LOGINKapitel 3
ELIJAH Die Bedienstete öffnet die Tür ohne ein Wort und deutet mir an, einzutreten. Ich trete hinein, und der Raum trifft mich sofort. Groß. Viel zu groß. Fenster, die vom Boden bis zur Decke reichen. Möbel, die mehr kosten als meine gesamte Wohnung zurück in New York. Alles riecht nach teuren Reinigungsmitteln und kaltem Geld. Mila steht in der Nähe des Schreibtischs, die Arme verschränkt, ruhig, als wäre nichts passiert. Ich wollte schreien. „Hey“, sagt sie mit flacher Stimme. Ich lasse mich auf ein Sofa fallen und umklammere die Kanten. „Hey? Mila, was zum Teufel ist hier los? Du hast mir nicht gesagt, wer deine Familie wirklich ist. Du hast mir nichts davon erzählt!“ Sie legt den Kopf schief. „Du siehst verängstigt aus. Beruhige dich. Niemand wird dir wehtun.“ „Wehtun? Mila, der Typ, der vorhin hereingekommen ist, Andrade De Valerio, das ist dein Bruder! Und du hast mich hierhergebracht?“ Ihre Augen verengen sich. „Du weißt nur von meiner Familie wegen deiner eigenen Nachforschungen vor Jahren. Tu nicht so überrascht.“ Ich starre sie an, meine Stimme wird lauter. „Du weißt, dass ich sie entlarvt habe! Ich habe den Dreck veröffentlicht. Und jetzt bin ich hier, in ihrem Haus, in Spanien. Du wusstest, dass ich sie erkennen würde. Warum hast du mich hierhergebracht?!“ Sie zuckt mit den Schultern, als wäre es nichts. „Du bist am Leben. Das ist das Wichtigste. Du bist hier bei mir. Das ist alles. Sie wissen nicht, wer du bist.“ „Am Leben?“ Ich lache bitter. „Mila, das ist dieselbe Familie, die meine Karriere beendet hat, deine Familie. Sie sind rücksichtslos, gefährlich. Mano De Valerio ist nicht einfach nur ein Unternehmen, es ist ein Kartell. Und ich bin in ihrem Haus gefangen. Mit dir. Du bist seine Schwester! Du weißt alles über mich. Warum hast du mich hierhergebracht?“ Sie antwortet nicht sofort, sondern beobachtet mich nur. „Ich weiß, was du getan hast. Ich weiß, was du veröffentlicht hast. Und ich habe dich hierhergebracht, weil ich dir vertraue. Das ist alles. Es wird nichts passieren.“ Ich konnte nicht anders, als ihr zu misstrauen. Was, wenn sie mich absichtlich hierhergebracht hatte? Wenn sie ein Mitglied dieser Familie ist, dann gibt es definitiv einen Plan. Ich stehe auf und gehe auf und ab, während sich Wut und Angst in meinem Magen verknoten. „Vertrauen? Du glaubst, Vertrauen reicht aus, um mich am Leben zu halten? Andrade ist gefährlich. Deine Familie ist gefährlich. Und ich bin hier, in diesem Haus. Warum?!“ „Du bist hier. Das ist die Realität. Komm damit klar.“ Ich bleibe stehen. „Ich muss gehen. Ich gehe. Mila, ich kann nicht hierbleiben. Ich nehme den nächsten Flug. Das ist mir egal.“ Was, wenn sie nur mit mir zusammen war, weil sie mich hierherbringen musste? Um mich in eine Falle zu locken? Aber wenn Andrade etwas will, nimmt er es sich. Er spielt keine Spiele. Es sei denn, er will es zum Spaß tun. Ihr Gesicht verhärtet sich. „Du kannst es versuchen, aber es wird nicht funktionieren. Mein Bruder weiß, dass du hier bist. Sobald er erkennt, was du weißt, ist es unmöglich, unbemerkt zu gehen.“ Ich schlucke. Meine Stimme kommt kaum heraus. „Was?“ „Entweder du bleibst oder du gehst in einem Leichensack“, sagt sie. Ruhig. Kontrolliert. Distanziert. „Du bleibst bei mir, oder... du wirst überhaupt nicht gehen.“ Ich lasse mich in den Stuhl sinken. Mein Herz hämmert. Meine Gedanken überschlagen sich, die Karriere, die ich verloren habe, die Ermittlungen, an denen ich jahrelang gearbeitet habe, die Familie, von der ich dachte, ich hätte sie entlarvt... und jetzt bin ich gefangen. In ihrem Haus. Mit ihrer Macht. Und Mila sitzt dort, so ruhig wie immer, und sagt mir, ich solle bleiben. Mila? Das ist nicht einmal ihr richtiger Name! Es gibt keine Wahl. Bleiben... oder in einem Leichensack gehen. Mila kommt auf mich zu, auf ihre süße, verführerische Art. Sie legt ihre Beine zu beiden Seiten von mir auf das Sofa. Ich wusste genau, was sie wollte, Mila war immer direkt. Meine Hände schlossen sich um ihre Kehle, als ich sie zu mir zog, um ihre Lippen für mich zu beanspruchen. Wie sehr ich sie vermisst habe. Ich vermisste es, wie sie mich berührte. Wie sie meinen Namen stöhnte. Ich liebe es, wenn sie so ist. Ihre Hände waren schnell dabei, meinen Schwanz herauszuholen. Sie trug kein Höschen. Ich wurde hart, bevor ich überhaupt blinzeln konnte. Mila setzte sich langsam auf meinen Schwanz, die Wände ihrer Muschi warm um mich herum. Ich spürte ein köstliches Gefühl. Ich zog ihr Shirt aus, umfasste ihre Brüste und kostete eine nach der anderen. Und dann begann sie, auf mir zu reiten. Sie trieb mich in den Wahnsinn. Ich konnte spüren, wie meine Sinne mich verließen. Mila hat ebenfalls eine Art, das mit mir zu tun. Sie bewegte sich schnell und geschmeidig. Und schon bald stöhnte ich, während ich mich in ihr ausbreitete. Mila sah wütend auf mich hinunter. „Bist du gerade gekommen?“ „J-ja...“, keuchte ich. „Es tut mir leid, aber ich konnte es nicht zurückhalten...“ Mila stieg wütend von mir herunter. „Willst du mich verarschen?“ „Mila...“ „Spar dir das.“ Sie ging in den Kleiderschrank und holte einen Dildo heraus. Ich zog schnell meine Hose hoch. „Wag es ja nicht!“ Ich ging auf sie zu. „Das bekommst du, wenn du einen verdammt kleinen Schwanz und null Ahnung vom Ficken hast. Wie kannst du in weniger als einer Minute kommen?“ Meine Hände zitterten. Ich konnte mein Herz nicht spüren. Ein Klingeln in meinen Ohren. Ich konnte nur zusehen, wie sie auf das Bett kletterte, ihn einschaltete und begann, sich selbst zu ficken. Ihre Augen verließen meine kein einziges Mal. Ihre Stöhner verfolgten meine Seele. Ich kann das nicht. Meine Beine setzten sich in Bewegung, weg von ihr und hinaus aus dem Zimmer. Ich blinzelte die Tränen zurück. Nicht heute. Nein! Ich versuchte, ihre höhnischen Stöhner auszublenden, aber sie wurden nur lauter. Verdammt!Kapitel 80ANDRADEDie Uhr an der Wand tickte viel zu laut. Jedes Geräusch rieb an meinem Schädel wie Sandpapier.Ich hatte stundenlang hinter meinem Schreibtisch gesessen und einfach nur auf dieselbe verdammte Akte gestarrt, während ich so tat, als würde ich sie lesen.Meine Augen wanderten immer wieder zu meinem Handy, zu der Nachricht, die ich nicht beantwortet hatte.~ Wenn du nicht kommst, wirst du mich nie wiedersehen.Ich hatte sie hundertmal gelesen, vielleicht sogar öfter. Die Worte hatten sich durch mich gebrannt und etwas Rohes hinterlassen, das einfach nicht heilen wollte.Es war ein Monat her. Ein Monat, seit ich ihn aus diesem Albtraum zurückgebracht hatte. Ein Monat, seit ich ihn ins Safehouse gebracht, dafür gesorgt hatte, dass er alles hatte, was er brauchte, und dann wie ein Feigling weggegangen war.Er hatte an diesem Tag so zerbrechlich ausgesehen, still, blass, noch immer zitternd, als ich gegangen war. Ich sagte mir, dass ich es für sein eigenes Wohl tat. Dass ic
Kapitel 79ELIJAHIch kam mit meiner Tasche über der Schulter die Treppe hinunter. Meine Hände zitterten so stark, dass ich den Riemen kaum festhalten konnte.Mom weinte noch immer und flehte Dad an, mich aufzuhalten. Ihre Stimme zitterte und brach auf eine Weise, wie ich sie noch nie zuvor gehört hatte.„Isaac, bitte … er ist unser Sohn“, sagte sie und umklammerte seinen Arm. „Lass ihn nicht durch diese Tür gehen.“Aber Dad bewegte sich nicht. Er saß steif da, den Kiefer angespannt, die Augen auf den Boden gerichtet. Nicht einmal ein Blick in meine Richtung.Meine Kehle brannte, als ich die letzte Stufe erreichte. Ich konnte die Stille hören, während im Fernseher noch immer irgendein Morgenbericht lief, aber der Raum fühlte sich leer an.„Dad …“ Meine Stimme brach.„Geh“, sagte er, seine Stimme wie eine Tür, die zugeschlagen wurde.Mom schluchzte und wandte sich mir zu. „Elijah, bitte, geh einfach … geh nicht.“Ich schüttelte den Kopf und zwang die Worte an dem Kloß in meiner Kehle v
Kapitel 78ELIJAHDer Geruch von gebratenen Eiern und getoastetem Brot schlug mir entgegen, sobald ich die Treppe hinunterkam.Es war die Art von Geruch, die normalerweise Frieden bedeutete, Zuhause, Wärme, Stabilität. Die Art, die sagte: Du bist hier sicher.Zum ersten Mal seit Wochen dachte ich, dass ich vielleicht wieder atmen konnte. Das leise Stimmengewirr der Morgennachrichten drang aus dem Wohnzimmer, wo mein Vater saß und mit seiner tiefen Stimme gelegentlich über den Fernseher brummte.Ich konnte meine Mutter sehen, wie sie in ihrer Schwesternuniform geschäftig hin und her lief, ihr Haar ordentlich hochgebunden, während sie sich darauf konzentrierte, den Tisch zu decken.Sie bewegte sich im gleichen Rhythmus wie immer, als könnte nichts auf der Welt ihre Ruhe erschüttern.Ich blieb einen Moment dort stehen und beobachtete sie. Es fühlte sich beinahe so an, als hätte die Welt für mich angehalten, damit ich diesen Moment in mich aufnehmen konnte.Nach allem, was passiert war, d
Kapitel 77ELIJAHIch stand neben dem Wagen und starrte auf den Privatjet, der auf dem Rollfeld wartete.Die Luft war trocken und schwer, der Wind bewegte sich kaum. Ich konnte das leise Summen der Triebwerke hören, obwohl sie noch nicht gestartet worden waren.Meine Handflächen waren verschwitzt, aber ich war nicht nervös, nur leer. Diese Art von Leere, die alles um mich herum zu still, zu langsam wirken ließ, als würde ich mein Leben von außerhalb meines eigenen Körpers beobachten.Nora stand ein paar Meter hinter mir, die Arme verschränkt. Ihr Gesicht sah müde aus. Wir beide waren müde.Sie war in den letzten Wochen die einzige Konstante gewesen, und selbst jetzt sah sie aus, als wollte sie mich aufhalten, aber wusste, dass sie es nicht konnte.„Bist du dir sicher?“, fragte sie leise.Ihre Stimme klang beinahe gebrochen. Ich sah sie nicht an. Ich hielt meinen Blick einfach auf den Jet gerichtet.„Ja“, sagte ich nach einer langen Pause. „Ich denke, das ist das Nächstbeste, was ich t
Kapitel 76ELIJAHEs sind Wochen vergangen. Ich weiß nicht einmal mehr, wie viele.Die Sonne geht auf, geht unter und verblutet in einem weiteren Tag, der sich genauso anfühlt wie der davor.Die Wände dieses Zimmers sind zu sauber, zu still. Sie summen vor Stille und verspotten mich.Nora kommt wieder herein, zur gleichen Zeit, mit demselben Tablett und demselben sanften Gesichtsausdruck, als hätte sie Angst, ich könnte zerbrechen, wenn sie zu laut atmet.Sie stellt das Essen auf den Nachttisch, zusammen mit den Tabletten, die ich inzwischen hasse.„Eli“, sagt sie sanft, „du musst essen. Du kannst deine Medikamente nicht ständig auslassen.“Ich starre sie an und dann auf das Essen. Der Geruch macht mich krank. Ich schüttle den Kopf. „Ich habe keinen Hunger.“Sie seufzt. Es ist diese Art von Seufzen, die Menschen von sich geben, wenn ihnen die Worte ausgegangen sind, sie aber trotzdem noch etwas sagen müssen.„Das hast du gestern gesagt. Und vorgestern auch. Bitte... nur ein bisschen.“
Kapitel 75ELIJAHAls ich aufwachte, fühlte es sich nicht wie ein echtes Erwachen an.Mein Körper fuhr hoch, noch bevor mein Verstand hinterherkam, mein Atem ging scharf, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als wollte es aus meiner Brust heraus.Für einen Moment war alles nur ein verschwommenes Bild aus blassem Licht und Schatten an einer Decke, die ich nicht erkannte.Meine Augen bewegten sich hektisch und suchten überall nach etwas, während mich die Angst übermannte.Ich setzte mich viel zu schnell auf. Kalte, abgestandene Luft traf mein Gesicht. Meine Kehle war trocken, mein Kopf dröhnte.Da war ein Gewicht in meiner Brust, als hätte ich tagelang die Luft angehalten, ohne überhaupt zu wissen, warum.Wo zum Teufel war ich?Die Bettlaken waren weich, aber gleichzeitig rau, wie Hotelwäsche, die viel zu oft gewaschen worden war.Der Raum war mir fremd. Cremefarbene Wände, ein kleines Fenster, das halb von schweren Vorhängen verdeckt wurde, und irgendwo hinter mir das leise Summen ei







