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Kapitel 29

Author: Aurora Starling
Der König musterte die Bedienstete prüfend. „Wenn du etwas zu sagen hast, höre ich zu. Vergiss dabei nicht, wo du stehst und wen du beschuldigst.“

„Ich werde nur die Wahrheit sagen, Eure Majestät. Etwas anderes ließe mein Gewissen nicht zu.“

„Dann sprich“, sagte der König.

„Eure Majestät, ich muss Einspruch erheben –“, setzte Piers an.

„Ruhe!“, fuhr der König ihn an. Piers verstummte sofort.

„Am Abend des Festessens habe ich mich aus den Räumen der Bediensteten davongeschlichen“, sagte die Frau.
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  • Die Erwählte des Alpha-Prinzen   Kapitel 30

    LILLIANNach dem Frühstück wurde der Hof erneut zusammengerufen. Grayson schickte mich als Zuhörerin hin. Der Erste Beta begleitete mich.Der König war außer sich vor Wut. „Einer von Ihnen hat mich verraten“, knurrte er und sah sich um. Er sah jedem im Saal in die Augen. Mich schien er besonders aufmerksam zu mustern. Ich senkte den Kopf und versuchte, ergeben zu wirken – oder wenigstens unschuldig.Ich hatte wirklich nichts ausgeplaudert.„Jetzt bleibt mir keine Wahl mehr. Ich muss handeln“, sagte der König. „Piers.“Zwei Soldaten stießen Piers nach vorn und hielten ihn dabei an den Armen fest. Josephine stand näher bei ihrem Vater. Sie sah viel gesünder aus als gestern; in ihrem Gesicht lag unverkennbar Erleichterung.„Die Verlobung mit meiner Tochter ist aufgehoben. Ich verbanne Sie aus meinem Rudel. Kehren Sie nie zurück. Haben Sie verstanden?“„Das ist ungerecht“, sagte Piers.„Er hat verstanden“, sagte der König, obwohl Piers weiter protestierte.„Ich habe nichts falsch gemacht!

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    Der König musterte die Bedienstete prüfend. „Wenn du etwas zu sagen hast, höre ich zu. Vergiss dabei nicht, wo du stehst und wen du beschuldigst.“„Ich werde nur die Wahrheit sagen, Eure Majestät. Etwas anderes ließe mein Gewissen nicht zu.“„Dann sprich“, sagte der König.„Eure Majestät, ich muss Einspruch erheben –“, setzte Piers an.„Ruhe!“, fuhr der König ihn an. Piers verstummte sofort.„Am Abend des Festessens habe ich mich aus den Räumen der Bediensteten davongeschlichen“, sagte die Frau. „Ich hoffte, Josephine wenigstens von Weitem zu sehen. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Stattdessen sah ich die Leihmutter auf dem Weg zur Toilette. Der Verlobte der Prinzessin folgte ihr, bis niemand sie mehr sehen konnte. Dann versuchte er … sich an ihr zu vergreifen. Er zerriss ihr Kleid. Das abgerissene Stück habe ich aufgehoben.“ Sie zog das Stoffstück aus ihrer Tasche.Der König gab ein Handzeichen. Einer der Soldaten nahm das Stoffstück entgegen und brachte es ihm.„Dafür war einiges

  • Die Erwählte des Alpha-Prinzen   Kapitel 28

    LILLIANDie Soldaten schleppten mich in den Thronsaal und zwangen mich vor dem König auf die Knie. Piers und mehrere Mitglieder des Hofes waren bereits da. Sie sahen mich höhnisch an; offenbar hatten sie ihr Urteil schon gefällt. Josephine dagegen wirkte krank, ihre Wangen hatten einen grünlichen Stich.„Da ist sie ja“, sagte Piers. Sein schönes Gesicht war vor Abscheu verzerrt. „Die Frau, die versucht hat, mein Leben und meine Ehe zu zerstören.“Der König musterte mich von seinem erhöhten Thron herab. „Man hat dich aus einem einzigen Grund hierhergebracht: Du solltest meinem Sohn einen Erben gebären. Aber darin hast du versagt. Außerdem hast du versucht, meine Tochter in Verruf zu bringen, indem du ihren Verlobten verführtest.“Ich wollte mich verteidigen, doch dem König ungefragt zu widersprechen brachte mir nur noch mehr Schmerzen ein. Also hielt ich den Mund. Ich hoffte, dass wenigstens mein Blick meinen Widerstand zeigte. Im Moment war das offenbar meine einzige Verteidigung.„Ich

  • Die Erwählte des Alpha-Prinzen   Kapitel 27

    Auf dem Weg hierher hatte ich weitere Verletzungen erlitten. Meine Beine trugen mich kaum noch. Ich stolperte und brach auf einem Haufen feuchtem Stroh zusammen. Möbel gab es hier keine, nur einen Eimer in der Ecke. Was darin war, wollte ich lieber nicht genauer wissen. Da es keine Toilette gab, konnte ich es mir allerdings denken.Die Soldaten schlossen die Zelle ab und gingen lachend davon. Als ihr Gelächter und ihre Schritte verklungen waren, wurde es im Kerker gespenstisch still.Irgendwo tropfte Wasser. Die Fackeln knisterten. Weiter hinten rang ein Mann nach Luft. Niemand sprach ein Wort. Niemand nahm Notiz von mir. Ich wusste nicht, ob das gut oder schlecht war.Ich zitterte. Hier unten war es kalt, erst recht in meinem dünnen Nachthemd. Ich zog den Stoff so eng um mich, wie ich konnte. Trotzdem blieben meine Arme nackt. Der leichte Stoff bedeckte meine Beine nur zum Teil.Vielleicht erfror ich hier unten noch, bevor die Verhandlung überhaupt begann.Ich hatte zu viel gewollt. V

  • Die Erwählte des Alpha-Prinzen   Kapitel 26

    LILLIANIch schlief traumlos, bis ich irgendwann erwachte. Meine Lider waren noch schwer. Mir war warm, und so bequem hatte ich noch nie gelegen.Entsetzt stellte ich fest, wie eng ich mich im Schlaf an Grayson geklammert hatte. Mein Arm lag um seine Taille, mein Kopf auf seiner Schulter, mein Oberkörper dicht an seiner Seite. Sogar ein Bein hatte ich um seines geschlungen, sodass er mit weit ausgestreckten Armen und Beinen wie ein Seestern im Bett lag.Einen Augenblick blieb ich reglos liegen. Es war mir entsetzlich peinlich, wie ich da an ihm hing. Schlief er? Bei der Göttin, hoffentlich schlief er. Wenn er wach war, brachte er mich um.Nun machte ich mir Vorwürfe. Ich musste mich endlich von ihm lösen. Doch kaum drehte ich mich zur Seite, schloss sich seine Hand fester um meine Taille. Vor lauter Scham über meine Lage war mir gar nicht aufgefallen, dass auch er mich festhielt.Schon wieder.„Tut mir leid“, begann ich.„Entspann dich“, sagte er völlig gleichgültig. Seltsamerweise ber

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    „Du kannst für sie bürgen?“, fragte die Königin. „Sie hat den Eber erlegt?“„Ja, sie hat ihn erlegt“, bestätigte der Erste Beta.Die Königin sah zu mir herüber. Sie zog das Siegerband zurück, das sie Ophelia gerade ans Revers heften wollte.„Sie haben den Eber erlegt?“, fragte sie mich.„Ja“, sagte ich.„Dann haben Sie gewonnen, Luna-Prinzessin“, sagte die Königin.Die Zuschauerinnen sahen einander an. Nur wenige jubelten.Vor meinen Augen wurde es wieder dunkel. Ich schwankte im Sattel. Beim nächsten langsamen Blinzeln verlor ich das Gleichgewicht und begann zu fallen.Bevor ich auf dem Boden aufschlug, verlor ich das Bewusstsein.GRAYSONJa, ich ging in meinem Zimmer auf und ab. Das hieß noch lange nicht, dass ich mir Sorgen machte. Ich wollte lediglich wissen, wie die Jagd verlief. Gewöhnlich gewann Ophelia den Preis, wahrscheinlich auch heute.Aus Neugier auf die Siegerin hatte ich den Ersten Beta allerdings nicht zurück in den Wald geschickt, um nach Lillian zu sehen. Welches Gefü

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