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Gefangen in der Mitte

Auteur: Ameerawrites
last update Date de publication: 2026-07-01 05:07:52

**~Joan~**

Überall war es still. Niemand sagte ein Wort, wir starrten uns nur an. Eine Minute lang, oder zwei?

Aber das tat nichts, um den harten Ausdruck auf Aarons Gesicht zu mildern. Seine Augen huschten nur zwischen uns hin und her.

Wie kommt er hierher? Woher wusste er überhaupt, dass wir hier waren? Rhoda hatte darauf bestanden, dass er keine Ahnung hatte — sie hatte es ihm nicht einmal erzählt.

"Rhoda...", seine Stimme war leise, kalt, so wie sie es immer gewesen war. Er war keiner, der viel redete, aber wenn er es tat, trug sie eine gewisse Selbstsicherheit. "Möchtest du erklären, was du ohne meine Erlaubnis in 'meinem' Haus machst?"

Rhoda schwieg. Hätte ich sie nicht so gut gekannt, hätte ich fast geglaubt, der Mann vor uns wäre nicht ihr Bruder. Sieben Jahre waren kein großer Altersunterschied, aber Aaron ließ es wie eine große Sache erscheinen.

Er ließ alles wie eine große Sache erscheinen.

Sein Blick wanderte zu mir, und ich wappnete mich innerlich für das, was ich kommen wusste.

"Und du", murmelte er, sein Ton wurde noch ein wenig kälter. Ich konnte seine Verärgerung förmlich spüren. "Folgst meiner Schwester immer noch überall hin, wie ich sehe."

"Okay. Bevor du das alles falsch verstehst, ich hatte keine Ahnung, dass das hier dein Haus ist", sagte ich leise und stieß Rhoda mit dem Ellbogen an.

Das war nicht der Zeitpunkt für sie, verdammt nochmal still zu bleiben.

"Keine Ahnung?", unterbrach er mich und stand auf. Und oh Mann, der Mann war ziemlich groß.

Seine Größe konnte manchmal auch einschüchternd wirken.

"Du willst, dass ich glaube, das war nicht deine Idee?", fragte er, und ich presste die Lippen zusammen.

Da haben wir's.

Ich atmete tief durch und ignorierte den Ärger, der bereits in mir aufstieg.

"Wie gesagt, ich hatte keine Ahnung, dass dieses Haus dir gehört, bis wir hier ankamen", murmelte ich.

Und Rhoda schwieg immer noch.

"Und wessen Idee war es dann?", fragte er, ohne den Blick von mir zu wenden.

"Vielleicht hätte deine Schwester dir erzählt, dass wir dein Haus benutzen würden, wenn du nicht so ein kontrollsüchtiges Arschloch wärst", schoss ich zurück.

Okay. Wenn Rhoda nicht reden würde, würde ich nicht still bleiben und die Schuld für etwas auf mich nehmen, von dem ich nichts wusste.

Rhodas Augen huschten zwischen mir und ihrem Bruder hin und her. Sie hatte Angst vor ihm.

Aaron trat einen Schritt auf mich zu, seine Augen wurden dunkler. Rhoda hob die Hand und stellte sich vor mich.

"Aaron, hör auf — bitte", sagte sie leise. "Sie hat recht. Das war meine Idee. Lass es nicht an ihr aus."

Sie trat einen Schritt näher zu ihm, während ich einen Schritt zurückwich.

"Du warst schon immer Ärger, Joan. Vom allerersten Moment an, als ich dich sah, wusste ich, dass du Ärger bedeuten würdest", seine Stimme hatte eine Kälte an sich.

Ich ballte die Fäuste und unterdrückte den Drang, ihm so richtig die Meinung zu sagen. Ich war schließlich in seinem Haus.

"Weißt du was?", sagte ich nach einer Weile, trat einen Schritt vor und erwiderte seinen Blick direkt.

"Fick. Dich." Ich hob meinen Mittelfinger und streckte ihn ihm ins Gesicht, bevor ich davonstürmte, zu dem Zimmer, in dem wir unsere Taschen gelassen hatten.

Es kam nicht in Frage, dass Aaron mir den einen Urlaub ruinierte, den ich in einem Jahr gehabt hatte. Ich würde meinen Trip genießen — ohne dass sein gottverdammtes, unerträglich gutaussehendes Gesicht ständig herumschwirrte.

Ich riss meine Kleider aus dem Schrank und stopfte sie in schnellen Bewegungen in meine Tasche.

Es war mir egal, dass es spät war, ich würde ein Hotel finden, die Nacht woanders verbringen, überall, nur nicht hier.

Vom Flur aus hörte ich Rhodas gedämpftes Schreien — sie hatte sich endlich vom Schock erholt, aber es war mir egal.

"Aaron, wag es ja nicht! Du kannst nicht ständig so ein Arschloch zu ihr sein, jedes Mal wenn sie hier ist!"

Ihre Stimme kam näher, Schritte näherten sich, während ich meine Tasche zuzog, bereit zu gehen.

Die Tür schwang auf, und da standen sie — Aaron einfach dastehend und Rhoda hinter ihm, mit einem genervten Gesichtsausdruck.

Ihre Blicke huschten zu meiner gepackten Tasche, Rhodas Augen wurden glasig, als sie einen Schritt vortrat.

"Jo...", flüsterte sie, ihre Stimme brach.

Ich sah sie an und ignorierte Aaron völlig.

"Nur damit du es weißt", sagte ich ruhig, "dein Bruder ist ein Arschloch. Und ja, ich schicke dir morgen früh meine Adresse."

Ich trat vor und wartete darauf, dass sie mir aus dem Weg gingen.

Aarons Stimme hielt mich auf.

"Du gehst zu dieser Tageszeit nicht", sagte er, keine Feststellung, sondern ein Befehl.

Ich starrte ihn an, in der Hoffnung, dass die Dolche in meinen Augen ihn zu Tode durchbohren könnten.

Es würde Rhoda wehtun... Aber es war den Versuch wert.

"Nein", sagte ich genervt. "Du bestimmst nicht, was ich tue."

Sein Kiefer spannte sich an, etwas Dunkles huschte über sein Gesicht.

"Versuch's, Joan. Mal sehen, ob ich dich nicht selbst hierher zurückschleife. Und glaub mir, das wäre nichts, was dir gefallen würde", murmelte er, und irgendwie sandte die Drohung Wärme in meinen Unterleib.

Verdammt soll er sein.

"Du wirst morgen früh gehen", fuhr er fort. "Ich lasse dich nicht im Zorn davonstürmen und irgendwo ermordet werden, nicht, dass es mich betreffen würde. Und außerdem..." Er warf einen Blick zu Rhoda. "Wir müssen noch reden."

Damit drehte er sich um und verließ das Zimmer. Ich blinzelte Rhoda an, fassungslos.

"Hat er mir gerade gedroht?", fragte ich.

Rhoda trat vor und schlang die Arme um mich.

"Es tut mir leid, Jo", flüsterte sie, ihre Stimme brach leicht. "Ich wollte nie, dass das passiert. Ich hätte dich da nicht mit reinziehen sollen."

Ich seufzte und legte meine Arme um sie.

"Es ist nicht ganz deine Schuld", murmelte ich.

So sehr ich ihren Bruder auch hasste, ich konnte nicht leugnen, dass er widerlich gutaussehend war.

"Bleib einfach für die Nacht", flehte Rhoda. "Bitte."

Ich seufzte erneut.

"Gut. Ich bleibe", murmelte ich. Ich blieb nicht wegen Aarons kaum verhüllter Warnung oder der seltsamen Wärme, die seine Drohung in mir geweckt hatte.

Ich blieb, weil Rhoda mich darum gebeten hatte.

Nicht wegen Aaron. Ganz bestimmt nicht wegen ihm.

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