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Vor dem Wochenende

Penulis: Ameerawrites
last update Tanggal publikasi: 2026-07-01 05:09:05

Ich war ein Frühaufsteher... oder vielleicht war das das falsche Wort. Ich hatte Schlaflosigkeit, also war Schlafen ein Problem.

Das erklärte, warum ich um 4 Uhr morgens in der Küche stand, vollständig angezogen in meinem üblichen Outfit — einem Anzug — und Kaffee kochte. Ich ging ins Wohnzimmer und warf einen Blick auf die Fenster. Es dämmerte bereits. Der Himmel glühte rot, eine Warnung für den bevorstehenden Tag.

Bald schon würden die Mädchen wach sein. Apropos "Mädchen" ... Ich nahm einen Schluck meines Kaffees, bevor ich zum Fenster ging und auf die stille Stadt hinabblickte, abgesehen von ein paar Autos und Frühaufstehern, die wie Geister durch die Straßen zogen.

Ich hatte eine Geschäftsbesprechung in Barcelona gehabt, was erklärte, warum ich in Spanien war. Ich sollte bis zum Wochenende fertig sein und am Montag nach New York zurückkehren. Ich hätte an Arbeit, Logistik, meinen Zeitplan denken sollen. Aber das tat ich nicht.

Nein, ich dachte darüber nach, wozu ich zurückkehren würde — mein Haus, eingenommen von meiner Schwester und ihrer besten Freundin.

Rhoda hatte schon immer einen starrsinnigen Zug in sich gehabt, aber er war nie zu etwas Unkontrollierbarem ausgeartet. Bis sie Joan kennenlernte. Ich musste Joan zugutehalten, dass sie Rhoda aus ihrer Trauer nach dem Tod unserer Eltern herausgeholt hatte. Aber Joan blieb nicht dabei stehen. Sie hatte eine Art, die wilde, rücksichtslose Seite meiner Schwester zu ermutigen, sie wie Benzin in eine Flamme zu gießen.

Und die Tatsache, dass Joan mich hasste? Nun, das war nur ein zusätzlicher Bonus. Ich hörte sie einmal zufällig, wie sie Rhoda erzählte, ich würde immer aussehen, als hätte ich einen Stock im Arsch. Sie würde sich extra Mühe geben, mich zu ignorieren oder einen Streit anzufangen — alles, um mir auf die Nerven zu gehen.

Und verdammt, wenn es nicht funktionierte.

Ich bemerkte nicht einmal, wie lange ich schon dort gestanden und ins Nichts gestarrt hatte, mein Kaffee wurde kalt. Eine Bewegung im Haus riss mich zurück. Mein Körper spannte sich an, instinktiv wachsam.

Das Haus war groß genug, dass wir uns alle aus dem Weg gehen konnten, aber ich konnte sie spüren. Joan. Ich schaute nicht einmal hin, aber ich konnte ihre Anwesenheit fühlen, die Hitze ihres Blicks, der sich in meinen Rücken bohrte.

Näher, näher, bis der Raum in jene besondere Art von Stille verfiel, die nur sie erzeugen konnte. Ich drehte mich nicht um.

Sie sprach nicht. Sie ging einfach an mir vorbei, zum Kamin, ihre Bewegungen langsam und bedacht, als hätte sie alle Zeit der Welt. Schließlich drehte ich mich um und musterte sie mit einem kühlen, abschätzenden Blick.

Ihr rotblondes Haar war zu einem unordentlichen Dutt auf ihrem Kopf hochgesteckt, einzelne Strähnen entkommen, die ihr Gesicht umrahmten. Sie schloss die Augen und sog die Wärme des Feuers in sich auf, ihre Wimpern dunkel gegen ihre blasse Haut. Diese Augen, als sie sich öffneten, waren scharf und gerissen — wie die eines Fuchses.

Ich ging zur Kochinsel, die die Küche vom Essbereich trennte, verärgert über mich selbst, weil ich Dinge an ihr bemerkte, die mich nichts angingen. Die Stille zwischen uns war dicht, angespannt.

Sie stand auf, ihre Bewegungen unbeeilt, und kam auf mich zu. Unsere Blicke trafen sich — Grün auf Schwarz — bevor sie schnell wegsah. Mein Blick folgte ihr, gegen meinen besseren Verstand, verweilte auf der Art, wie ihr Schlafshirt an ihrem Körper klebte, der Schwung ihrer Beine in diesen verdammten Shorts, die kaum bis zur Mitte ihrer Oberschenkel reichten.

Sie sah gut aus am Morgen, wie immer. Zu gut.

"Wenn du fertig bist, mich anzustarren, geh mir aus dem Weg", sagte sie, ihre Stimme flach, die Augen zu einem finsteren Blick zusammengekniffen.

Ich hob die Tasse an meinen Mund und nahm einen Schluck bitteren, kalten Kaffees, meine Augen immer noch auf ihr. "Das ist mein Haus", erwiderte ich im selben Ton. "Ich kann dir nicht im Weg sein."

Ihr finsterer Blick vertiefte sich, ihre Augen blitzten mit etwas Schärferem als Wut auf. Für jeden anderen wäre der Blick, den sie mir zuwarf, genug gewesen, um sie davonlaufen zu lassen. Aber nicht mich.

Sie richtete ihre Schultern auf, hob ihr Kinn, als würde sie mich herausfordern, klein beizugeben. Tat ich nicht. Sie war nicht groß genug, um an meine Größe heranzureichen, nicht einmal an ihrem besten Tag, aber sie brauchte keine Körpergröße, um ihren Standpunkt zu behaupten.

Fäuste geballt, Lippen zu einer harten Linie zusammengepresst, ihr ganzer Körper vibrierte förmlich vor Anstrengung, sich nicht zu vergreifen. Es brauchte nicht viel, um sie aufzubringen, besonders wenn es von mir kam.

Sie stieß ein scharfes Schnauben aus, ihr Blick schnitt sich von meinem los, während sie um die Insel herumging, in Richtung Küche. Ich drehte mich nicht um, um ihr zu folgen, aber ich wusste genau, was sie tat.

Joan Madison war ohne ihren Kaffee kein Morgenmensch. Darin, zumindest, waren wir uns ähnlich.

Meine Schwester, Rhoda, erschien einen Moment später, ihr kastanienbraunes Haar ein wildes Durcheinander, ihre Augen schwer vom Schlaf.

Ich wusste, dass beide Mädchen im selben Zimmer und im selben Bett schliefen. Was mich fragen ließ, warum Joan so aussah und Rhoda — so.

Sie murmelte ein verschlafenes "Morgen", als sie an mir vorbeistreifte und sich neben Joan stellte, die ihr wortlos eine Tasse reichte.

Rhoda lächelte und lehnte sich an Joans Schulter, während sie einen Schluck nahm. Der Anblick brachte mich fast dazu, mit den Augen zu rollen.

Rhoda wandte sich mir zu und bemerkte, dass ich nicht auf ihren Gruß reagiert hatte. Ihre Stirn runzelte sich verwirrt, und sie starrte mich einen Moment zu lange an.

"Wir reisen heute ab", sagte sie, ihre Stimme leise, aber bestimmt. Mein Magen verknotete sich bei ihren Worten. Joan würdigte mich nicht einmal eines Blickes.

Ich warf einen Blick auf meine Uhr und machte einen langen Schritt in Richtung Sofa, mein Verstand raste bereits. "Bleibt", sagte ich, mein Ton flach, fast gleichgültig.

Rhodas Augen weiteten sich überrascht, ihr verschlafener Ausdruck verschwand, als sie verarbeitete, was ich gesagt hatte. "Ich werde bis zum Wochenende abreisen", fügte ich hinzu und griff nach meinem Koffer.

Ich warf Joan einen Blick zu, gerade lang genug, um ihre angespannte Haltung zu erfassen, bevor ich mich wieder zu Rhoda wandte. Sie sah aus, als wäre sie zwischen Verwirrung und leichtem Schuldgefühl gefangen, aber Joan? Joans Gesichtsausdruck wankte nicht. Wenn überhaupt, schien sie noch genervter.

Ohne ein weiteres Wort ging ich zur Tür, den Koffer in der Hand. Ich vertraute Joan nicht. Nicht einmal ein bisschen. Und ich war ganz sicher nicht bereit, die beiden hier zu lassen, ohne ein Auge auf sie zu haben.

So dumm war ich nicht.

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