FAZER LOGINKapitel 28: Das Echo der RückkehrDas dumpfe, donnernde Pochen von Hufen auf dem gefrorenen Stein des äußeren Schlosshofs drang wie ein heroischer Herzschlag durch die dicken Mauern des Westflügels. Es war kein gewöhnlicher Ritt; es war das unverkennbare Einrollen einer siegreichen Kriegsmacht, angeführt von einem Alpha, dessen Zorn über die Bedrohung seines Reiches keine Gefangenen gemacht hatte.Ich stand im Schatten des hohen Bogenfensters in meinen privaten Gemächern, den Blick fest auf das Haupttor gerichtet. Die schwere Platin-Gold-Krone lag hinter mir auf dem dunklen Holz des Tisches, und doch fühlte sich jede Faser meines Körpers königlich, gestählt durch den Sieg des gestrigen Tages im Audienzsaal. Die Verräter schmachteten im Kerker; das Schlangennest war ausgeräuchert. Und jetzt kehrte die andere Hälfte meiner Welt zurück.Über das Seelenband spürte ich ihn, noch bevor die ersten Stimmen im Hof laut wurden. Es war ein reines, glühendes Pulsieren, das sich wie flüssige Hitze
Kapitel 27: Das SchlangennestDie schweren Eichentore des Hauptportals fielen mit einem dumpfen, grollenden Laut ins Schloss, und das Echo schien noch minutenlang durch die steinernen Gänge zu wandern. Mit dem Abzug von Lyalls Elitetruppen hatte sich eine spürbare, fast greifbare Stille über das gesamte Anwesen gelegt. Es war keine friedliche Stille. Es war die Art von Stille, die kurz vor einem Gewitter in den Baumwipfeln hängt – die Luft schwer von Ozon, die Spannung unerträglich, jedes Atmen zu laut.Für die restlichen Adligen und die verbliebenen Verschwörer im Schloss musste es wie der perfekte Augenblick wirken. Der Alpha war fort. Die Hauptmacht des Rudels zog in die östlichen Sümpfe, um einen Schattenzirkel zu jagen. Zurück geblieben war nur eine junge Frau, die von den alten Grafen und Lords nach wie vor arrogant als die „ehemalige Omega aus den niederen Rängen“ verlacht wurde.Sie wussten nicht, dass sie sich in einer Arena befanden, deren Türen von innen verriegelt waren. U
Kapitel 26: Die schwarze MetallfederDas dumpfe, bleierne Geräusch von Eisen auf Stein hing noch sekundenlang schwer in der Luft, während das Echo des Knackens an den hohen Steinwänden des Westflügels verhallte. Im Kamin tanzten die Flammen und warfen flackernde, orangefarbene Schatten an die Wände, doch die plötzliche Stille im Raum fühlte sich eiskalt und greifbar an.Lyall hatte mich in der Sekunde, in der das Geräusch erklang, noch fester an sich gezogen. Sein Körper spannte sich wie eine Bogenese an. Seine saphirblauen Augen, die eben noch in der Hitze der Leidenschaft geglüht hatten, verengten sich schlagartig zu messerscharfen Schlitzen. Über das Seelenband spürte ich, wie sein innerer Wolf augenblicklich die Kontrolle übernahm – ein dumpfes, warnendes Knurren hallte tief in seiner Brust wider, unhörbar für die Aussenwelt, aber für mich so laut wie ein Donnerschlag.„Rühr dich nicht“, raunte Lyall leise und extrem kontrolliert. Seine rechte Hand glitt mit einer fließenden, geüb
Kapitel 25: Das Echo des BlutesDer schwere, metallische Geruch von frischem Blut lag noch immer schwer über dem großen Bankettsaal, vermischt mit dem herben Duft von verbranntem Ozon und dem feinen, teuren Parfüm der überlebenden Adligen. Die blutverschmierten Marmorplatten reflektierten das flackernde Licht der verbliebenen Fackeln wie ein düsterer, spiegelnder See. Niemand wagte es, sich zu rühren. Die adligen Gäste, die wenige Minuten zuvor noch mit gespielter Eleganz und hinterlistigem Lächeln durch den Raum geschritten waren, standen nun eng an die kalten Steinsäulen gedrückt, bleich im Gesicht und unfähig, den Blick von dem Podest abzuwenden.Ich stand auf der obersten Stufe des Thrones, den Blick starr auf die massiven Flügeltüren gerichtet, durch die Kenneth soeben abgeführt worden war. Die schwere Platin-Gold-Krone ruhte wie ein eiserner Reif auf meinem Haupt, doch die wirkliche Last trug ich tief in meinen Adern. Das feine, eisige Stechen an meinem linken Handgelenk – genau
Kapitel 24: Das Blut auf dem MarmorDer Schrei der adligen Dame hallte von den hohen Wölbungen des Saals wider, wie der Peitschenhieb einer unsichtbaren Hand. Die gläsernen Kronleuchter an der Decke schienen unter dem plötzlichen Druck der magischen Wogen zu erzittern, die von Kenneths Ankunft aus dem Innenhof herüberschwappten.Kenneth stand im Portal der Haupteingangstür, das Schwert in seiner Rechten schwer und blutverschmiert. Hinter ihm drängten sich die schattigen Gestalten seiner Söldner wie ein Rudel ausgehungerter Wölfe, die den Geruch von frischer Beute wittern. Die goldenen Stickereien und die feinen Teppiche, die noch wenige Augenblicke zuvor den Reichtum des Shadow-Rune-Rudels zur Schau gestellt hatten, schienen unter dem Schlamm ihrer Stiefel zu vergehen.Lord Hethorn, der eben noch zitternd vor mir gestanden hatte, stürzte mit einem erstickten Keuchen zu Boden. Seine Kine versagten unter der plötzlichen Panik. Er robbte ein paar Zentimeter rückwärts, den Blick starr auf
Kapitel 23: Das Gift im PokalDie Luft im Schloss des Shadow-Rune-Rudels war in den Tagen vor dem großen Frühlingsbankett von einer so dichten, greifbaren Spannung erfüllt, dass man sie fast mit einem Messer hätte schneiden können. Jeder Flur, jeder Torbogen und jeder Raum schien zu atmen – nicht vor Vorfreude auf das bevorstehende Fest, sondern vor lauter misstrauischer Wachsamkeit. Die Drohung von Kenneth, der im Untergrund die Fäden zog und das Volk mit seinen Lügen vergiften wollte, hing wie eine bleierne Gewitterwolke über den Zinnen.Doch nach außen hin durfte keine Schwäche gezeigt werden. Ein Alpha und eine Königin zeigen vor ihren Feinden niemals Furcht; sie öffnen die Tore, lächeln und reichen den Giftkelch genau an die zurück, die ihn gebraut hatten.Die Vorbereitungen für das Bankett liefen auf Hochtouren. In der großen Eingangshalle herrschte ein ständiges Kommen und Gehen von Bediensteten, Dienern und Meisterschmieden. Schwere Stoffe aus Purpur und tiefem Nachtblau wurde







