LOGINIn einer Welt, in der Clans von Drachenblütigen herrschen und das Band der wahren Gefährten als heilig gilt, steht Hailie allein da: Sie trägt kein Drachenblut in sich, ihr Vater ist gefallen, und der Mann, den sie fünf Jahre lang geliebt hat, hat sie für eine andere verlassen – ihre beste Freundin Kaily, die zudem sein Kind erwartet. Zurück bleibt Hailie mit einer todkranken Mutter, deren Behandlung sie sich nicht mehr leisten kann, und dem Gefühl, wertlos und verachtet zu sein. Um das Leben ihrer Mutter zu retten, willigt sie ein, an einem geheimen Ritual teilzunehmen: Frauen schenken den drei Brüdern Noah, Ryan und Evan eine Nacht – und erhalten im Gegenzug Gold. Die drei mächtigen Anführer sind von der Mondgöttin verflucht: Sie müssen ihre gemeinsame wahre Gefährtin finden, ehe sie ihr sechsundzwanzigstes Lebensjahr vollenden, sonst werden sie sterben. Was als bloßes Geschäft begann, verwandelt sich bald in eine tiefe, alles verschlingende und besitzergreifende Verbindung. Hailie, die man als Fremde geholt hat, erweist sich als genau jene Frau, die das Schicksal für alle drei auserkoren hat. Während die Brüder im Wettlauf gegen die Zeit nach Antworten suchen, erwacht in Hailie eine geheimnisvolle, uralte Kraft – eine Gegenwart, die sich Nyx nennt. Vor dem Hintergrund von Geheimnissen, Verrat und sich wandelnden Kräfteverhältnissen steigt die einst Verachtete empor. Sie wird zum Herzen des Clans, zur Rettung derer, die sie einst verurteilten – und zu jenen, die vier Seelen in einer harten, unerbittlichen Welt auf ewig miteinander verbinden.
View MorePOV: HailieVater… warum haben wir drei Drachenfürsten, während andere Clans nur einen haben? Sind sie deshalb gemeinsam geboren worden? Aber hätte der Drachenfürst nicht einfach den Stärksten zum Erben bestimmen können?Das war die Frage, die ich ihm eines Abends beim Essen beiläufig gestellt hatte.Ich hatte mich das schon immer gefragt. Der Clan Emberfall war nicht der erste, bei dem mehrere Söhne als Erben zur Welt kamen; das war in anderen Clans schon vorgekommen. Doch in jedem einzigen Fall wurde einer ausgewählt. Nur einer wurde Drachenfürst.Meistens gewann der Stärkste — durch Prüfung, durch Kampf.Ich hatte Geschichten gehört: Brüder kämpften um das Recht zu herrschen. Manchmal bis zum Tod. So war die Ordnung dieser Welt nun einmal — grausam. Unerbittlich. Die Starken beherrschten die Schwachen. Und der Stärkste beherrschte die Starken.Als also alle darauf warteten, welcher der Söhne des Drachenfürsten — Noah, Ryan oder Evan — auserkoren werden würde, ahnte niemand, was fol
POV: HailieWie soll ich diesen Augenblick je in Worte fassen?Ich lag auf dem Lager, mein Atem ging hastig, meine Schenkel waren gespreizt und boten einem der gefährlichsten Drachenfürsten dar, die je gelebt haben. Sein Gesicht war nur wenige Zoll von jenem dünnen, durchnässten Stoff entfernt — und mit einer einzigen Bewegung vermochte Evan ihn zu zerreißen und alles zu sehen. Er würde erkennen, wie heiß und zitternd ich ihm entgegenbrannte, wie mein Leib sich sehnte und glänzte, erwartend.Er würde mich nackt, bloßgestellt und in Glut vor sich sehen.Ich schluckte schwer, während ich jenes verwegene, wissende Lächeln langsam auf seinen Zügen erscheinen sah. Und als seine Zunge langsam über seine untere Lippe strich, begriff ich es — dieser Mann blickte mich an wie ein ausgehungertes Raubtier ein Festmahl, auf das es viel zu lange verzichten musste.Und allein dieser Blick entrang mir ein hilfloses Stöhnen. Mein Rücken bog sich, meine Hüften hoben sich ihm entgegen, ohne dass ich es
POV: HailieDas Brennen.Es gab kein anderes Wort dafür — jenes verzehrende, fieberhafte Glühen, das sich Tag um Tag durch meinen Leib fraß. Ich hatte von dem Erwachen des Bandes der Wahren Gefährten gehört. Davon, dass es sich anfühlt wie Feuer im Blut. Dass es zieht und schmerzt, bis es Erwiderung findet. Dass es Tage andauern kann, manchmal länger — und dass nichts es zu lindern vermag, als einzig derjenige, für den deine Seele bestimmt ist.Und es gab nur einen einzigen Weg, es zu stillen.Vereint zu sein. In Anspruch genommen zu werden.Trägerinnen dieses Bandes fühlen die Sehnsucht, die sie zu ihrem Wahren Gefährten zieht — ein Ruf, so mächtig, dass man ihm nicht zu widerstehen vermag. Von den Drachenfürsten aber sagte man, sie beugten sich keinem solchen Ruf. Ihr Feuer brenne zu hell. Sie seien über solch niedere Triebe erhaben. Kein Ruf vermöge sie zu lenken.Und doch — dieser Mann vor mir, dieser Drachenfürst, der mich mit Augen ansah, die wie geschmolzenes Gold brannten — ha
POV: HailieEr trug langes, helles Haar, das mühelos über seine Schultern fiel. Sein Antlitz war von solcher Schönheit, dass es jede andere in den Schatten stellte. Seine Augen funkelten in gefährlicher, wissender Glut, und die Ecke seines Mundes zog sich langsam zu einem spöttischen Lächeln, während er dastand und mich betrachtete.Ja. Dies war Evan.Einer jener drei Drachenfürsten, mit denen ich jene Nacht verbracht hatte. Einer der Männer, die mich berührt hatten, wie niemand sonst je zuvor — die in mir Gefühle geweckt hatten, von denen ich nicht einmal zu träumen gewagt hatte.Ich hatte mir geschworen, jene Nacht sei das letzte Mal, dass ich einen von ihnen je zu Gesicht bekäme.Doch nun stand einer von ihnen unmittelbar vor mir. Sein Blick ruhte unverwandt auf dem meinen.Und in diesem Augenblick erinnerte mich die Art, wie er mich ansah, nur an eines:Ein Raubtier, das seine Beute mustert.Ein Schauder durchlief mich. Trotz aller Geräusche der Nacht, trotz des fernen Rauschens de






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