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Kapitel 202

Author: Ein Glücksfischchen
Klara schwieg und nahm einfach alles auf, was er sagte. Sobald die Wahrheit über Charlottes angebliche ehrenamtliche Arbeit ans Licht kam, bekam er diese Aufnahme zu hören. Mal sehen, wie unangenehm ihm seine eigenen Worte dann waren.

„Oma hat damals auch immer von dieser Freiwilligen erzählt. Ein ganz schmales Mädchen, das sie gewaschen, ihr die Medikamente gegeben und sie für die Untersuchungen aus dem Bett gehoben hat. Ein wunderbares Mädchen mit einem unglaublich guten Herzen. Lotti ist nac
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  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 203

    Klara hob das Handy auf und hielt es Sebastian wieder ans Ohr. Am anderen Ende rief Justin mehrmals seinen Namen. „Sebastian? Sebastian! Bist du etwa eingeschlafen?“„Hm ...“ Sebastian war kaum noch bei Bewusstsein. „Kümmere dich um Lotti ...“„Warum tust du dir das an? Kümmere dich doch selbst um sie“, seufzte Justin.Klara war sich zunächst nicht sicher, ob sie richtig sah. Glitt da tatsächlich eine Träne aus Sebastians Augenwinkel?Doch als er mit erstickter Stimme zu sprechen begann, bestand kein Zweifel mehr. Er weinte.„Das geht nicht mehr. In diesem Leben nicht mehr. Ich muss die Verantwortung für Klara übernehmen. Ich kann nicht ... Lotti ... Lotti ...“„Schon gut. Ruh dich aus. Ich lege jetzt auf.“Mit einem langen Seufzer beendete Justin das Gespräch. Klara legte das Handy neben Sebastian. In ihr regte sich nichts mehr.Keine Sorge, Herr Wolf. Ich werde euch nicht im Weg stehen.Immerhin brachte dieser Abend endlich Licht ins Dunkel.Bisher fragte sie sich, wie Sebasti

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 202

    Klara schwieg und nahm einfach alles auf, was er sagte. Sobald die Wahrheit über Charlottes angebliche ehrenamtliche Arbeit ans Licht kam, bekam er diese Aufnahme zu hören. Mal sehen, wie unangenehm ihm seine eigenen Worte dann waren.„Oma hat damals auch immer von dieser Freiwilligen erzählt. Ein ganz schmales Mädchen, das sie gewaschen, ihr die Medikamente gegeben und sie für die Untersuchungen aus dem Bett gehoben hat. Ein wunderbares Mädchen mit einem unglaublich guten Herzen. Lotti ist nach all den Jahren noch genauso wie damals ...“Plötzlich schien ihm wieder einzufallen, wer da bei ihm saß. Er öffnete die Augen und sah Klara direkt an. „Und du? Bei uns war ich derjenige, der dir die Füße gewaschen hat.“Ja, das tat er tatsächlich.Damals, als sie sich noch von ihren Verletzungen erholte. Es war so lange her. So unendlich lange, dass sie den Schmerz in diesen verblassten Erinnerungen nicht noch einmal durchqueren wollte.„Willst du dazu gar nichts sagen?“Seine Hände glitten

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 201

    Klara legte auf.Dann sollte er eben bei Charlotte übernachten. Sie hatte nichts dagegen.Sie legte das Handy beiseite und schlief weiter.Doch etwa eine halbe Stunde später hörte sie zu ihrer Überraschung, wie die Wohnungstür aufging.Er kam tatsächlich nach Hause?Nach kurzem Überlegen stand sie auf, um nachzusehen. Im Eingangsbereich polterte es bereits gewaltig. Offenbar stieß er alles Mögliche um. Bei seinem Zustand machte sie sich vor allem Sorgen um die notariell beglaubigte Verzichtserklärung ihres Vaters.Als sie ins Wohnzimmer trat, sah sie ihn mit glasigem Blick im Flur stehen.„Klara, komm her.“Er erkannte sie sogar noch.Sie ging zu ihm. „Du weißt tatsächlich noch, wer ich bin?“„Ich erkenne doch wohl meine eigene Frau!“Er klang beinahe gekränkt und legte den Arm um ihre Schultern.„Du ...“ Eine dichte Alkoholfahne schlug ihr entgegen. Sie wollte ihn wegschieben, doch er zog sie nur noch fester an sich.„Schubs mich ruhig weiter! Wenn ich hinfalle und mir den Ha

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 200

    „Warum traut Lotti sich wohl nicht, dich dabei anzusehen? Weil du sie ständig so anfährst ...“Klara ließ Sebastian gar nicht erst ausreden. Ihr Taxi hielt gerade neben ihr. Sie öffnete die Tür, stieg ein und schlug sie hinter sich zu.Sie war also zu aggressiv?Interessant.Eine Frau, die sie bei lebendigem Leib verbrennen wollte, war in seinen Augen ein liebes, unschuldiges Häschen.Und sie, das Opfer, musste sich vorwerfen lassen, zu aggressiv zu sein.Im Wagen presste Klara eine Hand gegen ihre Brust. Zum Glück entkam sie diesen beiden Menschen schon bald. Zum Glück wartete noch ein anderes Leben auf sie, voller Freiheit und Möglichkeiten. Sonst drohte sie irgendwann in ihrer Verbitterung gefangen zu bleiben, eingesperrt in einem Käfig, aus dem sie bis zu ihrem Tod nicht mehr herausfand.Zu Hause duschte sie zuerst, aß eine Kleinigkeit und rief dann ihre Großmutter per Video an.Sie wagte es nicht, sie ständig im Hotel zu besuchen. Bei zu vielen Besuchen bestand die Gefahr,

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 199

    Klara öffnete die Tür und stieg aus. Sebastian verließ den Wagen auf der anderen Seite.Kaum stand sie auf dem Gehweg, hörte sie eine süßliche Stimme. „Sebastian ...“Charlotte.Warum begegnete sie dieser Frau eigentlich überall?Auch Sebastian wirkte überrascht. „Was machst du denn hier?“„Du hast doch gesagt, dass du mir einen Milchkaffee mitbringst. Auf deinem Weg zu mir gibt es nur hier im Einkaufszentrum den, den ich mag. Also bin ich hergekommen, um auf dich zu warten.“Charlottes Stimme klang fröhlich und verspielt. „Ich wollte dich eben ein bisschen früher sehen ...“Klara stand am Straßenrand. Ihr Taxi war bereits bestellt. Noch vier Minuten, bis der Fahrer eintraf.Jetzt gab Charlotte sich überrascht, ganz so, als bemerkte sie Klara erst in diesem Augenblick. „Ach, Klara ist auch da? Das wusste ich gar nicht ...“„Ja, wir mussten gerade etwas erledigen.“ Sebastian blickte hinter sie. „Wo sind denn deine Einkäufe?“„Ach, das war mir alles zu viel zum Tragen. Ich habe di

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 198

    Kaum ging ihr der Gedanke durch den Kopf, klingelte sein Handy. Auf dem Display stand „Lotti-Schatz“.„Sebastian ...“Klara hörte nur diesen einen, honigsüßen Ruf. Dann setzte Sebastian einen Ohrhörer ein.„Ja, Lotti?“Wenn er gute Laune hatte, sprach er ohnehin sanft. Doch bei Charlotte wurde seine Stimme geradezu zärtlich.Klara wusste nicht, was Charlotte am anderen Ende sagte. Sebastian antwortete sofort: „Gut, ich hole dich gleich ab. Warte dort ... Ja, gut ... Soll ich dir einen Milchkaffee mitbringen? Alles klar.“Klara wusste, was nach diesem Gespräch kam: Nimm dir ein Taxi nach Hause. Ich habe noch etwas zu erledigen.Also zeigte sie sich „verständnisvoll“, öffnete die Tür und stieg aus.„Klara.“Sebastian stieg ebenfalls aus, ging rasch um den Wagen herum und stellte sich ihr in den Weg.Was denn jetzt schon wieder?Sie sah ihn resigniert an.„Lotti will die Bewohner eines Pflegeheims besuchen und hat eine Menge Sachen für sie gekauft. Ohne Auto bekommt sie das alles

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