Masuk**Vivian aus ihrer Perspektive**Ich biss die Zähne zusammen – der kurze Moment der Zweisamkeit zerbrach, noch bevor er sich zu etwas anderem entwickeln konnte.„Was meinst du mit ‚weg‘?“ Ich löste mich von Lucien und ignorierte das leise Schnauben, das über seine Lippen kam.Wendys Blick huschte zwischen uns hin und her, bevor er auf mir ruhte. „Der Arzt hat sich um ihn herumgeschmeichelt, Alex wollte auf die Toilette und ist nicht zurückgekommen. Wir haben nachgesehen und ein zerbrochenes Fenster gefunden. Er ist weg!“Ich wandte mich wieder Lucien zu. „Morgen ist der zweite Mond. Was, wenn er gesehen wird?“Luciens Augenbrauen zogen sich zu einem Stirnrunzeln zusammen. Seine Schritte klangen ungewöhnlich schwer, als er an uns vorbei und aus dem Zimmer ging.„Ihm wird nichts passieren. Wir werden ihn finden und zurückbringen. Wo ist Eric?“Wendy starrte zu ihm auf, die Augen vor Panik weit aufgerissen, ihr Körper wie angewurzelt. „Er … er ist losgegangen, um sie zu suchen.“„Okay, V
**Luciens Perspektive**Der Raum schien völlig erstarrt zu sein, und Erics Worte hallten durch den Raum und klangen mir in den Ohren nach.Dann sanken sie alle langsam auf die Knie. Zuerst Eric, dann die Krankenschwestern, Wendy und Alex.Die ganze Schwere meiner Lage wurde mir jedoch erst richtig bewusst, als auch Vivian sich hinabsenkte und fast auf die Knie fiel, bevor ich sie auffangen konnte.„Lang lebe der Alpha“, sagte Eric erneut, wobei sein Blick nun auf Vivian wanderte. „Und die Luna, die ihm zur Seite stehen wird.“Ihr Blick verhärtete sich, doch sie ließ sich von mir wieder hochziehen.„Steht auf.“ Meine Kehle fühlte sich viel zu trocken an, als würden allein diese Worte die zerbrechliche Realität zerschmettern, die ich mir selbst geschaffen hatte.Sie standen alle auf, und Eric war bereits auf Alex zugegangen, bevor ich ihn abfing.„Wie lange?“Sein Blick wanderte zwischen uns hin und her, bevor er schließlich innehielt. „Was?“„Wie lange wird mein Vater im Koma liegen? W
Luciens PerspektiveIn den letzten paar Stunden war mein Verdacht immer größer geworden, doch dieser Moment besiegelte alles endgültig.Die Mondgöttin spielte mit mir.Da stand ich nun, während mein Vater im Sterben lag, und der einzige Arzt, der ihn retten konnte, umschmeichelte den mutmaßlichen Mörder.Alex musste meinen Blick auf sich gespürt haben, denn unsere Augen trafen sich, und er schob Eric sanft von sich weg.„Wir sollten … wir sollten später reden. Nachdem du den Alpha gerettet hast“, murmelte er.„Aber ich will hierbleiben. Ich will bei dir sein“, beharrte Eric und klang dabei fast wie ein Kind mit seinem ersten Spielzeug.„Na ja, wenn du bei mir sein willst, dann rettest du ihn“, schnauzte Alex und wich einer weiteren Umarmung aus. „Und außerdem – da ich eine beschissene Zielgenauigkeit habe, habe ich sein Herz verfehlt, was bedeutet, dass er vielleicht überlebt. Und wenn er überlebt, überlebe ich auch. Wie wäre es damit?“Eric schien selbst in diesem Moment noch Zweifel
Vivian aus der Ich-PerspektiveEs dauerte etwa fünf Sekunden, bis im ganzen Raum das reinste Chaos ausbrach.Zunächst schwiegen wir alle und starrten unseren Alpha an, während sich ein kleiner roter Fleck auf seiner Brust über seine Kleidung ausbreitete und das Messer daraus ragte.„Er … er hat den Alpha angegriffen!“, kreischte die Frau mittleren Alters von vorhin mit schriller, panischer Stimme. „Verhaftet ihn.“„Ist eine Festnahme wirklich das Nächstbeste?“, fuhr ich ihn an und eilte zu Luciens Vater. Er verlor schnell Blut.Alex wurde zu Boden gestoßen, so heftig, dass er Kratzer und blaue Flecken davontrug.„Zieht es raus! Das macht mir Angst“, jammerte Chloe, drehte sich um und hielt sich die Hand vor den Mund.„Niemand hat Zeit für deinen dramatischen Quatsch, Chloe.“ Meine Finger umschlossen das Messer und übten Druck aus, wobei ich darauf achtete, die Klinge nicht zu bewegen. „Schickt einen Reiter zur Klinik vor, sagt Eric, er soll alles freimachen. Der Rest von euch holt mir
Vivian aus ihrer PerspektiveIch glaube, wären nicht alle Ratsmitglieder hier anwesend, hätte Lucien meine Schwester vielleicht tatsächlich hier und jetzt aus reiner Verärgerung umgebracht.Stattdessen schritt er den Flur entlang, seinen Körper steif, aber gefasst, und stieß sie dann an ihrem Stuhl an. „Steh auf und verschwinde.“Sie schnaubte und hob den Kopf. „Das kannst du nicht machen, dein Vater hat mich hierher eingeladen. So behandelt man seine Gefährtin nicht.“Die Ratsmitglieder wandten sich alle mir und dem Alpha zu und murmelten leise vor sich hin, obwohl ihre Worte deutlich zu verstehen waren.Ich ging auf den einzigen freien Platz am anderen Ende des Tisches zu, doch Lucien knurrte leise, noch bevor meine Finger ihn berührten.„Wenn deine Schwester diesen Stuhl anfasst, werde ich dich vielleicht gleich hier und jetzt verstümmeln.“Chloe erstarrte, sichtlich verwirrt, stand aber auf. „Schatz, wovon redest du denn? Ich bin deine Gefährtin, weißt du noch? Dein Vater hat eine
Luciens PerspektiveManchmal war es leicht zu wissen, was ich als Nächstes zu ihr sagen sollte. Leicht, mir den Weg zurück in ihr Herz zu bahnen.Und dann gab es Momente wie diesen, in denen es fast unmöglich war zu erahnen, was in Vivians Kopf vorging.„Du willst, dass ich in Bloodmoon einfalle?“Sie schüttelte den Kopf, die Augenbrauen zu einem nachdenklichen Stirnrunzeln zusammengezogen. „Nicht nur einfallen. Ich will, dass du es eroberst. Übernimm die vollständige Kontrolle. Das wird nicht nur den Handel endgültig beenden, sondern du wirst auch die Gunst deines Vaters gewinnen – und damit den Thron.“Ich hob überrascht eine Augenbraue. „Vivian Maxwell, du bist eine hinterhältige Frau.“„Beschwerst du dich etwa?“„Niemals.“ Ich griff nach ihrer Hand, lächelte sanft und drückte dann meine Lippen auf ihren Handrücken.Sie holte tief Luft, zog sich aber nicht zurück, was mir – wie mir gerade bewusst wurde – eine Erleichterung war.„Und wie soll ich das deiner Meinung nach anstellen? E







