LOGINAls Mensch in einem Werwolfsrudel zählte Amy die Tage, bis sie endlich von dort verschwinden konnte. Seit die anderen Kinder des Rudels ihre Wölfe bekommen hatten, wurde sie von ihnen gemieden. Nur eine einzige Freundin war ihr geblieben. Doch dann begann ausgerechnet der zukünftige Gamma, sich für sie zu interessieren, und plötzlich fand Amy sich mitten im Kreis der künftigen Anführer des Rudels wieder. Ihren neuen Freunden traute sie allerdings kein bisschen. Erst ein einschneidendes Erlebnis zwang sie dazu, vieles mit anderen Augen zu sehen. Nach und nach kamen lang gehütete Familiengeheimnisse ans Licht, und Amys Leben, wie sie es bisher gekannt hatte, veränderte sich für immer.
View MoreAmys PerspektiveEtwa fünf Minuten später kam Mama mit einer Tablette herein. „Sei nicht sauer. Schatz, du musst schlafen. Die ganze Arbeit tut dir gerade nicht gut. Du musst dich ausruhen und deinem Körper Zeit geben, zu heilen“, bat sie und reichte mir eine Tablette, die vermutlich zum Schlafen war. Ich seufzte. Verdammte Mia. Ich nahm sie und versprach, sie zu schlucken, sobald ich mit dieser Matheaufgabe fertig war. Widerwillig stimmte Mama zu und ging wieder, damit ich weiterarbeiten konnte. Ich legte die Tablette auf meinen Nachttisch. Ich hatte nicht die geringste Absicht, sie zu nehmen. Ich musste wachsam bleiben. Schlaf konnte ich mir gerade nicht leisten.Ich setzte meine Kopfhörer ein und machte mit der Arbeit weiter. Erst als plötzlich eine Gestalt vor mir stand, hielt ich inne. Sofort riss ich die Kopfhörer heraus und rutschte bis ans Kopfende des Bettes, so weit weg von der Person wie möglich. Mein Körper protestierte heftig, und ich verzog vor Schmerz das Gesicht. Ich wu
Amys PerspektiveSeit einer Woche lag ich jetzt in meinem Zimmer und erholte mich von Claras letzter Prügelattacke. Das war mit Abstand das Schlimmste, was ich bisher abbekommen hatte. Mia brachte mir meine Hausaufgaben vorbei, und die Lehrer schickten mir zusätzlich Aufgaben per E-Mail. Sie wussten, dass ich mit all meiner freien Zeit ohnehin weiter vorausarbeiten würde. Eigentlich war das gar nicht schlecht. Inzwischen war ich mit dem Stoff so weit voraus, dass ich wahrscheinlich schon vor meinem letzten Schuljahr meinen Abschluss machen konnte. Dann konnte ich den Teufelsweibern und Liams Bande endlich entkommen.Von den Jungs hatte ich nicht viel gesehen. Eigentlich sah ich sie nur, wenn ich aus dem Fenster blickte. Aus irgendeinem Grund lungerten sie Tag und Nacht rund um unser Haus herum. Das machte mich ziemlich nervös. Ich hatte keine Ahnung, warum sie hier waren. Planten sie etwa schon den nächsten Angriff? Liam hatte gesagt, dass er die Namen der Leute wollte, die mir das ang
Liam PerspektiveIch nahm ihr die Auflaufformen ab. „Ich helfe dir, die rüberzubringen. Danach komme ich zurück und gehe mit den anderen in den Fitnessraum“, sagte ich. Ehrlich gesagt wollte ich einfach nur so schnell wie möglich wieder in Amys Nähe sein.Als wir bei Amy ankamen, stellte ich die Aufläufe ab. Heather bedankte sich bei mir, hatte aber offensichtlich Mühe, Mama anzusehen. Die Spannung zwischen den beiden war deutlich zu spüren, was äußerst ungewöhnlich war. Ich verabschiedete mich. Mir war klar, dass sie mir ohnehin nichts sagen würden, falls etwas nicht stimmte. Genau das machte mir allerdings Sorgen. Ich ging zur Tür und warf noch einen Blick auf unsere Mütter. Keine von beiden achtete auf mich. Also tat ich so, als würde ich hinausgehen, und zog die Tür hinter mir zu. Dann rannte ich nach oben, um nach Amy zu sehen und mich zu vergewissern, dass es ihr gut ging.Ihre Zimmertür stand einen Spalt offen. Ich blickte hinein und sah sie friedlich auf ihrem Bett schlafen. Si
Liam PerspektiveAls ich nach draußen ging, sah ich Dallas’ Wolf. Sein Fell war braun, nur die Spitzen seiner Ohren und seines Schwanzes waren weiß. Langsam kam er auf mich zu und blieb vor mir stehen.„Geht es ihr gut?“, fragte er traurig über die Gedankenverbindung. Ich wusste, wie sehr es ihn mitnahm, dass sie keinen von uns sehen wollte.„Sie hat noch Schmerzen, aber ansonsten scheint es ihr ganz gut zu gehen. Mit mir hat sie allerdings kein einziges Wort gesprochen“, antwortete ich.„Komm, lass uns reingehen.“ Ich deutete auf mein Haus. Dallas rannte hinüber und verschwand darin. Als ich selbst hineinging, kam er bereits in meinen Klamotten aus meinem Zimmer.Wie schlecht es ihm ging, stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Doch im nächsten Moment wich die Niedergeschlagenheit blanker Wut. „Du weißt doch, wer das war! Wir müssen etwas unternehmen!“, brüllte er mich an. Ich seufzte. „Ich glaube zu wissen, wer es war. Aber ich kann nichts beweisen, und Amy hat noch keinen Namen











