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Kapitel 5

Author: Echo
Vincents Mutter, Maria, kam strahlend zu mir und zog mich an ihre Seite.

Sie war eine der größten Unterstützerinnen unserer Ehe und hatte immer so getan, als sei sie mit mir zufrieden.

Sophia, gezwungen, ihren Platz aufzugeben, schoss mir einen Blick voller Hass zu, bevor sie sich entfernte. Aber als ich mich setzte, bemerkte ich, dass Vincents Augen ihr folgten.

Ich wollte nicht zusehen. Ich hob mein Weinglas, um das kalte Grinsen auf meinen Lippen zu verbergen.

Dann drehte sich Maria zu mir, ihr Lächeln ein bisschen zu strahlend.

„Elena, meine Liebe, du und Vincent seid jetzt schon fünf Jahre verheiratet. Wann werdet ihr der Familie Romano endlich ein kleines Baby schenken?“

Gelächter ertönte um den Tisch, als auch andere Familienmitglieder sich einmischten.

„Die Familie ist wirklich gespannt auf den nächsten Erben, weißt du.“

Ich spürte, wie das Blut aus meinem Gesicht wich. Meine Finger verkrampften sich um mein Glas. Für mich war dieses Thema wie Salz in eine offene Wunde reiben.

Gerade als ich nach einer Antwort suchte, stand Sophia mit einer graziösen Bewegung auf, eine Hand auf ihrem geschwollenen Bauch.

„Frau Maria, setz Elena nicht unter Druck“, sagte sie, ihre Stimme klang wie von einem Engel. „Solche Dinge passieren, wenn es die richtige Zeit ist. Schicksal kann man nicht erzwingen.“

Sie ging auf mich zu, ihr Gesicht eine Maske der Besorgnis. „Elena, ich weiß, dass das ein empfindliches Thema ist. Als Freundin möchte ich mich entschuldigen, dass ich so unbedacht war.“

Damit hob sie ihr Champagnerglas. „Lass mich auf dich anstoßen. Auf unsere Freundschaft.“

Alle Augen im Raum waren auf uns gerichtet. Ich wusste, dass eine Ablehnung zu einer Szene führen würde. Ich hob mein Glas und nahm einen symbolischen Schluck.

Plötzlich sprang Vincent auf und riss das Glas aus Sophias Hand.

„Sophia, du bist schwanger. Du kannst nicht trinken“, sagte er, seine Stimme voller Besorgnis. Dann drehte er sich zu mir, und sein Ton wurde schärfer. „Elena, du solltest besser wissen, als einer schwangeren Frau Alkohol zu geben.“

Er drückte das Champagnerglas in meine Hand. „Du trinkst es für sie. Es wird schon nicht viel ausmachen, nachdem wir fünf Jahre lang nichts gehabt haben.“

Der Tisch verstummte.

Ich sah Vincent an, den Mann, den ich einst geliebt hatte, während er mich vor seiner gesamten Familie und seiner Geliebten öffentlich demütigte.

Die Verwandten tauschten verlegene Blicke aus.

Ich sah einen Hauch von Triumph in Sophias Augen. Sie hatte gewonnen. Sie hatte Vincent vor allen anderen dazu gebracht, sie zu wählen.

Langsam stand ich auf. Ich nahm das Glas Champagner und lächelte Sophia an.

„Du hast recht, Sophia. Als Freundin soll ich verständnisvoller sein.“ Ich pausierte, meine Stimme hallte im stillen Raum. „Schließlich, selbst wenn das Baby Vincents ist, kann ich dir niemals die Schuld geben.“

Dann leerte ich das ganze Glas in einem Zug.

Der Raum war totenstill.

Don Romnos Gesicht verdüsterte sich. Ich konnte nicht sagen, ob es wegen Vincents Aktion war oder weil ich die Party für alle ruiniert hatte.

Vincent wurde aschfahl. Marias Gabel klirrte auf ihrem Teller.

Flüstern brach um uns aus. Sophia sah aus, als hätte sie ein Gespenst gesehen.

Ich stellte das leere Glas ab und nahm elegant meine Handtasche. „Es tut mir leid, dass ich die Stimmung verderbe. Alles Gute zum Geburtstag, Don Romano.“

Und damit drehte ich mich um und ging, wobei ich Chaos hinterließ.

Vincent rief meinen Namen, aber ich sah nicht zurück.

Ich stieg in das erste Taxi, das ich sah.

„Zum Flughafen, bitte.“

„Elena! Elena, warte!“ Vincent rannte hinter mir her, aber das Taxi fuhr bereits los.

Im Rückspiegel sah ich ihn dort stehen, mit einem Ausdruck von Panik im Gesicht, den ich noch nie zuvor gesehen hatte.

Auf dem Weg zum Flughafen öffnete ich mein Telefon und fand die Screenshots von Sophias Post, die ich gespeichert hatte.

Ich schickte die Bilder in den Romano-Familien-Chat und tippte eine letzte Nachricht.

[An die Ältesten: Das Kind, das Sophia trägt, ist Vincents. Mein Anwalt erstellt die Scheidungsunterlagen. Danke für eure Gastfreundschaft in den letzten fünf Jahren. Betrachtet unsere Allianz als beendet.]

Ich drückte auf „Senden“.

Dann schaltete ich mein Telefon aus.

Als das Flugzeug sich zum Start vorbereitete, blickte ich auf die Lichter der Stadt. Ich fühlte keinen Bedauern, nur Erleichterung.

Alles in dieser Stadt – das Romano-Anwesen, Vincents Lügen, Sophias Provokationen – war nun meine Vergangenheit.

Ich ging nach New York. Ich ging zu dem Mann, der fünf Jahre auf mich gewartet hatte.

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