DIE VERBOTENE ETAGE DES MILLIARDARS

DIE VERBOTENE ETAGE DES MILLIARDARS

last updateLast Updated : 2026-06-16
By:  JacintaOngoing
Language: Deutsch
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An ihrem ersten Arbeitstag bei der Blackthorn Corporation entdeckt Aria Bennett versehentlich ein Stockwerk, das eigentlich nicht existieren dürfte. Den neununddreißigsten Stock. Versteckt hinter Sicherheitstüren und aus allen Bauplänen des Gebäudes gelöscht, birgt er ein Geheimnis, das eine der mächtigsten Familien des Landes zu Fall bringen könnte. Dort findet Aria eine Frau, von der die ganze Welt glaubt, dass sie vor sieben Jahren gestorben ist. Die Ehefrau des milliardenschweren CEO Damien Blackthorn. Bevor Aria die Wahrheit ans Licht bringen kann, wird sie von Damien erwischt. Kalt. Rücksichtslos. Unantastbar. Und entschlossen, seine Geheimnisse um jeden Preis zu schützen. Seine Lösung ist einfach: ein Vertrag. Aria soll seine Verlobte spielen, ihm helfen, einen erbitterten Machtkampf im Unternehmen zu überstehen, und über das schweigen, was sie gesehen hat. Doch Damien ahnt nicht, dass auch Aria ihre eigenen Geheimnisse hat. Sie ist nicht zufällig in sein Unternehmen gekommen. Vor sieben Jahren wurde ihre Familie zerstört, ihr Vater zu Unrecht beschuldigt, und seitdem macht sie Damien Blackthorn für alles verantwortlich. Ihm nahezukommen sollte ihre Rache sein. Sich in ihn zu verlieben war niemals Teil des Plans. Während verborgene Feinde aus dem Schatten treten, alte Verrätereien ans Licht kommen und eine totgeglaubte Frau beginnt, sich an die Vergangenheit zu erinnern, erkennt Aria, dass die Wahrheit weitaus gefährlicher ist als jede Lüge. Denn jemand manipuliert die Familie Blackthorn seit Jahrzehnten aus dem Verborgenen. Jemand, der bereit ist zu töten, um die Vergangenheit begraben zu halten. Und je näher Aria Damien kommt, desto größer wird die Gefahr, alles zu verlieren – sogar ihr Herz. In einer Welt voller Macht, Verrat und Geheimnisse ist das gefährlichste Stockwerk im Blackthorn Tower nicht das, das versteckt wurde. Sondern das, auf dem die Wahrheit wartet.

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Chapter 1

Kapitel 1 – Das Stockwerk, das nicht existiert

Das Erste, was Aria Bennett an dem Blackthorn Tower auffiel, war, dass er weniger wie eine Firmenzentrale aussah als vielmehr wie ein Denkmal.

Ein Denkmal der Macht.

Vierzig Stockwerke aus Glas und Stahl durchbohrten den Morgenhimmel und spiegelten die Stadt unter sich wider, als wären sie unantastbar.

Die Menschen verlangsamten ihren Schritt, wenn sie daran vorbeigingen.

Manche blieben stehen und starrten.

Manche zeigten mit dem Finger darauf.

Die meisten jedoch senkten einfach den Blick und gingen weiter.

Als würde allein das Gebäude Respekt verlangen.

Oder Angst.

Aria stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite und umklammerte den Riemen ihrer Laptoptasche.

Für einen Moment vergaß sie zu atmen.

Sieben Jahre.

Sieben Jahre voller Wut.

Sieben Jahre voller unbeantworteter Fragen.

Sieben Jahre lang hatte sie zusehen müssen, wie ihr Vater zum Bösewicht einer Geschichte wurde, von der er schwor, dass er sie nie geschrieben hatte.

Und jetzt war sie endlich hier.

Im Zentrum von allem.

Blackthorn Corporation.

Das Imperium, das sie jahrelang gelernt hatte zu hassen.

Der Verkehr rauschte zwischen ihr und dem Gebäude vorbei.

Autohupen hallten durch die Straßen.

Fußgänger streiften sie im Vorübergehen.

Und doch hörte Aria nur die Stimme ihres Vaters.

„Versprich mir etwas.“

Die Erinnerung traf sie unerwartet.

Scharf.

Schmerzhaft.

„Eines Tages wirst du die Wahrheit erfahren.“

Sie schloss die Augen.

Sofort war das Krankenzimmer wieder da.

Der Geruch von Desinfektionsmittel.

Das Piepen des Herzmonitors.

Die zitternde Hand ihres Vaters, die ihre umklammerte.

„Ich habe nicht getan, was sie behaupten, Ari.“

Mit sechzehn hatte sie ihm geglaubt.

Mit vierundzwanzig ...

Wollte sie es immer noch.

Selbst wenn jedes Dokument, jede Untersuchung und jeder Zeitungsartikel das Gegenteil behauptete.

Ihr Vater war beschuldigt worden, an einem millionenschweren Betrug beteiligt gewesen zu sein, der mit der Blackthorn Corporation in Verbindung stand.

Er verlor alles.

Seinen Ruf.

Seine Karriere.

Seine Gesundheit.

Und schließlich sein Leben.

Währenddessen überlebte die Blackthorn Corporation.

Sie wuchs.

Sie florierte.

Und im Mittelpunkt stand ein einziger Mann.

Damien Blackthorn.

Der milliardenschwere Erbe.

Der gefeierte CEO.

Der unantastbare König der Stadt.

Aria starrte auf das Firmenlogo, das über dem Eingang glänzte.

Ihr Puls beruhigte sich.

Heute ging es nicht um Gefühle.

Nicht um Trauer.

Nicht um Rache.

Zumindest nicht offiziell.

Heute ging es um Architektur.

Die Lüge schmeckte bitter.

Sie überquerte die Straße.

Die Drehtüren verschluckten sie.

Im Inneren erstreckte sich polierter Marmor über eine Lobby, die eher an ein Luxushotel erinnerte.

Sonnenlicht fiel durch die riesigen Fensterfronten.

Mitarbeiter eilten durch die Sicherheitsschleusen.

Alles glänzte.

Alles wirkte teuer.

Ein Ort, der Menschen daran erinnern sollte, wer die Macht besaß.

Aria trat an den Empfang.

Die Frau hinter dem Tresen schenkte ihr ein professionelles Lächeln.

„Erster Arbeitstag?“

„Ist es so offensichtlich?“

„Sie haben diesen leicht panischen Blick.“

Aria musste lachen.

„So schlimm?“

„Ein bisschen.“

Die Empfangsdame reichte ihr einen Besucherausweis.

„Sie werden es überleben.“

Hoffentlich.

Aria bedankte sich und machte sich auf den Weg zur Einführungsveranstaltung.

Bis zum Mittag bereute sie bereits, die Stelle angenommen zu haben.

Nicht wegen der Arbeit.

Die Arbeit war perfekt.

Die Architekturabteilung von Blackthorn betreute einige der ehrgeizigsten Projekte des Landes.

Für jemanden, der sich in der Branche einen Namen machen wollte, war es eine Traumchance.

Das Problem war alles andere.

Der Druck.

Die Erwartungen.

Das ständige Bewusstsein darüber, wo sie sich befand.

Jeder Flur fühlte sich wie feindliches Gebiet an.

Jedes Blackthorn-Logo erinnerte sie daran, warum sie hier war.

Erst am späten Nachmittag endete die Einführung endlich.

Ihr Kopf hämmerte.

Alles, was sie wollte, war ein Kaffee.

Und fünf Minuten ohne Unternehmenspräsentationen.

Sie schlich sich in Richtung der Aufzüge für die Führungsebene.

Das nächstgelegene Café befand sich in den oberen Stockwerken.

Zumindest behauptete das der Gebäudeplan.

Aria betrat einen leeren Aufzug.

Die Türen glitten zu.

Stille legte sich um sie.

Sie lehnte sich gegen die Wand.

Zum ersten Mal an diesem Tag entspannte sie sich.

Der Aufzug fuhr sanft nach oben.

Über der Tür leuchteten die Stockwerkszahlen auf.

12.

13.

14.

15.

Dann plötzlich—

Die Beleuchtung flackerte.

Einmal.

Zweimal.

Der Aufzug ruckte.

Aria griff nach dem Handlauf.

„Was zum Teufel?“

Die Kabine kam zum Stillstand.

Völlige Stille.

Keine Bewegung.

Keine Durchsage.

Nichts.

Ihr Magen zog sich zusammen.

Großartig.

Erster Arbeitstag und schon im Aufzug gefangen.

Perfekt.

Sie drückte den Notrufknopf.

Nichts geschah.

Sie runzelte die Stirn.

Drückte erneut.

Immer noch nichts.

Dann setzte sich der Aufzug plötzlich wieder in Bewegung.

Die Anzeige wechselte.

Nicht nach oben.

Nicht nach unten.

Für einen Sekundenbruchteil erschien ein seltsames Symbol auf dem Display.

Dann verschwand es wieder.

Aria richtete sich auf.

„Was war das denn?“

Der Aufzug stieg weiter.

Höher.

Und höher.

Vorbei an den Stockwerken, die im Verzeichnis aufgeführt waren.

Vorbei an den Führungsetagen.

Vorbei an der Besucherplattform.

Das ergab keinen Sinn.

Das Gebäude hatte doch nur vierzig Stockwerke.

Und dennoch wechselten die Zahlen weiter.

Vierunddreißig.

Fünfunddreißig.

Sechsunddreißig.

Siebenunddreißig.

Achtunddreißig.

Der Aufzug verlangsamte sich.

Aria runzelte die Stirn.

Als Nächstes hätte vierzig erscheinen müssen.

Stattdessen leuchtete eine andere Zahl auf.

39.

Sie blinzelte.

Die Zahl blieb.

Neununddreißig.

Ein Stockwerk, das sie auf keinem Gebäudeplan gesehen hatte.

Ein Stockwerk, das während der Einführung nie erwähnt worden war.

Ein Stockwerk, das nicht existieren sollte.

Der Aufzug hielt an.

Ein leises Klingeln hallte durch die Kabine.

Aria starrte auf die Anzeige.

39.

Mehrere Sekunden lang geschah nichts.

Dann begannen die Türen sich zu öffnen.

Ein schmaler Streifen Dunkelheit erschien.

Nein.

Nicht Dunkelheit.

Gedämpftes Licht.

Ein Korridor.

Still.

Leer.

Die Luft dahinter wirkte irgendwie kälter.

Unbeweglich.

Als hätte seit Jahren niemand mehr diesen Ort betreten.

Aria hätte im Aufzug bleiben sollen.

Das wusste sie sofort.

Normale Menschen hätten den Knopf für die Lobby gedrückt.

Normale Menschen hätten die Störung gemeldet.

Normale Menschen hätten nicht zugelassen, dass ihre Neugier sie wie ein Haken unter den Rippen nach vorne zog.

Doch Aria war noch nie besonders gut darin gewesen, unbeantwortete Fragen einfach hinter sich zu lassen.

Vor allem nicht, wenn sie hinter verschlossenen Türen verborgen lagen.

Der Spalt wurde breiter.

Mehr vom Korridor wurde sichtbar.

Graue Wände.

Gedämpfte Beleuchtung.

Kein Firmenlogo.

Keine Büros.

Keine Mitarbeiter.

Nichts.

Nur ein langer Flur, der sich in die Stille hinein erstreckte.

Ein kalter Schauer kroch über ihre Haut.

Irgendetwas an diesem Ort war falsch.

Nicht gefährlich.

Noch nicht.

Aber verborgen.

Absichtlich verborgen.

Die Aufzugstüren öffneten sich vollständig.

Aria blieb wie angewurzelt stehen.

Über ihrem Kopf zeigte die Anzeige noch immer dieselbe unmögliche Zahl.

39.

Sie blickte zurück zur Steuerung.

Keiner der Knöpfe trug diese Nummer.

Nicht einer.

Ihr Herz begann schneller zu schlagen.

Jemand hatte dieses Stockwerk ausgelöscht.

Jemand hatte große Anstrengungen unternommen, damit niemand es fand.

Und das warf eine gefährliche Frage auf.

Warum?

Ein leises Geräusch drang den Flur entlang.

So schwach, dass sie es beinahe überhört hätte.

Ein rhythmisches Piepen.

Piep.

Piep.

Piep.

Wie eine Maschine.

Wie medizinische Überwachungsgeräte.

Wie—

Ein Herzmonitor.

Aria hielt den Atem an.

Das Geräusch erklang erneut.

Gleichmäßig.

Mechanisch.

Lebendig.

Der Korridor lag vor ihr.

Wartend.

Einladend.

Warnend.

Jeder Instinkt sagte ihr, sie solle gehen.

Stattdessen machte sie einen Schritt nach vorne.

Der Aufzug blieb hinter ihr geöffnet.

Der Flur verschluckte das Geräusch ihrer Schritte.

Und irgendwo hinter diesen grauen Wänden, verborgen auf einem Stockwerk, das offiziell nicht existierte ...

Wartete etwas auf sie.

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