INICIAR SESIÓNEr dreht mich zum größten Spiegel und stellt sich wie ein schützender Berg hinter mich. Eine seiner Hände spielt mit meiner Brust, knetet das Fleisch, reizt die verhärtete Brustwarze. Die andere setzt ihr verheerendes Werk zwischen meinen Schenkeln fort. Ich habe keinerlei Scham mehr, keinerlei Barriere. Meine Beine werden weich, drohen nachzugeben. Mein Rücken wölbt sich, meine Lenden pressen sich gegen seinen kraftvollen Oberkörper, gegen den harten Balken seines Verlangens, den ich durch den Stoff seiner Hose spüre. Im Spiegel sehe ich eine besessene Frau. Eine Mänade. Ihre Augen sind unergründliche Brunnen der Lust, ihr Mund ein perfektes O, dem eine Litanei von Stöhnen entweicht. Ihr Haar, gelöst aus dem strengen Knoten von Madame Harlow, ist eine wilde Mähne um ihr gerötetes Gesicht. — Daddy... ich werde... ich werde kommen... — Schau hin. Ich befehle es dir. Schließe nicht die Augen. Komm, während du dich ansiehst. Akzeptiere alles. Ak
Blanche Der Saal, in den er mich heute Abend bringt, ist ein architektonischer Schwindel. Jede Oberfläche ist ein Spiegel. Die Wände, die niedrige Decke, sogar der Boden, auf dem ich gehe, ist eine Platte aus venezianischem Glas, unter der ich mein umgekehrtes Spiegelbild sehe, das mich anstarrt, die Füße an meine Füße geklebt. Es ist ein unendliches, eisiges Kaleidoskop, ein Gefängnis aus Reflexionen, in dem ich mich überall sehe. Jede Bewegung, die ich mache, wird multipliziert, potenziert, und wirft mir das Bild einer Armee von Frauen zurück, die meine geringsten Gesten kopieren. Eine Frau mit zu glatter Haut, mit einem schwarzen Lederhalsband, das auf ihrer Kehle thront wie eine Schlange. Ihre Augen sind zu groß, zu glänzend, umgeben von malvenfarbenen Ringen. Sie trägt ein einfaches Wickelkleid aus schwarzer Seide, das Damien mir heute Morgen ohne Erklärung zu tragen befohlen hat. Eine Frau, die ich kaum wiedererkenne. Damien ist hi
Er entfernt sich. Ich höre das Leder seines Sessels unter seinem Gewicht ächzen, das Kratzen seiner Feder, das wieder einsetzt. Er kehrt zu seiner Arbeit zurück. Er ignoriert mich. Mehr als das: Er hat meine Anwesenheit ausgelöscht. Ich bin in seinem Blickfeld, und er sieht mich nicht. Ich bin ein Möbelstück in einer Ecke geworden. Nein, schlimmer: Ein Möbelstück ist nützlich, es dient einem Zweck. Ich bin nur eine stille Sühne, eine lebendige Allegorie des Gehorsams, ein Merkzettel aus Fleisch und Schmerz, um mich an meinen Platz zu erinnern. Die Demütigung ist ein bleierner Mantel, der meine Schultern erdrückt. Sie ist unendlich schlimmer als der Schmerz in meinen Knien. Die Journalistin, die alles aufdecken, alles verstehen, alles analysieren wollte, ist darauf reduziert, nichts zu wissen, nichts zu fragen. Sie ist ein kleines Mädchen, das im Büro des Direktors bestraft wird, ein erbärmliches Ding, das kämpft, um nicht zu schluchzen.
Er beugt sich vor. Seine Lippen, erstaunlich sanft, legen sich auf meine brennende Stirn. Ein Kuss. Ein Siegel der Zärtlichkeit nach der Eroberung. Es ist diese Geste, so unerwartet, so menschlich, die stille Tränen aus meinen geschlossenen Augen quellen lässt.— Du warst perfekt, meine Schöne, murmelt er, während er behutsam eine Wachsplatte von meinem Bauch löst und meine gerötete, unglaublich empfindliche Haut darunter freilegt. Das nächste Mal wirst du eine schwerere Lektion lernen. Der Schmerz, ebenso wie die Lust, gehört dir nicht mehr. Ich kann sie dir großzügig geben, oder ich kann sie dir mit unendlicher Grausamkeit verweigern. Und die Verweigerung, Blanche, die Frustration deines ganzen Seins, ist die härteste Lektion von allen.BlancheEs ist ein Wort. Ein einziges Wort mit drei Silben. Eine winzige und monumentale Frage. Ich habe "Warum" gesagt.
Der erste Tropfen fällt.Der Aufprall auf meinem Brustbein ist eine winzige Detonation. Ein reiner thermischer Schock. Keine aggressive Verbrennung, sondern eine blendende, ultra-lokalisierte Hitze, die meine Haut durchbohrt und in konzentrischen Wellen in meine Brust ausstrahlt, bevor sie fast augenblicklich abkühlt. Das Wachs härtet zu einer lauwarmen Pastille, wie ein kleines Drachenherz, das pulsiert, bevor es einschläft. Ich unterdrücke einen Schrei, meine Fäuste krallen sich krampfhaft in den Samt, meine Hüften heben sich unwillkürlich.— Atme, befiehlt er mit herrischer Stimme. Verspanne dich nicht gegen die Empfindung. Die Anspannung verstärkt den Schmerz bis zum Leiden. Der Atem verwandelt ihn in Lust. Erinnere dich. Einatmen in Erwartung. Ausatmen im Akzeptieren.Ein zweiter Tropfen. Ein dritter. Er arbeitet mit der manischen Konzentration eines Künstlers, das Gesicht unbewegt, die Hand so ruhig wie die eines Chirurgen. Seine Augen verlassen meine Haut nicht, sie folgen dem
BlancheZwanzig Uhr. Die Zeiger der Uhr in meinem Zimmer scheinen sich mit Blei beschwert zu haben. Das Vorbereitungsritual ist kein Eindringen mehr, sondern ein Vorspiel. Jede Geste von Madame Harlow ist eine Note in einer Symphonie, die ich zu erkennen lerne. Das Bad, das brennend heiße Wasser, gesättigt mit Ölen von Patschuli und Vetiver, dunkler heute Abend, erdiger. Das Fließen der Seide auf meiner enthaarten Haut, so glatt, dass der Stoff gleitet und streift, ohne je hängen zu bleiben. Das Halsband, das sie um eine Stufe fester zieht, das Leder gräbt sich mit neuer Festigkeit in mein Fleisch, ein Siegel. "Der Meister erwartet Sie im Silbersaal", sagt sie, und ihr Ton, sonst so neutral, ist von einem Ernst gefärbt, der meinen Puls beschleunigt. Jeder Saal ist ein Kreis aus Dantes Hölle, und ich sinke tiefer hinein mit einer Ungeduld, die mich erschreckt.Der Silbersaal ist ein Schrein aus schwarzem Basalt, der Stein so hochglanzpoliert, dass er unter meinen nackten Füßen zu einem







