MasukRamons Sicht
Larena schlief bis zum Mittag und ich wachte die ganze Zeit neben ihr. Ich war erschöpft und tot müde als sie endlich wach wurde. Am morgen war Helga da um nach ihr zu sehen. Doch keiner von uns wollte sie wecken. Und so sahs ich neben ihr und wartete darauf dass sie wach wurde. " Guten Morgen Liebling" sagte ich und strich ihr eine Haarsträhne aus den Gesicht. Sie war noch vollkommen verschlafen. Und lächelte mich an. Doch der Moment war nur von kurzer Dauer. Plötzlich riss sie die Augen auf und setzte sich erschrocken auf. " Die Kinder geht es ihnen gut?" fragte sie voller Angst. "Es geht ihnen gut, alles ist okay niemand ist verletzt worden" sagte ich ihr und nahm sie in den Arm um sie zu beruhigen. "Was ist passiert?" fragte sie mich. Was passiert war? " An was kannst du dich erinnern?" Larenas überlegte einige Sekunden als wäre gestern schon viele Jahre her. " Es ist alles so verschwommen, Bruchstücke als wäre ich betrunken gewesen" doch sie versuchte sich zu erinnern. " Ich wollte frische Luft" sagte sie. " Das Zimmer war so heiß und stickich deswegen schlich ich mich raus" " Das stimmt" sagte ich "und Dan?" Larenas Schloss die Augen. " Es war dunkel draußen kein Licht, kein Stern am Himmel nicht einmal der Mond war zu sehen" erinnerte sie sich. "Doch dann roch ich das Feuer, ich sah die Flammen von den Feldern flackern" " Ich rannte hin setzte meine Magie ein wollte das Feuer löschen" "Es war so heiß alles brande meine Haut" sagte sie öffnete die Augen und betrachtete ihre Arme. Doch da waren keine Verbrennungen. Larenas sah überrascht aus und verwirrt. " Es ist okay du bist gesund ich erkläre dir alles an was du dich nicht erinnern kannst aber bitte sprich weiter" sagte ich in der Hoffnung daß sie sich doch erinnern würde. " Meine Magie war nicht stark genug aber ich gab nicht auf" erklärte sie. " Ich konnte die Flammen nicht mit einmal löschen aber ich löschte sie Stück für Stück" " Doch dann sah ich das, das Gebäude brennt" " Yuna drängelte sich vor, ich glaube ich war zu geschockt" erklärte sie. " Yuna rannte richtung Haus und dann..." " Ich konnte Ilkay und Hila sehen es war heiß und dann eisig kalt und dann....." " ich weiß es nicht mehr" sagte sie und ihre Augen waren leer als wäre sie nicht hier sondern ganz weit weg. " Du weißt nicht was danach passiert ist?" fragte ich sie vorsichtig. Doch sie schüttelte traurig den Kopf. " Ich glaube ich habe mit der Mondgöttin gesprochen" sagte sie. " Doch diesesmal war es anders" " Alles ist verschwommen wie ein verblassenter Traum" Ich erklärte ihr vorsichtig was wir gesehen haben von den Licht ihrer Heilung und von Paige " Paige!?" wiederholte sie den Namen und streichelte wieder ihren Bauch. Und plötzlich liefen ihr die Tränen. " Was ist los Liebling?" Warum weinte sie jetzt? " Paige ist der Name der Mondgöttin oder besser er war ihrer" sagte sie. Doch ich verstand nicht was sie meinte. In diesen Moment klopfte es an der Tür. " Geht es euch gut? " sagte Helga die gerade ihren Kopf durch die Tür steckte. " Bitte sag ihr nichts ich kann es nicht erklären" sagte Larena mir mental. Ich versprach es ihr. Ich wusste nicht einmal was ich sagen sollte. Larenas Sicht " ja uns geht es gut" sagte ich zu Oma und lächelte sie an. Oma sagte uns das wir bitte runter kommen sollen zum Essen. Es gäbe noch einiges was wir besprechen müssen. Ich nickte ihr zu. " Wir brauchen ein paar Minuten zum anziehen" sagte ich ihr. Auch wenn ich mit meinem Gedanken immer noch bei den Geschehnissen von gestern Abend war. Oma lächelte uns an " Beeilt euch die anderen warten schon und die Kids sind am verhungern" scherzte sie und ließ uns allein. Ich stand aus den Bett auf und verschwand ins Bad. lch stand am Waschbecken und starte in den Spiegel. Ich betrachtete mich genau aber ich sah aus wie Immer nichts erinnerte noch an die schweren Verbrennungen die ich gespürt hatte. Doch dann viel mir das Kleid auf das ich trug. Es erinnerte mich an das Kleid das die Mondgöttin selbst sonst an hat. Ramon hatte gesagt das es aus den Mondlicht bestand was es noch merkwürdiger machte. Ich konnte mich immer weniger erinnern alles war wie unter einen Nebel. Ich wusste das ich geträumt hatte vom Moonsee und da war noch jemand anderes. Ich glaube es war die Mondgöttin aber ich war mir nicht sicher denn sie war alt. Wir haben uns unterhalten. Aber ich weiß nicht mehr worüber es war wichtig das wusste ich. Doch mehr nicht. Und dieser Name "Paige" ich hatte diesen Namen noch nie zuvor gehört doch wusste was er bedeutete "junge Dienerin". Ich wusste das es der Name der Mondgöttin war. Und das sie mir sagte das dieser Name nun meiner Tochter gehört. Meiner Tochter? Ich war zwar im sechsten Monat aber bis jetzt wussten wir das Geschlecht noch nicht. Beim Ultraschall vor ein paar Wochen hatte sich das Kind so weg gedreht das man nicht sehen konnte was es wird. Aber nun war ich mir Sicher daß ich eine Tochter bekommen würde. Eine ganz besondere Tochter. Ich war komplett in Gedanken versunken als ich Ramons Stimme hörte. " Bist du fertig die anderen warten" sagte er und riss mich aus meinen Gedanken. " Sofort" sagte ich und spritzte mein Gesicht mit kalten Wasser ab. Ich zog das Kleid aus und lies es auf den Boden fallen. Und so wie es auf den Boden landete wurde es wieder zu Licht hell silber. Und dann war es verschwunden ich schaute auf den Boden vollkommen verwirrt. Doch ich hatte dafür keine Zeit. Die Kids und die anderen warteten auf uns. Und ich musste mit Oma und Mister Djego sprechen. Also zog ich mir schnell ein Schirt und eine Jogginghose an die ich aus meiner Tasche raus zog und ging zusammen mit Ramon der schon an der Zimmertür wartete nach unten ins Esszimmer.Amoon's Sicht Die Zeit an der Universität verging wie im Flug, getragen von einem fast atemlosen Rhythmus aus Entdeckungen und Pflichten. Die Wochen des intensiven Lernens, das stundenlange Studieren der vergilbten, nach Kräutern duftenden Schriften über Naturheilkunde und das gemeinsame Sezieren und akribische Kräuter sammeln mit Paige und Tantchen Verena hatten unseren Verstand bis aufs Äußerste gefordert. Doch so faszinierend die große, efeu bewachsene Universität mit ihren ehrwürdigen Hallen auch war und so sehr ich es genoss, endlich im hellen, unbeschwerten Tageslicht durch die Hallen des Wissens zu wandeln, absolut nichts kam gegen das überwältigende Gefühl an, das uns überkam, als die ersten Winterferien vor der Tür standen. Egal wie weit unsere Pfade uns in die Welt hinausführten, egal welche Wege die einzelnen Mitglieder unserer Familie einschlugen, zu den großen Festen des Jahres zog es uns alle wie an einem unsichtbaren, unzerreißbaren magischen Band zurück zum S
Amoon's Sicht Die Wochen an der Universität hatten einen eigenen, unerbittlichen Rhythmus angenommen. Die Tage waren kalt geworden, und der graue Spätherbst Wind peitschte unablässig gegen die hohen, efeu bewachsenen Steinmauern unseres Wohnheims. Paige und ich verbrachten fast jede freie Minute in der stickigen, nach getrockneten Kräutern und altem Pergament duftenden Bibliothek, und den Kräuter Küchen um die anspruchsvollen Rezepturen von Tantchen Verena zu verinnerlichen. Manchmal, wenn die Müdigkeit mir die Augenlider schwer machte und die Buchstaben der alten Schriften vor meinem Blick verschwammen, fühlte ich mich unendlich weit weg von allem, was mir vertraut war. Die Sehnsucht nach dem weiten Territorium, dem schützenden Wald und der Wärme unserer Familie war ein ständiger, leiser Schmerz in meiner Brust. An einem besonders stürmischen Nachmittag, als der erste Vorbote des Winters in Form von eisigem Graupel gegen die Fensterscheiben schlug, klopfte es an unserer
Amoon's Sicht Der Tag der großen, unaufhaltsamen Abreise war endlich gekommen, und mit ihm legte sich eine bittersüße Schwere über das gesamte Territorium. Schon in den frühen Morgenstunden war der weitläufige Schlosshof erfüllt vom tiefen, vertrauten Summen der startenden Motoren. Abgase stiegen wie kleine Nebelschwaden in die kühle Herbstluft, während die schweren Geländewagen ein allerletztes Mal mit unseren letzten Koffern, Kisten und den vielen sorgsam verpackten Habseligkeiten beladen wurden. Papa Ramon und Mama Larena ließen es sich unter keinen Umständen nehmen, uns und Tantchen Verena persönlich zu den Toren der Universität zu fahren. Es war ihre letzte große, heilige Aufgabe als Eltern im alltäglichen Sinne, bevor sie im direkten Anschluss den endgültigen Schlussstrich unter ihr Schlossleben ziehen und fest auf ihren neuen, wunderschönen Bauernhof ziehen würden. Für uns alle ging eine Epoche zu Ende. Ich stand am Heck des Wagens, die Hände tief in den Tasche
Amoon's Sicht Der Tag nach dem berauschenden Erntefest erwachte mit einer sanften, fast andächtigen Stille. Die ausgelassenen Lieder und der wirbelnde Tanz im Runenkreis waren verklungen, doch die Magie des gestrigen Abends lag noch immer wie ein wärmender Schleier über dem Wald. Die Sonne stand tief und schickte schräge, goldene Strahlen durch das dichte Kronendach der uralten Eichen und Buchen. Es war der Tag der großen Gemeinschafts aufgabe. Das gesamte Rudel war ausgeschwärmt, um vor dem ersten, unbarmherzigen Frost die Früchte des Waldes zu bergen. Der herbe Duft von feuchtem Laub, reifem Moos und knackigen Kastanien-Schalen erfüllte die kühle, klare Luft bei jedem Atemzug. Paige und ich hatten uns ein etwas abgelegenes Stück der dichten Bewaldung ausgesucht, nahe der Hütte von Oma Helga. Wir trugen grobe, geflochtene Weidenkörbe an den Armen, die sich langsam mit dem glänzenden, tief braunen Gold des Waldes füllten. Um uns herum war das gedämpfte Knacken von Unterhol
Amoon's Sicht Der nächste Morgen erwachte in ein weiches, goldenes Licht getaucht, als hätte die Natur selbst gewusst, dass dieser Tag ein historischer Wendepunkt für unser gesamtes Volk werden würde. Die Luft schmeckte bereits nach dem nahenden, unbarmherzigen Winter klar, scharf und rein, getragen von einem sanften Wind, der den herben Duft von reifem Korn und feuchtem Waldboden über das Land wirbelte. Am heutigen Tag feierten wir das Erntefest. Es war ein Fest, das es seit unzähligen Jahren, ja seit vielen Generationen, zum aller ersten Mal wieder in unserem Rudelgebiet gab. In den dunklen Zeiten der Tyrannei, des blutigen Hasses und der ständigen Flucht war dieser Brauch vollkommen in Vergessenheit geraten, verdrängt von der nackten Angst ums Überleben. Doch heute erweckten wir ihn wieder zum Leben, nicht als starre Kopie der Vergangenheit, sondern als moderne, lebendige Tradition, die wir mit unendlich viel Liebe und neuen Überraschungen füllten. Uroma Helga hatte dies
Amoon's Sicht Als Paige und ich schließlich die schweren, geschichtsträchtigen Stufen des Schlosses hinaufstiegen, um unsere Koffer für die bevorstehende, endgültige Abreise zu holen, hielt ich für einen Moment inne. Das dumpfe Echo unserer Schritte auf dem kalten Stein schien die Geister der Vergangenheit zu wecken, und mein Blick glitt unwillkürlich zurück über den weiten Hof. In diesem Moment dachte ich an die beiden Wölfe, denen wir absolut alles zu verdanken hatten, unsere Eltern, Larena und Ramon. Sie waren das unerschütterliche Fundament unserer Existenz. Jahrelang, jeden einzelnen, unbarmherzigen Tag, hatten sie ihr Leben, ihre schwindende Kraft und ihre gesamte, gepeinigte Seele für uns, für das Überleben des Rudels und für die Rettung der gesamten magischen Welt geopfert. Plötzlich bildete sich ein schwerer, bitterer Kloß in meinem Hals, als die Erinnerungen mich überfluteten. Ich dachte an die dunkelste Stunde am Moonsee zurück, an jenen Moment, als Mama damals







