DIE PRINZESSIN REGIERT JETZT: VERBEUG DICH, JULIAN!

DIE PRINZESSIN REGIERT JETZT: VERBEUG DICH, JULIAN!

last updateLast Updated : 2026-10-31
By:  STACIA Updated just now
Language: Deutsch
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Nach fünf Jahren voller erfolgloser Versuche, schwanger zu werden, erwartet Elena endlich ein Kind. Doch statt sich über diese Nachricht freuen zu können, muss sie feststellen, dass ihr Ehemann einer anderen Frau genau die Aufmerksamkeit, Loyalität und Zuneigung schenkt, um die sie selbst jahrelang vergeblich gebettelt hat. Entschlossen, ihre Ehe hinter sich zu lassen, trifft Elena eine Entscheidung, die alles verändert: Sie entscheidet sich für ihr ungeborenes Kind. Doch als eine königliche Armee erscheint, um sie nach Hause zu bringen, erfährt Elena, dass sie keineswegs die gewöhnliche Frau ist, für die sie sich immer gehalten hat. Sie ist die verschollene älteste Prinzessin der ältesten königlichen Werwolf-Blutlinie Nordamerikas, und ihr Bruder hat sieben Jahre lang nach ihr gesucht. Julian glaubte, eine Ehefrau zu haben, die er für selbstverständlich nehmen konnte. Er ahnte nicht, dass er eine Prinzessin geheiratet hatte.

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Chapter 1

KAPITEL 1. DER LETZTE TROPFEN

ELENA

Ich scrollte gerade auf dem Sofa durch meinen Feed, als Chloes Beitrag auftauchte.

Ein Ultraschallbericht, darauf das körnige Bild eines bohnenförmigen Babys, das in der Mitte zusammengerollt lag. Ihre Bildunterschrift: Danke für dein Sperma. Jetzt bekomme ich endlich mein eigenes Baby.

Chloe war die Witwe von Ethan. Ethan war Julians älterer Bruder gewesen und seit zwei Jahren tot. Zunächst hielt ich es für einen geschmacklosen Scherz aus Trauer, bis mein Blick auf die unterste Zeile fiel.

Vater: Julian Hale.

Der Raum begann sich zu drehen. Mein Puls hämmerte laut und seltsam in meinen Ohren, als könnte ich jeden Herzschlag in der Wohnung hören, sogar jene, die nicht meine eigenen waren.

Ich tippte ein einziges Fragezeichen in die Kommentare.

Sekunden später klingelte mein Telefon.

„Lösch das“, sagte Julian. Keine Begrüßung. „Chloe weint deinetwegen.“

„Ist es deins?“

„Ich habe gespendet. Mehr nicht. Sie ist eine Witwe, Elena. Ihr zu helfen, ist meine Verantwortung gegenüber meinem Bruder. Zwischen uns ist nichts passiert.“ Seine Stimme wurde schärfer. „Ich hätte mehr Mitgefühl von dir erwartet. Du bist einfach nur eifersüchtig.“

Er legte auf.

Wenige Augenblicke später ertönte ein weiterer Benachrichtigungston. Ein Penthouse in den Skyview Towers, ganz aus Glas und warmem Licht, und im Hintergrund stand Julian mit hochgekrempelten Ärmeln am Herd.

Ich vergrößerte das Bild. Graue Hausschuhe neben der Tür, deren Absätze völlig abgetreten waren. Ich hatte sie ihm vor zwei Wintern gekauft. Er hatte behauptet, sie verloren zu haben. Eine Uhr neben dem Wasserkocher. Eine blaue Tasse mit einem winzigen aufgemalten Fuchs, mein Geburtstagsgeschenk, von der er behauptet hatte, sie im Büro vergessen zu haben.

««Ich bin so froh, dich an meiner Seite zu haben. Du gibst mir endlich wieder das Gefühl, die Wärme eines Zuhauses zu spüren.<<

Er sah nicht aus wie ein Mann, der einen trauernden Verwandten besuchte. Er sah aus wie ein Mann, der dort lebte.

Ich erinnerte mich daran, wie sehr ich früher Mitleid mit ihr gehabt hatte, als Julian und ich unsere Samstage damit verbrachten, ihren Wasserhahn zu reparieren und ihre Einkäufe nach Hause zu tragen. Damals hatten wir das gemeinsam getan. Dann war daraus er geworden. Julian verließ mein Geburtstagsessen nach den Vorspeisen, weil sie ein Geräusch im Flur gehört hatte. Als ich letzten Winter Fieber hatte, bestellte er mir Essen und brachte ihr Suppe. Und im März, am Morgen meiner Eizellentnahme, schrieb er mir: Bei ihr läuft das Spülbecken über. Kannst du allein hingehen?

Ich war allein gegangen. Ich lag in einem Papierkittel da und zählte die Deckenplatten.

Fünf Jahre des Wartens und Zählens. Jeden Abend Spritzen, bitterer Tee, Kalender, in denen ich immer wieder „nicht diesen Monat“ markierte. Im ersten Jahr war Julian noch an meiner Seite gewesen. Im dritten schickte er seine Entschuldigungen nur noch per Nachricht. Irgendwann hörte ich auf, ihm von den Ergebnissen zu erzählen, denn ihm davon zu berichten bedeutete, ihm dabei zuzusehen, wie er nickte und auf sein Handy schaute.

Nach der Entnahme ließen wir die Embryonen einfrieren. Vor sechs Wochen kam der Transfer, an einem unscheinbaren Dienstag, nach dem Julian nie gefragt hatte. Zwei Wochen später erhielt ich einen positiven Bluttest, von dem ich niemandem erzählte. Und vor drei Tagen saß ich in einem Untersuchungszimmer der Klinik. Der Arzt drehte den Bildschirm zu mir. Ein Flackern, schnell wie der Flügelschlag einer Motte. Acht Wochen. Das war der Herzschlag.

Im Aufzug hatte ich den Ausdruck an meine Brust gedrückt. Ich hatte unseren Jahrestagstisch in dem Restaurant reserviert, in dem er mir einen Antrag gemacht hatte. Ich hatte mir meine Worte zurechtgelegt: Julian, ich muss dir etwas sagen. Ich stellte mir vor, wie er lachen und mich hochheben würde, so wie früher.

Chloe hatte an einem einzigen Nachmittag bekommen, worum ich fünf Jahre lang gebetet hatte.

Ich presste meine Handfläche auf meinen Bauch. Ein Herzschlag, auf den ich ein halbes Jahrzehnt gewartet hatte, und sein Vater spielte mit einer anderen Frau Familie. Ich konnte ein Kind allein großziehen. Aber ich würde keines inmitten dieser Ehe großziehen.

Meine Hände waren ruhig, als ich die Buchungsseite des Krankenhauses öffnete. Erst als ich eine Uhrzeit auswählte, begannen sie zu zittern. Morgen, 9:00 Uhr. Der Bildschirm wurde dunkel, bevor ich auf „Bestätigen“ drücken konnte. „Es tut mir leid“, flüsterte ich dem kleinen Leben zu, dessen Herzschlag ich gehört hatte. Dann drückte ich auf die Schaltfläche. Es war die schmerzhafteste Entscheidung meines Lebens, und ich traf sie mit offenen Augen.

Julian kam kurz vor zehn nach Hause und trug eine Plastiktüte. Sein Gesicht wirkte sanft, so wie immer dann, wenn er wollte, dass ihm etwas verziehen wurde. „Reisbrei mit Schweinefleisch und eingelegtem Ei. Dein Lieblingsessen.“

Er war lauwarm und dünnflüssig, oben hatte sich eine Haut gebildet. Offenbar war er vom Boden eines Topfes gekratzt worden. Unter dem Dampf nahm ich Jasmin wahr. Chloes Parfüm.

Meine Sinne spielten mir seit Tagen Streiche, seit dem Bluttest: der Fernseher des Nachbarn durch zwei Wände hindurch, der metallische Geschmack des Leitungswassers. Heute Abend spürte ich tief unter meinen Rippen ein unruhiges Ziehen, als würde etwas Uraltes seinen Kopf nach einem Geräusch drehen.

„Das kommt aus ihrer Küche“, sagte ich.

„Fang nicht schon wieder an. Iss wenigstens einen Bissen. Du schmollst schon den ganzen Abend.“

Er führte den Löffel an meine Lippen. Der Geruch traf mich wie ein Faustschlag. Ich drängte mich an ihm vorbei und schaffte es gerade noch ins Badezimmer, bevor ich mich über dem Waschbecken übergab.

Seine Hand legte sich auf meinen Rücken.

„Fass mich nicht an.“ Ich schlug seine Hand weg.

„Ich bin extra früher nach Hause gekommen, um dich glücklich zu machen, und so behandelst du mich?“

Ich begegnete seinem Blick im Spiegel. „Du hilfst einer anderen Frau dabei, dein Kind auszutragen, während du noch immer mit mir verheiratet bist.“

„Ich helfe der Witwe meines verstorbenen Bruders. Das ist meine Pflicht.“

„Pflicht verlässt nicht mein Geburtstagsessen. Pflicht versäumt nicht meine Eizellentnahme wegen eines überlaufenden Spülbeckens.“

Sein Gesicht verhärtete sich. „Du kramst alte Geschichten hervor, nur um mich schlecht dastehen zu lassen.“

„Was glaubst du, was das mit uns macht? Mit unserem Kind?“

Er sah zum Wasserhahn, zum Handtuch, überallhin, nur nicht zu mir. „Chloe hat alles verloren. Warum kannst du ihr nicht wenigstens eine Sache gönnen? Du hast immer noch ein Zuhause und einen Ehemann. Du kannst es dir leisten, geduldig zu sein.“

Du kannst es dir leisten. Als wäre mein Platz an seiner Seite eine Münze, die sicher verwahrt und unberührt blieb, während er sich anderswo verausgabte.

„Wir haben seit fünf Jahren kein Kind bekommen“, fuhr er fort, jetzt mit noch härterer Stimme. „Vielleicht bist du einfach nur wütend, weil sie geschafft hat, woran du gescheitert bist.“

Die Worte trafen so präzise, dass sich keiner von uns bewegte. Etwas huschte über sein Gesicht. Doch er nahm seine Worte nicht zurück.

„Wirst du dich entschuldigen?“

„Dafür, dass ich ein anständiger Mensch bin?“ Er griff nach seiner Jacke. „Denk darüber nach, wie du dich aufführst. Wenn du dich beruhigt hast, reden wir.“

Die Tür knallte so heftig zu, dass die Bilderrahmen an der Wand klapperten.

Ich musste nicht fragen, wohin er ging.

Zwanzig Minuten später leuchtete mein Handy auf. Julians Hand lag auf Chloes gewölbtem Bauch, sein Ehering fing das Lampenlicht ein, sein Gesicht war ihr zugewandt und wirkte vollkommen entspannt. Der Vater des Babys ist heute Abend gekommen, um uns Gesellschaft zu leisten. Er sagte, nur hier fühle er sich zu Hause.

Diese Hand. Die Hand, die ich von meinem Rücken geschlagen hatte, hatte nicht gefragt, ob ich etwas gegessen hatte oder was unser Kind für ihn bedeutete. Sie war direkt zu ihrem Bauch gewandert und hatte sich dort niedergelassen, als gehöre sie genau dorthin.

Ich weinte nicht. Ich fühlte mich vollkommen still, wie ein Raum, nachdem das letzte Licht ausgeschaltet worden war. Ich dachte an den Tag, an dem er aufgehört hatte, sie „Schwägerin“ zu nennen. Zuerst war es ihm versehentlich herausgerutscht, dann wurde es zur Gewohnheit. Chloe, ganz sanft, so wie man einen Namen ausspricht, den man längst für sich beansprucht hat. Nicht einmal in meiner eigenen Ehe hatte ich noch Priorität. Ich war nur der Ort, zu dem er zurückkehrte, wenn er nichts Besseres zu tun hatte. Und heute Abend hatte er etwas Besseres gefunden.

Ich strich den Ausdruck glatt. Dann zog ich meinen Ehering ab. Er glitt mühelos von meinem Finger, als hätte er nur auf meine Erlaubnis gewartet. Das Klirren des Metalls auf dem Holz klang wie eine Tür, die sich schloss.

Tief in meiner Brust regte sich etwas.

Kein Gedanke. Eine langsame, warme Bewegung, wie etwas Gewaltiges, das sich im Schlaf umdrehte. Die Geräusche im Raum wurden plötzlich deutlicher: das Brummen des Kühlschranks, der Regen gegen die Fensterscheibe, ein Hund, der fünf Stockwerke tiefer bellte. Meine Wölfin. Ich hatte sie so fest in mir eingeschlossen, so viele Jahre lang, dass ich beinahe vergessen hatte, dass sie überhaupt existierte.

Dann vibrierte mein Handy. Eine anonyme Nachricht:

Geh morgen nicht ins Krankenhaus. Sie haben dich endlich gefunden, und sie wissen, was du in dir trägst.»»

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