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Kapitel 3

Penulis: DDream
Amys Perspektive

Ich wandte den Blick sofort von ihrem Tisch ab und sah Mia an. Sie wirkte genauso verwirrt, wie ich mich fühlte. Wahrscheinlich stand mir genau derselbe Ausdruck ins Gesicht geschrieben.Hier würde ich ganz bestimmt nicht darüber reden. Es gab viel zu viele neugierige Ohren. Nachdem Dallas mir gerade praktisch eine riesige Zielscheibe auf den Rücken gemalt hatte, wollte jetzt vermutlich jeder unbedingt hören, was ich dazu sagte. Mia schien genau dasselbe zu denken. Ihr Gesicht wurde wieder ausdruckslos, und sie begann einfach, ihre Snacks zu essen. Ich sah auf die Sachen hinunter, die Dallas mir gebracht hatte. Käsecracker, Schokodonuts, ein Truthahnsandwich und ein Energydrink. Auch wenn es eine nette Geste gewesen sein mochte, vertraute ich keinem einzigen davon. Ich schob alles zur Seite und sah zu Mia. Sie bot mir einen ihrer Schokodonuts an, doch ich lehnte ab. Die ganze Sache schnürte mir den Magen zu. Ich wartete nur darauf, was als Nächstes passierte.

Als endlich die Pausenglocke läutete und diese ungewöhnlich stille Mittagspause beendete, sprang ich sofort auf. Ich verabschiedete mich schnell von Mia und versuchte, zusammen mit den anderen so schnell wie möglich aus der Cafeteria zu kommen. Die Snacks, die Dallas mir gegeben hatte, warf ich weg. Normalerweise hätte ich versucht, sie ihm zurückzugeben. Falls wirklich nichts damit war, musste das Essen schließlich nicht unnötig im Müll landen. Aber ich hatte absolut nicht vor, jemals wieder mit Dallas zu reden. Nicht, dass ich diesmal überhaupt richtig mit ihm gesprochen hätte.

Endlich verließ ich die Cafeteria und machte mich auf den Weg zu meiner vierten Stunde, AP-Geografie. Plötzlich hörte ich hinter mir schnelle Schritte. Mein ganzer Körper spannte sich an. Ich stellte mich innerlich bereits auf das ein, was jetzt kommen mochte. Doch zu meiner Überraschung geschah nichts.

„Keine Sorge. Ich mach dir nichts. Ich dachte nur, ich könnte dich zum Unterricht begleiten“, sagte Dallas freundlich.

Ich ging einfach weiter und tat so, als wäre er gar nicht da.

„Wie ich sehe, haben dir die Snacks nicht besonders geschmeckt, die ich dir gekauft hab.“

Ich drehte kurz den Kopf zu ihm, schenkte ihm ein kleines, ausdrucksloses Lächeln und sah wieder nach vorn.

Warum redete er überhaupt mit mir?

Dallas lachte leise. „Ach komm schon, Aims. Ich weiß, dass du reden kannst. Sonst hätte ich deinen Witz schließlich nicht gehört. Haben dir die Snacks nicht gefallen?“

Er klang fast schon flehend.

Aims? Hatte er mir gerade ernsthaft einen Spitznamen gegeben? Oder glaubte er tatsächlich, ich hieß so? Was soll's. Ich beschloss, ihm zu antworten. Vielleicht ließ er mich dann endlich in Ruhe.

„Die Snacks waren schon okay, Dals. Ich hatte nur keinen Hunger. Du musst mich nicht zum Unterricht bringen. Ich weiß selbst, wo mein Klassenzimmer ist. Trotzdem danke. Ich gehe lieber allein.“

Mit jedem Wort wurde meine Stimme gereizter.

Mir wäre es lieber gewesen, wenn sie einfach endlich mit dem anfingen, was auch immer sie geplant hatten. Dieses lächerliche Spiel nach dem Motto „Freunde dich mit deinem Feind an“ konnte ich nicht ausstehen.

Dallas lachte wieder leise.

„Dals?“

Mehr sagte er zunächst nicht. Einen Moment lang schien er ernsthaft darüber nachzudenken.

„Gefällt mir. Ich nehme allerdings an, dass du dir eine andere Reaktion erhofft hast. Magst du deinen neuen Spitznamen etwa nicht? Ich kann mir auch einen anderen ausdenken.“

Er grinste dabei, als wäre das Ganze ein Witz. Doch ich hatte endgültig genug.

„Mir ist egal, wie du mich nennst. Mir ist auch egal, was du machst. Kannst du bitte aufhören, so zu tun, als wärst du nett zu mir, und einfach das tun, wofür sie dich geschickt haben?“

Ich blieb mitten im Flur stehen. Dallas hielt ebenfalls an. Sofort staute sich der Schülerstrom hinter uns ein wenig. Ich sah ihm direkt in die Augen. Für einen kurzen Moment huschte Schuld über sein Gesicht.

Dann wirkte er plötzlich traurig.

„Ich tue nicht nur so, Aims. Hör zu, ich verstehe, warum du das denkst. Aber ganz ehrlich, ich plane nichts.“

Seine Stimme klang so aufrichtig, dass ich ihm beinahe glaubte.

Dann blickte ich zur Seite.

Keine sechs Meter von uns entfernt standen Cole und Walker und gaben sich lächerlich viel Mühe, so zu tun, als würden sie uns nicht beobachten.

Walker hatte goldblondes Haar, blaue Augen und helle olivfarbene Haut. Er war ein kleines Stück größer als Cole und Dallas.

Cole hatte dunkelbraune Locken, dunkle Augen und schokoladenbraune Haut.

Alle drei waren bis zum Gehtnichtmehr durchtrainiert. Und irgendwie sahen sie auch noch so aus, als würden sie zum selben Friseur gehen.

Ich deutete auf seine Freunde.

„Netter Versuch.“

In dem Moment, in dem Dallas sich umdrehte, um meinem Fingerzeig zu folgen, machte ich mich aus dem Staub.

Den Rest des Tages war ich vollkommen abgelenkt.

Sogar im Kunstunterricht mit Mia konnte ich mich nicht konzentrieren.

Unsere Lehrerin sprach gerade über eines ihrer abstrakten Gemälde. Eigentlich redete sie ständig über Bilder, die sie selbst gemalt hatte. Ich hatte einige davon gesehen.

Ehrlich gesagt war es wirklich schade, dass sie am Ende nur Kunstlehrerin an einer Highschool geworden war. Ihre Bilder waren gut genug, um sie zu verkaufen. Aber sie erzählte immer, sie hätte es einmal versucht und dann festgestellt, dass sie sich einfach nicht von ihnen trennen konnte.

Jedes einzelne bedeutete ihr etwas.

Deshalb brachte sie es nicht übers Herz, eines davon wegzugeben.

„Glaubst du, das ist alles nur Teil von irgendeinem bescheuerten Witz?“, flüsterte ich Mia zu.

Sie sah mich traurig an.

„Vielleicht. Aber vielleicht will er wirklich einfach nur mit dir befreundet sein. Weißt du, Amy, es ist nicht unmöglich, dich zu mögen. Außerdem ist Dallas noch der Netteste von dieser Bande.“

Sie zwinkerte mir zu und griff nach meinem Arm.

„In diesem Rudel halte ich das trotzdem für ziemlich unwahrscheinlich“, sagte ich und verdrehte die Augen.

„Keine Ahnung ... Ich hab dich wirklich lieb. So abwegig finde ich den Gedanken also nicht.“

Ich presste die Lippen zusammen und wandte mich wieder unserer Lehrerin zu.

Kein einziges Wort von dem, was sie sagte, drang zu mir durch.

Dallas hatte meine Gedanken bereits vollständig eingenommen.

Vielleicht war genau das ihr Plan.

Vielleicht wollten sie, dass ich die ganze Zeit darüber nachdachte, was sie mit mir vorhatten.

Leider funktionierte es.

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