LOGINRandys Faust landete brutal und traf Tonys Kiefer, bis ein entsetzliches Knacken zu hören war. Frisches Blut spritzte aus Tonys Nase und Lippen und benetzte den Holzboden des engen Zimmers. Randy hörte nicht auf. Er lag auf Tonys Körper, seine rechte Hand erhoben, um erneut mit einer Kraft zuzuschlagen, die Knochen zertrümmern konnte.„Randy! Komm zur Besinnung!"Alfons, der gerade erst angekommen war, stürzte sofort herbei, umarmte Randy von hinten und hielt dessen beide Arme fest. „Randy, hör auf! Wenn du ihn noch einmal schlägst, bringst du ihn um! Willst du ins Gefängnis gehen und Miranda und dein Kind zurücklassen?!"„Er verdient den Tod! Er hat es gewagt, meine Frau anzufassen!", knurrte Randy, sein Atem ging schwer, seine Augen loderten noch immer vor brennender Wut. Er wehrte sich weiter und versuchte, sich aus Alfons' Griff zu befreien.„Randy, sieh dir das Baby an!", rief Alfons und zeigte in die Ecke des Zimmers.Randy drehte sich um. In der Ecke des Zimmers schrie Kevin. D
Als Randy das hörte, verschwendete er keine Zeit. Er ging direkt auf Frau Neneng zu. Ohne viel zu sagen, holte Randy seine Geldbörse heraus und drückte ihr ein Bündel Bargeld in die Hand – insgesamt eine Million Rupiah.„Bringen Sie mich zu ihrem Haus. Sofort", befahl Randy, seine Stimme zitterte vor Adrenalin.Frau Neneng riss die Augen auf, als sie so viel Geld sah, doch als sie Randys blasses, verzweifeltes Gesicht sah, nickte sie schnell. „J-ja, Herr. Folgen Sie mir."***Währenddessen verwandelte sich die Atmosphäre in dem kleinen Haus von Widya für Miranda in einen Albtraum.Tony, bereits halb betrunken, brach in das Haus ein. Der Geruch von Alkohol stach scharf aus seinem Körper hervor. Miranda, die gerade Wäsche faltete, wich erschrocken zurück.„Mas Tony? Du... du bist betrunken? Bitte geh hinaus, Mas. Der Geruch ist nicht gut für mein Kind", sagte Miranda nervös und versuchte, Abstand zu halten.Tony lachte verächtlich, seine Schritte waren unsicher, aber aggressiv. Er stürz
Der Nachtclub *Velvet Lounge* war abends immer voll. Dröhnende Bassmusik und blinkende Neonlichter bildeten die Kulisse für Tony, der an der Bar saß und seinen dritten Whisky hinunterkippte.„Wow, wow, wow. Sieh mal einer an, wer endlich aus seinem Bau gekrochen kommt", erklang eine raue, aber melodiöse Stimme neben ihm.Tony drehte sich um und lächelte schief. „Hallo, Tante Sonya. Der Club von Tante ist immer noch gut besucht, hm."Tante Sonya, Besitzerin und Managerin des Nachtclubs, die Tony seit seiner Jugend kannte, setzte sich neben ihn. Die glamourös geschminkte Frau mittleren Alters goss sich selbst etwas ein. „Du warst monatelang nicht zu sehen, Ton. Sonst bist du jede Woche vorbeigekommen. Was ist los? Plötzlich ein braver Junge geworden?"Tony lachte bitter. „Ich war reisen, Tan. Als ich zurückkam, habe ich mich um meine Mutter gekümmert. Außerdem... gibt es da etwas Gutes zu Hause."Tante Sonya hob eine dünn tätowierte Augenbraue. „Etwas Gutes? Du meinst ein Mädchen? Wow,
Im obersten Stockwerk des Adinata-Group-Gebäudes war die Atmosphäre im CEO-Raum bedrückend. Schwere Vorhänge waren fest zugezogen und verbargen das Licht des Nachmittags. Randy saß vor seinem großen Schreibtisch, doch der Tisch war nicht mit Firmenunterlagen bedeckt. Er war voller Stadtpläne, Ausdrucke von Fotos von Miranda und eines Laptops, dessen Bildschirm Hunderte von Überwachungskamerabildern aus verschiedenen Winkeln der Stadt zeigte.Randys Augen waren rot, sein Kiefer verhärtet, und unter seinen Augen lagen dunkle Ringe, ein Zeichen dafür, dass er seit Tagen nicht geschlafen hatte.Die Tür des Raumes öffnete sich. Alfons trat mit frustriertem Gesicht ein und trug eine dicke Mappe. „Randy, hör mir zu. Die Aktionärsversammlung beginnt in zwanzig Minuten. Das ist eine entscheidende Besprechung für die Fusion mit dem japanischen Unternehmen. Du *musst* anwesend sein. Der Vorstand fragt sich bereits, ob du noch bei Verstand bist oder nicht!"Randy wandte den Blick nicht vom Laptop
Eine Woche war vergangen, seit Miranda mit dem Baby Kevin im Arm aus dem Krankenhaus geflohen war. Ihre Tage waren nun mit einer einfachen Routine in dem kleinen Haus neben Frau Widyas Haus gefüllt. Jeden Morgen, nachdem sie Kevin gestillt und mit warmem Wasser gebadet hatte, das sie auf einem kleinen Gaskocher erhitzt hatte, wusch Miranda die Kleidung und hängte sie im engen, aber sonnigen Hinterhof zum Trocknen auf.Ihr Geld war fast aufgebraucht. Der Rest des Kleingelds vom Busfahrpreis jenes Tages bestand nur noch aus ein paar Tausend-Rupiah-Scheinen, die sie in einer alten Keksdose unter dem Bett aufbewahrte. Miranda wusste, dass sie bald Arbeit suchen musste, aber sie konnte Kevin nicht allein lassen. Das Frühgeborene war noch sehr zerbrechlich, brauchte alle zwei Stunden Muttermilch, und Miranda brachte es nicht übers Herz, es jemand anderem anzuvertrauen.An jenem Morgen war der Himmel wolkenlos. Miranda stand an der Wäscheleine und befestigte Kevins winzige Kleidungsstücke mi
Randy erreichte den VIP-Wartebereich des Krankenhauses mit keuchendem Atem. Alfons wartete bereits dort auf ihn und hielt einen dicken Umschlag von einem führenden forensischen Labor in der Hand.„Hier ist das Ergebnis, Randy“, sagte Alfons leise und übergab ihm den Umschlag.Randy riss den Umschlag mit zitternden Händen an sich. Er riss ihn auf, zog das offizielle Papier mit dem Briefkopf des Labors heraus. Seine Augen überflogen die Zeilen aus Zahlen und Buchstaben auf dem Papier, bis sie schließlich bei einem fett gedruckten Satz stehen blieben:**WAHRSCHEINLICHKEIT DER VATERSCHAFT: 99,9999 %. NICHT AUSGESCHLOSSEN. SCHLUSSFOLGERUNG: DIE MÄNNLICHE PERSON IST DER LEIBLICHE VATER DES BABYS.**Randys Körper wurde augenblicklich schlaff. Das Papier entglitt seinen Händen und fiel auf den Boden. Der Mann, der normalerweise als kalt und unerschütterlich galt, bedeckte nun sein Gesicht mit beiden Händen. Seine Schultern bebten. Die Tränen des erwachsenen Mannes flossen und benetzten die Zw







