Mag-log inLyra Vance ist eine Streunerin, eine Überlebende und das letzte Geheimnis der ausgestorben geglaubten königlichen Blutlinie. Seit Jahren verbirgt sie ihr schneeweißes Fell und ihr königliches Blut in der neutralen Wildnis und unterdrückt ihre wahre Natur, um am Leben zu bleiben. Doch als sie Gideon Sterling das Leben rettet – dem erbarmungslosen Erben des Ironclaw-Konzerns – löst sie versehentlich eine uralte, unausweichliche Verbindung zwischen vom Schicksal bestimmten Gefährten aus. Gideon ist alles, was Lyra hasst: Macht, Reichtum und kalte Berechnung. Doch er ist auch der einzige Mann, der sie vor einer Welt beschützen kann, die es auf ihr Blut abgesehen hat. Gemeinsam schmieden sie ein gefährliches Bündnis, um die korrupten Vermächtnisse ihrer Väter zu zerschlagen, und navigieren durch eine Welt, in der Konzernvorstände ebenso tödlich sein können wie der Waldboden. Doch als ein Krieg zwischen den Ironclaws und den Silverfangs ausbricht, entdeckt Lyra, dass sie mehr als nur eine Gefährtin ist – sie ist der Schlüssel zum Blutgewölbe, einer Quelle der Macht, die das Tal vereinen oder in Asche verwandeln könnte. Während die Zeit unerbittlich davonläuft und ein gnadenloser Alpha ihren Tod fordert, muss Lyra entscheiden, ob sie für immer ein Geist im Wald bleiben oder die Krone zurückfordern will, die man ihr gestohlen hat.
view moreIch kauerte hinter einer zerklüfteten Kiefer, während mein Atem in weißen Wolken vor meinem Gesicht aufstieg und sich mit der eisigen Herbstnacht vermischte. Unter mir wälzte sich der Silberfluss dahin, eine angeschwollene Ader aus schwarzem Wasser, die nach drei Tagen Regen aus den Bergen über die Ufer getreten war. Hier verlief die Grenze.
Ich gehörte zu keiner der beiden Seiten. Ich war ein Geist in einer ausgefransten Canvasjacke und schlammverkrusteten Stiefeln, der auf dem hauchdünnen Streifen neutraler Wildnis zwischen zwei verfeindeten Imperien ums Überleben kämpfte.
Ich schloss die Augen und atmete ein. Unter dem Geruch feuchter Erde und verrottender Kiefernnadeln nahm ich ihn wahr: Kupfer, Ozon und den Moschusgeruch nassen Fells.
Meine Hand glitt zu dem silberklingigen Jagdmesser, das an meinem Oberschenkel befestigt war. Bleib unsichtbar, erinnerte ich mich. Jeden Morgen zwang ich mich, einen bitteren Aufguss aus Silberwurzeltee hinunterzuwürgen, um mein inneres Tier zu unterdrücken und meinen Geruch so weit abzuschwächen, dass ich wie ein gewöhnlicher Mensch wirkte. In diesem Tal war eine alleinstehende Frau ohne Rudel entweder ein Ziel oder eine Trophäe. So oder so würde ich am Ende mit gebrochenem Genick daliegen.
Knack!
Ein toter Ast brach am anderen Flussufer. Ich presste meinen Rücken gegen die Rinde und zog die Kapuze tiefer ins Gesicht. Durch den grauen Nebel zeichneten sich drei Gestalten am kiesigen Ufer ab. Sie bewegten sich mit geschmeidiger, raubtierhafter Eleganz und trugen taktische graue Rüstungen. Vollstrecker des Silverfang-Rudels. Ich erkannte den schwarzen Wolfskopf, der über die Kehle ihres Anführers tätowiert war – das Zeichen der brutalsten Killer des Rudels.
Dann sah ich ihre Beute.
Ein Mann taumelte aus dem westlichen Waldsaum. Er war riesig, breitschultrig und hinterließ eine breite Blutspur, die aus einer gezackten Wunde quer über seine Brust rann. Obwohl er humpelte und völlig durchnässt war, ging von ihm eine Aura furchteinflößender, arroganter Autorität aus.
Für einen Herzschlag durchbrach das Mondlicht die Wolken und beleuchtete die markante Linie seines Kiefers und das kalte, bernsteinfarbene Gold seiner Augen.
Mein Herz setzte einen Schlag aus. Gideon Sterling.
Der Erbe des Ironclaw-Konzerns. Der rücksichtslose Alpha in Ausbildung, der die westlichen Grenzen in eine eiserne Festung verwandelt hatte. Jeder Rogue in den Bergen fürchtete seinen Namen. Er war ein Mann von berechnender Logik und ohne jede Gnade.
Und jetzt verblutete er im Schlamm.
„Gib auf, Sterling!“, höhnte der Anführer der Silverfangs und watete ins seichte Wasser. „Deine Hightech-Wachen werden heute Nacht nicht kommen. Alpha Silas will deinen Kopf auf einem Pfahl sehen, noch vor Sonnenaufgang.“
Gideon wischte sich eine Mischung aus Regen und Blut aus den Augen. Ein tiefes, vibrierendes Knurren drang aus seiner Kehle – ein so ursprüngliches Geräusch, dass es selbst die Kiefernnadeln über meinem Kopf erzittern ließ.
„Dann hol ihn dir“, krächzte Gideon, seine Stimme rau wie mahlender Kies.
Die drei Wölfe sprangen auf ihn los.
Die Gewalt war erschreckend schnell. Gideon kämpfte wie ein in die Enge getriebener Dämon. Obwohl er schwer verletzt war, packte er den ersten Angreifer an der Kehle. Knack! Mit einer einzigen brutalen Drehung brach er dem Vollstrecker das Genick und schleuderte den Körper in den reißenden Fluss. Doch seine Kräfte ließen nach.
Der zweite Angreifer rammte ihn in den Schlamm, während der Anführer eine gebogene Klinge zog, die in einem matten, tödlichen Licht schimmerte.
Silber.
Die Klinge fuhr nach unten und bohrte sich in Gideons Schulter. Er stieß ein ersticktes Brüllen voller Qual aus – „Aaaagh!“ – und sank auf die Knie. Das Silbergift gelangte in seinen Blutkreislauf, und das Bernstein seiner Augen begann zu verblassen.
Mir stockte der Atem. Ich hasste die Ironclaws. Ich hasste alles, wofür Gideon Sterling stand: das Geld, die Macht, die brutale Konzernherrschaft. Geh weiter, Lyra, sagte ich mir. Lass sie ihn töten. So bleibst du sicher.
Der Anführer der Silverfangs hob die Klinge hoch, ein höhnisches Grinsen verzerrte sein Gesicht. „Für das Rudel!“
Etwas in mir riss.
Ein uralter, tief vergrabener Instinkt durchbrach die Silberwurzel-Unterdrücker in meinen Adern wie ein Flächenbrand. Mein Blut verwandelte sich in flüssigen Blitz.
Knack. Reiß. Knack.
Meine Knochen verformten sich. Meine Muskeln rissen und bildeten sich neu. Meine Sicht wechselte von stumpfem Grau zu einer lebhaften Infrarot-Wärmekarte. Meine Canvasjacke zerfetzte, als dichtes, schneeweißes Fell explosionsartig meine Haut bedeckte.
Ich brach aus dem Waldsaum hervor – nicht als Frau, sondern als gewaltige weiße Wölfin.
Ich stürzte mich mit der Wucht eines weißen Wirbelsturms auf den Anführer der Silverfangs und rammte ihn mitten in der Luft. Meine Kiefer schlossen sich um seine Kehle, bevor die Silberklinge herabsausen konnte. Wir schlugen mit einem schweren Rumms auf dem Kies auf. Der Anführer wand sich, seine Augen vor Entsetzen geweitet – nicht wegen des Todes, sondern wegen dessen, was ich war.
Eine weiße Wölfin. Der Geist der ausgestorbenen Königlichen Blutlinie.
Ich gab ihm keine Gelegenheit zu schreien. Ich biss zu. Knack.
Der letzte verbliebene Silverfang-Krieger keuchte und wich entsetzt zurück. Er starrte auf mein blutverschmiertes weißes Fell, winselte und machte kehrt, bevor er in die östlichen Wälder davonstürmte.
Stille kehrte ein, nur das gleichmäßige Trommeln des Regens war noch zu hören.
I stood over the corpses, my chest heaving heavily. The adrenaline gave way to a nauseating wave of horror. I had betrayed myself. I had revealed the secret I had kept for years.
I turned my heavy head towards the man in the mud.
Gideon was barely conscious. His breath came in rough, gasping gasps. His amber eyes were half-closed and blurred with pain.
I stepped closer. I bent down, my nose brushing the warm, blood-smeared skin of his shoulder. I simply wanted to check his pulse – nothing more.
The moment my fur touched his skin, a shockwave ripped through my soul.
It felt as if lightning had struck my chest. A phantom fire ignited along my spine. My she-wolf let out a high-pitched, desperate whimper and lowered her head as an intoxicating scent flooded my senses: rich cedarwood, rain, and raw dominance.
Gideon's eyes widened. The dizziness vanished, replaced by an intense, terrifying clarity.
His trembling hand rose, his bloody fingers digging deep into the thick white fur around my neck. He pulled me closer, inhaling my scent with a sharp, yearning breath.
“You…”, croaked Gideon, his voice vibrating directly through my soul.
It was the bond. The ancient, undeniable, terrifying bond between companions destined by fate.
Panic – pure, icy panic – coursed through my veins. I jerked my head back, pulling away from his grasp. My she-wolf staggered on the slippery gravel, tail tucked between her legs, heart pounding wildly.
No. No, no, no.
I could not be related to him . The Ironclaws would imprison me, drain my blood, or use my royal blood to consolidate their rule over the valley.
Gideon tried to stand up, his hand groping for me through the darkness.
“Wait…” he gasped. His body trembled as the silver poison forced him to the ground again. “Don’t… go…”
His eyes rolled back, and he fell face-first into the mud.
I stood shivering in the freezing rain. The connection tugged at my chest like a heavy iron chain, screaming at me that I had to protect him.
Instead, I turned around and fled into the silent, dark trees.
Alpha Marcus Sterling stand wie erstarrt da, den Arm an seinen Stuhl gefesselt. In seinen grauen Augen brannten Demütigung und Hass.Hinter uns schwiegen die Vorstandsmitglieder. Die königliche Aura in meiner Stimme hatte sich wie ein körperliches Gewicht über den Raum gelegt.„Wachen“, sagte Gideon leise. „Bringt Marcus in die unterirdische Zelle für Führungskräfte. Entzieht ihm seine Kommunikationsgeräte, seine Zugangserlaubnisse und seine Seitenwaffen.“Die Wachen handelten schnell. Sie rissen den Dolch aus dem Stuhl und legten Marcus schwere, mit Silber ausgekleidete Fesseln um die Handgelenke.„Du glaubst, du hast gewonnen, Junge?“, spuckte Marcus aus. Ein grausames Lächeln verzog seine Lippen, als er abgeführt wurde. Neben Gideon blieb er stehen und beugte sich zu ihm.„Du hast keine Ahnung, worauf du dich eingelassen hast. Du glaubst, Silas will Grenzland? Die Mineralien interessieren ihn nicht.“Ich verengte die Augen. „Wovon redet er?“„Silas weiß, was du bist, kleine Streune
Das Penthouse fühlte sich weniger wie ein Zuhause und mehr wie eine Festung an.Unter mir erstreckte sich das Industrie-Tal wie ein Raster aus Neonlicht und Rauch. Ich stand im Marmorbadezimmer, während der Dampf der Regendusche an den Spiegeln klebte.Auf der Granitablage lagen die Kleidungsstücke, die Gideons Bedienstete gebracht hatten.Keine Wolle. Kein Canvas. Stattdessen lag dort ein nachtblaues Seidenkleid mit strukturierten silbernen Stickereien. Daneben befand sich ein Paar silberner Dolche – taktische Klingen, die dafür entwickelt worden waren, verborgen in Armscheiden getragen zu werden.Sie wollten nicht nur, dass ich wie eine Dame aussah; sie wollten, dass ich wie eine Waffe aussah.Ich strich über die Seide. Drei Jahre lang war ich ein Geist gewesen. Mich so zu kleiden bedeutete, mein Versteck hinter mir zu lassen und alles niederzubrennen, was mir Schutz geboten hatte.Es gibt kein Zurück, sagte ich mir. Wenn du jetzt davonläufst, werden sie dich für immer jagen.Ich zo
Die Hubschrauber ließen die Kiefern erzittern und schleuderten eiskalte Kondenswassertröpfchen in mein Gesicht.„…mit sofortiger Wirkung eliminiert.“Die Stimme vibrierte in meinem Brustbein. Die Ironclaw-Wachen gingen auf ein Knie, ihre Karabiner auf den Himmel gerichtet, doch ihre Haltung war vor Panik starr. Die Vollstrecker des Hohen Rates aus der Hauptstadt waren keine gewöhnlichen Soldaten; sie waren Elite-Henker.Gideon zuckte nicht einmal mit der Wimper. Stattdessen verstärkte er seinen Griff um meine Taille und zog mich an sich. Die Wärme seines Körpers brannte durch meinen Canvas-Mantel, während die Partnerbindung wie wild pulsierte und verlangte, dass ich mich noch enger an ihn schmiegte.„Gideon“, keuchte ich und packte sein Revers. „Dein Vater … er hat dich verraten.“„Er hat mich nicht nur verraten“, knurrte Gideon, seine Stimme sank in eine Tonlage, die mehr nach Wolf als nach Mensch klang. „Er hat die Falle gestellt.“„Commander!“, brüllte der Anführer über das Dröhnen
Meine Hände zitterten so heftig, dass der Holzbecher gegen meine Zähne klapperte. Ich saß auf dem Boden meiner versteckten Hütte, in eine Wolldecke gehüllt, und beobachtete, wie die graue Morgendämmerung durch die Ritzen der Fensterläden sickerte.Der Sturm war vorüber, doch kein noch so starker Regen konnte die geisterhafte Hitze fortwaschen, die an meinem Schlüsselbein brannte.Die Partnerbindung. Sie pulsierte unter meiner Haut wie ein zweiter Herzschlag – gleichmäßig, hartnäckig und beängstigend. Selbst aus meilenweiter Entfernung konnte ich den goldenen Faden spüren, der meine Seele an einen sterbenden Alpha-Erben fesselte.„Du bist eine Idiotin, Lyra“, murmelte ich und presste die Handflächen gegen meine Augen. „Eine rücksichtslose, selbstmörderische Idiotin.“Ich hatte jede Überlebensregel gebrochen. Ich hatte mich verwandelt, einen Vollstrecker getötet und mich versehentlich an Gideon Sterling gebunden. Wenn Alpha Silas herausfand, dass ein Mitglied der königlichen Blutlinie n