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Kapital 5

last update publish date: 28.06.2026 19:02:22

Die Schüsse hallten durch das Penthouse wie Donnerschläge in der Nacht.

Ich kauerte im Badezimmer, die Tür verriegelt, die Hand schützend über meinem Bauch gelegt. Das kleine Leben in mir war noch so neu, so zerbrechlich, und doch schon der Grund, warum ich kämpfen musste.

Alexander war draußen, allein gegen den Eindringling. Seine Stimme dröhnte befehlsgewohnt. „Runter mit der Waffe! Das Gebäude ist umstellt.“ Ein weiterer Schuss, dann ein dumpfer Aufprall. Stille folgte, die schwerer wog als jeder Lärm.

Ich wagte mich nicht heraus, bis seine Stimme sanft durch die Tür drang. „Elena, es ist vorbei. Komm raus.“ Meine Hände zitterten, als ich die Tür öffnete. Alexander stand da, das Hemd blutbefleckt am Ärmel, doch er selbst unverletzt. Am Boden lag ein Mann in Schwarz, bewusstlos, gefesselt von Sicherheitsleuten, die inzwischen eingetroffen waren. „Er hat gestanden. Viktor hat ihn geschickt. Es sollte nur eine Warnung sein.“ Reue lag schwer in Alexanders grauen Augen, als er mich in die Arme zog. „Ich hätte dich nie hierher bringen dürfen. Nicht in diese Welt aus Schatten.“

Er führte mich ins Wohnzimmer, wo Sanitäter seine Wunde versorgten. Ein Streifschuss, nichts Ernstes, doch der Anblick seines Blutes machte alles real. Später, als die Polizei abgezogen war und wir allein waren, sank er auf die Couch und zog mich auf seinen Schoß. Seine Hände zitterten leicht, als er meinen Bauch streichelte. „Ein Kind. Ich werde Vater. Nach allem, was ich zerstört habe, bekomme ich eine zweite Chance.“ Die Worte waren voller tiefer Reue. Er küsste mich langsam, zärtlich, als wollte er jede vergangene Kälte wiedergutmachen.

Die Nacht wurde zu einem langen Gespräch. Er erzählte mehr von seiner Vergangenheit. Die Mutter, die ihn verlassen hatte, der Vater, der im Gefängnis gestorben war. Wie er sich geschworen hatte, niemals wieder verletzlich zu sein. „Bei dir brechen alle Mauern ein, Elena. Und das macht mir Angst.“ Ich strich durch sein Haar, spürte die Verletzlichkeit hinter der Macht. Unsere Körper fanden sich erneut. Diesmal war es langsam, fast andächtig. Er legte mich auf das breite Bett, küsste jeden Zentimeter meiner Haut, widmete sich meinen Brüsten, die schon empfindlicher waren, dann tiefer. Seine Zunge brachte mich mehrmals zum Höhepunkt, bevor er in mich eindrang. Wir bewegten uns im Einklang, seine Stöße tief und kontrolliert. „Ich liebe dich“, flüsterte er, als wir gemeinsam kamen. Die Worte hingen in der Luft wie ein Versprechen.

Am nächsten Morgen erwachte ich mit neuer Entschlossenheit. Das Projekt für die Luxushotelkette musste weitergehen, trotz allem. Alexander bestand darauf, dass ich von zu Hause arbeitete, doch ich brauchte das Büro, die Normalität. Im Gebäude herrschte angespannte Stille. Kollegen warfen mir Blicke zu, einige neidisch, andere ängstlich. Sarah zog mich in die Kaffeeküche. „Du und der Chef? Die Gerüchte sind überall. Und dieser tote Kollege... die Leute reden.“

Ich beruhigte sie, so gut es ging, doch innerlich brodelte es. Viktor Lang war noch auf freiem Fuß. Alexander hatte seine besten Leute auf ihn angesetzt, doch der Rivale war schlau. Am Nachmittag erhielt ich eine anonyme Lieferung. Ein kleines Päckchen mit einem Babystrampler darin und einer Karte. „Herzlichen Glückwunsch. Das Kind wird ohne Vater aufwachsen, wenn du nicht verschwindest.“

Panik stieg auf. Ich rief Alexander an. Er war sofort da, sein Gesicht hart vor Wut. „Er wird dich nicht berühren.“ In seinem Büro zog er mich an sich, küsste mich hungrig. Die Tür war abgeschlossen. Die Anspannung entlud sich in roher Leidenschaft. Er setzte mich auf den Schreibtisch, spreizte meine Beine und drang sofort ein. Hart, schnell, als müsste er sich selbst beweisen, dass er mich beschützen konnte. Meine Nägel gruben sich in seinen Rücken. „Nimm mich“, keuchte ich. Er tat es, bis wir beide erschöpft waren. Danach hielt er mich fest. „Ich habe einen Plan. Wir locken ihn heraus.“

Die folgenden Tage waren ein Balanceakt. Tagsüber arbeitete ich an den Entwürfen, die nun eine dunklere, verführerischere Note bekamen. Nachts verlor ich mich in Alexander. Unsere erotischen Begegnungen wurden intensiver, emotionaler. Einmal in der Dusche seines Penthouses, das Wasser heiß auf unserer Haut. Er hob mich hoch, presste mich gegen die Fliesen und nahm mich stehend. Jeder Stoß trug seine Reue und seine Liebe mit sich. „Ich war kalt. Zu dir werde ich Feuer sein.“

Doch Viktor schlug zurück. Ein weiterer Sabotageversuch traf das Unternehmen. Wichtige Dateien wurden gelöscht, und Spuren führten zu meinem Computer. Die Polizei tauchte erneut auf. Diesmal war Alexander vorbereitet. Er präsentierte Beweise, die seine Leute gesammelt hatten. Viktor wurde als Drahtzieher benannt. Doch der Rivale blieb verschwunden.

An einem regnerischen Abend fuhren wir zu Alexanders abgelegenem Anwesen außerhalb der Stadt. Das Herrenhaus war beeindruckend, umgeben von Wäldern und Sicherheit. Hier hofften wir auf Ruhe. Am Kamin erzählte er von seiner Kindheit, von den Nächten, in denen er allein geweint hatte. Die Reue umhüllte ihn wie ein Mantel. „Ich habe viele Menschen verletzt, um hierher zu kommen. Dich will ich heilen.“

Wir liebten uns vor dem Feuer. Auf dem weichen Teppich, nackt und offen. Er erkundete meinen Körper mit Händen und Mund, als wäre ich das Kostbarste auf der Welt. Als er in mich eindrang, sahen wir uns in die Augen. Der Höhepunkt war eine Welle aus Emotionen. Danach lagen wir da, seine Hand auf meinem Bauch. „Unser Kind wird alles ändern.“

Der Frieden hielt nicht lange. Mitten in der Nacht weckte uns ein Alarm. Eindringlinge auf dem Gelände. Alexander griff nach seiner Waffe, etwas, das ich nie erwartet hatte. „Bleib im Schlafzimmer.“ Schüsse fielen draußen. Ich hörte Kämpfe, Rufe. Dann Stille. Die Tür öffnete sich. Alexander trat ein, blutend an der Schulter. „Viktor ist hier. Er will dich.“

Ich half ihm, die Wunde zu versorgen. Draußen warteten seine Männer. Viktor wurde gefesselt hereingebracht. Der Rivale lachte trotz allem. „Du denkst, du hast gewonnen, Alexander? Deine Elena hat Geheimnisse. Ihr Vater hat nicht nur Schulden. Er hat für mich gearbeitet. Und das Kind... es könnte meins sein.“

Die Lüge traf wie ein Schlag. Alexander erstarrte. Reue und Zweifel kämpften in seinem Gesicht. „Das ist nicht wahr“, flüsterte ich. Doch der Samen des Misstrauens war gesät. Viktor wurde abgeführt, doch seine Worte hingen in der Luft.

Alexander wandte sich mir zu, die Augen dunkel. „Sag mir die Wahrheit, Elena. Alles.“ Die Reue in seiner Stimme war gemischt mit Angst. Ich erzählte alles, was ich wusste. Von meinem Vater, den alten Geschäften. Es war nicht genug, um ihn zu beruhigen.

In dieser Nacht liebten wir uns nicht. Stattdessen lag er wach neben mir. Die Distanz kehrte zurück, kalt und schmerzhaft. Am Morgen erhielt ich einen Anruf. Mein Vater war aufgetaucht. Er wollte mich sehen. „Es gibt Dinge, die du nicht weißt über Voss.“

Alexander hörte mit. Seine Reue war tief, doch der Zweifel nagte. „Geh nicht allein.“ Doch als ich das Anwesen verließ, folgte mir ein Schatten. Viktors Leute oder Alexanders? Die Straße wand sich durch den Wald. Plötzlich blockierte ein Wagen den Weg. Männer stiegen aus.

Ich griff nach dem Telefon, doch es war zu spät. Eine Hand presste sich auf meinen Mund. „Der Chef will dich sehen. Der echte Chef.“

Alexander würde kommen. Doch würde seine Reue reichen, um mich zu retten, bevor alles zerbrach?

Die Dunkelheit schloss sich um mich. Das Kind in mir trat leicht, als wollte es kämpfen. Unser Imperium aus Schatten und Seide stand am Abgrund.

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