Ex-Mann bereut: Die Frau, die er für selbstverständlich hiel

Ex-Mann bereut: Die Frau, die er für selbstverständlich hiel

last updateDernière mise à jour : 2026-10-23
Par:  Fentydermlow Mis à jour à l'instant
Langue: Deutsch
goodnovel16goodnovel
5.5
2 Notes. 2 commentaires
179Chapitres
7.2KVues
Lire
Bibliothèque

Partager:  

Report
Overview
Catalog
Scanner le code pour lire sur l'application

Drei Jahre lang ertrug sie das Schweigen, kalte Nächte und einen Ehemann, der sich jedes Mal für eine andere Frau entschied. Als Reina endlich ging, tat sie es leise. Kein Abschiedsbrief. Nur ein Ring auf der Küchentheke und die Scheidungspapiere, die er unterschrieb, ohne sie zu lesen. Nun will Cainan Voss sie zurückhaben. Doch die Frau, die er in Paris findet, ist nicht mehr die, die er einst verstoßen hat.

Voir plus

Chapitre 1

Die falsche Station

Reinas Sicht

„Sie haben Glück, dass Sie wach sind, Frau Voss, aber Sie müssen absolut still liegen bleiben“, sagte der Arzt und justierte den Tropf über meinem Kopf. „Ihre Rippen vertragen keine plötzlichen Bewegungen.“

Ich blinzelte gegen das grelle Neonlicht an. Der scharfe Geruch von Desinfektionsmittel brannte mir im Hals. Jeder noch so kleine Atemzug fühlte sich an wie ein gezacktes Glasstück, das sich in meine Brust bohrte. Mein rechter Arm war fest bandagiert und pochte mit einem dumpfen, schweren Schmerz.

„Wo …“ Meine Stimme kam als trockenes, klägliches Krächzen heraus. „Wie lange?“

„Sie wurden vor zwei Nächten eingeliefert“, erklärte der Arzt sanft und überprüfte die Akte am Fußende meines Bettes. „Sie hatten einen schweren Unfall während des heftigen Regensturms am Donnerstagabend. Ihr Auto ist komplett zerstört.“ Er machte eine Pause und sah mich mit einer Mischung aus professioneller Ruhe und leisem Mitleid an. „Wir versuchen seit Stunden, Ihren Notfallkontakt zu erreichen, Frau Voss. Niemand hat abgenommen. Gibt es eine andere Nummer, die wir versuchen sollten?“

Ich sah an ihm vorbei und starrte direkt auf die weißen Deckenplatten. Eine kalte Taubheit breitete sich tief in meinem Bauch aus und ließ den körperlichen Schmerz gefrieren.

„Nein“, flüsterte ich mit flacher Stimme. „Bemühen Sie sich nicht. Es kommt niemand.“

„Sind Sie sicher? Ein Ehemann oder ein Verwandter sollte –“

„Ich bin mir sicher“, unterbrach ich ihn und schloss die Augen.

Es überraschte mich nicht. Ich hatte schon vor langer Zeit aufgehört, von Cainan Voss überrascht zu sein.

Zwei Wochen vergingen.

Zwei Wochen, in denen ich dieselben vier Wände anstarrte. Zwei Wochen, in denen ich zusah, wie der leere Plastikstuhl neben meinem Bett Staub ansammelte. Jeden Morgen kamen die Schwestern mit aufgesetzten Lächeln herein und fragten, ob meine Familie unterwegs sei. Jeden Morgen zwang ich mich zu nicken und zu sagen: „Ja, bald“, bis die Lüge zu schwer zu schlucken war.

In den ersten drei Tagen hatte ich mein Handy direkt neben meinem Kopfkissen liegen und überprüfte alle fünf Minuten den leeren Bildschirm. Am vierten Tag warf ich es in die Schublade des Nachttischs. Am siebten Tag hörte ich auf, überhaupt daran zu denken.

Am zehnten Morgen kam eine Schwester aus der Kinderstation in mein Zimmer und hielt einen kleinen, bunt verzierten Umschlag in der Hand.

„Was ist das?“, fragte ich und schob das Kissen hinter meinem Rücken zurecht.

„Eine Gute-Besserung-Karte“, sagte sie mit einem warmen Lächeln und reichte sie mir. „Das Personal auf dieser Station hat bemerkt, dass Sie keinen Besuch hatten. Wir haben alle zusammengelegt und unterschrieben. Wir wollen, dass Sie wissen, dass Sie nicht allein sind, Reina.“

Ich öffnete die Karte. Ich las jeden einzelnen Namen, der in verschiedenen Farben geschrieben war. Etwas in meiner Brust brach nicht nur – es zersplitterte vollkommen. Völlig Fremde hatten meine Einsamkeit bemerkt. Völlig Fremde hatten sich genug gekümmert, um ihre Namen für mich aufzuschreiben, während mein eigener Ehemann es nicht einmal für nötig gehalten hatte, mir eine Nachricht zu schicken.

Als die Stationsschwester zurückkam, um meine Vitalwerte zu prüfen, rief ich sie zu mir.

„Entschuldigung. Könnten Sie etwas für mich tun?“

„Natürlich, meine Liebe. Was brauchen Sie?“

„Nehmen Sie Cainan Voss aus meinen Unterlagen“, sagte ich und sah ihr direkt in die Augen. „Entfernen Sie ihn als Notfallkontakt. Komplett.“

Die Schwester hielt mit dem Stift inne und betrachtete mich aufmerksam. Sie stellte keine Fragen. Sie sah nur mein Gesicht und nickte.

„In Ordnung, meine Liebe. Ich aktualisiere das System sofort.“

„Danke“, sagte ich und drehte den Kopf zum Fenster.

In dieser Nacht krochen die Erinnerungen daran, wie diese Ehe begonnen hatte, zurück in meinen Kopf. Cainan hatte mich von Anfang an gehasst. An unserem Hochzeitstag, direkt nach dem Austausch der Ringe, hatte er sich zu mir gebeugt und mir ins Ohr geflüstert, dass er mich niemals lieben würde. Unsere Ehe war ein Geschäft, das ihm von seiner Großmutter Vivienne aufgezwungen worden war, die mich wie ihr eigenes Blut liebte. Cainan war tief in Giselle verliebt gewesen, einem Supermodel, mit dem er drei lange Jahre zusammen gewesen war.

Für einen kurzen Moment nach der Hochzeit hatte Cainan sich tatsächlich wie ein anständiger Ehemann verhalten. Doch sobald Vivienne gestorben war, fiel die Maske. Er schloss mich komplett aus, verbrachte seine Nächte in Giselles Bett und kehrte nur ab und zu in unsere Villa zurück.

Ich erinnerte mich an eine Dinnerparty zwei Monate nach unserer Hochzeit. Cainan hatte mich von der anderen Seite des vollen Raumes angesehen, und für drei Sekunden war sein Gesicht vollkommen unergründlich geworden. Ein ganzes Jahr lang hatte ich versucht, in diesen drei Sekunden eine Bedeutung zu finden. Ich hatte eine riesige, törichte Fantasie um den kurzen Blick eines Mannes aufgebaut, dem es egal war, ob ich lebte oder starb. Es war alles eine Lüge. Er hatte nur für seine Großmutter geschauspielert.

Am vierzehnten Tag war ich endlich stark genug, um allein den Flur entlangzulaufen. Ich klammerte mich fest an die Handläufe und machte langsame, bewusste Schritte in meinem weiten Krankenhaushemd.

Als ich mich der zentralen Schwesternstation näherte, kicherten zwei junge Schwestern laut und lehnten sich über den Tresen.

„Oh mein Gott, hast du den Typen in Station sieben gesehen?“, flüsterte eine Schwester und klatschte in die Hände. „Er hat sie seit gestern nicht mehr verlassen. Er isst sogar seine Mahlzeiten direkt aus dem Behälter, nur um ihr beim Schlafen zuzusehen.“

„Ich weiß!“, schwärmte die andere. „Das ist das Romantischste, was ich dieses Jahr gesehen habe. Sie hat nur einen kleinen verstauchten Knöchel, aber er behandelt sie, als wäre sie aus Glas.“

Ich dachte mir nichts dabei. Ich ging einfach weiter, um meine Beine zu dehnen. Doch als ich an der offenen Tür von Station sieben vorbeikam, ließ mich das Geräusch eines vertrauten, schönen Lachens mitten in der Bewegung erstarren.

Ich spähte durch die Glasscheibe hinein.

Cainan saß genau dort. Er lehnte sich nach vorne, die Ellbogen auf die Knie gestützt, und seine Augen waren vollkommen auf Giselle gerichtet. Er streckte die Hand aus und richtete das Kissen hinter ihrem Rücken, damit sie perfekt bequem lag. Giselle warf den Kopf zurück und lachte über etwas, das er gesagt hatte. Cainan lächelte nicht, aber sein Gesicht war weicher, als ich es in drei Jahren je gesehen hatte.

Ich stand vor dieser Tür und zählte im Kopf bis vier, während mein Blut zu Eis gefror.

Ich hatte zwei lange Wochen ganz allein in demselben Gebäude gelitten, mit einer gebrochenen Rippe, und mein Ehemann war nur ein paar Türen weiter und hielt die Hand einer Frau, die lediglich einen verstauchten Knöchel hatte.

Ich weinte nicht. Ich stürmte nicht hinein. Ich drehte mich um, ging zurück in mein Zimmer, setzte mich auf die Kante meiner Matratze und rief meinen Anwalt an.

Am Morgen meiner offiziellen Entlassung ging ich zuerst zurück in unsere Villa. Ich brauchte Zeit zum Nachdenken und musste ein paar Dinge holen, bevor ich die Unterlagen zum Gericht brachte.

Ich betrat die Küche und mein Magen sackte in den Keller.

Cainan und Giselle saßen zusammen am Esstisch und beendeten gerade gemütlich ihr Frühstück. Giselle blickte auf und sofort breitete sich ein strahlendes, falsches Lächeln auf ihrem Gesicht aus.

„Oh, Reina! Du bist zurück“, sagte Giselle mit triefend süßer Stimme. „Fühlst du dich besser, Süße?“

Ich ignorierte sie komplett und hielt meinen Blick fest auf meinen Ehemann gerichtet. Cainan sah nicht einmal von seinem Handy auf. Er scrollte auf dem Bildschirm, als wäre ich ein Geist.

„Cainan“, sagte ich mit ruhiger, kalter Stimme. „Wir müssen oben unter vier Augen sprechen. Sofort.“

Er seufzte, warf sein Handy auf den Tisch und schob seinen Stuhl zurück. Er folgte mir schweigend hinauf ins Schlafzimmer. Sobald die Tür ins Schloss fiel, zog ich den weißen Umschlag aus meiner Tasche und reichte ihn ihm direkt.

„Was ist das?“, fragte er stirnrunzelnd und zog die Dokumente heraus.

„Scheidungspapiere“, antwortete ich.

Cainan sah auf den großen Text oben auf der Seite und stieß ein scharfes, spöttisches Lachen aus.

„Meinst du das ernst, Reina? Hör auf mit diesem kindischen Wutanfall. Ich habe heute keine Zeit für dein Drama.“

„Ich bin es leid, einen Mann festzuhalten, der nicht festgehalten werden will, Cainan“, erwiderte ich und sah ihn mit völliger Erschöpfung an. „Ich bin fertig.“

Sein Kiefer spannte sich an, seine Augen verdunkelten sich, als er die Papiere zurück auf das ungemachte Bett warf.

„Schaff diese Dinger weg“, knurrte er und wandte sich zur Tür. „Ich unterschreibe sie nicht.“

„Cainan, warte!“, rief ich und lief ihm hinterher.

Ich eilte die Treppe hinunter, so schnell meine heilenden Rippen es zuließen, doch als meine Füße den Marmorboden der Eingangshalle erreichten, hallte bereits das laute Aufheulen seines Sportwagens durch die Einfahrt. Er war schon weg und ließ mich allein im leeren Haus zurück.

Déplier
Chapitre suivant
Télécharger

Dernier chapitre

Plus de chapitres

commentaires

2005
2005
Bis jetzt gefällt es mir sehr gut, scheint nur gerade in der Sommerpause zu sein.
2026-08-03 18:18:34
0
0
Games Farm
Games Farm
erstmal abwarten, bis es abgeschlossen ist... der Anfang ist leider nicht sehr originell
2026-08-21 21:54:14
0
0
179
Découvrez et lisez de bons romans gratuitement
Accédez gratuitement à un grand nombre de bons romans sur GoodNovel. Téléchargez les livres que vous aimez et lisez où et quand vous voulez.
Lisez des livres gratuitement sur l'APP
Scanner le code pour lire sur l'application
DMCA.com Protection Status