LOGINDass Frau Krügel das sagte, überraschte Klara zutiefst.Seit ihrer Hochzeit hatte Frau Krügel sich zwar mit ganzem Herzen um Klara gekümmert und oft sogar aus der Sicht einer Frau für sie gedacht. Aber wie Sebastian schon gesagt hatte: Frau Krügel wurde von ihm bezahlt und musste letztlich auf ihn hören.Aber in diesem Moment hielt Frau Krügel ihren Arm fest umschlungen und widersetzte sich Sebastian zum ersten Mal. Sie zitterte zwar leicht, war aber von unerschütterlicher Entschlossenheit.Charlotte bekam wieder feuchte Augen, biss sich auf die Unterlippe, senkte den Kopf und schwieg – sie spielte das perfekte Opfer.Wie konnte Sebastian das ertragen, sie so zu sehen? Augenblicklich verfinsterte sich seine Miene, dunkle Wolken zogen in seinen Augen auf, voller Druck: „Frau Krügel, wollen Sie Ihren Job etwa kündigen?“Frau Krügel zuckte am ganzen Körper zusammen.Offensichtliche Angst, aber ebenso offensichtliche Sturheit.Sebastians Blick wurde sogar düster: „Und Ihre Tochter, soll si
Wenn es je einen Groll gab, war es schon immer eine Sache zwischen ihr und Sebastian.Aber ausgerechnet Charlotte musste nicht nur ihre Krallen ausfahren, sondern auch noch ihr Leben bedrohen.Charlotte starrte auf Klaras Handy. Aus Angst, dass Klara die Worte von eben wirklich aufgenommen haben konnte. „Lösch die Aufnahme auf deinem Handy!“Klara steckte das Handy in ihre Tasche. Ob sie es aufgenommen hatte oder nicht, sie zeigte Charlotte das Handy nicht.Als Charlotte das sah, wurde sie plötzlich nervös. Sie war gesund und glaubte offenbar, eine gehbehinderte Frau wie Klara konnte ihr körperlich sowieso nichts entgegensetzen. Deshalb ging sie direkt auf Klara los und wollte ihr das Handy entreißen.Natürlich gab Klara es ihr nicht. Frau Krügel sah sofort, dass die Hausherrin körperlich im Nachteil war, und eilte ihr zu Hilfe.In diesem Moment war das Geräusch zu hören, wie die Tür aufgeschlossen wurde.Diesmal war es wirklich Sebastian, der zurückkam.In dem Moment, in dem Sebasti
„Du darfst nicht gehen!“ Charlotte eilte in den Flur und versperrte ihr den Weg.Klara blieb stehen und sah sie ruhig an.Charlottes Augen waren rot vor Wut, sie zeigte auf Klara: „Klara, du bist so fest entschlossen, mich fertigzumachen. Glaubst du etwa, wenn du mich hinter Gitter bringst, wird Sebastian dich lieben?“Klara lächelte nur kurz; sie sah offenbar keine Notwendigkeit, sich Charlotte gegenüber zu erklären.„Lachst du etwa? Bist du stolz auf dich? Ich sage dir, selbst wenn ich wirklich ins Gefängnis komme, wird Sebastian mich nie vergessen, er wird dich nur noch mehr hassen!“Klara sah die beinahe zähneknirschende Charlotte an und wiederholte diese Worte im Stillen noch einmal für sich. Sie stellte fest, dass diese Worte wirklich keine Wirkung mehr auf sie hatten – ob Sebastian sie liebte oder hasste, wen er liebte und wen er nicht vergessen konnte, es war ihr wirklich völlig egal geworden.Deshalb lächelte sie wieder, zufrieden mit den eigenen Fortschritten.Charlotte deute
Ihr musstet lebenslang miteinander verbunden sein!Sebastian erstarrte.„Klara?“ Erst nach einer langen Weile versuchte er, ihren Namen auszusprechen, als wolle er sich vergewissern, ob sie das wirklich ernst meinte.Klara lächelte leicht. „Es ist schon spät, ich gehe jetzt schlafen.“ Du kannst deiner großen Liebe ruhig weiter nachtrauern.„Klara, schlaf noch nicht ein.“ Er gab nicht auf.Klara hatte ihm bereits den Rücken zugewandt, aber seine Stimme war weiter zu hören.„Klara, wir kennen uns seit zwölf Jahren. Denk an die Momente, in denen wir uns all die Jahre wirklich verstanden haben. Kannst du mir zuliebe die Anzeige zurückziehen?“Sein Tonfall war flehend.Ein so stolzer Mann wie er flehte für Charlotte, und er nutzte sogar ihre zwölfjährige Bekanntschaft als Tauschmittel.Egal wie sehr sie sich einredete, damit abgeschlossen zu haben, stieg in Klaras Herzen dennoch eine Welle der Bitterkeit auf. „Sebastian, willst du etwa ein Geschäft mit mir machen? Wenn ich dir dieses eine
Wie fühlt sich die heimliche Liebe in der Jugend an?Wenn er nicht zum Unterricht kam, war zwar nur ein einziger Platz im Klassenzimmer leer, doch in ihrem Herzen fühlte sich alles plötzlich leer an, als war die ganze Welt hohl;Wenn er das Klassenzimmer betritt, wird die Welt plötzlich hell, das Sonnenlicht draußen erstrahlt wie Gold, reicht aber nicht an den Glanz heran, der ihn in diesem Moment umgibt;Wenn er lächelt, schmilzt das eigene Herz vor Wärme dahin, und wenn er die Stirn runzelt, zieht es sich schmerzhaft zusammen;Wenn die Zeit still dahinfloss, genügte es ihr, ihn aus der Ferne zu betrachten. Und wenn die Jahre des Erwachsenwerdens ihre Höhen und Tiefen durchliefen, wollte sie ihm alles geben, ohne dass er jemals davon erfahren sollte …In jenem Jahr erfuhr Klara endlich, dass seine kaum zu verbergende Erschöpfung und sein Schmerz daher rührten, dass seine Großmutter schwer krank im Krankenhaus lag. Sie setzte eine Maske auf, stand jeden Morgen noch vor Sonnenaufgang au
Sebastians Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. „Was meinst du damit?“„Ich muss das desinfizieren. Ich habe doch gesagt, dass deine Hand schmutzig ist.“ Nachdem Klara ihn eingesprüht hatte, stellte sie die Alkoholflasche ruhig auf den Nachttisch.„Du …“ Sebastian fühlte sich erneut von ihr provoziert.Nachdem Klara die Alkoholflasche abgestellt hatte, drehte sie sich um, legte sich hin und schlief.Die frisch gewechselte Bettwäsche roch dezent und war sehr bequem. Was mit Sebastian war, war ihr nun egal.Nach einer Weile ertönte Sebastians Stimme von hinten: „Klara, ich habe ein paar Fragen an dich.“Sie hielt die Augen geschlossen und schwieg.„Wie bist du an das Überwachungsvideo gekommen?“Ha, sie wusste es doch: Wenn er um diese Zeit nach Hause kam, bedeutete das nichts Gutes. Natürlich erzählte sie es ihm nicht und antwortete weiterhin mit Schweigen.„Klara, ich wusste gar nicht, dass du so fähig bist. Wer hat es dir beigebracht? War es Benjamin?“ Als er den Namen ausspr







