LOGINIch liebte ihn jahrelang. Alpha Xavier. Doch wir waren keine schicksalhaften Gefährten. Also tat ich, was jede Frau tun würde, die hoffnungslos verliebt ist: Nach einer einzigen gemeinsamen Nacht überzeugte ich ihn, mich zu heiraten. Ich hoffte, sein Herz mit der Zeit zu gewinnen – genau wie es meinen Eltern gelungen war. Und tatsächlich funktionierte es … Bis seine wahre Schicksalsgefährtin auftauchte. Von einem Moment auf den anderen wurde ich zur Bösewichtin. Man beschuldigte mich, seine Gefährtin angegriffen zu haben. Er verstieß mich, verachtete mich und glaubte jedes einzelne Wort gegen mich. Die Scheidungspapiere lagen bereits auf dem Tisch, als ich entdeckte, dass ich schwanger war. Schwanger mit seinen Kindern. Ein Geheimnis, das ich um jeden Preis bewahren musste. Denn ein Mann, der dich hasst, würde niemals deine Kinder wollen. Also log ich. Ich floh. Und ich verschwand. Drei Jahre später begegne ich ihm ausgerechnet an einem Flughafen wieder – zusammen mit meinen Zwillingen. Dem letzten Mann, den ich jemals wiedersehen wollte. Xavier. Sein Blick fällt auf meine Kinder. Für einen kurzen Moment liegt darin eine Wärme, von der ich weiß, dass sie nicht echt sein kann. „Wie alt sind sie?“, fragt er. Die Lüge liegt mir bereits auf der Zunge. „Sie sind nicht deine. Ich habe vor unserer Scheidung einen Test machen lassen. Erinnerst du dich?“ Und er glaubt mir. Denn die Daten scheinen nicht zusammenzupassen. Er kann unmöglich die Wahrheit kennen. Doch je länger er neben uns steht, desto weniger kann er die unerklärliche Verbindung zu meinen Kindern – und zu mir – ignorieren. Alte Geheimnisse kommen ans Licht. Vergangene Wunden reißen wieder auf. Der Mann, der mich einst verstieß, sieht mich nun mit einer schmerzhaften Mischung aus Sehnsucht und Verwirrung an. Und ich muss mich fragen: Hat das Schicksal wirklich endgültig mit uns abgeschlossen?
View MoreAn jenem Abend wagte sich Bella zu der Adresse, die sie erhalten hatte, und entdeckte ein heruntergekommenes Haus, isoliert mitten im Nirgendwo. Trotz der frühen Stunde hüllte eine unheimliche Dunkelheit die Behausung ein. „Hallo?“ rief sie zögernd; ihre Stimme hallte in der düsteren Umgebung wider. „Was willst du, Bella?“ fragte plötzlich eine Stimme und erschreckte sie. „Derrick?“ bestätigte sie. In der Dunkelheit bewegte sich eine Gestalt. „Ich war zufrieden, zuzusehen, wie du Xaviers Rudel und ganzes Leben ruinierst, einfach indem du du selbst bist.“ Er kicherte leicht, als fände er das alles sehr amüsant. „Du bist dieser Mann“, murmelte sie. „Warum ist dieser Ort so dunkel? Mach das Licht an, bitte“, bat sie. Ein Licht flackerte und enthüllte den kahlen Raum. „Warum bist du hierhergekommen, Bella?“ fragte er. Sie fühlte sich etwas unbehaglich; er konnte sie sehen, aber sie konnte ihn kaum sehen. „Ich brauche deine Hilfe; ich stehe kurz davor, aus allem rausgeschmissen
Inmitten eines plötzlichen Menschenandrangs fand sich Liam von der Menge umhüllt und kämpfte darum, sich freizumachen. Er sah sich hektisch um, konnte Xavier jedoch nicht mehr entdecken. Die belebte Menge stieß gegen ihn, ahnungslos von seiner Anwesenheit, und er stolperte beinahe. Inzwischen hatte Xavier, der sich umgedreht hatte, weil er etwas spürte, es abgetan und gedacht, er bilde es sich nur ein. Doch Liams kleine Stimme schnitt durch den Lärm des Einkaufszentrums und drang an Xaviers Ohren. War das Liam, den er gehört hatte? Xavier erstarrte. Seine plötzliche Veränderung ließ die Leute, die mit ihm gingen, verwirrt zurück. „Hast du das gehört?“ fragte er Axel. „Liam.“ murmelte er. „Geh voraus, Axel, beende das.“ wies Xavier an und drehte sich dann um, um zurückzugehen.Liam hatte sich verlaufen; er konnte weder Xavier noch den Weg zurück zu seiner Mama finden und setzte sich hin und begann zu weinen. Xavier sah sich in dem großen Raum um; Liam war definitiv
Bella umklammerte die Testergebnisse in ihren zitternden Händen. Nachdem sie erfolgreich Liams Haarprobe von der Putzkraft der Kita erhalten hatte, war sie aufgebrochen und hatte sie ängstlich in einer Klinik meilenweit außerhalb der Stadt abgegeben, wo niemand sie erkennen konnte, und still gebetet, dass sie keine Übereinstimmung seien. Die Ergebnisse waren ihr gerade ausgehändigt worden; sie ging ängstlich zu ihrem Auto zurück. Als sie den Umschlag mit Blitzesschnelle aufgerissen hatte, fluchte sie leise und hoffte auf eine Fehlübereinstimmung. Ihre Augen weiteten sich ungläubig, als die Worte ihr entgegenstarrten: 99,9 Prozent Übereinstimmung! Eva. Ein kehliger Schrei aus Qual und Wut entwich ihr und hallte in ihrem Auto wider. Xavier und Eva hatten gemeinsam Kinder. Verzweiflung setzte ein. „Nein, nein, nein! Wo lässt mich das jetzt?“ murmelte sie vor sich hin. Die Angst, dass Xavier sie verlassen würde, überflutete ihren Geist. Sie biss sich auf die Lippe, schlug de
Liam saß da und zeigte eine Ernsthaftigkeit, die einem kleinen Mann ähnelte, der fleißig an seinem künstlerischen Vorhaben arbeitete. „Was zeichnest du da?“ fragte Eva und ging zu ihrem Sohn, strich ihm sanft über das Haar. Liam grunzte missbilligend und richtete sein Haar wieder zurecht. „Es tut mir leid“, entschuldigte sie sich und erkannte seine Abneigung gegen Kopfstreicheln; diese Geste war nur Xavier vorbehalten. „Du bist einfach so niedlich“, bemerkte sie und drückte seine Wangen, was dem jungen Künstler Kichern entlockte. „Das ist ein schönes Bild“, lobte Eva und schaute neugierig hinüber. „Ich lass dich es sehen, wenn ich fertig bin“, erklärte er plötzlich. Eva war angenehm überrascht. „Wirklich?“ fragte sie. „Ja“, versicherte er ihr. „Das würde mir sehr gefallen, danke“, antwortete sie mit einem Lächeln und beobachtete ihren Sohn. Liams Bereitschaft, seine Bilder zu teilen, war eine seltene Begebenheit. Neugier entfachte sich; Eva konnte nicht widerstehen zu





