LOGINWas als einfaches Opfer gedacht war – ihr die Leber zu spenden, um ihren Alpha-Ehemann Armani zu retten – wurde zu Zenas Untergang. Nach der Zuneigung hungernd, die er ihr ständig verwehrte, gab sie sich ihm in einer heißen Nacht völlig hin. Doch sie fiel in die falschen Arme. Der Mann, der sie mit solch intensiver Leidenschaft beanspruchte, war nicht ihr Ehemann. Es war Armano, Armanis verbannter, skrupelloser Zwillingsbruder. Für Armano war Zena lediglich eine Spielfigur, ein praktisches Gefäß, um den Erben auszutragen, der Armani den Thron stehlen würde. Als die verdrehte Wahrheit ans Licht kam, begegnete man Zena nicht mit Gnade. Stattdessen wurde sie mit einer fingierten Hochverratsanklage belohnt, einer brutalen Zurückweisung durch den Gefährten, für den sie geblutet hatte, und der endgültigen Verbannung aus ihrem eigenen Rudel. Um ihr ungeborenes Kind vor einem blutigen Krieg zwischen identischen Alphas zu schützen, tat Zena das Einzige, was sie konnte. Sie floh. Fünf Jahre später zerrt das Schicksal sie zurück auf das Territorium. Doch sie ist nicht mehr die schwache, weinende Luna, die sie einst fortgeworfen haben. Jetzt liegt ihr Ex-Mann vor ihr auf den Knien und fleht um Vergebung. Armano droht, die Welt niederzubrennen, um seinen Bauern zurückzuerobern. Und ein gefährlich besitzergreifender dritter Alpha hat den Ring betreten, fest entschlossen, sie ihnen beiden vorzuenthalten. Drei skrupellose Männer sind bereit, einen Krieg anzuzetteln, um sie zu beanspruchen. Doch als Zenas vierjähriger Sohn in der Mitte des Rudelplatzes endlich zum ersten Mal seine Gestalt wandelt, kommt die blutige Fehde zum jähen Stillstand. Denn der Wolf, der sie anstarrt, offenbart ein erschreckendes, unmögliches Geheimnis, das jahrelang verborgen blieb... Und der Mann, zu dem er gehört, ist nicht der, für den ihn alle halten.
View MoreKapitel 1.
„Steh auf, Zena. Das Haus füttert sich nicht von alleine.“ Der schrille Klang von Evelyns Stimme durchbrach die ruhige Atmosphäre, bevor die Tür aufging. Zena zuckte zusammen, ihre Finger krallten sich in die Bettdecke, während sie versuchte, sich langsam aufzusetzen. Ein heißer stechender Schmerz schoss direkt durch ihre rechte Seite und entlockte ihr ein scharfes Keuchen. Vor zwei Wochen hatten Chirurgen sie aufgeschnitten, um einen Teil ihrer Leber zu entnehmen, um Armanis Leben nach einem Silbervergiftungsangriff an den Grenzen des Rudels zu retten. Die Narbe war noch frisch, dunkel und brannte unter ihren Verbänden. „Evelyn, bitte...“, flüsterte Zena, ihre Stimme rau in der trockenen Kehle. „Der Arzt sagte, ich brauche Bettruhe. Die Schmerzmittel machen mich so schwindelig, ich kann kaum stehen –“ „Oh, spar dir das pathetische Theater!“, spottete Evelyn, überquerte den Raum auf ihren hohen Absätzen und riss die Decke vom Bett. Armanis Mutter sah sie mit blankem Ekel an. „Du glaubst, nur weil du auf einem Operationstisch lagst und meinem Sohn ein Stück Gewebe gespendet hast, bist du plötzlich königlich? Du bist ein Niemand mit niedrigem Rang, Zena. Dass du ihm ein Organ gegeben hast, ist kein Opfer – es ist das Universum, das dich zwingt, alles zurückzuzahlen, was er dir gab, als er dich zu seiner Braut machte.“ „Ich habe es getan, weil ich ihn liebe“, hauchte Zena, während ihre Augen vor unterdrückten Tränen brannten. „Nun, ihn zu lieben kauft keine Lebensmittel und kocht kein Mittagessen“, fuhr Evelyn sie an und zeigte auf die Tür. „Meine Familie kommt in einer Stunde. Nach unten. Küche. Sofort. Es sei denn, du willst, dass ich Armani erzähle, wie faul seine Gefährtin ist, sobald er durch diese Tür kommt.“ Zena schluckte den Kloß in ihrem Hals herunter und zwang ihre zitternden Beine über die Bettkante. Der Raum drehte sich für einen Moment wild, aber sie drängte durch den Nebel, hielt sich an ihren geprellten Rippen fest und schleppte sich in den Flur. Als sie um die Treppe bog, hallte das Geräusch von leichtem Gekicher aus dem Wohnzimmer. Viespera, Armanis Cousine, lag bequem auf dem Sofa, ihre Füße auf dem Couchtisch, während sie gelangweilt auf ihrem Handy scrollte. Sie machte sich nicht einmal die Mühe, ihren Eiskaffee abzustellen, als Zena an ihr vorbeistolperte. „Sieh dich an, Märtyrerin“, spottete Viespera, ohne aufzublicken. „Achte darauf, dass das Steak heute nicht zu durchgebraten ist, Süße. Armani mag es blutig, falls du das vergessen hast, während du krank im Bett gespielt hast.“ Zena antwortete nicht. Sie konnte nicht. Wenn sie den Mund öffnete, wusste sie, dass sie völlig zusammenbrechen würde. In der Küche war die Luft kalt und unerbittlich. Zena lehnte sich gegen die Arbeitsplatte und nahm drei tiefe Atemzüge, um die Übelkeit zu stoppen, die in ihrem Magen aufstieg. Ihre Hand zitterte, als sie Töpfe hob, sie mit Wasser füllte und Gemüse für ein Vier-Gänge-Menü schnitt. Bei jedem Strecken ihres Arms fühlte es sich an, als würden ihre Nähte eine nach der anderen aufreißen. Doch der Gedanke an Armani gab ihr so viel Hoffnung. Aber in letzter Zeit spürte sie, wie er sich von ihr entfernte. Er kam in letzter Zeit spät nach Hause. Oh nein, sie war müde von solch zusammenhängenden, albernen Gedanken. *Er liebt mich.* *Er ist nur gestresst wegen seiner Pflichten als Alpha. Sobald er sieht, wie sehr ich mich bemühe, wird er mich wieder in den Arm nehmen.* Sie wollte versuchen, ihre Gedanken von nun an nur noch mit Positiven zu füllen. Die Tür öffnete sich, gefolgt von festen Schritten, die durch das Foyer hallten. Armani war zu Hause. Zenas Herz setzte einen Schlag aus. Sie vergaß den brennenden Schmerz in ihrer Seite, wischte sich die Hände an ihrer Schürze ab und trat in den Flur. Armani stand am Eingang und fuhr sich frustriert durch das zerzauste Haar. Sein Sakko war offen, die Krawatte gelockert und sein Kiefer vor reiner Irritation fest zusammengepresst. Er sah unmöglich gut aus, gefährlich und völlig unerreichbar. „Armani...“, rief Zena leise und trat vor. „Du bist zurück.“ Er sah sie nicht einmal an. „Nicht jetzt, Zena. Ich hatte einen brutalen Tag im Rudelhaus und der Rat sitzt mir im Nacken. Ich habe heute weder Zeit noch Energie für deinen Unsinn.“ „Ich nicht – ich wollte nur fragen, ob du hungrig bist“, flüsterte sie, ihre Stimme zitterte. „Ich habe Mittagessen gemacht.“ „Ich sagte, lass es!“, schnauzte er scharf, seine eisblauen Augen fixierten ihre mit erschreckender Kälte. „Alles, was ich will, ist duschen und kein einziges Wort von dir hören.“ Die Tür öffnete sich plötzlich hinter ihm. „Armani! Warte, du hast dein Tablet in meinem Auto vergessen!“ Chloe kam herein, ihr blondes Haar wippte über ihre Schultern, sie trug ein elegantes purpurrotes Kleid, das jede Kurve betonte. Sie roch nach Jasmin und Regen. In dem Moment, als Armani sich umdrehte, um Chloe anzusehen, löste sich der kalte, gnadenlose Sturm auf seinem Gesicht augenblicklich auf. Ein sanftes, echtes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus – ein Lächeln, das Zena seit über einem Jahr nicht mehr bei ihr gesehen hatte. „Du hättest das nicht für mich hereintragen müssen, Chloe“, sagte Armani, seine Stimme sank in ein warmes, sanftes Summen, als er das Tablet aus ihren Händen nahm. Sein Daumen streifte ihrer beißend lange. „Ach, bitte, als würde ich zulassen, dass mein Lieblings-Alpha seinen eigenen Abend ruiniert“, kicherte Chloe und lehnte sich mühelos in seinen Bereich. „Außerdem hast du vergessen, das North-Territory-Entwicklungsprojekt abzuzeichnen, um das ich letzte Woche gebeten habe.“ Zenas Brust zog sich so fest zusammen, dass sie kaum atmen konnte. „Armani... du hast den Rudelältesten letzten Monat gesagt, dass das Nordterritorium für private Bauvorhaben strikt tabu sei.“ Armani drehte den Kopf, sein Lächeln verschwand, sobald sein Blick wieder auf Zena fiel. „Habe ich nach deinem Input gefragt, Zena?“ „Nein, aber –“ „Dann sei still“, warnte er kalt. Er wandte sich wieder Chloe zu, sein Ton wurde augenblicklich wieder rein verwöhnend. „Betrachte es als unterschrieben, Chloe. Ich werde das Budget heute Abend genehmigen, und du kannst dieses Wochenende mit meinem Privatjet nach Paris fliegen, um die Architekten selbst zu beaufsichtigen.“ Zena schnappte nach Luft. Er hatte sich geweigert, ihr für ihren Jahrestag auch nur einen Wochenendausflug zu gewähren, unter dem Vorwand, die Rudelkasse sei knapp, doch er schenkte Chloe ohne zu zögern ein Multimillionen-Dollar-Gebiet und einen Privatjet. „Armani, bitte“, flehte Zena, ihre Stimme brach, als sie einen wackeligen Schritt auf ihn zuging und sich an ihre Seite klammerte, wo das Blut begann, ihr cremefarbenes Hemd leicht zu färben. „Armani, wir müssen reden. Sofort.“ „Um Himmels Willen, Zena!“, bellte Armani und trat zurück, als würde ihn ihre bloße Anwesenheit irritieren. „Warum musst du immer eine dramatische Szene machen, sobald ich dieses Haus betrete? Ich bin beschäftigt. Frag mich nicht noch einmal.“ „Komm schon, Armani“, schnurrte Chloe sanft, legte ihre Hand um seinen Unterarm und zog ihn zu den französischen Glastüren, die auf die private Gartenterrasse führten. „Lass uns etwas frische Luft schnappen. Du siehst so angespannt aus.“ „Ich muss mit dir über ein paar Dinge sprechen.“ „Ja“, murmelte Armani und ließ sich von ihr wegführen. „Frische Luft klingt gut.“ Zena stand wie erstarrt mitten im Flur, die Stille des Hauses stürzte über sie herein. Schwindel überkam sie, aber sie zwang ihre Füße sich zu bewegen und trat leise zum Erkerfenster, das den mondbeschienenen Innenhof überblickte. Draußen, unter dem sanften Schein der Gartenlichter, stand Armani dicht bei Chloe. Viel zu dicht. Er hatte den Rücken zum Haus gedreht, seine Hände ruhten ganz natürlich auf Chloes Taille, während sie sich vorbeugte und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Armani stieß ein tiefes Lachen aus und lehnte seine Stirn an ihre, in einem ruhigen, intimen Moment, der die letzten verbliebenen Stücke von Zenas Herz zertrümmerte. Über Armanis breite Schulter hob Chloe langsam den Kopf. Ihre Augen fixierten direkt Zena, die hinter dem Glas stand. Ein langsames, grausames, siegreiches Grinsen breitete sich auf Chloes Lippen aus, als sie ihre Arme fest um Armanis Hals schlang und ihn noch näher an sich zog. Zena starrte sie an, das Glas presste gegen ihre Stirn, während Tränen endlich über ihre Wangen liefen und ihre Haut verbrannten. Sie sah auf den schlichten silbernen Ring an ihrer linken Hand – den Ring, den sie stolz getragen hatte, während sie vor vierzehn Tagen auf einem Operationstisch für ihn blutete. Langsam, mit zitternden Fingern, zog Zena den Ring vom Finger und ließ ihn auf das Fensterbrett fallen. „Vielleicht wird eine Scheidung alles lösen.“Kapitel 4Was!?Schwanger?Zena hörte auf zu atmen. Der Raum drehte sich gewaltsam um sie herum.Wie konnte er das nur wissen? Es war erst eine Nacht her. Es war medizinisch und physisch unmöglich, eine Schwangerschaft so schnell zu bestätigen. Es sei denn... es sei denn, Adriano bluffte nur, um die alte Nachfolgeklausel auszulösen.Doch als sie den dunklen, triumphierenden Glanz in den Augen des verbannten Zwillings sah, überkam sie eine krankhafte Welle der Angst. Er bluffte nicht. Er hatte das geplant. Jede einzelne Sekunde davon.Zena starrte das Mädchen an, das sie die letzten fünf Jahre wie eine Schwester behandelt hatte. Asaraci sah ihr nicht einmal in die Augen. Sie stand nur da, die Arme vor der Brust verschränkt, und trug einen brandneuen, teuren Designermantel, von dem Zena wusste, dass Asaraci ihn sich von dem Gehalt einer Rudel-Omega niemals leisten konnte.„Asaraci?“, flüsterte Zena, ihre Stimme kaum mehr als ein gebrochenes Krächzen. „Du... du bist hier?“„Natürlich ist
Kapitel 3Armani zog sich nur einen Zentimeter zurück. Beide atmeten schwer, ihre Lippen berührten sich noch immer, während sie dieselbe dampfende Luft atmeten. Er lehnte seine Stirn gegen ihre, die Augen geschlossen.„Du gehst nirgendwohin, Zena“, flüsterte er gegen ihren Mund, während sein Griff um ihre Taille schützend fester wurde. „Ich sperre dich in dieses Haus ein, bevor ich zulasse, dass du von mir gehst.“Bevor sie auch nur ein einziges Wort des Protests formen konnte, stürzte sich sein Mund wieder auf ihren und löschte jegliche Fähigkeit zu denken vollkommen aus.Er gab ihr keine Chance zu atmen. Seine Hände glitten ihren nassen Rücken hinunter, griffen ihre Oberschenkel und hoben sie mühelos gegen die glatten Duschfliesen. Zena schnappte nach Luft, ihre Beine schlangen sich instinktiv um seine Taille, um sich zu stabilisieren.Er war so verzweifelt, so vollkommen vereinnahmend. Sie bemerkte einen schwachen Unterschied in seinem Duft – das gewohnte frische Kiefernharz wurde
Kapitel 2Das Klirren von Besteck auf Porzellan war das einzige Geräusch in dem riesigen, sonnendurchfluteten Esszimmer. Armani saß am Kopf des langen Glastisches und scrollte mit finsterer Miene durch sein Tablet; er machte sich nicht einmal die Mühe aufzuschauen, als Zena hereinkam.Viespera war bereits da und pflückte mit ihren Fingernägeln an einem Teller mit geschnittenem Obst. Auch sie sah nicht auf, obwohl sie ein lautes, dramatisches Seufzen der Genervtheit ausstieß, als Zenas Hausschuhe leise über den Boden huschten.Zena stand am anderen Ende des Tisches, ihre Hände zitterten so stark, dass sie sich an der Lehne des Samtstuhls festklammern musste, um sich zu stabilisieren. Der brennende Schmerz in ihrer Seite von den Operationsnähten wurde völlig von der Taubheit in ihrer Brust überschattet.Sie sah Armani an. Sie sah den Mann an, für den sie vor gerade einmal zwei Wochen geblutet hatte.„Ich will die Scheidung.“Viespera hielt inne, ein Erdbeerstück auf halbem Weg zum Mund.
Kapitel 1.„Steh auf, Zena. Das Haus füttert sich nicht von alleine.“Der schrille Klang von Evelyns Stimme durchbrach die ruhige Atmosphäre, bevor die Tür aufging.Zena zuckte zusammen, ihre Finger krallten sich in die Bettdecke, während sie versuchte, sich langsam aufzusetzen. Ein heißer stechender Schmerz schoss direkt durch ihre rechte Seite und entlockte ihr ein scharfes Keuchen. Vor zwei Wochen hatten Chirurgen sie aufgeschnitten, um einen Teil ihrer Leber zu entnehmen, um Armanis Leben nach einem Silbervergiftungsangriff an den Grenzen des Rudels zu retten. Die Narbe war noch frisch, dunkel und brannte unter ihren Verbänden.„Evelyn, bitte...“, flüsterte Zena, ihre Stimme rau in der trockenen Kehle. „Der Arzt sagte, ich brauche Bettruhe. Die Schmerzmittel machen mich so schwindelig, ich kann kaum stehen –“„Oh, spar dir das pathetische Theater!“, spottete Evelyn, überquerte den Raum auf ihren hohen Absätzen und riss die Decke vom Bett. Armanis Mutter sah sie mit blankem Ekel an











