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Dem Mafia-Alpha ausgeliefert
Dem Mafia-Alpha ausgeliefert
Author: B.E Belle

1. Betrügender Ehemann

Author: B.E Belle
last update publish date: 2026-08-05 17:45:47

Rayna~

Ich hasste es, zu diesen Alpha-Ehefrauen-Retreats zu fahren. Es war immer dasselbe: Die Lunas niederen Ranges verspotten, die Ehefrauen ohne Titel ignorieren – und dann war da ich. Die Frau, die nicht mit dem Alpha gepaart war, nicht markiert und noch keine Luna.

Der Spott sorgte dafür, dass mein Aufenthalt kurz blieb. Sie verstanden nicht, was Dario und ich hatten. Niemand tat es.

Ich betrat das Haus, stieß meine Schuhe ab und schlich barfuß durch den großen Flur zu meinem Zimmer.

Je näher ich kam, desto deutlicher hörte ich Stöhnen von drinnen.

Was zum—? Ich schätze, meine Abwesenheit hatte meinen Ehemann hart getroffen.

Ich lächelte für mich, bereit, von meinem Mann verschlungen zu werden. Doch in dem Moment, als ich die Tür öffnete, wünschte ich, ich hätte es nie getan.

„Oh fuck, Lola. Du bist so verdammt perfekt für mich.“ Mein Ehemann stöhnte, während er eine andere Frau rücksichtslos fickte.

Ich spürte, wie mein Herz in Millionen Stücke zerriss. Ich wollte schreien, aber ich konnte nicht. Ich konnte nichts tun, außer dazustehen und zuzusehen.

„Markiere mich, Dario. Markiere mich. Mach mich zu deiner, bitte.“ Die Wölfin auf ihm schnurrte.

Nein. Das konnte nicht wahr sein. Dario konnte mir das nicht antun. Er würde es nicht tun.

Doch er tat es. Sein Kopf nistete sich an ihrem Hals, er atmete ihren Duft ein, als wäre es das Beste, was er je gerochen hatte – dann bissen seine Zähne tief in sie.

Plötzlich fand ich meine Stimme. Ein Schrei riss sich aus meiner Kehle, roh und zerbrochen, und erschreckte die beiden Bastarde.

Dario hatte sich immer so sehr davor gefürchtet, mich zu markieren. Mit seinen Worten: „Ich will dich nicht töten. Der Biss eines Alphas könnte einem Menschen schaden.“

Ich war nicht einmal ein Mensch. Ich war auch nicht wolflos. Ich hatte einen Fehler gemacht – einen verdammten Fehler – und es war zu spät, ihn wiedergutzumachen.

Ein humorloses Lachen platzte aus mir heraus, laut und gebrochen.

Zwölf Jahre den Bach runter. Wir waren das typische Highschool-Paar, Ballkönig und Ballkönigin. Unzertrennlich.

Zwölf Jahre hatte ich diesem Stück Scheiße gegeben. Zwölf Jahre, in denen ich mein Volk verlassen, meinen wahren Mate abgelehnt und schließlich meinen Wolf verloren hatte – alles für ihn.

„Ray, ich—ich kann es erklären. Beruhig dich einfach“, flehte Dario, während seine Arme die verdammte Schlampe bedeckten.

Er hatte noch den Mut, sie vor mir zu verstecken?

„Erklären?“ Ich lachte erneut, trocken und scharf. „Nur zu, erklär. Erklär, wie du diese Schlampe in unserem Bett markiert hast!“

„Lola ist keine Schlampe. Sie ist—sie ist mein Mate.“

Ich taumelte zurück, stolperte fast. Mate? Mate!?

„Ich habe sie vor drei Monaten beim Alpha-Gala getroffen und ich schwöre, ich habe versucht, die Bindung zu ignorieren, sie abzulehnen, aber ich konnte nicht. Du weißt, wie stark Mate-Bindungen sind, wie wichtig sie für einen Alpha sind.“

Ich sackte auf den Boden, die Hände krallten sich durch mein Haar, während Tränen über meine Wangen liefen.

Ich wusste, wie wichtig Mates waren. Und er wusste es auch – als er vor zwölf Jahren diesen Pakt mit mir geschlossen hatte.

„Dario… du hast sie markiert.“ Meine Stimme kam als Flüstern heraus, kaum hörbar.

„Es tut mir leid, Ray. Es tut mir leid, aber die Leute würden dich nie als ihre Luna akzeptieren.“

Ich hob endlich den Kopf und starrte beide an. Das war keine einmalige Sache. Das war nicht einmal das erste Mal.

Er hatte gewusst, dass ich nie ihre Luna sein würde. Und trotzdem hatte er mich vor sie gestellt, zu den Veranstaltungen mitgenommen und zugelassen, dass sie mich immer und immer wieder demütigten.

„Wie lange?“

„Was?“

„Wie lange geht das schon?“

Dario schluckte schwer, sagte aber nichts. Ich nahm das Schweigen und stand auf. Er verdiente es nicht, meinen Schmerz zu sehen. Er verdiente es nicht, mein Leid zu sehen.

„Lola, richtig?“

Die Wölfin nickte gegen seine Brust, und für einen Moment konnte ich noch nicht einmal Hass für sie aufbringen.

„Sag mir. Wie lange bist du schon mit meinem Ehemann zusammen?“

Sie sah zu Dario und dann zu mir. „Dreieinhalb Monate.“

Vor dem Alpha-Gala. Bevor er mich bat, mich auf meine Krönung vorzubereiten. Bevor ich unser Kind verlor.

Etwas in mir riss.

Ich stürzte vor, packte Lola an den Haaren und riss sie von ihm herunter.

Sie schrie, krabbelte, während die Laken sich um ihren nackten Körper wickelten.

„Was zum Teufel, Dario?!“ Meine Stimme war zerfetzt, roh, unkenntlich. „Zwölf Jahre – zwölf verdammte Jahre – und du wirfst alles so weg?!“

„Rayna, warte—“, begann er und griff nach mir.

„Wag es nicht, mich anzufassen!“ schrie ich und stieß ihn zurück.

„Du hast mir geschworen! Du hast mir versprochen, dass wir die Göttin nicht brauchen, dass wir genug sind! Und jetzt—“ Meine Brust wogte, während ich mit zitterndem Finger auf Lola zeigte. „Du markierst sie, während ich noch deine Frau bin?“

„Als dein Volk daran zweifelte, dass du ein guter Alpha werden würdest, war ich diejenige, die sie dazu brachte, dich zu respektieren! Ich war für deinen arschigen Hintern da, und so zahlst du es mir zurück?“

„Ich weiß! Ich weiß, und deshalb—ich wusste nicht, wie ich es dir sagen sollte. Ich wollte, aber dann hattest du die Fehlgeburt und ich konnte mich nicht dazu bringen—“

„Wag es nicht!“

Lola klammerte die Laken fester an sich, zitternd. „Es war nicht—“

„Halt die Fresse!“ brüllte ich und wirbelte zu ihr herum.

„Du denkst, Dario ist mächtig? Er ist nichts ohne mich. Absolut nichts!“

Meine Kehle brannte, meine Sicht schwamm vor heißen Tränen, aber meine Wut ließ nicht nach. „Du wirst für diesen Verrat bezahlen, das verspreche ich dir. Du wirst vor mir knien und um meine Gnade betteln.“

„Rayna…“ Seine Stimme war leise, vorsichtig, als wäre ich ein wildes Tier, das er nicht kontrollieren konnte. „Hör zu—ich verstehe, wirklich. Aber Lola ist nicht nur mein Mate. Sie ist die Tochter von Alpha Tyrone. Und du verstehst, wie wichtig diese Allianz für mich ist.“

Ich lachte, hohl und gebrochen. „Wichtig?“ Meine Stimme brach. „Du willst wichtig? Ich habe meinen Mate für dich aufgegeben. Ich habe meinen Wolf für dich verloren. Mein Vater hat mich aus der Familie geworfen für dich. Ich habe unser Kind wegen dir verloren! Und du wagst es, da zu stehen und von einer Allianz zu reden? Fick dich.“

Lola zuckte zusammen und klammerte die Laken noch fester. Darios Kiefer spannte sich, aber er bewegte sich nicht, widersprach nicht – weil er wusste, dass jedes Wort, das ich spuckte, wahr war.

„Ich habe eine Frage.“

Er nickte langsam und forderte mich auf, weiterzumachen.

„Was genau war der Plan? Sie markieren, und dann?“

„Sie bei Vollmond zur Luna krönen.“

Ein Platzhalter. Rayna Blacaris – ein Platzhalter für seine Luna.

Er öffnete den Mund – vielleicht um zu beschwichtigen, vielleicht um zu schelten –, aber ich gab ihm keine Chance. Mit einem Schluchzen, das mehr Tier als Mensch war, stürzte ich vor. Das Glas sank mit einem krankhaften Knirschen in seine Schulter, heißes Blut spritzte gegen meine Hand.

Dario brüllte, taumelte zurück und klammerte die Wunde. Lola schrie und krabbelte über das Bett wie ein verängstigtes Junges.

Meine Brust wogte, meine Hände zitterten heftig, während ich die Scherbe umklammerte, das Karmesinrot tropfte von meinen Fingern. „Das“, spuckte ich, die Stimme zitternd, „ist für jedes Versprechen, das du gebrochen hast.“

Einen Moment lang war das einzige Geräusch sein keuchender Atem, Lolas Winseln und der Donner meines Pulses. Ich war nicht sicher, ob ich ihn töten würde – oder ob ich es bereits getan hatte.

Er sah mich an, als wollte er mir den Kopf abreißen, sein Wolf knurrte unter der Oberfläche.

Es war egal, ob er mir den Kopf abriss. Er hatte mir bereits das Herz herausgerissen. Und das war schlimmer.

Er fletschte die Zähne, ein Knurren grollte so tief, dass es den Boden erschütterte. Lola klammerte die Laken an ihre Brust, die Augen weit, die Stimme zitternd. „Dario… tu es nicht… bitte, töte sie nicht.“

„Ich werde die Wachen nicht auf dich hetzen, weil du meine Frau bist und wütend. Aber wenn du das nächste Mal so etwas versuchst, wirst du im Kerker schlafen“, knirschte er hervor.

„Soll mich das erschrecken?“

„Ja. Weil es ein Versprechen ist, Rayna.“

„Ich will die Scheidung, Alpha Dario“, spuckte ich und griff in meine Tasche nach meinem Handy.

„Niemand“, knurrte er, die Stimme tief und gefährlich, „verlangt die Scheidung von einem Alpha.“

Ich fand es und schickte Ralph schnell eine Nachricht.

Hol mich ab. Ich bin bereit, nach Hause zu kommen.

Ich drehte mich zu Dario um, die tränenverschmierten Wangen juckten.

„Du vergisst, wer ich bin, lieber Ex-Ehemann.“

„Du hast nirgendwo hinzugehen, Rayna. Dein Vater hat dich rausgeworfen, erinnerst du dich?“

„Ich würde lieber auf der Straße leben, als einen weiteren Tag mit dir zu verbringen, Dario.“ Meine Stimme wurde lauter, jetzt fest, auch wenn meine Brust schmerzte.

Ich trat einen Schritt näher, jede Unze Wut, Schmerz und Verrat verdichtete sich zu Endgültigkeit.

„Ich werde dir die Scheidungspapiere bis Ende morgen schicken.“

Dann drehte ich mich zu Lola. „Sorge dafür, dass er sie unterschreibt.“

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