Der Lycan Konigs Reue

Der Lycan Konigs Reue

last updateLast Updated : 2026-09-08
By:  Silver writes Ongoing
Language: Deutsch
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Zareth Vales Leben war geprägt von Ablehnung: Von ihrem Vater verstoßen, wegen ihrer Wolfs­losigkeit verspottet, wurde sie nur von ihrer Schwester geliebt — die später die Gefährtin des mächtigsten Lykanerkönigs im ganzen Land werden sollte. Doch es gab ein Problem. Vor der Hochzeit … hatte Zareth bereits eine sündhafte Nacht in seinem Bett verbracht. Und nun trägt sie sein Kind unter ihrem Herzen. Zareth weigert sich, das Glück ihrer Schwester zu zerstören, und schwört, dieses Geheimnis mit ins Grab zu nehmen. Doch während eines heiligen Erbenrituals erkennt die Macht des Lykanerkönigs ihr ungeborenes Kind an — nicht das Kind seiner Luna — und enthüllt damit einen Verrat, der das gesamte Königreich erschüttert. Bald wird sie vom Palast gehasst, fälschlicherweise beschuldigt, den Wolf der Prinzessin getötet zu haben, und von demjenigen zurückgewiesen, der sie gezeichnet hat. Zareth verliert alles — sogar ihr Baby. Doch als die Wahrheit ans Licht kommt, könnte es bereits zu spät sein. Denn die Gefährtin, die der Lykanerkönig verstoßen hat, hat nur noch dreißig Tage zu leben.

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Chapter 1

Ausgestoßen

Zareths Sichtweise

„Heute Abend“, sagte mein Vater, Alpha Garrick, mit seiner tiefen Stimme, „werde ich eine Angelegenheit ansprechen, die schon vor Jahren hätte besprochen werden sollen.“

Im Raum herrschte Chaos. Einige der Ältesten sahen sich an.

Ich spürte, wie meine Mutter neben mir angespannt wurde.

Garrick stieg langsam den Bahnsteig hinunter, seine schweren Stiefel klapperten laut, bis er direkt vor uns stehen blieb. Er lächelte nicht. Er zögerte nicht.

Einfach nur Ekel.

„Seit Jahren“, sagte er kalt, „hat dieses Rudel mit ansehen müssen, wie meine Blutlinie verfiel, und mein Haus ist zum Gespött anderer Territorien geworden.“

Einige Wölfe blickten missmutig nach unten.

Niemand störte seine Arbeit.

„Meine Luna hat mir keinen Sohn geschenkt“, sagte er barsch. „Stattdessen hat sie mein Haus zu einem Ort der Schwäche gemacht.“

Meine Brust schnürte sich zusammen und ich spürte es.

Maevyn sprang augenblicklich von ihrem Platz auf. „Vater –“

„Geh weg!“, schnauzte Garrick, ohne sie auch nur anzusehen.

Sein Tonfall war so abrupt, dass er die Stille im Raum erneut erschütterte.

Ich ballte die Fäuste an meinen Seiten, als ich spürte, wie Wut an die Stelle meiner Ungläubigkeit trat.

Das kann er unmöglich tun!

Nicht öffentlich. Nicht hier.

Garrick sah mir schließlich in die Augen, und der Hass in seinen Augen war wie ein Schlag.

„Und dieser hier“, sagte er, „hat nicht einmal einen Wolf.“

Sofort brach Gemurmel aus.

Mein Gesicht war gerötet.

„Eine Schande für die Blutlinie von Black Hollow“, fuhr Garrick gnadenlos fort. „Eine ständige Erinnerung an das Versagen.“

Ich schluckte schwer und versuchte, nicht zu reagieren.

Die Stimme meiner Mutter war endlich verstummt. „Garrick… genug.“

Er beachtete sie jedoch überhaupt nicht.

„Diese Schmach kann ich nicht länger ertragen“, sagte er. „Ab heute Abend sind Selene Vale und ihre Tochter in meinem Haus und meinem Königreich nicht mehr willkommen.“

Schockiertes Flüstern erfüllte den Saal.

Einen Moment lang dachte ich wirklich, ich hätte mich verhört. Dann sprang Maevyn so schnell auf, dass ihr Stuhl fast umfiel.

„Das ist unmöglich!“, rief sie aus. „Mutter hat nichts falsch gemacht!“

Garricks Augen verfinsterten sich und wurden bedrohlich. „Maevyn, du wirst deinen Platz kennen.“

„Sie ist deine Gefährtin!“, schrie Maevyn wütend. „Und Zareth ist deine Tochter!“

"Genug!"

Seine Stimme hallte mit dem Alpha-Befehl wider, als wäre er ein greifbarer Gegenstand, der durch die Halle krachte. Mehrere niedere Wölfe senkten ruckartig die Köpfe. Selbst Maevyn zuckte zusammen. Ich verachtete mich dafür, doch hinter meinen Augen lag Schmerz. Nicht, weil ich die Anerkennung meines Vaters nicht wollte. Dieser Teil von mir war längst gestorben.

Aber tief in seinem Inneren hätte ich nie gedacht, dass er uns tatsächlich aufgeben würde.

Nicht öffentlich. Nicht so. Garrick wandte sich den Wachen zu, die nahe der Tür standen.

„Bringt sie sofort aus dem Alpha-Anwesen raus“, sagte er kalt. „Sie haben 24 Stunden Zeit, das Gebiet von Black Hollow endgültig zu verlassen.“

Einer der Wachen zögerte. „Alpha … vielleicht sollten wir das unter vier Augen besprechen …“

„Stellst du mich in Frage?“

Der Wächter senkte sofort den Kopf. „Nein, Alpha.“

Maevyn kam mit ängstlichem Gesichtsausdruck auf uns zu. „Vater, bitte –“

„Noch ein Wort von dir, Garrick“, rief er, „und ich werde noch einmal über meinen Platz in dieser Familie nachdenken.“

Das brachte sie schließlich zum Schweigen. Alle im Saal schwiegen, als die Wachen auf meine Mutter und mich zukamen. Ich konnte kaum atmen, meine Brust war von Scham erfüllt.

Ich wollte schreien. Ich wollte ihm etwas an den Kopf werfen. Ich wollte ihn fragen, warum wir nie genug waren. Stattdessen stand ich wie gelähmt da, und jahrelange Demütigungen hatten mir auch noch den letzten Rest Würde geraubt.

Meine Mutter nahm mein Handgelenk in ihre Hand. „Komm, Zareth.“

Ihre Ruhe machte mich nur noch wütender. Die Wachen geleiteten uns aus der Halle, und Getuschel folgte uns aus dem Gebäude. Niemand hielt uns auf. Niemand verteidigte uns. Nicht einmal diejenigen, die meine Mutter seit über zwanzig Jahren kannten.

Kaum waren wir im Haus der Familie Alpha angekommen, hatten die Bediensteten bereits damit begonnen, unser Gepäck ins Obergeschoss zu bringen.

Es tat viel mehr weh, als ich gedacht hatte. Sie hatten sich darauf vorbereitet. Ich ging an allen vorbei, ohne ein Wort zu sagen, und schloss die Tür, bevor jemand die Tränen auf meinem Gesicht bemerken konnte.

Meine Brust schmerzte und ich hatte Schwierigkeiten zu atmen.

Ich blickte mich in dem Zimmer um, in dem ich seit meiner Kindheit gelebt hatte. Plötzlich schien mir nichts mehr vertraut. Sinnlos.

Etwa eine Stunde später hörte ich, wie sich hinter mir leise die Tür öffnete. Maevyn trug eine Flasche bei sich, als sie hereinkam.

Ihre Augen waren rot.

Sie hatte den Wachen zugeflüstert, sie sollten gehen, und die Tür hinter sich geschlossen.

Ich wischte mir wütend übers Gesicht. „Geh wieder runter.“

"NEIN."

„Maevyn—“

„Schubs mich jetzt nicht weg“, antwortete sie.

Ich blickte nach unten, sagte aber nichts.

Sie ging leise durch den Raum und setzte sich neben mich aufs Bett. Wir sagten einige Sekunden lang kein Wort. Dann gab mir Maevyn die Flasche. Ich starrte sie ausdruckslos an.

„Was glaubst du, was das bewirkt?“

„Dadurch solltest du weniger wie ein Messerstecher aussehen.“

Doch trotz alledem entfuhr mir ein schwaches Lachen.

Maevyn lächelte traurig. „Da ist sie ja.“

Widerwillig nahm ich die Flasche und schluckte einen Schluck, der mir bis in den Hals brannte.

„Mutter hätte das nicht nehmen sollen“, murmelte ich. „Was macht sie da, warum tut sie das?“

„Sie versucht, für dich stark zu sein“, antwortete sie ruhig.

„Ich brauche keine Stärke, ich brauche einen Vater, der mich nicht hasst“, zischte ich.

Maevyn wandte den Blick schweigend ab. Es herrschte eine schmerzhafte Stille zwischen uns. Plötzlich stand sie auf.

„Zieh dich an.“

Ich runzelte die Stirn. „Was?“

„Es wird ein paar Stunden dauern, aber du wirst Spaß haben.“ Sie lächelte. „Es ist ein Club …“

Ich blinzelte sie an. „Bist du etwa verrückt geworden?“

„Wahrscheinlich“, gab sie zu. „Wenn wir heute Abend abreisen müssen, werde ich in diesem trostlosen Zimmer nicht weinen.“

„Ich habe keine Lust dazu“, entgegnete ich.

„Deshalb werden wir gehen.“

Nach einer weiteren Stunde landete ich, entgegen jeder Vernunft, in einem der größten Clubs der Stadt, der sich im Untergrund befand.

Mir hat es anfangs keine einzige Minute gefallen.

Dann floss der Alkohol in Strömen.

„Nein, ich nehme es nicht.“ Ich versuchte zu argumentieren, aber Maevyn ließ sich nicht darauf ein.

„Nur einen…“, sagte sie, um mich zu überzeugen.

„Nur einen …“, antwortete ich und kippte den ersten Schluck hinunter. Das Getränk brannte in meiner Kehle … und ich spürte es bis in meinen Magen.

„Ja!“, jubelte Maevyn.

Aus einem Drink wurden zwei.

Aus aus zwei wurden vier.

Die Last, die monatelang auf meiner Brust gesessen hatte, begann sich zum ersten Mal seit Monaten ein wenig zu erleichtern.

Ich beschwerte mich ständig, während Maevyn mich lachend auf die Tanzfläche zerrte. Irgendwann zwischen der Musik und dem Alkohol vergaß ich meinen Vater völlig.

Ich lachte.

Ich habe tatsächlich gelacht.

Als Maevyn unten mit einer Gruppe tanzte und dadurch abgelenkt wurde, war ich schon ziemlich betrunken, und da fing ich an, Schwierigkeiten beim geraden Gehen zu haben.

„Mae, ich hole Wasser und versuche, hier rauszukommen“, rief ich ihr zu.

„Ich kann dich vor lauter Musik nicht verstehen!“, rief sie ihm zurück. „Aber mach bloß nichts Dummes!“

Ich verdrehte die Augen und ging allein weg.

Leider wusste ich nicht, wohin ich gehen sollte.

Der Flur im Obergeschoss war ruhiger und dunkler als die geschäftigen Stockwerke darunter. An den Wänden hingen kostbare Gemälde, und bewaffnete Wachleute bewachten mehrere Privattüren.

Auf keinen Fall im öffentlichen Bereich.

Hoppla.

Einer der Wachen sprang sofort auf. „Miss, dieser Bereich ist Sperrgebiet.“

„Ich darf überall hingehen“, sagte ich mit verwaschener Stimme.

Ich sah den Wachmann an, und er sah mich an, als wäre ich verrückt. Hinter ihm rief eine andere Stimme.

„Lass sie durch.“

Alle Wachen machten sofort Platz.

Ich wandte meinen Blick etwas unsicher dem anderen Mann zu, der etwas weiter hinten im Flur stand. Er war groß, wirkte imposant und trug ganz in Schwarz. Er musterte mich kurz und deutete dann auf die große Suite am Ende des Flurs.

Ich schlenderte, noch immer verwirrt, vorwärts. Langsam öffnete ich die Türen der Suite. Das Zimmer war riesig. Elegante Lampen strahlten gegen teure Glaswände, die den Blick auf die Stadt freigaben.

Auf einem der Ledersofas saß der attraktivste Mann, den ich je gesehen hatte – wenn er nicht so gefährlich attraktiv wäre.

Silberne Augen.

Dunkles Haar.

Er wirkte ungeduldig. Sogar gereizt. Wie jemand, der zu lange gewartet hatte. Langsam musterte er meine Kleidung, und ein kaltes Grinsen huschte über seine Lippen.

„Spät?“, sagte er verschlafen.

Ich blinzelte verwirrt.

Er lehnte sich auf dem Sofa zurück und hielt dabei den Blickkontakt.

„Hä?“, murmelte ich.

„Du bist zu spät, zieh dich aus und tanz!“, zischte er.

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