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kapitel 2

Author: Excellent
last update publish date: 2026-09-19 03:49:19

Kapitel 2

Das Klirren von Besteck auf Porzellan war das einzige Geräusch in dem riesigen, sonnendurchfluteten Esszimmer. Armani saß am Kopf des langen Glastisches und scrollte mit finsterer Miene durch sein Tablet; er machte sich nicht einmal die Mühe aufzuschauen, als Zena hereinkam.

Viespera war bereits da und pflückte mit ihren Fingernägeln an einem Teller mit geschnittenem Obst. Auch sie sah nicht auf, obwohl sie ein lautes, dramatisches Seufzen der Genervtheit ausstieß, als Zenas Hausschuhe leise über den Boden huschten.

Zena stand am anderen Ende des Tisches, ihre Hände zitterten so stark, dass sie sich an der Lehne des Samtstuhls festklammern musste, um sich zu stabilisieren. Der brennende Schmerz in ihrer Seite von den Operationsnähten wurde völlig von der Taubheit in ihrer Brust überschattet.

Sie sah Armani an. Sie sah den Mann an, für den sie vor gerade einmal zwei Wochen geblutet hatte.

„Ich will die Scheidung.“

Viespera hielt inne, ein Erdbeerstück auf halbem Weg zum Mund. Ein langsames, bösartiges Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus, als sie sich in ihrem Stuhl zurücklehnte und die Beine übereinanderschlug. „Endlich kommst du wieder zur Besinnung. Ich habe mich schon gefragt, wie lange es dauern würde, bis du merkst, dass du nicht in dieses Rudelhaus gehörst.“

Armanis Finger hörte auf, über den Bildschirm zu wischen. Die Luft im Raum kühlte schlagartig um zehn Grad ab.

Langsam senkte er das Tablet, seine eisblauen Augen fixierten Zena.

„Was!?“

„Was ist das für ein Unsinn?“

„Ich meine es vollkommen ernst, Armani“, flüsterte Zena, auch wenn sie sich weigerte, den Blickkontakt zu brechen.

Armani stand auf und warf sein Tablet auf den Tisch. Seine breiten Schultern spannten sich unter seinem makellosen weißen Hemd an.

„Welchen Unsinn redest du da heute Morgen, Zena? Bist du nur aufgewacht, um meine Geduld zu testen?“

„Es scheint, deine Jugendfreundin ist zurück“, sagte Zena, ihre Stimme brach leicht, obwohl sie kämpfte, die Tränen zurückzuhalten. „Und es ist offensichtlich, dass du keine Ehefrau mehr brauchst. Ich mache es dir leicht, Armani. Ich trete zur Seite. Du kannst Chloe haben, die Gebiete, die Privatjets, alles. Ich will nur raus hier.“

Armanis Kiefer zuckte. Die goldenen Sprenkel in seinen blauen Augen verdunkelten sich, sein Wolf drängte aufgrund der reinen Respektlosigkeit nach vorne.

„Du glaubst, das ist ein Spiel?“, spottete er und machte einen langsamen Schritt auf sie zu. „Du glaubst, du kannst einfach aufwachen, einen eifersüchtigen Wutanfall wegen einer Jugendfreundin bekommen und deinen Alpha verlassen?“

„Es ist kein Wutanfall!“, schrie Zena, wobei die plötzliche Kraft schmerzhaft an ihren frischen Nähten zog. Sie zuckte zusammen und presste eine Hand auf ihre Seite.

„Du hast mich letzte Nacht gedemütigt! Du behandelst mich wie eine Dienstmagd in meinem eigenen Haus! Ich habe dir einen Teil meiner Leber gegeben, Armani! Ich habe auf einem Operationstisch für dich geblutet, damit du nicht stirbst, und du kannst mich nicht einmal ansehen, ohne Ekel zu empfinden!“

Viespera verdrehte lautstark die Augen. „Oh, jetzt geht die Leber-Geschichte schon wieder los. Spiel eine neue Platte ab, Zena. Wir haben es kapiert, du hast das absolute Minimum geleistet, das man von einer Luna erwartet.“

„Halt den Mund, Viespera“, fuhr Armani sie an, ohne Zena aus den Augen zu lassen. Er ging langsam um den Tisch herum und verringerte den Abstand zwischen ihnen.

„Chloe ist eine Geschäftspartnerin. Sie verwaltet das Nordterritorium, weil sie qualifiziert ist. Bist du wirklich so tief verunsichert, dass du unser Gefährtenband wegen eines Geschäftstermins wegwerfen willst?“

„Ein Geschäftstermin?“, Zena stieß ein bitteres Lachen aus. „Du hast sie gehalten, Armani. Im Garten. Du hast sie angesehen wie... als wäre sie deine ganze Welt. Du hast mich seit einem Jahr nicht mehr so angelächelt.“

„Du bist meine Frau“, sagte Armani kalt und blieb Zentimeter vor ihrem Gesicht stehen. Seine Stimme ließ absolut keinen Raum für Diskussionen. „Du trägst mein Zeichen. Glaubst du, ein dummes Stück Papier für eine menschliche Scheidung wird das ändern? Du gehörst mir, Zena. Geh nach oben. Sofort. Bevor ich die Beherrschung verliere und etwas tue, das wir beide bereuen werden.“

„Ich verlasse dich“, flüsterte Zena, eine einzelne Träne rann über ihre Wange.

„Geh ins Schlafzimmer!“, brüllte er.

Zena zuckte zusammen. Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und ging weg, die Seite haltend, während er ihr mit bebender Brust nachstarrte.

In dem Moment, als sie ihr eigenes Badezimmer erreichte, schloss sie die Tür ab. Zena zog mit zitternden Händen ihre Kleidung aus und vermied es, die hässliche, heilende Narbe auf ihrer rechten Seite im Spiegel zu betrachten. Sie stieg unter die Dusche, drehte das Wasser so heiß auf, wie es ging, und ließ den Dampf die Glasdusche füllen.

Sie lehnte ihre Stirn gegen die kühlen Fliesen und ließ ihre Tränen mit dem Duschwasser verschmelzen. Es war vorbei. Sie hatte es endlich laut ausgesprochen. Sie musste nur ihre Sachen packen und gehen.

Plötzlich öffnete sich die Badezimmertür.

Zena schnappte nach Luft und wirbelte herum.

Armani trat ein.

Er machte sich nicht die Mühe, seine Kleidung auszuziehen. Das brühend heiße Wasser durchnässte sofort sein Hemd und seine Hose und presste den weißen Stoff direkt auf seinen muskulösen Oberkörper.

„Armani, was machst du da!?“, schrie Zena, verschränkte die Arme vor ihrer Brust und wich zurück, bis ihr Rücken die nassen Fliesen berührte.

„Raus hier!“

„Habe ich gesagt, dass wir mit dem Reden fertig sind?“, murmelte er. Seine Stimme war jetzt völlig anders. Der kalte, bellende Alpha aus dem Esszimmer war verschwunden. An seiner Stelle war ein zutiefst gefährlicher, überwältigend besitzergreifender Mann.

Er trat tiefer in das Wasser und drängte sie zwischen seinen Körper und die Wand.

„Fass mich nicht an“, hauchte Zena, ihr Herz schlug so schnell, dass ihr schwindelig wurde.

Armani hörte nicht auf sie. Er hob beide Hände und stützte sie flach auf die Fliesen zu beiden Seiten ihres Kopfes. Er war so nah, dass sie die Hitze spüren konnte, die von seinem durchnässten Körper ausging.

„Sieh mir in die Augen, Zena“, flüsterte er heiser, während das Wasser von seinem dunklen Haar in seine Augen tropfte. „Sieh mir in die Augen und sag mir, dass du willst, dass ein anderer Mann dich beansprucht.“

„Ich will einfach nur gehen“, schluchzte sie und versuchte, gegen seine feste Brust zu drücken. Es war, als würde sie gegen eine Backsteinmauer drücken.

„Lügnerin“, hauchte er.

Er beeilte sich nicht. Stattdessen brachte Armani seine Hände langsam nach unten. Seine großen, warmen Handflächen legten sich sanft um ihre Taille, wobei er ihre Operationswunde mit einer vorsichtigen Präzision mied, die Zena den Atem raubte.

Seine Daumen hoben ihr Kinn an. Seine Augen waren völlig geweitet, die Pupillen bis zum Rand der Iris ausgedehnt, völlig verzehrt von einem dunklen, animalischen Hunger.

„Du gehörst mir“, murmelte Armani, sein Blick glitt auf ihre Lippen. „Du darfst mich nicht verlassen.“

Und dann küsste er sie.

Seine Lippen trennten ihre mit einem verzweifelten Hunger, der ihr jeden Funken Sauerstoff aus der dampfenden Duschkabine raubte. Zena wimmerte, ihre Hände, die ihn eigentlich wegstoßen sollten, krallten sich stattdessen fest in den nassen Stoff seines Hemdes.

Der Sog war unbestreitbar, eine gewaltsame, magnetische Anziehungskraft, die ihr Gehirn kurzschloss. Armani stöhnte tief in seiner Brust, zog sie fest gegen seinen durchnässten Körper, seine Zunge erforschte ihren Mund, als würde er vor Durst sterben und sie wäre das einzige Heilmittel. Er küsste sie, bis ihre Knie weich wurden, seine Hände wanderten ihren nassen Rücken hinauf, zeichneten die Kurve ihres Halses nach und erweckten jeden schlummernden Funken ihres Gefährtenbandes wieder zum Leben.

Sie hasste ihn. Sie wollte ihn verlassen. Aber mein Gott, ihr Körper vermisste ihn so sehr, dass es körperlich schmerzte.

Armani zog sich nur einen Zentimeter zurück, beide atmeten schwer, ihre Lippen berührten sich noch immer, während sie dieselbe dampfende Luft atmeten. Er lehnte seine Stirn gegen ihre, die Augen geschlossen.

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