Abgelehnte Luna, Gefürchtete Königin

Abgelehnte Luna, Gefürchtete Königin

last updateHuling Na-update : 2026-11-02
By:  WillsIn-update ngayon lang
Language: Deutsch
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Sie begrub ihre Tochter mit eigenen Händen, während er in den Armen einer anderen Frau lag. Fünf Jahre lang war Eira die perfekte Luna – gehorsam, still und unsichtbar. Sie heiratete den kalten Alpha um der beiden Rudel willen, gab ihm alles und wartete auf den Tag, an dem er sie endlich als mehr als nur den Ersatz für die Frau sehen würde, die ihr zum Verwechseln ähnlich sah. Dieser Tag kam nie. Als die Tragödie zuschlug, wählte er seine erste Liebe über ihr sterbendes Kind. Also unterschrieb Eira die Scheidungspapiere, ging und holte sich die tödliche Identität zurück, die sie vor langer Zeit begraben hatte. Nun die rücksichtslose Königin der gefürchtetsten Attentäterorganisation des Landes, ist sie fertig damit, um Fetzen von Zuneigung zu betteln. Mächtige Alphas reihen sich auf, um ihr ihre Throne anzubieten. Sie ist endlich frei, bis die Mondgöttin die grausamste Wahrheit von allen enthüllt: Der Mann, den sie gerade verlassen hat, ist ihr einziger und wahrer schicksalsbestimmter Partner. Sein Wolf ist erwacht und wird vor nichts Halt machen, um sie zu beanspruchen. Er will sie zurück. Diesmal wird er auf die Knie gehen und betteln müssen. Doch Eira ist nicht länger die Frau, die im Dunkeln auf eine Liebe wartet, die nie die ihre war… und manche Schulden können nur mit Blut und Herzschmerz beglichen werden.

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Kabanata 1

Kapitel 1: Der Fall  

POV: Eira  

„Mama, schau! Es will, dass ich es fange!“  

Liras Lachen klang klar und hell, als sie dem weißen Schmetterling den Klippenpfad entlang jagte. Ihre kleinen Schuhe wirbelten kleine Staubwolken im späten Nachmittagslicht auf. Der Wind zerrte an ihren dunklen Locken, und sie streckte beide Arme weit aus wie Flügel, drehte sich einmal und rannte weiter.  

Ich beschleunigte meine Schritte, um nah bei ihr zu bleiben. „Lira, langsamer. Der Pfad wird weiter vorne schmal. Bleib, wo ich dich sehen kann.“  

„Aber er ist so hübsch! Schau, wie er tanzt. Können wir ihn mit nach Hause nehmen? Bitte? Ich stecke ihn in ein Glas mit Blumen und gebe ihm jeden Tag Wasser.“  

„Schmetterlinge gehören in die Luft, Kleines. Sie müssen frei fliegen. Komm lieber und halt meine Hand. Wir können ihn zusammen von hier aus beobachten.“  

Sie verlangsamte gerade genug, um zu mir zurückzublicken, und lächelte immer noch. „Das sagst du immer. Eines Tages lässt du mich etwas behalten.“  

„Ich habe dich den glänzenden Stein von letzter Woche behalten lassen, erinnerst du dich? Und die Feder. Jetzt komm her, bevor du der Kante zu nahe kommst.“  

Lira drehte sich noch einmal, lachte und wandte sich mir vollständig zu. Der Boden unter ihrem rechten Fuß gab mit einem tiefen, scharfen Knacken nach. Ihr Lächeln verschwand. Sie blickte hinunter, als der Fels unter ihr bröckelte.  

„Mama!“  

Ich stürzte vorwärts. Meine Finger streiften für einen halben Sekundenbruchteil den Rand ihres Ärmels, bevor der gesamte Abschnitt des Pfades nachgab. Ihr kleiner Körper fiel aus dem Sichtfeld. Der Schrei, der meiner Kehle entriss, hallte von den Klippen wider und hinaus über das offene Wasser.  

Ich sank auf die Knie am zerbrochenen Rand und starrte hinunter auf den weißen Schaum, der gegen die schwarzen Felsen weit unten schlug. Kein Zeichen vom kleinen blauen Kleid. Keine Bewegung. Nur das endlose Krachen der Wellen und die plötzliche, schreckliche Stille, wo eben noch ihr Lachen gewesen war.  

Meine Hände zitterten so heftig, dass ich das Telefon beinahe fallen ließ, als ich es aus der Tasche zog. Ich wählte Kaeliths Nummer und drückte es ans Ohr, das Herz hämmerte gegen meine Rippen.  

Er nahm beim dritten Klingeln ab.  

„Eira?“  

„Kaelith – Lira ist gestürzt! Der Boden ist eingebrochen und sie –“  

Eine sanfte weibliche Stimme unterbrach dicht am Telefon. Es gab ein kurzes Gerangel, dann war die Leitung tot.  

Ich starrte schockiert auf den Bildschirm und rief sofort zurück. Es klingelte einmal und ging direkt auf die Mailbox. Ich versuchte es erneut. Mailbox. Ich rief den Beta an. Keine Antwort. Ich rief den Oberkrieger an. Nichts. Die private Ironfang-Leitung klingelte, bis eine automatische Nachricht mich aufforderte, nach dem Ton eine Anfrage zu hinterlassen. Ich hinterließ drei abgebrochene Nachrichten, in denen ich erklärte, wo ich war und was geschehen war. Niemand rief zurück.  

Ich blieb auf der Klippe, während die Sonne sank und der Wind scharf und kalt wurde. Meine Knie bluteten von dem rauen Fels. Meine Stimme brach vom Schreien von Liras Namen in die leere Luft. Ich kroch weiter entlang der Kante und suchte nach jedem Blitz von blauem Stoff oder einer kleinen Bewegung unten. Es war nichts. Niemand aus dem Rudel kam. Keine Autoscheinwerfer. Kein Erkennungsgeheul.  

Stunden vergingen. Der Himmel wechselte von Gold zu tiefem Violett und dann zu Schwarz. Sterne erschienen einer nach dem anderen. Ich behielt das Telefon in der Hand, obwohl der Akku fast leer war. Immer noch nichts. Jeder gescheiterte Anruf grub eine weitere hohle Stelle in meine Brust. Ich sagte mir immer wieder, dass jemand kommen würde. Jemand musste kommen.  

POV: Kaelith  

Der Grenzbericht über den nördlichen Kamm war schlimmer als erwartet. Gerüche von Abtrünnigen waren weniger als zwei Stunden von den äußeren Siedlungen entfernt aufgenommen worden. Ich stand über dem Kartentisch mit zwei Hauptleuten und versuchte zu entscheiden, ob ich vor Mitternacht ein volles Team schicken sollte, als mein Telefon klingelte. Eiras Name leuchtete auf dem Bildschirm. Ich nahm ab.  

„Eira?“  

Ihre Stimme kam hoch und panisch durch. „Kaelith – Lira ist gestürzt! Der Boden ist eingebrochen und sie –“  

Sylvara, die still in der Ecke des Arbeitszimmers gesessen und alte Allianzpapiere durchgesehen hatte, bewegte sich schneller, als ich erwartet hatte. Sie griff herüber, nahm mir das Telefon aus der Hand und beendete den Anruf.  

Ich runzelte die Stirn. „Was machst du da?“  

„Es war nichts“, sagte sie ruhig und legte das Telefon bereits mit dem Bildschirm nach unten auf den Tisch. „Sie klang verwirrt. Wahrscheinlich hat sie wieder die falsche Nummer gewählt. Du weißt, wie sie wird, wenn sie ängstlich ist. Die nördliche Grenze kann nicht warten.“  

Die Hauptleute beobachteten mich noch immer. Der Bericht vor uns zeigte deutliche Anzeichen von Bewegung, die bis zum Morgen zu einer echten Bedrohung werden konnten. Ich sah das Telefon noch eine Sekunde lang an, dann zwang ich mich zu nicken und kehrte zur Karte zurück.  

„Verdoppelt die Nachtpatrouille auf dem Kamm“, befahl ich. „Ich will jede Stunde Updates.“  

Ich rief Eira nicht zurück. Das Gewicht der Rudelverantwortung legte sich über die leise Sorge, die kurz in meiner Brust aufgestiegen war, und ich ließ es zu.  

POV: Eira  

Schließlich streiften Scheinwerfer über den Aussichtspunkt. Ein menschliches Rettungsteam stieg aus zwei weißen Fahrzeugen, die Funkgeräte knisterten bereits. Der leitende Offizier näherte sich vorsichtig.  

„Ma’am, wir haben eine Meldung über ein Kind über der Kante. Sind Sie die Mutter?“  

Ich nickte, immer noch kniend am zerbrochenen Pfad.  

„Wie lange ist es her?“  

„Stunden. Ich habe meinen Mann angerufen. Niemand ist gekommen.“  

Er tauschte einen kurzen Blick mit einem der anderen Offiziere und sprach dann in sein Funkgerät. Sie ließen Seile und helle Lampen über die Kante hinab. Ich beobachtete jede Bewegung, bis einer der Kletterer nach oben funkte, dass sie sie gefunden hatten. Das Gesicht des Offiziers veränderte sich, als er den Rest des Berichts hörte. Er wandte sich mit behutsamen Augen zu mir.  

„Es tut mir sehr leid. Bei dieser Höhe hätte niemand etwas tun können. Der Aufprall war sofort.“  

Ich antwortete nicht. Ich wartete, während sie den kleinen, gebrochenen Körper in einem Korb heraufholten. Das blaue Kleid war zerrissen und dunkel vom Seewasser. Eine von Liras Händen umklammerte immer noch eine weiße Blume, die sie früher am Nachmittag gepflückt hatte.  

Ich trat vor, bevor der Offizier mich aufhalten konnte. „Ich nehme sie.“  

„Ma’am, das Protokoll –“  

„Ich sagte, ich nehme sie. Sie ist meine Tochter. Ich bringe sie nach Hause.“  

Sie zögerten und traten dann zurück. Ich nahm Lira an meine Brust, ignorierte die Kälte und das Gewicht und ging den langen Weg zu Fuß zurück zum Herrenhaus. Die Tore standen offen. Das Haus war völlig dunkel. Niemand kam heraus, um mich zu empfangen.  

Ich trug sie durch die stillen Hallen und hinaus durch die Hintertür zu der alten Weide, unter der sie früher gespielt hatte. Ich legte sie behutsam auf das Gras und ging zum Werkzeugschuppen, um eine Schaufel zu holen. Der Boden war hart und trocken. Ich grub, bis meine Handflächen Blasen warfen und bluteten, bis das Loch tief und breit genug war, bis nur noch mein eigener Atem und der Wind in den Blättern über mir zu hören waren.  

Ich senkte Lira in die Erde, die weiße Blume immer noch in ihrer kleinen Hand, und bedeckte sie mit langsamen, sorgfältigen Schaufeln voll Erde. Als das Grab gefüllt war, setzte ich mich daneben, den Rücken gegen den Weidenstamm, und sprach leise in die Dunkelheit.  

„Es tut mir leid, dass ich dich nicht fangen konnte. Es tut mir leid, dass ich nicht schneller war. Es tut mir leid, dass er nicht gekommen ist, als du ihn gebraucht hast. Es tut mir leid, dass ich so lange geblieben bin und gedacht habe, er würde uns jemals zuerst wählen.“  

Während ich sprach, verweilte eine schwache, unmögliche Wärme an meiner Handfläche, wo ihre kleine Hand nur Stunden zuvor geruht hatte. Es war keine gewöhnliche Restwärme. Es fühlte sich absichtlich an, wie ein dünner silberner Faden, der sich weigerte zu reißen. In den alten Aufzeichnungen von Silent Veil hatte es seltene Erwähnungen von blutgebundenen Kindern und Müttern gegeben, die etwas Tieferes als eine normale Rudelbindung teilten – eine Verbindung, die manchmal sogar den Tod überlebte, wenn die richtige Medizin oder das richtige Ritual rechtzeitig gefunden wurde. Ich hatte diesen Geschichten nie viel Gewicht beigemessen. Jetzt, als ich meine Hand auf die frische Erde legte, spürte ich, dass dieser zerbrechliche Faden noch da war, still, aber ungebrochen.  

Ich hielt meine Handfläche einen langen Moment gegen den Boden, bevor ich mich endlich erhob.  

Das Herrenhaus fühlte sich kälter an, als ich wieder hineinging. Die Tür zu Kaeliths Arbeitszimmer stand halb offen. Die Scheidungspapiere, die ich Monate zuvor ausgedruckt hatte, lagen immer noch unsigniert auf der Ecke seines Schreibtischs. Ich nahm einen Stift, unterschrieb jede Seite mit ruhiger Hand und legte meinen Ehering oben auf den Stapel.  

Ich verließ das Haus auf demselben Weg, auf dem ich vor Jahren gekommen war, durch die vorderen Tore und in die Nacht. Das Telefon in meiner Tasche vibrierte einmal. Ich zog es heraus. Kaeliths Name leuchtete auf dem Bildschirm.  

Ich starrte drei volle Sekunden auf die leuchtenden Buchstaben. Dann öffnete ich die Finger und ließ das Telefon fallen. Ich hob die Ferse und trat hart darauf, zerdrückte den Bildschirm zu schwarzem Glas und Stille.

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