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Kapitel 10

Author: J. C. Veyra
last update Last Updated: 2026-02-14 06:46:24

Kapitel 10: London – Unter seiner Kontrolle

Der Jet setzte sanft auf der Landebahn auf, und das leise Dröhnen der Triebwerke ebbte langsam ab. Elara saß aufrecht, die Hände im Schoß, die Augen auf die Fenster der Kabine gerichtet. London lag unter ihnen, eine graue, weitläufige Stadt, deren Konturen in der Nachmittagssonne flimmerten. Ihr Herz klopfte schneller, ein leises Ziehen von Nervosität und Spannung, während sie daran dachte, dass sie nun wirklich angekommen war.

Kaelen, der neben ihr saß – dessen Rolle sie immer noch nicht kannte, aber dessen Ruhe und Präsenz sie beruhigte – reichte ihr die Taschen. Alles war sorgfältig vorbereitet, organisiert, wie jedes Detail, das Aero für sie plante.

„Alles bereit, Frau Voss?“, fragte er sachlich, die Stimme ruhig und kontrolliert.

Elara nickte nur. Worte kamen schwer, und sie spürte, wie ihre Hände leicht zitterten. Nicht nur der Flug, sondern die Erwartung, die Verantwortung, das Bewusstsein, unter Aerоs Aufsicht zu stehen, lasteten auf ihr. Sie hatte die Kleidung, die er für sie ausgesucht hatte, in den Taschen – perfekt, teuer, außerhalb jeder Vorstellungskraft, die sie je gehabt hatte.

Als sie den Jet verließen, schlug die frische Luft Londons in ihre Lungen. Der Himmel war wolkenverhangen, kühl, und die Geräusche des Flughafens wirkten überwältigend: rollende Koffer, Ansagen in fremden Stimmen, das Rattern von Gepäckbändern. Elara spürte ein leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen.

Aero folgte schweigend, seine Haltung makellos, der dunkle Anzug tadellos, die Präsenz kühl und dominant. Jedes seiner Schritte war präzise, jede Bewegung kontrolliert. Kein Lächeln, keine Smalltalk-Floskel, nur die stille Autorität eines Mannes, der alles unter Kontrolle hatte.

Er ist alles, was Macht bedeutet. Alles, was Präzision bedeutet. Und ich stehe mittendrin.

Im Hotel angekommen, wurde sie in die Suite geführt. Der Raum war groß, minimalistisch eingerichtet, helle Wände, große Fenster, die den Blick über die Stadt freigaben. Das Licht war weich, ein leicht gedämpftes Leuchten, das die Eleganz des Raumes betonte. Elara ließ ihre Taschen abstellen, atmete tief durch und betrachtete alles.

Ich hätte mir nie vorstellen können, hier zu sein. Nie. Die Kleidung, der Flug, das Hotel… Alles außerhalb meiner Welt.

Aero stand etwas abseits, die Hände locker an den Seiten, die Augen immer auf sie gerichtet, analysierend. Kein Kommentar, kein Lächeln, nur die stille Präsenz, die ihr Herz schneller schlagen ließ. Sie fühlte die Spannung zwischen ihnen, das Gewicht seiner Beobachtung, die Erwartung, die unausgesprochen in der Luft hing.

Alles hier ist Kontrolle. Alles ist Macht. Und ich bin Teil davon. Aber wie weit darf ich gehen?

Elara öffnete die Taschen, die Blazer, Blusen, Hosen lagen makellos gefaltet darin. Sie zog die Kleidung an, Schritt für Schritt, jedes Teil perfekt geschnitten, angepasst auf ihre Figur, aber so anders als alles, was sie zuvor getragen hatte. Sie fühlte sich fremd, unwohl, und doch… bewundert. Alles, was Aero auswählte, hatte einen Zweck. Alles strahlte Effizienz, Professionalität, Präzision aus.

Als sie fertig angezogen war, betrachtete sie sich im Spiegel. Ich sehe anders aus. Wie jemand, der gehört. Wie jemand, der beobachtet wird… und bewertet.

Aero stand im Hintergrund, die Augen analytisch, kühl, wie ein stummer Richter. Kein Wort, keine Reaktion, nur Präsenz. Und doch spürte sie die Macht, die Kontrolle, die er ausstrahlte.

Das Meeting stand am Nachmittag an, und der Fahrstuhl brachte sie in das Bürogebäude, hoch in die gläsernen Stockwerke, von denen aus man die Stadt überblickte. Elara spürte die Nervosität in jedem Muskel, das Ziehen im Magen, die Anspannung in den Schultern. Aero ging vor ihr, gerade, perfekt, jede Bewegung kalkuliert, jede Geste kontrolliert.

Im Büro angekommen, wurden sie in einen Konferenzraum geführt, makellos eingerichtet: großer Tisch, Stühle aus Leder, ein Blick auf die Skyline. Elara ließ sich auf den Platz gegenüber den Führungskräften nieder, die Unterlagen griffbereit, während Aero sich im Hintergrund positionierte, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, still, kühl, wachsam.

Jede Bewegung von mir wird beobachtet. Jede Geste bewertet. Jedes Wort abgewogen.

Das Meeting begann, und Elara spürte sofort die Konzentration, die von allen im Raum ausging. Sie beantwortete die ersten Fragen, präsentierte die vorbereiteten Analysen, und jedes Wort, jeder Satz musste sitzen. Aero saß zurückgelehnt, ein Auge auf ihre Reaktionen, die Haltung makellos. Kein Lob, kein Hinweis auf Emotionen. Nur stille Kontrolle.

Sie fühlte, wie der Druck wuchs, wie die Verantwortung schwer auf ihr lastete, und doch… die Vorbereitung von Aero, das Training, die Stunden im Jet – alles half ihr, klar und konzentriert zu bleiben.

Er beobachtet alles. Kein Wort, kein Lächeln, keine Bestätigung. Aber seine Präsenz allein reicht, um alles zu lenken.

Nach dem Meeting führte Aero sie durch die Straßen Londons, zurück zum Hotel. Die Sonne ging langsam unter, warf warme, goldene Strahlen auf die Gebäude, die Straßen füllten sich mit Menschen, Autos, Geräuschen. Elara spürte die Müdigkeit in den Beinen, aber auch eine merkwürdige Art von Stolz. Sie hatte sich behauptet, war konzentriert geblieben, hatte gezeigt, dass sie vorbereitet war.

Aero sprach kein Wort. Kein Kommentar. Kein Hinweis auf Emotion. Nur die stille Autorität, die jede Bewegung, jedes Gespräch, jede Geste bestimmte. Sie spürte die Spannung, die Macht, die Kontrolle.

Alles hier ist geplant. Alles unter Kontrolle. Und ich bin ein Teil davon.

Im Hotelzimmer angekommen, ließ sich Elara auf das Bett fallen, den Blick auf die Lichter der Stadt gerichtet. Gedanken wirbelten durch ihren Kopf: Flug, Jet, Kleidung, Meeting, Aero. Alles war so anders, so weit entfernt von ihrem alten Leben, von kleinen, stillen Küchen und wackeligen Stühlen. Alles orchestriert, alles unter seiner Kontrolle.

Doch unter der Ruhe wuchs etwas Neues – Ehrfurcht, Bewunderung, vielleicht ein Hauch von Faszination. Sie wusste, dass er sie beobachtete, dass er jedes Detail registrierte, und dass sie lernen musste, sich zu behaupten, stark zu sein, unter seiner strengen, kalten, aber präzisen Führung.

Er ist kühl. Er zeigt keine Gefühle. Und doch… alles, was heute passiert ist, ist Teil seiner Welt. Ich muss mich beweisen. Ich muss lernen. Ich muss verstehen.

Die Nacht legte sich über London, und Elara wusste, dass dies erst der Anfang war – eine Woche voller Verantwortung, Meetings, Entscheidungen und Prüfungen. Alles unter seiner Kontrolle. Alles unter seinem Blick.

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