FAZER LOGINCelia
Jaspers Lachen hallte durch den großen, weiten Raum, in dem wir beide allein waren. Ich stand nackt vor ihm, aber bisher hatte er mich noch nicht einmal berührt.
Sein tiefes, kehliges Lachen hallte durch den Raum, der Schall wurde durch das Zurückprallen an den Wänden verstärkt.
Jasper hielt sich krampfhaft den Bauch und seine Augen begannen vor lauter Lachen zu tränen.
Ich konnte nichts tun, außer zu blinzeln, während ich meine Hände vor der Brust verschränkte.
Hatte ich den bösen Prinzen etwa gerade zum Lachen gebracht? Ich war mir nicht einmal sicher, welch tollen Witz ich da eigentlich gerissen hatte.
Ich tippte ungeduldig mit dem Fuß auf den Boden und versuchte, mir meine Verärgerung nicht anmerken zu lassen, während er sich bemühte, sein Lachen zu unterdrücken.
Es war weder von Heiterkeit noch von Verärgerung durchzogen…nur von purer Freude…als hätte er noch nie etwas Lustigeres gehört.
Ich verdrehte die Augen und wartete, bis der Prinz mit seinem Lachen aufgehört hatte und mir mitteilte, was er mit mir vorhatte.
Doch dann kam eine Frau eilig hereingerannt, ihr Körper zitterte unkontrolliert. Sie blieb jedoch im Türrahmen stehen und verharrte unsicher davor.
„Prinz Jasper“
Sie sagte es mit gesenktem Kopf. Ich konnte sehen, wie sich Schweißperlen an ihren Schläfen bildeten und ihre Knie zitterten.
Jasper hörte schließlich auf zu lachen und sprach die Frau an. Seine vorherige Freude war aus seinem Gesicht gewichen, und er war wieder der alte, mürrische Typ.
„Was ist los?“, bellte er, und seine vorherige Fröhlichkeit war aus seiner Stimme verschwunden.
Seine schrille Stimme ließ die arme Frau noch mehr zittern.
„Da…da scheint ein Fehler vorzuliegen.“
Sie sagte es, und ich hatte das Gefühl, dass sie bei dem Knacken ihrer Stimme in Ohnmacht fallen würde.
Jasper warf seinen Umhang zurück und wandte sich ihr zu. Ich war einen Moment lang erleichtert, dass seine Aufmerksamkeit und sein Zorn ausnahmsweise mal jemand anderem als mir galten.
Dennoch tat mir die arme Frau leid. Aufgrund ihrer Kleidung war sie vermutlich eine Palastdienerin.
„Welcher Fehler?“
Jasper knurrte erneut, und ihr blieb die Ehre erspart, antworten zu müssen, da ich die vertraute Stimme von jemandem hörte, der hereinkam.
Es war mein Alpha, oder wenn man ihn überhaupt so nennen konnte. Er trug noch immer die schmutzigen und zerknitterten Kleider vom Kampf und betrat mit hochgezogener Stirn den Raum.
Mein Herz machte einen Sprung bei dem Gedanken, dass er endlich gekommen war, um mich zu retten.
Doch er ignorierte mich völlig und verbeugte sich tief vor dem Prinzen.
„Entschuldigen Sie, dass ich ohne vorherige Ankündigung oder Erlaubnis den Saal betreten habe, Prinz Jasper.“
Jaspers Gesichtsausdruck verfinsterte sich zu einem finsteren Blick, der immer tiefer wurde und seine Kieferpartie noch markanter erscheinen ließ.
Er drehte sich um, schlenderte zu dem Stuhl, setzte sich darauf und stützte den Ellbogen auf die Armlehnen.
„Deine Entschuldigung wird mich nicht wieder zum Lachen bringen“, sagte Jasper in einem knappen Ton, und ich spürte, wie der Alpha nervös schluckte.
„Es tut mir leid, Eure Hoheit“, sagte er, woraufhin Jasper eine Augenbraue hochzog.
Es war seltsam für mich, den Alpha meines Rudels vor einem Prinzen zittern zu sehen, noch dazu vor dem jüngsten.
„Celia ist eines meiner Rudelmitglieder, die Tochter unseres Betas, die sich als wertvolle Bereicherung für unser Rudel erwiesen hat. Er hat meinen neugeborenen Sohn gerettet. Er…er will seine Tochter zurück.“
Mein Herz klopfte mir bis zum Hals. Endlich war mein Alpha kein Feigling. Er kämpfte immer noch um mich.
In meinem Herzen keimte Hoffnung auf, und ich machte einen Schritt auf ihn zu, doch der Prinz hob die Hand.
„Ich erinnere mich nicht, dich gebeten zu haben, Platz zu machen, Mädchen.“
Seine scharfe Stimme fühlte sich an wie winzige Eissplitter, die meine Haut durchbohrten.
Das bisschen Selbstvertrauen, das Alpha Jack gezeigt hatte, verschwand in Luft, als Jaspers Augen sich auf ihn verengten.
„Celia wurde wie alle anderen Mädchen als Opfergabe hierhergebracht. Wisst ihr, was es bedeutet, ein Geschenk zurückzunehmen? Wisst ihr, wie schlecht das auf euer Rudel und euer Ansehen beim König zurückfällt?“
Der Prinz donnerte, und das Flackern der Lichter um uns herum ließ uns unwillkürlich einen Schritt zurückweichen.
Die Luft fühlte sich plötzlich schwer an und ich spürte einen erstickenden Druck um mich herum, der mich nach unten zog.
Alpha Jack fiel auf die Knie und faltete die Hände.
„Der Lykanerkönig will, dass ich ihm etwas im Austausch dafür anbiete, dass er meinen neugeborenen Sohn unversehrt lässt, während Alpha Kyle, der mein Rudel angegriffen hat, meinen Sohn gegen seine eigene Tochter eintauschen will.“
Er sagte das, während ihm Tränen über die Wangen liefen.
„Und was geht mich das an?“, fragte Jasper und trommelte träge mit den Fingern. Ich konnte jedoch sehen, wie sich in ihm eine gewisse Verärgerung aufbaute … wie das Wasser eines Staudamms, das nur noch von der schwächsten Mauer zurückgehalten wird, die langsam zu Schutt zerfällt.
„Wenn…wenn Sie so freundlich wären, mir zu erlauben, Celia mitzunehmen…kann ich sie in einem Kampf gegen Alpha Kyles Tochter antreten lassen…das Mädchen, das gewinnt, kehrt nach Hause zurück und das Mädchen, das verliert, kommt zu Ihnen zurück.“
Ich traute meinen Ohren nicht. Alpha Jack war nur gekommen, um mich zurückzuholen und seinen eigenen Sohn zu retten, nicht um mich zu meinen Eltern zu bringen.
Meine Hoffnungen zerbrachen in tausend Stücke, als Alpha Jack mir nicht einmal in die Augen sah. Ich hatte nichts dagegen, gegen ein Mädchen zu kämpfen, um mein Leben zu retten und meine Freiheit zurückzuerlangen.
Doch die Art und Weise, wie ich von meinem eigenen Alpha verhandelt wurde, ließ mich… betäubt zurück.
Mein Blick huschte zu Jasper. Die Entscheidung über mein Schicksal lag in den Händen des bösen Prinzen, der faul auf dem Stuhl saß und ein Gähnen unterdrückte.
„Du hast jegliches Anrecht auf das Mädchen verspielt, sobald sie den Palast betreten hat. Verschwinde!“
Jasper bellte, woraufhin Alpha Kyle keine andere Wahl hatte, als den Raum zu verlassen. Ihm folgte ihm der Palastdiener, der zuvor gezittert hatte.
Und mit ihnen schwand auch meine Chance auf Freiheit. Ich saß im Palast fest, bei dem grausamen Prinzen, der noch immer nicht entschieden hatte, was er mit mir anfangen sollte.
"Tötet mich einfach und macht Schluss damit."
Ich sagte es, während sich meine innere Wut entlud. Ich hatte nicht einmal mehr Angst vor dem Tod. Ich konnte mir sogar vorstellen, meine Eltern im Jenseits wiederzusehen.
„Dafür ist die Sache mittlerweile zu interessant geworden.“
Er antwortete und riss mich aus meinen Gedanken. Er warf mir einen boshaften Blick zu und ein Lächeln, das seine Augen nicht erreichte.
„Was…was meinen Sie?“
Wenn er mir schon keinen schnellen Tod schenken wollte… würde er dann Freude daran haben, mich zu quälen, während ich mir die Lunge aus dem Leib schrie?
Die Angst begann sich auf hässliche Weise durch meine Adern zu schlängeln und über meine Haut zu kriechen, sodass ich jede Faser der Furcht und Traurigkeit in mir mit wilder Intensität zurückkehren spürte.
Ein Hauch eines Lächelns huschte über sein Gesicht, als er sprach.
„Ich weiß, was du bist. Geh auf dein Zimmer. Wir reden morgen.“
"Mein Zimmer?"
Ich blinzelte verwirrt. Ich war eine Sklavin, hierhergebracht, um versteigert zu werden. Vielleicht meinte er sein Zimmer oder sein Bett. Das war ganz bestimmt wieder so ein Trick von ihm, um mich einzuschüchtern.
„Dein Zimmer.“
Er nickte und tat so, als würde er weggehen, aber er ging nicht weit.
Stattdessen machte er einen Schritt auf mich zu, beugte sich hinunter, packte meinen Arm und riss mich hoch. Er drehte sich zu mir um und riss mich so heftig hoch, dass ich stolperte und ihn traf.
Er verdrehte mir das Handgelenk hinter dem Rücken, bis ich schrie, und zwang den Schrei in einen Schrei, der halb Entsetzen, halb Qual war.
Seine Hände um meinen Hals fühlten sich an, als würden raue, schwielige Hände meine Luftröhre zudrücken. Sein Gesicht verschwamm vor meinem, Schatten und Licht rangen miteinander.
Ich konnte nur an eines denken. Ich stellte mir den Tod vor und wie friedlich er sein würde.
CeliaIch sah Dunkelheit und Sterne vor meinen Augen.Bald würde ich meine Eltern kennenlernen. Dieser Gedanke erfüllte mich mit Freude.Aber warum verlangsamte sich meine Atmung nicht?Und warum hörte ich immer noch das leise Atmen meines Mörders?Ich hatte doch geschrien, oder? Vielleicht halluzinierte ich auch nur, und es war eine Folge davon, dass mein Gehirn abschaltete, bevor der Rest meines Körpers nachzog.Ich konnte noch immer spüren, wie meine Adern unter seiner Haut pulsierten, wie Jaspers Roben an meiner nackten Haut raschelten.Mir rissen die Augen auf, als ich den Kronleuchter von der hohen Decke hängen sah.Jasper bemerkte das Flattern meiner Wimpern und sah mich weiterhin neugierig an.Es sah so aus, als hätte die Frau Recht gehabt. Er liebte es, mit Frauen zu spielen und ihnen einen ordentlichen Schrecken einzujagen.Doch bevor ich etwas sagen konnte, hörte ich ihn einen Befehl bellen.„Dienstmädchen“Kurz darauf tauchte wie aus dem Nichts eine Schar Mädchen auf, die
CeliaJaspers Lachen hallte durch den großen, weiten Raum, in dem wir beide allein waren. Ich stand nackt vor ihm, aber bisher hatte er mich noch nicht einmal berührt.Sein tiefes, kehliges Lachen hallte durch den Raum, der Schall wurde durch das Zurückprallen an den Wänden verstärkt.Jasper hielt sich krampfhaft den Bauch und seine Augen begannen vor lauter Lachen zu tränen.Ich konnte nichts tun, außer zu blinzeln, während ich meine Hände vor der Brust verschränkte. Hatte ich den bösen Prinzen etwa gerade zum Lachen gebracht? Ich war mir nicht einmal sicher, welch tollen Witz ich da eigentlich gerissen hatte.Ich tippte ungeduldig mit dem Fuß auf den Boden und versuchte, mir meine Verärgerung nicht anmerken zu lassen, während er sich bemühte, sein Lachen zu unterdrücken.Es war weder von Heiterkeit noch von Verärgerung durchzogen…nur von purer Freude…als hätte er noch nie etwas Lustigeres gehört.Ich verdrehte die Augen und wartete, bis der Prinz mit seinem Lachen aufgehört hatte u
CeliaDoch dann fiel mir ein, dass ich ihm ja noch gar nicht geantwortet hatte.Und es würde mir besser tun, ihm zu antworten, als wieder mit diesem elenden Namen belegt zu werden. Daher antwortete ich ihm mit so viel Mut, wie ich aufbringen konnte.„Ce-Celia“„Nicht so schön, was? Meine Brüder hinterlassen normalerweise nichts, aber dich haben sie zurückgelassen, also bist du ganz klar die denkbar schlechteste Wahl.“Jasper sprach in einem neutralen Ton, aber es fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht.Seine Worte brachten mich in Rage. Ich ballte die Fäuste und wollte gerade antworten, als mein Wolf, Rain, mich warnte.„Leg dich bloß nicht mit ihm an. Wahrscheinlich würde er unsere Leiche am helllichten Tag im Garten vergraben, und niemand würde mit der Wimper zucken.“So sehr ich ihm auch dieses selbstgefällige Grinsen aus dem Gesicht wischen wollte, sie hatte recht.Ich wollte meinen Kopf behalten und wenn möglich, meine Jungfräulichkeit bewahren.Ich wollte nicht von einem Prin
CeliaDie beiden Prinzen blieben direkt vor mir stehen, und ich spürte, wie sich mein Herz zusammenzog. Es raste so heftig, dass ich dachte, ich würde vor Atemnot sterben.Beide waren groß und ihre Körper versperrten mir die Sicht und blockierten alles andere vor mir.„Hmm, warum ist der Ertrag diesen Monat so gering?“„Ich bin mir nicht sicher, Edriel. Diese tollwütigen Hunde müssen an die Leine genommen werden.“Er war also der Älteste der drei, Prinz Edriel.Prinz Edriel stieß ein raues Geräusch aus, als er eine Strähne meines Haares berührte. Ich versuchte, nicht zusammenzuzucken, als er daran roch und sich von mir abwandte, offenbar hatte er genug von mir.Ich atmete erleichtert auf, als der Älteste wegging. Der Zweite stand noch immer vor mir, schien aber verwirrt zwischen mir und dem Mädchen neben mir zu sein. Es musste Jasper sein, denn er starrte uns mit einem verschmitzten Funkeln in den Augen an.Es war an der Zeit, ihm zu helfen, schnell eine Entscheidung zu treffen.Er m
CeliaDie beiden Männer zerrten mich in eine abgelegene Ecke, weit weg vom Zentrum des Gebiets. Während andere damit beschäftigt waren, die Toten zu beseitigen, wollten diese beiden mich vergewaltigen.Als ich ihre Worte hörte, stiegen Angst und Panik in mir auf.Sie waren beide stark und muskulös, während ich dünn und schwach war. Ich hätte ihnen im Kampf nichts entgegenzusetzen gehabt.Die letzten Worte meiner Mutter hallten in meinem Kopf wider: „Du bist stark, vergiss das nicht.“'Denk nach, Celia, denk nach!'Im selben Augenblick sprach mein Wolf, Rain, in meinem Kopf zu mir: „Sobald sie deine Hände frei haben, gib mir die volle Kontrolle. Ich werde so schnell wie möglich weglaufen.“Sie versuchte, mich zu beruhigen. Doch die Männer hielten mich fest im Griff. Sie packten meine Hände und fesselten sie an einen Baum, während ich schrie.„Wenn du Manns genug bist, lass mich frei und ich werde dir zeigen, wie es geht.“Ich knurrte, aber sie ignorierten meine Provokation offensichtl
CeliaEs war die schlimmste Nacht meines Lebens. Es donnerte und blitzte, und die schwarzen Wolken sahen so düster aus wie mein Leben, und mein Rucksack wurde in Fetzen gerissen.Unser Leben war früher friedlich gewesen, aber seit der Lykanerkönig seinen Blick auf den südlichsten Teil seines Territoriums gerichtet hatte, wo mein Rudel lebte, ging es bergab.Werwölfe waren seine Marionetten, und die Alphas beugten sich vor ihm. Unter seiner Herrschaft zitterten selbst die mächtigsten Alphas vor Angst.Und nun, da der Regen auf mich herabprasselte, saß ich auf dem Boden, unfähig mich zu bewegen…unfähig zu denken.„Mama… bitte verlass mich nicht.“Sie hatte viel Blut verloren… sehr viel Blut.Ihr Blick huschte zu den Welpen, die sich unter dem kleinen Schatten duckten und ihr Bestes gaben, sich vor den Angreifern zu verstecken.„Geh und rette die Welpen!“Meine Mutter gab einen Befehl, als ich sah, wie ein Werwolf auf uns losging. Ich war wie gelähmt vor Schreck, aber meine Mutter drehte







