ログインDer Schuss zerriss die Nacht.Aria sah es, bevor sie es hörte. Sie sah, wie sich Elias Vane auf dem Felsen drehte, wie seine Hand nach oben fuhr, wie sie nichts mehr greifen konnte. Dann kam der Knall, hart und kurz, und über dem Meer blieb eine Stille zurück, die schwerer war als jeder Lärm.Elias sackte in die Knie. Das Blut lief über den grauen Stein und suchte sich seinen Weg in die Ritzen. Hinter ihm standen die zwei Männer mit den Waffen, aber keiner von ihnen rührte sich. Sie sahen nicht auf den Gefallenen. Sie sahen auf die Dunkelheit hinter ihm.Damien warf sich vor Aria. Sein Körper war wie eine Wand, sein Atem wie eine Faust. Aria hörte ihren eigenen Herzschlag in den Ohren und darunter den Wind, der vom Wasser kam.Dann Schritte.Langsam. Gleichmäßig. Ohne Eile.Eine Frau trat aus der Schwärze ins Licht der Laterne. Sie trug einen dunklen Mantel mit hochgeschlagenem Kragen. Ihr Haar war straff zurückgenommen. Ihr
Der Mann ging die letzten Schritte über den Felsen, und mit jedem Schritt wurde sein Gesicht deutlicher. Es war Ethans Gesicht. Aria hatte es hundertmal gesehen. Über einer Tasse Kaffee, über einem Stadtplan, über den Dokumenten in dem Lagerhaus. Aber dieses Gesicht hier trug eine andere Stille. Es war dasselbe und dennoch nicht dasselbe. Die Augen waren hart, und in ihnen lag nichts von der Wärme, die Aria bei dem Mann kennengelernt hatte, der in ihrer Küche Tee getrunken und über die Möbel ihrer Kindheit gelacht hatte.Der Fremde blieb drei Meter vor ihnen stehen. Hinter ihm, im grellen Licht der Scheinwerfer, warteten zwei Männer mit Waffen. Keine Bodyguards. Keine Sicherheitsleute. Menschen, deren Gesichter aussahen, als hätten sie gelernt, nichts zu fühlen.Guten Abend, sagte der Mann. Seine Stimme war tief und ruhig. Sie hatte denselben Klang wie Ethans Stimme, aber eine andere Melodie. Ich hoffe, ihr habt nicht zu lange gewartet.Aria hört
Aria stand in der Tür des Leuchtturms und spürte, wie der Nachtwind ihr das Haar ins Gesicht trieb. Der Scheinwerferkegel der ersten Limousine schnitt durch den Nebel, und dahinter bewegte sich eine Gestalt. Die Frau im roten Mantel ging langsam über den Felsen, als wäre der Weg ihr seit Jahren vertraut. Sie blieb stehen, als sie Aria sah, und lächelte, ein Lächeln, das in dem kalten Licht nicht warm wirkte.„Aria Bennett“, sagte die Frau. Ihre Stimme war tief und ruhig, mit einem Klang, der nach vielen Jahren des Schweigens verlangte. „Du bist größer geworden, als ich gedacht habe.“Aria blieb an der Tür stehen. Ihr Puls schlug hart, aber sie zwang sich, die Stimme ruhig zu halten. „Ich kenne Sie nicht.“„Nein.“ Die Frau trat einen Schritt näher. „Aber du kennst meinen Namen. Kassandra Whitmore. Deine Mutter.“Die Worte trafen Aria wie ein Schlag in die Magengrube. Sie griff nach dem Türrahmen, weil ihre Beine plötzlich weich wurden. „M
Die Dunkelheit im unteren Raum des Leuchtturms war vollkommen. Sie war nicht die Art von Dunkelheit, an die sich die Augen gewöhnen, sondern eine, die den Blick nirgendwohin fallen ließ, eine, die sich anfühlte wie Wasser über dem Kopf. Aria hörte ihren eigenen Atem, viel zu laut für einen Raum, der kleiner war als ihre Wohnung. Darunter lag Celestes Atem, flach und schnell, und unter allem das Rauschen des Meeres, das gegen die Felsen schlug, als wollte es sich Eintritt verschaffen.„Niemand bewegt sich“, sagte Damiens Stimme aus der Schwärze. „Hier unten gibt es keine Fenster. Wenn jemand stolpert, bricht er sich das Genick.“Arias Hand tastete nach der Wand neben sich. Der Stein war kalt und feucht. Sie fand die eiserne Leiter, die sie beim Herabsteigen berührt hatte, und hielt sich daran fest.„Ich habe mein Handy“, sagte Ethan. „Es ist in meiner Jacke.“„Deine Jacke liegt oben“, sagte Damien.„Ich weiß.“Aria hörte
Die Nacht war mondlos, und die Straße zum Meer lag wie ein schwarzes Band vor ihnen. Max fuhr den Wagen, während Ethan auf dem Beifahrersitz saß, die Hände im Schoß, den Blick starr nach vorn gerichtet. Im Fond lag Celeste auf der Rückbank, zugedeckt mit einer dünnen Decke, ihr Kopf auf Damiens Jacke. Aria saß neben ihr und hielt ihre Hand. Die Finger der Bewusstlosen waren kalt, aber sie zuckten manchmal, als träumte sie von etwas, das sie nicht losließ.Niemand sprach. Die Stille zwischen den Brüdern war lauter als jedes Wort. Aria beobachtete sie aus den Augenwinkeln. Sie sah, wie Damien den Nacken seines Bruders anstarrte, als versuchte er, durch die Haut zu dringen und zu lesen, was darunter lag. Sie sah, wie Ethan die Kiefer anspannte, als biss er auf etwas, das er nicht ausspucken durfte.Nach einer halben Stunde hielt Aria es nicht mehr aus."Ethan", sagte sie leise. "Du hast gesagt, du hast Celeste damals geholfen. Warum hast du dich nie
Die Tür des Lagerhauses schloss sich hinter der fremden Gestalt, und für einen Moment blieb nur das Echo ihrer Schritte. Dann herrschte Stille, eine Stille, die schwerer wog als jeder Lärm. Aria hielt das Handy umklammert, als könnte sie den Drohbrief damit zerbrechen. Ihre Finger waren kalt, ihr Puls hämmerte in den Schläfen."Das war nicht Eleanor", sagte sie schließlich. "Eleanor würde niemals selbst kommen. Sie schickt andere.""Wenn sie nicht Eleanor war, wer dann?", fragte Ethan. Seine Stimme klang belegt, und sein Blick wanderte zwischen Aria und der Tür hin und her."Sie hat gesagt, sie kannte meine Mutter", flüsterte Aria. "Ich weiß nicht einmal, wann meine Mutter gestorben ist. Mein Vater hat mir gesagt, sie sei bei meiner Geburt gestorben. Aber ich habe nie ein Grab gesehen."Damien trat neben sie und legte seine Hand auf ihren Rücken. Sie zuckte nicht mehr zusammen, wenn er sie berührte."Wir müssen die Aufnahme höre






