlebens willen bewegt wurde.

Alpha George brauchte den Reichtum meiner Familie, um sein Rudel wieder aufzubauen und zu stärken, während ich Alpha Georges Macht brauchte, um meine Familie vor den Rogues zu schützen, die um unsere Grenzen kreisten.

Wir beide hatten Teile von uns selbst für die Menschen geopfert, die wir liebten.

Doch nun priesen genau dieselben Leute, die einst meinen Platz an der Seite ihres Alphas in Frage gestellt hatten, mich dafür, der Position der Luna Würde zurückgegeben und das Leben der Rudelmitglieder verbessert zu haben. Innerhalb von zwei Jahren hatte ich das Vertrauen und die Zuneigung vieler von ihnen gewonnen.

Es war erst eine Woche her, seit jener Nacht, in der George mich in seinen Armen gehalten und mich angesehen hatte, als würde ich wirklich etwas bedeuten.

Zum ersten Mal seit Beginn unserer Ehe hatte ich mir erlaubt zu glauben, dass unsere Beziehung vielleicht endlich etwas Echtes wurde.

„Rosaline.“

Meine Gedanken wurden von seiner Stimme unterbrochen, und mein Blick wanderte sofort zur Tür.

„Die Tür ist offen.“

Ich räusperte mich und holte tief Luft, als sich die Tür öffnete und Alpha Georges Gestalt sichtbar wurde.

Während ich auf ihn zuging, schob ich das kleine Taschenbuch rasch in die Tasche. Ich konnte es mir nicht leisten, die Überraschung zu ruinieren, die ich für ihn hatte.

Meine Finger strichen unbewusst über das in der Tasche versteckte Taschenbuch, und mein Lächeln wurde breiter.

Wenn er nur wüsste, dass die Überraschung, die ich vor ihm verborgen hielt, genau das war, wonach er sich am meisten sehnte, hätte er noch heller gelächelt als jetzt und wahrscheinlich selbst eine Feier veranstaltet. Wer wäre schon nicht glücklich über eine solche Überraschung?

Er stand in der Tür mit seinem üblichen unlesbaren Ausdruck.

„Ich habe überall nach dir gesucht. Was machst du allein im Abstellraum?“

Trotz der Distanz, die er stets zwischen uns wahrte, ließ mich das Hören dieser Worte das Herz rasen.

Ich summte. „Ich betrachte die schönen Bilder an den Wänden. Willst du sie mit mir ansehen?“

„Wir haben etwas Wichtigeres zu erledigen.“ sein Tonfall änderte sich plötzlich, aber das Lächeln blieb auf seinem Gesicht. „Nimm meine Hand und lass uns zu meinem Büro gehen. Ich habe eine große Überraschung für dich.“

Ich lachte leise. „Dann haben wir beide heute Abend Überraschungen.“

Seine Augenbrauen hoben sich leicht. „Oh?“

Ich lächelte nur und schüttelte den Kopf. „Meine kann warten, bis du mit der deinen fertig bist.“

„Ich denke, du wirst mit meiner Überraschung glücklich sein.“ Er lächelte zurück.

„Wirklich?“ Ich bedeckte mein Gesicht mit den Handflächen und errötete heftig. Er stieß ein leises amüsiertes Schnauben aus, bevor er mir bedeutete, ihm zu seinem Büro zu folgen.

„Wirklich,“ antwortete er, während wir den Flur entlang gingen.

Als wir durch den Flur gingen, folgten uns wie immer Flüstern.

„Sie sind perfekt zusammen.“

„Alpha George sieht in letzter Zeit endlich glücklich aus.“

Ich lächelte in mich hinein.

Wenn sie nur wüssten, wie verzweifelt ich wollte, dass das wahr wäre.

Die Stimmen der Mägde, die in der Ferne klatschten, verblassten, als wir die letzte Biegung zu seinem Büro nahmen. Er öffnete die Tür leise und geleitete mich hinein. Das Licht war aus, und das Büro lag in völliger Dunkelheit, wodurch mein Herz etwas schneller schlug.

Was für eine Überraschung hatte ihn plötzlich so seltsam handeln lassen?

Sobald die Tür zuschlug, ging das Licht an. Die plötzliche Helligkeit zwang mich für ein paar Sekunden, die Augen zu schließen, und als ich sie öffnete, fiel mein Blick auf die Frau mit blondem Haar, die auf einem der Besucherstühle saß.

Einen kurzen Moment lang nahm ich an, sie sei eine der neuen Mägde, die dem Anwesen zugeteilt worden waren.

„Setz dich bitte“, sagte er ruhig, während er selbst zu seinem Platz ging. Er holte tief Luft und fuhr fort. „Ich weiß, du wartest auf die Überraschung, die ich dir versprochen habe. Atme tief durch. Sie ist genau hier.“

„Würdest du gerne an der bevorstehenden Zeremonie teilnehmen?“ Der Ton seiner Stimme änderte sich plötzlich.

„Welche Zeremonie?“ Meine Stimme blieb klar. „Bringst du die Überraschung dorthin?“

„Nicht genau“, sagte er, öffnete seinen Schreibtisch, betrachtete die Dinge darin und schloss ihn wieder. Dann kehrte sein Blick zu meinem Gesicht zurück. „Die Zeremonie wird wichtig sein, und ich denke, du wirst dort sein wollen. Ich würde es wirklich vorziehen, wenn du auch dabei wärst.“

„Natürlich würde ich gerne teilnehmen, wenn du mich persönlich einlädst.“ Ich kicherte leise und wandte mich der Dame zu, die nichts sagte. „Vielleicht sollte sie nicht hier sein, während wir uns unterhalten und…“

Ihr Gesicht kam näher ins Blickfeld, und ich erkannte sie schnell.

Nein, das musste jemand anderes sein. Es war einfach unmöglich, dass Britney nach all den Jahren in Georges Büro saß.

„Britney?“

Der Name entkam meinen Lippen, bevor ich ihn zurückhalten konnte, und für einen kurzen Moment vergaß mein Herz, wie man schlägt.

Nein. Das war nicht möglich.

George bemerkte die Veränderung in meinem Gesichtsausdruck sofort, und obwohl sein Gesicht unlesbar blieb, fing ich das leichte Anspannen seines Kiefers auf.

Auf der anderen Seite des Zimmers sah Britney auf und schenkte mir ein kleines, höfliches Lächeln, das mir irgendwie über den Rücken lief.

„Hallo, Rosaline,“ begrüßte sie mich sanft, als wäre sie eine alte Freundin, die nach Jahren des Getrenntseins zu Besuch käme, und nicht die Frau, an die ich jahrelang versucht hatte, nicht zu denken.

Ein seltsames Gefühl von Unheil senkte sich schwer auf meine Brust, während ich sie anstarrte und meine Gedanken sich weigerten, das, was ich sah, zu begreifen.

Warum saß Georges erste Liebe im Büro meines Mannes?

Und vor allem: Warum fühlte es sich plötzlich so an, als gehörte ich nicht dorthin?

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