INICIAR SESIÓNKapitel 34Der Mann, der niemals krank wirdAus Alexanders SichtIch wachte an jenem Morgen mit einem dumpfen Pochen hinter den Augen auf und einer Schwere, die tief in meiner Brust saß – etwas, das selbst Unmengen an Kaffee nicht zu vertreiben vermochten.Ich redete mir ein, es sei lediglich Erschöpfung nach wochenlangen, unerbittlichen Vorstandssitzungen; die Erbschaftsklausel schwebte wie ein Damoklesschwert über jeder meiner Entscheidungen, und Richards ständige Manöver erforderten auf Schritt und Tritt meine volle Aufmerksamkeit.Ich ignorierte die Warnsignale völlig, kleidete mich wie gewohnt für die Arbeit und war entschlossen, mich einfach durch das zu kämpfen, was sich in meinem Inneren zusammenbraute.Am Vormittag fand mich Claire vor, wie ich mich an der Kante meines Schreibtischs festklammerte; mein Blick verschwamm leicht, als eine Schwindelwelle über mich hinwegrollte.„Mr. Knight, Sie sehen nicht gut aus.“„Mir geht es gut“, sagte ich und richtete mich sofort auf, auch
Kapitel 33Eine Nacht in der BoutiqueHarpers SichtweiseIch sagte mir, dass ich einfach ein paar Stunden Abstand von Knight Manor brauchte – ein wenig Raum zum Durchatmen, ohne dass Alexanders wachsamer Blick auf mir ruhte oder Vanessas Worte unangenehm in meinem Kopf nachhallten. An jenem Abend fuhr ich selbst zu „Bennett Bridal“ – nachdem ich dem Chauffeur gesagt hatte, ich würde mich melden, wenn ich zurückwollte – und vertiefte mich so sehr in meine Skizzen, dass die Welt um mich herum leise verblasste.Stunden vergingen, ohne dass ich es bemerkte. Das sanfte Kratzen des Bleistifts auf dem Papier, das leise Summen der alten Heizung der Boutique, die beruhigende Vertrautheit des Arbeitstisches meines Vaters unter meinen Händen – all das versetzte mich in einen Zustand des Friedens, wie ich ihn seit Tagen nicht mehr gespürt hatte.Ich hatte nicht vor, einzuschlafen. Ich erinnere mich nur daran, wie ich meinen Kopf für einen Moment auf meine verschränkten Arme legte, und als ich wie
Kapitel 32Vanessa kehrt zurückHarpers SichtweiseIch stand im Arbeitszimmer – meine Lippen noch warm von dem Kuss, den ich Alexander erst vor wenigen Augenblicken gegeben hatte – und beobachtete, wie Vanessas berechnender Blick langsam zwischen uns hin und her wanderte. Ihr entging kein Detail: weder die Spannung, die noch in der Luft lag, noch die Art, wie Alexanders Hand zu meiner Taille gewandert war, bevor sie rasch wieder an seine Seite zurückfiel.„Ich hoffe, ich störe bei nichts Wichtigem“, wiederholte sie, doch ihr Tonfall ließ keinen Zweifel daran, dass sie längst wusste, in welcher Situation sie uns überrascht hatte.„Was willst du, Vanessa?“, fragte Alexander mit harter, abgehackter Stimme.„Etwas Dringendes“, sagte sie geschmeidig. „Es geht um die bevorstehende Abstimmung des Vorstands. Ich dachte, du würdest das gerne unter vier Augen besprechen.“Bei dem Wort „unter vier Augen“ zog sich mein Magen zusammen, doch ich weigerte mich, ihr die Genugtuung zu verschaffen, zu
Kapitel 31Der zweite KussAus Alexanders SichtIch verbrachte den Großteil des nächsten Tages damit, mich von etwas ablenken zu lassen, das eigentlich viel zu unbedeutend war, um so viel Aufmerksamkeit zu verdienen. Ein einziger Kuss auf die Wange. Mehr war es nicht gewesen. Ein flüchtiges, sanftes Berühren meiner Haut mit ihren Lippen, das nur wenige Sekunden dauerte.Und doch musste ich ständig daran denken.Ich saß zwei Besprechungen aus, ohne auch nur ein einziges Detail der Diskussion wirklich aufzunehmen; meine Gedanken schweiften immer wieder zu der Wärme ihrer Lippen zurück, zu dem zarten Duft ihres Haares, als sie sich zu mir herübergebeugt hatte, und zu dem unangenehmen Engegefühl in meiner Brust in dem Moment, als sie sich wieder von mir löste.Ich sagte mir, dass das lächerlich war. Ich hatte mir ein Imperium durch Disziplin und Kontrolle aufgebaut, und nun saß ich hier und ließ mich einen ganzen Tag lang von etwas so Banalem wie einem Geburtstagskuss auf die Wange ablenk
Kapitel 30Ihr GeburtstagswunschAus Harpers SichtIch wachte an meinem Geburtstag auf und erwartete absolut nichts – genau so, wie es mir am liebsten war. Ich hatte Alexander nie verraten, wann ich Geburtstag hatte; vor allem deshalb, weil sich dieser Tag seit dem Tod meines Vaters kompliziert anfühlte – eine weitere Erinnerung an Feiern, die er nie wieder mit mir teilen würde. Ich hatte vor, den Vormittag ruhig zu verbringen, vielleicht ein wenig zu skizzieren, in der Boutique nach dem Rechten zu sehen und den Tag einfach wie jeden anderen verstreichen zu lassen.Alexander hatte andere Pläne.„Zieh dich an“, sagte er, als er kurz nach dem Frühstück in der Tür erschien; sein Gesichtsausdruck wirkte ungewöhnlich strahlend.„Warum? Ist etwas passiert?“„Es ist alles in Ordnung. Wir fahren irgendwohin.“„Wohin?“„Das wirst du gleich sehen.“Ich musterte ihn aufmerksam und suchte nach einem Hinweis auf seine Pläne, doch sein Gesichtsausdruck blieb frustrierend undurchschaubar. Widerwilli
Kapitel 29Kein Platz im VertragAus Alexanders SichtSpät in der Nacht saß ich allein in meinem Arbeitszimmer. Der ursprüngliche Leihmutterschaftsvertrag lag aufgeschlagen vor mir auf dem Schreibtisch; die präzisen Klauseln und die sorgfältige juristische Formulierung blickten mich an wie Relikte aus einem völlig anderen Leben.Abschnitt drei regelte die Arzttermine und die finanziellen Verpflichtungen. Abschnitt fünf befasste sich mit der Vertraulichkeit. Abschnitt acht legte die Vereinbarungen für die Zeit nach der Schwangerschaft, die Zahlungsmodalitäten und den formellen Abschluss unserer Abmachung nach der Geburt des Kindes fest.Nirgends in dem Dokument war die Rede davon, dass Harper jede Nacht nur ein paar Türen weiter schlief. Nirgends wurde auf gemeinsame Abendessen in der Küche, angebrannte Pfannkuchen, leise Gespräche über Kindheitsträume oder die Wärme ihres Lachens eingegangen, das Räume erfüllte, die jahrelang still gewesen waren.Es stand dort definitiv nichts über Ei







