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Kapitel 4

Author: Excellent
last update publish date: 2026-09-19 03:50:43

Kapitel 4

Was!?

Schwanger?

Zena hörte auf zu atmen. Der Raum drehte sich gewaltsam um sie herum.

Wie konnte er das nur wissen? Es war erst eine Nacht her. Es war medizinisch und physisch unmöglich, eine Schwangerschaft so schnell zu bestätigen. Es sei denn... es sei denn, Adriano bluffte nur, um die alte Nachfolgeklausel auszulösen.

Doch als sie den dunklen, triumphierenden Glanz in den Augen des verbannten Zwillings sah, überkam sie eine krankhafte Welle der Angst. Er bluffte nicht. Er hatte das geplant. Jede einzelne Sekunde davon.

Zena starrte das Mädchen an, das sie die letzten fünf Jahre wie eine Schwester behandelt hatte. Asaraci sah ihr nicht einmal in die Augen. Sie stand nur da, die Arme vor der Brust verschränkt, und trug einen brandneuen, teuren Designermantel, von dem Zena wusste, dass Asaraci ihn sich von dem Gehalt einer Rudel-Omega niemals leisten konnte.

„Asaraci?“, flüsterte Zena, ihre Stimme kaum mehr als ein gebrochenes Krächzen. „Du... du bist hier?“

„Natürlich ist sie hier“, spottete Chloe und tupfte sich mit einem Seidentaschentuch die falschen Tränen ab. „Sie war diejenige, die Armano letzte Nacht durch das Hintertor gelassen hat.“

Asaraci sah schließlich auf, ihr Ausdruck war völlig kalt und frei von Schuldgefühlen. Sie trat plötzlich ganz nah an Zena heran und flüsterte:

„Weil ich es leid bin, ein Niemand zu sein, Zena. Chloe bot mir einen Sitz im Hohen Rat und eine Villa im Ostflügel an. Du hast es nicht einmal geschafft, dass dein eigener Ehemann dich ansieht. Ich habe einfach auf das Gewinnerpferd gesetzt.“

„Warum?“, würgte Zena hervor, während eine neue Welle von Tränen ihre Wangen brannte. „Warum tust du das, Asaraci? Ich habe dir vertraut. Ich habe dich geliebt.“

Zena fühlte sich, als wäre sie mitten ins Herz gestochen worden. Der Verrat schnitt tiefer als die Operationsnarbe an ihrer Seite.

„Genug von diesem pathetischen Theater!“, brüllte Armani.

Er marschierte auf Zena zu, seine blauen Augen leuchteten im gewalttätigen, dominanten Gold seines wütenden Wolfes. Er blieb Zentimeter vor ihrem Gesicht stehen und starrte mit Hass auf sie herab.

„Armani, bitte“, flehte Zena und streckte eine zitternde Hand aus. „Du kennst mich. Ich würde niemals—“

„Fass mich nicht an!“, knurrte er und schlug ihre Hand so hart weg, dass es brannte.

Er stand in seiner vollen Größe auf, seine Brust bebte, während er seine Alpha-Aura projizierte und jeden Wolf im Raum erstarren ließ.

„Ich, Armani Thorne, Alpha des Blood-Moon-Rudels“, verkündete Armani, seine Stimme hallte wider von der uralten, rohen Macht eines Rudeldekrets. „Verstoße dich hiermit, Zena, als meine schicksalhafte Gefährtin und meine Luna.“

Zena schrie auf.

Es war keine Wahl. Der qualvolle, körperliche Schmerz des brechenden Gefährtenbandes fühlte sich an, als hätte jemand in ihre Brust gegriffen und ihr Herz durch ihre Rippen herausgerissen. Sie brach auf die Knie auf den Boden, klammerte sich an ihre Brust und rang nach Luft, die nicht kommen wollte.

„Ich erkenne dir deinen Titel ab“, fuhr Armani gnadenlos fort und blickte auf sie herab, die sich auf dem Boden wand, ohne auch nur einen Funken Mitleid. „Ich entziehe dir meinen Schutz. Pack deinen Müll und verschwinde vor Sonnenuntergang aus meinem Territorium. Wenn ich dein Gesicht nach Einbruch der Dunkelheit auf meinem Land sehe, werde ich die Grenzpatrouillen dich wie eine Abtrünnige jagen lassen.“

Er drehte ihr den Rücken zu, ging auf Chloe zu und legte schützend einen Arm um ihre Taille.

Zena konnte nicht atmen. Der Schmerz war blendend.

„Steh auf“, murmelte Armano, machte aber keine Anstalten, ihr zu helfen. „Pack deine Koffer. Wir haben eine lange Fahrt in die Verbannten Lande vor uns.“

Zena wusste nicht, wie sie es die Treppe hinauf geschafft hatte.

Ihr ganzer Körper bebte, ihre Haut war bedeckt mit kaltem Schweiß, als sie ihren Koffer unter dem Bett hervorholte. Sie warf ihre Kleidung wahllos in die Tasche und schluchzte so heftig, dass sie kaum klar sehen konnte.

Die Tür öffnete sich.

Zena zuckte zusammen und wirbelte herum.

Chloe stand an die geschlossene Tür gelehnt, ein bösartiges, triumphierendes Lächeln auf ihrem Gesicht. Die falschen Tränen waren komplett verschwunden, ersetzt durch Bosheit.

„Sieh dich an“, lachte Chloe leise und schritt langsam durch den Raum.

„Die pathetische kleine Luna, endlich rausgeworfen wie der restliche Müll. Du hast wirklich geglaubt, du seist seiner würdig, nur weil du ihm ein Stück deiner Leber gespendet hast?“

„Verschwinde aus meinem Zimmer, Chloe“, flüsterte Zena und umklammerte den Griff ihres Koffers. „Du hast gewonnen. Du hast bekommen, was du wolltest.“

„Oh, ich fange gerade erst an“, spottete Chloe und kreiste um Zena wie ein Raubtier, das mit seiner Beute spielt.

„Du hast keine Ahnung, wie einfach das war. Armani ist so unglaublich leicht zu manipulieren. Ein paar Tränen, ein kurzes Kleid, ein bisschen Streicheln seines massiven Egos... und er tanzt genau nach meiner Pfeife.“

Zena starrte sie wütend an und wischte sich die Augen. „Du hast das mit Armano geplant.“

„Natürlich“, schmunzelte Chloe und fuhr mit einem Finger über Zenas Schminktisch. „Armano und ich haben einen sehr einfachen Deal geschlossen. Er wollte den Alpha-Thron. Ich wollte die Luna-Krone. Er kann hier hereinkommen und den Titel beanspruchen, weil er seinen Bastard in dir platziert hat, und ich bekomme Armani.“

„Und du musstest dich so tief herablassen, um das zu tun?“, spuckte Zena, angewidert von der puren Bosheit, die von der Frau ausging.

„Du hast mein Leben nur für einen Titel ruiniert?“

Chloe lachte, ein scharfer, schneidender Klang. „Dein Leben war schon ruiniert, Süße. Du warst nur zu dumm, es zu merken. Aber mach dir keine Sorgen, dass Armano lange auf diesem Thron sitzen wird. Armani wird seinen Thron zurückbekommen, obwohl sein verbannter Zwilling bereits einen Erben in dir platziert hat.“

Zena runzelte die Stirn, ihre Augenbrauen zogen sich vor Verwirrung zusammen. „Wovon redest du? Das Rudelrecht ist absolut. Wer zuerst einen Erben zeugt, bekommt den Titel. Armano hat gewonnen.“

„Nicht, wenn die Mutter dieses Erben Hochverrat begeht“, flüsterte Chloe, ihre Augen blitzten vor einer erschreckenden Dunkelheit.

Chloe wandte sich von Zena ab und ging direkt auf die Glasvitrine auf dem Kaminsims zu. In der Samtschachtel lag der Heilige Monddolch – eine Waffe, die von den ersten Vorfahren aus reinem Silber geschmiedet wurde.

Laut Rudelrecht war das Ziehen der heiligen Klinge gegen ein Rudelmitglied das ultimative Tabu. Es war ein Akt des Hochverrats. Die Strafe war Verbannung und Hinrichtung durch den Alpha.

„Chloe, was machst du da?“, fragte Zena, ihre Stimme kippte in Panik, als Chloe die Glasvitrine mit ihrem Ellbogen zerschmetterte.

Chloe griff hinein und zog den Silberdolch heraus. Sie zögerte keine einzige Sekunde.

Mit einem krankhaften Schneidegeräusch zog Chloe die Silberklinge tief über ihr eigenes Schlüsselbein und ihren linken Arm hinunter.

Blut spritzte sofort und tränkte Chloes weißes Kleid in einem erschreckenden Purpurrot.

Zena schrie vor Entsetzen auf und trat zurück, als Chloe den blutigen Silberdolch direkt vor Zenas Füße fallen ließ.

Dann warf Chloe den Kopf in den Nacken und stieß einen markerschütternden, qualvollen Schrei aus, der durch das gesamte Herrenhaus hallte.

„Hilfe! Armani! Hilf mir!“, kreischte Chloe, sackte auf den Boden und klammerte sich an ihren blutenden Arm. „Sie versucht, mich zu töten!“

Die Schlafzimmertür wurde aufgestoßen.

Armani stürmte in den Raum, seine Augen scannten die schreckliche Szene. Er sah Chloe, die auf dem Teppich blutete und nach Luft rang. Und er sah Zena, die über ihr stand, während der heilige, blutige Silberdolch direkt bei ihren Stiefeln lag.

„Armani, sie ist verrückt geworden!“, schluchzte Chloe hysterisch und hustete, während Blut den Teppich tränkte. „Ich kam, um mich zu verabschieden, und sie hat die Klinge der Ahnen gegriffen! Sie sagte, wenn sie nicht Luna sein kann, dann sollst du es auch nicht!“

Armani stellte nicht einmal eine Frage.

Er überquerte den Raum mit einem großen Schritt und schlug Zena mit der vollen Wucht eines Alphas ins Gesicht.

Die Wucht schleuderte Zena nach hinten, wo sie hart gegen den Kleiderschrank prallte. Sie sackte auf den Boden, ihre Lippe war aufgeplatzt, ihr Mund füllte sich mit dem metallischen Geschmack ihres eigenen Blutes. Ihre Operationswunde riss auf, eine frische, heiße Qual raste durch ihre Seite.

„Du Mörderin!“, brüllte Armani, seine Brust bebte, während er niederkniete und eine weinende Chloe in seine Arme schöpfte. „Du krankes, eifersüchtiges, verräterisches Miststück! Du hast es gewagt, die heilige Klinge zu berühren? Du hast es gewagt, unschuldiges Rudelblut zu vergießen?!“

„Habe ich nicht!“, würgte Zena hervor und weinte hysterisch, während sie ihre blutende Seite hielt. „Armani, ich schwöre es bei der Göttin, sie hat es sich selbst angetan! Sie hat mir ihren Plan verraten! Sie will, dass du mich hinrichtest, damit Armano den Thron verliert!“

„Halt deinen lügenden Mund!“, brüllte Armani, seine Eckzähne vollständig ausgefahren. „Ich sollte dir jetzt die Kehle herausreißen! Du bist eine Schande für die Werwolf-Rasse!“

Langsame Schritte knirschten auf dem zerbrochenen Glas in der Türöffnung.

Armano trat in das zerstörte Schlafzimmer. Er hatte sich in einen schwarzen Anzug gewechselt, seine Hände steckten lässig in seinen Taschen.

Er sah Zena an, die auf dem Boden blutete. Er betrachtete den heiligen Silberdolch. Und dann verengte er seine scharfen Augen bei Chloe, studierte den genauen Winkel des Schnitts an ihrem Schlüsselbein und die Art, wie das Blut von Zena weg gespritzt war, nicht auf sie zu.

Ein dunkles, wissendes Grinsen kräuselte langsam Armanos Mundwinkel.

Er sah direkt zu Chloe, seine Stimme sank in ein gefährliches, eisiges Summen.

„Du intrigantes Miststück!“

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