MasukSehr früh am nächsten Morgen holte die Realität dessen, was sie getan hatten, beide schließlich unbarmherzig ein. Sie hatten einfach so dort zusammen geschlafen, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Im Raum herrschte absolute Stille. Alura saß auf der Bettkante und starrte starr auf ihre Hände hinab. Sie brachte es absolut nicht über sich, Lucius anzusehen. Nicht nach letzter Nacht. Nicht nach allem, was sich zwischen ihnen abgespielt hatte. Ihre Brust fühlte sich unendlich eng an, und die Last der Schuldgefühle in ihrem Inneren war fast schon unerträglich. Sie hatte Lou betrogen. Ihren Ehemann. Den Mann, der sie – trotz all seiner Kälte und all der Facetten, die sie an ihm verabscheute – dennoch vor Percy Miller gerettet hatte. Er hatte die astronomischen Spielschulden ihres Vaters beglichen. Er hatte ihr ein Zuhause geschenkt und die Chance, ein Leben zu führen, ohne unaufhörlich voller Angst über die Schulter blicken zu müssen [I
In dem Moment, als die Worte ihre Lippen verließen, stellte Lucius jeglichen Kampf gegen sich selbst ein.Er stürzte seine Lippen unbarmherzig auf die ihren.Der Kuss war keineswegs höflich. Es war eine ungezähmte Kollision aus aufgestauter Hitze und Lippen, die von einem jahrelang verleugneten, erstickenden Hunger zeugten. Er nagelte sie flach gegen den kalten Aktenschrank, während seine Hände ihre Taille so unendlich fest umschlossen hielten, dass sich seine Finger tief in ihre Haut gruben. Noch bevor sie die Situation überhaupt gänzlich erfassen konnte, hob er sie schwungvoll vom Boden hoch.Alura keuchte mitten im Kuss auf, doch das Geräusch wurde augenblicklich von seiner Zunge verschlungen. Sie schlang die Arme fest um seinen Nacken, zog seinen Kopf zu sich herab und erwiderte den Kuss mit einem absolut verzweifelten, ebenbürtigen Feuer. Alle professionellen Grenzen, die sie in den letzten Monaten so verbissen aufgebaut hatten, zerfielen in diesem Moment zu S
Der Frühstückstisch der Familie Hunt war an diesem Morgen ungewöhnlich still.Bryan saß da, sein Handy lag direkt neben seinem Teller, und seine Finger tippten nervös gegen die Kante, während er versuchte, genügend Mut aufzubringen, um das auszusprechen, was er seit der vergangenen Nacht unaufhörlich im Kopf durchgegangen war.Ihm gegenüber trank Roland seelenruhig seinen Kaffee.Bryan blickte zu ihm auf. „Papa.“Roland sah nicht von seiner Tasse auf. „Was gibt es?“„Mein allererster Auftritt als Model steht kurz bevor.“Rolands Hand verharre auf halbem Weg zu seinem Mund.Bryan sprach hastig weiter, noch bevor sein Vater ihn unterbrechen konnte: „Ich wollte nur, dass du Bescheid weißt. Und ...“ Er schluckte schwer. „Ich würde mich unendlich freuen, wenn du kommst.“Roland senkte langsam seine Tasse. Für einen Moment starrte er seinen Sohn einfach nur stumm an. Dann verhärteten sich seine Gesichtszüge unbarmherzig.„Ein Model?“Bryan nic
Alura schloss die Mappe vor sich und stieß einen leisen Atemzug aus. Endlich. Das Meeting war absolut reibungslos verlaufen. Weitaus besser, als sie es eigentlich erwartet hatte, wenn man bedenkt, wie unendlich nervös sie bei ihrer Ankunft bei ECO Oils gewesen war.Grey war wie gewohnt unnahbar und furchteinflößend gewesen, hatte sich während ihrer gesamten Besprechung jedoch absolut professionell verhalten. Er war jedes einzelne Detail akribisch durchgegangen, hatte die notwendigen Fragen gestellt und unnachgiebig sichergestellt, dass es keinerlei Missverständnisse zwischen seinem Team und der Hunt Group gab. Und sie war unendlich dankbar dafür, denn dieses Projekt erforderte es zwingend, dass Frieden zwischen den beiden Konzernen herrschte – und es war ohnehin schon kompliziert genug, da sie sich absolut nicht grün waren.Alura sammelte die restlichen Dokumente in ihrer Aktentasche zusammen. „Ich denke, das wäre dann alles.“Grey warf einen kurzen Blick auf die U
Lucius starrte auf das finale Rahmenabkommen zur gemeinsamen Takahashi-Projektleitung auf seinem Bildschirm. Alles befand sich exakt dort, wo es sein musste. Die Bedingungen waren unmissverständlich, die Verantwortlichkeiten aufgeteilt, die finanziellen Regelungen getroffen – es gab absolut nichts mehr zu verhandeln. He hängte das Dokument an eine E-Mail und leitete es direkt an Greys Team weiter. Aus irgendeinem Grund ertappte er sich dabei, wie er förmlich auf einen Widerstand wartete. Grey war ganz sicher nicht der Typ Mann, von dem Lucius erwartete, dass er die Bedingungen eines anderen Konzerns einfach so abnickte, ohne zu versuchen, irgendetwas zu korrigieren. Er hatte mit Änderungswünschen gerechnet. Dann mit Gegenanträgen. Dann mit einer weiteren Verhandlungsrunde, die sich vermutlich über Tage hinwegziehen würde. Stattdessen landete das unterzeichnete Dokument keine Stunde später wieder in seinem Posteingang. Lucius starrte starr dar
Im Konferenzraum herrschte eine weitaus gedrücktere Stille als gewöhnlich.Lucius saß im Zentrum des Tisches; seine Miene war vollkommen unlesbar, als er den Blick auf den Vorsitzenden Takahashi und die übrigen Vorstandsmitglieder richtete. Das war er also. Der finale Pitch. Monate der akribischen Vorbereitung hatten haargenau zu diesem Moment geführt, und Lucius dachte gar nicht daran, diesen Raum ohne den Vertrag zu verlassen.An seiner Seite ordnete Alura die Dokumente vor sich und stellte sicher, dass absolut alles in der korrekten Reihenfolge lag. Sie war unendlich nervös gewesen, als sie am Veranstaltungsort eingetroffen waren, doch in dem Moment, als die Präsentation begann, war diese Nervosität wie weggewischt. Sie wusste haargenau, was sie tat. Und Lucius wusste es ebenfalls. Er bedachte sie mit einem einzigen Blick, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder voll und ganz auf den Vorsitzenden Takahashi richtete.Der gealterte Vorsitzende lauschte aufmerksam, al







