เข้าสู่ระบบCamilas Sicht
Ich hasse einfach alles daran.Ich hasse den Vertrag in meiner Handtasche. Ich hasse den schwarzen SUV, der mich aus meiner Wohnung, in der ich die letzten vier Jahre gelebt habe, fortbringt. Am meisten hasse ich aber die Tatsache, dass der Behandlungsplan meiner Mutter weniger als 24 Stunden nach Vertragsunterzeichnung bereits genehmigt wurde.
Nicht nur teilweise genehmigt, nicht auf die Warteliste gesetzt.
Genehmigt.
Alle Spezialisten.
Alle Medikamente.
Alle Eingriffe.
Monatelanger Kampf mit den Krankenkassen hat nichts gebracht. Alejandro Vega hat ein paar Telefonate geführt, und plötzlich öffneten sich Türen.
Das Schlimmste ist, dass ich dankbar sein sollte.
Stattdessen bin ich wütend, weil Geld nicht so viel Macht haben sollte.
Der SUV fährt durch ein eisernes Tor, und meine Verärgerung schlägt sofort in Ungläubigkeit um.
„Das kann doch nicht wahr sein!“ Die Worte entfahren mir, bevor ich sie zurückhalten kann, als das Anwesen in Sicht kommt.
Die Auffahrt allein wirkt länger als der gesamte Häuserblock, in dem ich aufgewachsen bin, und das Haus am Ende ist kaum als solches zu bezeichnen. Es sieht eher aus wie ein Luxusresort, das jemand versehentlich als Privathaus deklariert hat.
Glaswände ragen gen Himmel. Mehrere Balkone bieten Meerblick. Der Pool scheint groß genug für Sportveranstaltungen.
Ich starre aus dem Fenster und versuche zu begreifen, dass hier tatsächlich jemand wohnt. „Nein“, murmele ich und schüttle den Kopf. „Auf keinen Fall.“
Der Fahrer tut klugerweise so, als höre er mich nicht.
Als der Geländewagen vor dem Haupteingang hält, habe ich mich bereits entschieden: Ich hasse diesen Ort.
Nicht, weil er hässlich ist, sondern weil er schön ist. Schön auf eine Art, die den Leuten schmerzlich vor Augen führt, wie wenig Geld sie haben.
Die Haustür öffnet sich, bevor ich sie erreichen kann, und eine Frau in Marineuniform tritt mit einem freundlichen Lächeln auf mich zu.
„Willkommen zu Hause, Mrs. Vega.“ Der Titel trifft mich so unerwartet, dass ich fast ins Straucheln gerate.
Mrs. Vega.
Einen Moment lang schaue ich tatsächlich über die Schulter, bevor mir wieder einfällt, dass sie mich anspricht.
Diese Erkenntnis fühlt sich absurd an.
Ich sehe nicht aus wie eine Mrs. Vega. Ich sehe aus wie eine erschöpfte Krankenschwester, die in ihrer Verzweiflung eine Entscheidung getroffen hat. Trotzdem zwinge ich mich zu einem höflichen Lächeln. „Danke.“
Die Frau nimmt meinen Koffer entgegen, und bevor ich protestieren kann, erscheinen zwei weitere Angestellte, um mir zu helfen.
Natürlich tun sie das. Offenbar ist es in Milliardärshaushalten nicht gern gesehen, sein Gepäck selbst zu tragen.
Drinnen wird es irgendwie noch absurder. Allein die Eingangshalle ist größer als meine gesamte Wohnung, und als ich den Angestellten weiter ins Haus folge, ertappe ich mich dabei, wie ich alles anstarre, obwohl ich mich sehr bemühe, es nicht zu tun.
Die Böden glänzen.
Die Fenster reichen vom Boden bis zur Decke.
Auf Tischen stehen frische Blumen, die wahrscheinlich mehr kosten als mein Jahresgehalt.
Wohin ich auch schaue, ist jemand am Arbeiten.
Jemand putzt.
Jemand räumt etwas auf.
Jemand trägt etwas.
Es fühlt sich weniger an, als betrete man ein Haus, sondern eher ein Fünf-Sterne-Hotel.
„Du starrst mich an.“ Die vertraute Stimme reißt mich aus meinen Gedanken, und ich drehe mich um. Alejandro steht mit den Händen in den Hosentaschen neben der Treppe.
Ich hasse es, wie entspannt er hier aussieht. Andererseits, ich nehme an, es ist schwer, in seinem eigenen Palast nicht entspannt auszusehen.
„Ich beurteile“, korrigiere ich und blicke mich erneut um. „Das ist ein Unterschied.“
Ein Hauch von Belustigung huscht über sein Gesicht. „Und wie lautet das Urteil?“
Ich deute auf den riesigen Raum um uns herum. „Du hast eindeutig zu viel Haus.“
Sein Blick folgt meinem, bevor er wieder zu mir zurückkehrt. „Das ist Ihre professionelle Meinung?“
„Das ist die einzig vernünftige Schlussfolgerung. Niemand braucht drei Wohnzimmer.“
„Hast du nachgezählt?“
„Mir war langweilig.“ Sein Mundwinkel zuckt leicht, und sein Gesichtsausdruck überrascht mich, weil er ihn irgendwie jünger wirken lässt.
Weniger einschüchternd, menschlicher.
Diese Erkenntnis ist äußerst unangenehm.
„Komm schon“, sagt er und dreht sich zum Flur. „Ich zeige dir dein Zimmer.“
„Mein Zimmer?“
Er sieht mich an. „Dachtest du, wir teilen uns eins?“
Ich verschlucke mich fast. „N-nein.“
„Gut.“
„Glaub mir“, sage ich und gehe neben ihm her, „die Sorge galt nicht dir.“
Zu meiner Überraschung entfährt ihm ein leises Lachen.
Ein echtes Lachen, kein höfliches Geschäftslächeln, keine sorgfältig kontrollierte Reaktion.
Das Geräusch ist so unerwartet, dass ich stehen bleibe. Alejandro bemerkt es sofort. „Was?“
Ich kneife die Augen zusammen. „Du lachst.“
Er sieht wirklich verwirrt aus. „Manchmal.“
„Hm.“
Die einzelne Silbe entlockt ihm einen weiteren amüsierten Blick. „So enttäuschend?“
„Ehrlich gesagt? Ein bisschen.“
Aus irgendeinem Grund scheint er nicht beleidigt zu sein. Im Gegenteil, er wirkt amüsiert.
Wir bleiben vor zwei großen Holztüren stehen, und in dem Moment, als ich sehe, wie sein Amüsement durch einen ernsten Ausdruck ersetzt wird, zieht sich mein Magen zusammen.
Der Großvater.
Ich hatte ihn fast vergessen. „Ist er drinnen?“, frage ich.
Alejandro nickt. „Irgendwelche Ratschläge?“
Einen Moment lang denkt er tatsächlich über die Frage nach, dann atmet er leise aus. „Unterschätze ihn nicht.“
Die Antwort macht mich sofort nervös. „Das ist nicht gerade beruhigend.“
„So sollte es auch nicht sein.“
Alejandro öffnet die Tür, und ich folge ihm in einen Raum, der wie eine private Bibliothek aussieht.
Bücherregale bedecken die Wände.
Sonnenlicht strömt durch riesige Fenster. Und in der Nähe des Kamins sitzt ein älterer Mann mit einer Zeitung in der Hand.
Santiago Vega.
Der Grund, warum ich hier bin.
Der Grund, warum ich so tue, als wäre ich verheiratet.
Der Grund, warum sich mein Leben gerade wie eine einzige Fehlentscheidung anfühlt, die sich über sechzig Tage erstreckt.
In dem Moment, als er aufblickt, verändert sich der Raum. Nicht physisch, sondern emotional.
Sein Blick ruht auf mir und verweilt dort. Nicht nur für eine Sekunde, nicht nur für zwei, sondern lange genug, dass mir jedes Detail an mir selbst schmerzhaft bewusst wird.
Wie ich stehe.
Die Kleidung, die ich trage.
Dass meine Handflächen plötzlich schwitzen.
Ich unterdrücke den Drang, mich unter seinem Blick zu bewegen, dann senkt er langsam die Zeitung.
Interessant. Dieses eine Wort sollte mich eigentlich nicht nervös machen, aber irgendwie tut es das.
Neben mir richtet sich Alejandro leicht auf, und diese Bewegung bestätigt mir, dass ich mir die Spannung im Raum nicht einbilde. „Großvater“, sagt er.
Santiago ignoriert ihn völlig. Seine Aufmerksamkeit ruht unentwegt auf mir.
Die Stille dehnt sich so lange aus, dass sie unangenehm wird, bevor sich ein langsames Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitet.
Leider wirkt er durch dieses Lächeln nicht freundlich. Es wirkt gefährlich, sehr gefährlich.
Dann sagt er etwas, das mir einen Schauer über den Rücken jagt. „Du siehst nicht aus wie die Art Frau, die mein Enkel normalerweise anlügt.“
Die Bemerkung trifft mich wie eine Granate.
Mir wird plötzlich ganz flau im Magen, und als ich zu Alejandro schaue, sehe ich, wie er seinen Großvater mit einem viel zu angespannten Gesichtsausdruck anstarrt, um beruhigend zu wirken.
Auch Santiago bemerkt das.
Sein Lächeln wird wissend breiter, als hätte er gerade etwas bestätigt bekommen. Als hätte er uns beobachtet, seit wir durch die Tür gekommen sind.
Ein schreckliches Gefühl breitet sich in meiner Brust aus.
Dieser Mann stellt nicht unsere Ehe auf die Probe.
Er stellt unsere Geschichte auf die Probe. Und seinem Blick nach zu urteilen, bin ich mir nicht ganz sicher, ob er auch nur ein Wort davon glaubt.
„Was genau soll das heißen?“, frage ich vorsichtig und versuche, meine Stimme ruhig klingen zu lassen.
Santiago mustert mich noch ein paar Sekunden, bevor er sich in seinem Stuhl zurücklehnt. „Ach, nichts“, sagt er leichthin, obwohl der Schmunzeln in seinen Augen etwas anderes verrät. „Ich finde erste Begegnungen einfach faszinierend.“
Die Antwort sollte mich beruhigen.
Stattdessen fühle ich mich noch schlechter, denn Santiago Vega macht nicht den Eindruck, als würde er etwas unbedacht sagen.
Sein Blick wandert kurz zwischen Alejandro und mir hin und her, bevor er wieder auf meinem Gesicht ruht, und das Lächeln, das darauf folgt, ist so ruhig, dass es mir einen Schauer über den Rücken jagt.
„Sag mal, Camila“, sagt er und verschränkt die Hände, „wann genau haben Sie und mein Enkel sich ineinander verliebt?“
Camilas POVIch dachte, ich würde weinen, sobald die Zeremonie begann. Stattdessen… lachte ich. Der Standesbeamte hatte noch nicht einmal gesprochen.Brian hob die Hand. „Kurze Frage."Karen schloss die Augen. „Oh nein."„Kann ich Einspruch erheben?"Der Standesbeamte blinzelte. „…Gegen die Hochzeit?"Brian nickte ernst. „Ich wollte nur wissen, ob es gesetzlich erlaubt ist."Karen griff nach seinem Ärmel. „Sitz."„Ich war neugierig."„Du bleibst neugierig."Der gesamte Garten lachte. Sogar Alejandro bedeckte sein Gesicht. „Ich wusste, dass er etwas tun würde."Ich flüsterte. Er lächelte. „Ich hatte ehrlich gesagt Schlimmeres erwartet."Brian sah beleidigt aus. „Ich habe drei Witze vorbereitet."Karen flüsterte laut. „Du verwendest keinen davon."„Ich habe sehr hart gearbeitet."„Ich weiß. Niemand schätzt Kunst."Lena lehnte sich zu Dylan. „Er wird sich blamieren."Dylan lächelte. „Das hat er bereits. Ich bewundere die Konsequenz."Der Standesbeamte räusperte sich erneut. „Dürfen wir f
Alejandros POVIch hatte Unternehmensübernahmen überlebt. Gerichtssäle. Skandale. Haftbefehle. Keiner davon ließ meine Hände so zittern wie das Stehen am Altar.Dylan sah mich einmal an. Dann brach er in Lachen aus. „…Du schwitzt."„Ich strahle."„Nein. Das ist Angst."Ich rückte meine Krawatte zum achten Mal zurecht. „Sie sitzt nicht gerade."Er starrte sie an. „Sie sitzt perfekt gerade."„Sie hat sich bewegt."„Hat sie nicht."„Ich habe es beobachtet."„Du hast es dir eingebildet."„Ich bilde mir keine Krawatten ein."„Das tust du heute absolut."Ich seufzte. „Ich hätte Atmen üben sollen."„Das machst du dein ganzes Leben."„Nicht unter Druck."Er verschränkte die Arme. „Du siehst aus, als würdest du auf deine Verurteilung warten."„Das tue ich irgendwie."„Ehe ist kein Gefängnis."„Ich weiß."Er lehnte sich näher. „Das habe ich Lena gestern gefragt."„Was hat sie gesagt?"„Sie sagte…" Er lächelte. „…'Kommt auf den Mann an.'"Ich lachte trotz mir selbst. „Ich mag sie."„Ich weiß. Si
Camilas POVIch sollte drinnen bleiben. Das war die Regel aller. „Den Bräutigam nicht sehen." „Nicht heimlich raus." „Keine Ausnahmen." Ich hielt genau dreiundvierzig Minuten durch.Lena sah von ihrem Telefon auf, als ich leise die Schlafzimmertür öffnete. „…Wohin gehst du?"Ich erstarrte. „…Küche."„Mit Schuhen?"Ich sah nach unten. „…Es ist ein sehr entschlossener Küchenbesuch."Sie seufzte dramatisch. „Du kannst nicht lügen."„Ich weiß."„Du bist schrecklich darin."„Ich habe von Alejandro gelernt."Sie lachte. „Das erklärt alles."Ich ging zurück zu ihr. „Ich nur…" Ich lächelte hilflos. „…ich vermisse ihn."Lenas Ausdruck wurde sofort weicher. „Ich weiß."„Das sollte ich nicht."„Ich weiß."„Aber ich tue es."„Ich weiß."Sie starrte mich eine Sekunde an, bevor sie in ihre Tasche griff. Ein Autoschlüssel landete in meiner Hand. Ich blinzelte. „…Was?"Sie zuckte mit den Schultern. „Ich habe nichts gesehen."„Hast du nicht?"„Nein. Falls jemand fragt… ich habe geschlafen."Ich lachte
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Camilas POVNiemand hatte mich gewarnt, dass ein Abendessen so laut werden konnte. Brian stritt mit Dylan, bevor das Dessert überhaupt existierte. Karen hatte beide bereits zweimal bedroht.„Das ist ein Familienessen."Brian sah beleidigt aus. „Wir bonden."„Du schreist."„So bond ich."Dylan zeigte über den Tisch. „Ich erhebe Einspruch."Karen seufzte. „Niemand hat den Anwalt gefragt."„Dagegen erhebe ich auch Einspruch."Santiago kicherte in seine Suppe. „Ich habe laute Abendessen vermisst."Maria lächelte warm. „Ich hatte vergessen, wie wunderbar laute Menschen sein können."Brian hob stolz die Hand. „Ich bin außerordentlich laut."„Das haben wir bemerkt."Alejandro lehnte sich näher zu mir. „Ich wäre fast abgesagt."Ich blinzelte. „Was?"„Ich dachte, es könnte zu viel sein."Ich sah mich am Tisch um. Brian versuchte, Dylan zu überzeugen, dass Kartoffelpüree als Gemüse zählte. Karen verlor die Geduld. Maria lachte so sehr, dass sie fast ihren Tee verschüttete. Santiago sah glücklic
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