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„Es war riesig. Vielleicht über zwei Meter groß. Aber es sah teils wie ein Wolf und teils wie ein Mann aus.“ Die Beschreibung war vage, aber für uns mehr als ausreichend.In den wenigen Sätzen darunter stand, dass die Frau überlebt hatte, nachdem sie sechs Wochen im Krankenhaus verbracht hatte, um sich von ihren traumatischen Verletzungen zu erholen.„Das ist alles!“, schnappte ich frustriert wegen des Mangels an Informationen. Nichts über Krallenspuren oder abgezogene Haut.Ich scrollte weiter nach unten und fand nur Kommentare über Verschwörungstheorien oder Vorschläge, dass der Mann und die Frau auf Drogen gewesen seien. Aber ich wusste, dass man etwas Derartiges nicht einfach vergaß.Ich musste es Klaus zeigen. Er war gut darin, solche Dinge zu finden.Ich zog das Kabel aus dem Laptop und eilte zu seinem Haus, erleichtert, als ich sah, dass noch Licht brannte.„Du kannst Leute finden, oder?“, platzte ich heraus, als er die Tür öffnete.„Kommt darauf an, wie viele Informationen du h
Mallory„Sie ist nicht wütend“, sagte Eric zu mir, während er mich nach Hause begleitete. „Du musst bedenken, dass sie noch nicht lange eine Lykanerin ist. Vieles ist für sie noch neu.“„Ich weiß. Sie haben sie belogen und davon überzeugt, dass sie ein Wolf ist.“ Sie erinnerten mich bei jeder Gelegenheit daran. Aber sie musste auch wissen, dass ihre Vergangenheit sie nicht definierte.„Es ist mehr als das. Stell dir vor, wie es ist, sein ganzes Leben lang belogen zu werden. In etwas hineingeworfen zu werden, von dem man nichts wusste. Alles genommen zu bekommen. Von meinem Standpunkt aus gesehen kommt sie verdammt gut damit klar.“Ich schmunzelte. „Klaus hat etwas Ähnliches gesagt.“„Wir liegen nicht falsch. Verglichen mit früher ist sie jetzt ein völlig anderer Mensch.“„Glaubst du, sie ist frustriert?“Er nickte mit einem traurigen Lächeln. „Frustriert mit sich selbst. Denn glaub mir, du würdest es merken, wenn sie wütend wäre. Alles ist eine Lernkurve. Nicht jeder findet sich sofort
„Er arbeitet, aber er würde bald zurück sein.“ Dane lächelte sie an und stahl sich ein Stück von ihrem Popcorn.„Weil er ein wichtiger Mann ist?“, fragte Dorothy mit einem Schmollmund.„Das ist er. Und wenn du älter bist, wirst du verstehen, warum.“„Okay.“ Sie kletterte auf die Fensterbank und drückte ihr Gesicht gegen die Scheibe, um nach Damien Ausschau zu halten, runzelte jedoch die Stirn, als sie ihn nicht sehen konnte.„Mallory, bleibst du bitte bei den Kindern, während ich mit meiner Gefährtin spreche?“, fragte Dane.„Ja, natürlich, ich liebe Kinder.“Ich verzog das Gesicht, als sie sich selbst „Tante Mallory“ nannte und den Zwillingen sagte, dass sie noch ein bisschen bleiben würde, doch ich hatte keine Zeit, sie zu korrigieren, da Dane mich bereits aus dem Raum zog.„Ich weiß, dass dir das nicht gefällt, aber ich glaube, sie ist an etwas dran. Ich weiß auch, dass es beschissene Erinnerungen hochholt, aber es wäre ein schneller Weg, die Schlechten auszusortieren und herauszufin
Neah„Wir wissen bereits, dass es noch mehr von ihnen da draußen gibt, aber dafür haben wir keine Zeit!“, fuhr Dane Mallory an. „Wer weiß, vielleicht ist sie schon hier und schleicht herum.“Die Zwillinge waren verstummt und starrten zu Dane hinauf. Seit sie ihre Umgebung bewusster wahrnahmen, hatten sie seine Wut immer spüren können, doch sie brachte sie nie zum Weinen. Sie schien sie eher zu faszinieren.„Wir müssen gar nichts tun“, murmelte Mallory und richtete den Blick auf mich. „Du musst es.“„Klar“, schnaubte ich. „Das letzte Mal, als ich mit Lykanern gesprochen habe, waren es die, die gebissen, markiert oder wie auch immer man es nennen wollte. Und nicht nur das – du hattest sogar Probleme, mich zu verbinden.“„Ich glaube, etwas hält dich zurück.“ Sie zuckte mit den Schultern.„Ich weiß, die Dunkelheit, die in mir sitzt“, murmelte ich sarkastisch.„Nein. Du.“ Sie zeigte mit dem Finger auf mich. „Ich dachte zuerst, es wäre Nyx, die nicht wollte, dass du mir zuhörst.“›Nicht ich‹
Er schüttelte den Kopf. „Ehrlich gesagt, ich habe den Gedanken gehasst, dass Mal meine Gefährtin sein sollte. Ich habe mich dagegen gewehrt, und trotzdem habe ich es nie über mich gebracht, sie zurückzuweisen. Sie tauchte ständig auf und stellte sicher, dass ich nicht trank. Selbst wenn ich ihr gesagt hatte, sie solle sich verpissen, kam sie trotzdem wieder. Danach ertappte ich mich dabei, sie zu beobachten. Ich kann ihre Haustür von meinem Küchenfenster aus sehen, und sie machte jeden Abend dasselbe. Sie saß draußen mit einer Tasse Tee und schaute.“Jetzt verstand ich, was Mallory gemeint hatte, als sie sagte, dass sie gern beobachtete.„Als sie vor ein paar Nächten ihrer üblichen Routine nicht folgte, ging ich ihrer Fährte in den Wald nach. Ich hörte ihre Verbindung, die nicht für mich bestimmt war, und mir rutschte das Herz in die Hose, als mir klar wurde, dass sie in Gefahr war.“„Eine Gefährtenbindung bewirkt so etwas. Du hast Jenson bewusstlos geschlagen?“„Ja. Aber er war nicht
DaneIch schnappte mir etwas Wasser und schüttete es über seinen Körper. Jenson stöhnte, bewegte sich aber nicht. „Steh verdammt noch mal auf“, verlangte ich. Weitere Stöhner folgten, dann eine winzige Bewegung. Er hob die Hand und zeigte mir den Mittelfinger. Ob wegen des Wassers oder wegen meiner Anwesenheit, wusste ich nicht.„Was zum Teufel meinst du mit sie kommt?“, fuhr ich ihn an. Meine Geduld hing an einem sehr, sehr dünnen Faden.„Sie kommt wegen mir“, krächzte er.„Ist es das, was du willst?“Er antwortete nicht. Das Schweigen war ich von meiner Schwester gewohnt. Aber nicht von Jenson. Er hätte nicht einmal gewusst, was Schweigen wäre, wenn es ihm in den Sack gebissen hätte.Selbst bei Verhören – er mochte uns keine Informationen über sie gegeben haben, aber das hielt ihn nie davon ab, jeden noch so beschissenen Kommentar von sich zu geben.Seine Augen öffneten sich, und er starrte mich vom Boden aus an. „Ich … habe Scheiße gebaut, Dane“, murmelte er atemlos. Sein Atem kl






